Weizenmarkt driftet seitwärts, während sich der Neuproduktionsaufschlag ausweitet
Kompakte Aktualisierung des Weizenmarkts April 2026: MATIF & CBOT in mildem Carry, FOB Frankreich, USA und Ukraine sinken, Ausblick leicht fester bis seitwärts.
Preise & Terminstruktur
Auf Euronext wurde Weizen für Mai 2026 zuletzt bei etwa 195 EUR/t gehandelt, September 2026 bei 209 EUR/t und Dezember 2026 bei 217 EUR/t. Die Kurve steigt weiter bis 2027–28, mit März 2027 bei etwa 223 EUR/t und Mai 2028 bei etwa 232 EUR/t, was einen Carry von ungefähr 30–35 EUR/t von Spot- zu langfristigen Positionen impliziert.
CBOT-Weizen ist zu Beginn des Handels am 27. April moderat fester, mit Mai 2026 bei etwa 610 USc/bu und Juli 2026 bei etwa 619 USc/bu, was ungefähr 0,2–0,3% gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht. ICE-Futterweizen im Vereinigten Königreich zeigt gemischte, aber insgesamt stabile Niveaus, mit Mai 2026 nahe 212 EUR/t entsprechend, während die späteren Monate allmählich steigen, entsprechend der allgemeinen Carry-Struktur über die Börsen hinweg.
Angebot, Nachfrage & Wetter
Das Angebot an Altprodukten im Atlantikraum bleibt komfortabel, was sich in der fehlenden Rallye bei nahen MATIF- und ICE-Kontrakten und dem moderaten Contango entlang der Kurve widerspiegelt. Die Prämie der Kontrakte von Ende 2027 und 2028 über nahe Monate zeigt, dass die aktuellen Bestände ausreichend sind, aber auch Unsicherheiten über die zukünftige Produktion bestehen, insbesondere in Europa und im Schwarzen Meer.
Physische Angebote bestätigen dieses Bild: FOB-Weizen (11% Eiweiß) aus Frankreich (Paris) fiel von etwa 290 EUR/t Anfang April auf ungefähr 270 EUR/t bis zum 24. April, während Weizen aus den USA (11,5% Eiweiß, CBOT-abhängig) im selben Zeitraum von etwa 210 EUR/t auf 190 EUR/t fiel. Ukrainische FOB-Werte aus Odesa sind hoch wettbewerbsfähig bei etwa 170–180 EUR/t, je nach Eiweißgehalt, was den starken Exportdruck aus dem Schwarzen Meer unterstreicht, auch wenn logistische und geopolitische Risiken bestehen bleiben.
Fundamentaldaten & Basis
Der Spread zwischen Futures- und physischen Cash-Werten hat sich im April leicht verringert, da die FOB-Preise schneller gesunken sind als die Handelsquotierungen. Französischer FOB-Weizen mit 11% Eiweiß aus Paris liegt derzeit bei etwa 270 EUR/t, was eine positive Basis gegenüber dem nahegelegenen MATIF-Kontrakt für Mai 2026 impliziert, während US-FOB-Niveaus bei etwa 190 EUR/t einen Rabatt gegenüber CBOT-Futures darstellen, nachdem sie für Qualität und Fracht angepasst wurden.
In der Ukraine sind die FCA-Preise in Odesa und Kiew insgesamt stabil (bei etwa 230–250 EUR/t, je nach Eiweiß und Standort), was darauf hindeutet, dass die inländischen Margen unter Druck von niedrigen Exportpreisen und steigenden Logistikkosten stehen. Die Gesamtstruktur deutet darauf hin, dass Importeure kurzfristig über gute Verhandlungsmacht verfügen, während Exporteure sich auf Volumen und nicht auf Preis verlassen, um Bestände abzubauen.
Kurzfristige Aussichten & Strategie
- Preistrend (3–7 Tage): Leicht fester bis seitwärts. Mit Futures in moderatem Carry und physischen Preisen, die bereits niedriger sind, scheint das Abwärtspotenzial begrenzt, es sei denn, das Wetter wird in allen wichtigen Produzenten eindeutig günstig.
- Für Käufer: Ziehen Sie in Betracht, einen Teil der Bedürfnisse für Q3–Q4 2026 bei Rückgängen nahe den aktuellen Futures-Niveaus abzusichern, wobei die Carry-Struktur genutzt wird, um die Lagerkosten festzulegen und gleichzeitig etwas Flexibilität für mögliche wetterbedingte Rückschläge zu lassen.
- Für Verkäufer: Produzenten mit nicht bewerteten Altprodukten sollten den aktuellen Contango nutzen, um Hedging in spätere 2026- oder frühere 2027-Fälligkeiten auszudehnen, insbesondere wenn die lokale Cash-Basis im Vergleich zu Futures stabil bleibt.
- Risiken: Plötzliche Verschlechterungen des Wetters in den US Plains, der EU oder im Schwarzen Meer oder erneute Störungen der Exportströme im Schwarzen Meer könnten das Gleichgewicht schnell verschärfen und sowohl Futures- als auch FOB-Märkte anheben.