Cashew-Markt stabilisiert sich, da die Nachfrage aus dem Irak und von globalen Käufern robust bleibt
Die weltweiten Cashew-Preise ziehen angesichts fester Nachfrage und begrenztem Rohnussangebot an, während der Irak als schnell wachsender Nussimporteur hervortritt. Ausblick: leicht bullisch.
Prices
Aktuelle Angebote zeigen einen allmählichen, aber breit abgestützten Anstieg der Cashew-Kernelpreise. In Indien (Neu-Delhi, FOB) wird konventionelle W320 bei rund 7,0 EUR/kg indiziert, etwa 0,05 EUR höher als in den letzten zwei Wochen, während Bio-W320 bei etwa 8,65 EUR/kg gehandelt wird. W240-Qualitäten werden mit rund 7,50 EUR/kg (konventionell) und 7,93 EUR/kg (Bio) angegeben, W450 mit etwa 6,30 EUR/kg.
Vietnam (Hanoi, FOB) bleibt der globale Referenzmarkt mit WW320 bei rund 6,87 EUR/kg und WW240 nahe 7,78 EUR/kg, weitgehend stabil, jedoch am oberen Ende der diesjährigen Spanne. In den Niederlanden (Dordrecht, FCA) bündeln sich Angebote für importierte WW320 um 4,95–6,05 EUR/kg, je nach Bio-Status und Ursprung, was sowohl Fracht- als auch Lagerfaktoren widerspiegelt. Über nahezu alle Qualitäten hinweg sind die Preise seit Anfang Juni um 0,05–0,15 EUR/kg gestiegen und bestätigen damit eher einen sanft festeren Trend als eine scharfe Rally.
Supply & Demand
Die Importrechnung des Irak für genießbare Früchte und Nüsse stieg von 1,25 Mrd. USD im Jahr 2024 auf 1,54 Mrd. USD im Jahr 2025, ein Anstieg um 291,5 Mio. USD. Nüsse allein machten rund 199 Mio. USD aus, womit der Irak zu einem zunehmend wichtigen Käufer im globalen Nusskomplex wird. Diese Beschleunigung spiegelt einen steigenden Pro-Kopf-Verbrauch und einen wachsenden Einzelhandels- und Foodservice-Sektor wider und unterstützt eine zusätzliche Nachfrage nach Cashews neben anderen Baumnüssen.
Weltweit beliefen sich die Gesamtimporte von genießbaren Früchten und Nüssen im Jahr 2025 auf rund 192,7 Mrd. USD, wobei die Vereinigten Staaten, China, Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich die Käufe anführten. Dieser breit abgestützte Nachfragehintergrund hat den Cashew-Konsum getragen, obwohl die Preise fester wurden. Marktberichte für das 1.–2. Quartal 2026 verweisen auf eine knappe Verfügbarkeit von Rohcashews aus Westafrika und einen stetigen Kernel-Abfluss in den USA und der EU, wodurch die Versorgungsketten für Kerne zwar ausreichend gefüllt, aber mit wenig Puffer für Angebotsschocks bleiben.
Fundamentals
Die Fundamentaldaten bleiben moderat stützend. Eine globale Rohcashew-Ernte 2025/26 von geschätzt über 6,3 Mio. Tonnen hat das theoretische Angebot erhöht, doch Logistikengpässe, Qualitätsunterschiede in Westafrika und selektive Verkäufe durch Erzeuger haben den Druck auf die Kernelpreise begrenzt. Jüngste Analysen heben hervor, dass die Margen der Verarbeiter knapp bleiben, was disziplinierte Vorwärtsverkäufe fördert und aggressive Rabattierungen verhindert.
Auf der Nachfrageseite wird der robuste Snack- und Zutatenkonsum in Nordamerika und Europa durch stärkere Käufe aus Schwellenmärkten, darunter der Irak und andere MENA-Länder, ergänzt. Einige preisbewusste Verbraucher weichen auf kleinere Packungsgrößen oder Nussmischungen aus, doch insgesamt hat sich die Cashew-Nachfrage im 1. Halbjahr 2026 gut gehalten, insbesondere für mittlere Qualitäten (W320, W450), die in Mainstream-Einzelhandelsprodukten eingesetzt werden. Handels-Dashboards für Anfang 2026 deuten auf seitwärts bis feste Exportpreise für Indien und Vietnam hin, mit nur begrenztem Abwärtspotenzial auf kurze Sicht.
Weather & Crop Outlook
Das Wetter stellt ein zentrales kurzfristiges Risiko dar. Der Ausblick für Indien im Juli 2026 deutet auf unterdurchschnittliche Niederschläge und überdurchschnittliche Temperaturen in großen Teilen des Landes hin, was Befürchtungen hinsichtlich Baumstress und Blüte für den nächsten Cashew-Zyklus in einigen Anbaustaaten weckt. Gleichzeitig verweisen globale Gefahrenkarten auf Überschwemmungsereignisse in Teilen Westafrikas, die bei anhaltenden Bedingungen die Logistik und Nacherntebehandlung in küstennahen Cashew-Ursprungsländern stören könnten.
Während die großen Ernten 2025/26 in Côte d’Ivoire, Nigeria und Guinea-Bissau bereits eingebracht wurden, könnten anhaltende Wetteranomalien die Qualität der verbleibenden Bestände, die Trocknungsbedingungen und den Transport beeinträchtigen und damit indirekt die Kernelpreise stützen. Mittelfristige Klimaausblicke für das zentrale Hochland Vietnams betonen das Wetter als entscheidenden Faktor für Produktivität und Kosten, doch in den letzten Tagen wurden keine akuten neuen Schocks gemeldet. Insgesamt ist das kurzfristige Wettersignal eher leicht preisstützend – über Risikoprämien als über unmittelbare Mengenausfälle.
Market & Trading Outlook
In den kommenden Wochen dürfte sich der Cashew-Markt in einer stabilen bis festen Preisspanne bewegen. Eine starke strukturelle Nachfrage nach Nüssen, belegt durch die steigenden Importe des Irak und die anhaltenden Käufe der USA und der EU, trifft auf eine Lieferkette, die auf dem Papier zwar ausreichend, in der Praxis jedoch durch Qualität, Finanzierung und Logistik begrenzt ist. Analysten erwarten für Kerne im 2. Halbjahr 2026 eher ein Plateau als eine scharfe Rally, sofern kein signifikanter Wetter- oder Politikschock eintritt.
- Käufer (Röster, Einzelhändler): Ziehen Sie in Betracht, den Bedarf für Q3 bis Anfang Q4 bei verbleibenden Rücksetzern zu decken, statt auf deutlich günstigere Niveaus zu warten, die möglicherweise nicht eintreten. Priorisieren Sie mittlere Qualitäten (W320, W450), bei denen die Spannen zu Premiums noch beherrschbar sind.
- Importeure in MENA (einschließlich Irak): Da die Inlandsnachfrage zunimmt und der Wettbewerb um Angebot steigt, sollten Kernvolumina über mittel- bis langfristige Kontrakte gesichert werden, während ein kleinerer Anteil für Spot-Chancen verbleibt.
- Verarbeiter und Exporteure: Halten Sie an einer disziplinierten Verkaufspolitik fest; angesichts knapper Rohnussmargen und Wetterrisko vermeiden Sie umfangreiche Vorwärtsverkäufe unterhalb der aktuellen Wiederbeschaffungskosten.
3-Day Directional Price Indication (EUR)
- Indien, FOB Neu-Delhi (W320/W240): Seitwärts bis leicht fester; geringe Aufschläge von bis zu 0,05 EUR/kg bei aktiven Käufen möglich.
- Vietnam, FOB Hanoi (WW320/WW240): Weitgehend stabil; Referenzniveaus dürften innerhalb der aktuellen Spanne halten.
- EU, FCA Niederlande (WW320, gemischte Ursprünge): Leicht aufwärtsgerichtete Tendenz, da Importeure Bestände wieder aufbauen und Frachtkosten stabil bleiben.