Cashewkerne steigen leicht, da das Angebot aus Vietnam knapp bleibt und die EU-Nachfrage anhält
Kompakter Cashew-Bericht vom 27. Juni 2026: feste Kernelpreise in Indien, Vietnam und den Niederlanden, neutrales Wetter, knappes vietnamesisches Angebot und stabile EU-Nachfrage.
Prices
Die folgende Tabelle rechnet die neuesten wichtigen Angebotsnotierungen mit einem indikativem Kurs von 1 USD = 0,93 EUR in Euro um. Sämtliche Veränderungen beziehen sich auf die Bewegungen der vergangenen Woche auf Basis der aktuellen Offerten.
Indische Einzelhandels- und Großmärkte berichten im Juni 2026 von W320-Cashewpreisen um ₹1.000–1.600/kg, rund 12 % höher als im Vorjahr, was die breitere Festigkeit entlang der Wertschöpfungskette bestätigt. Vietnams Exportstatistik für Q1 2026 weist durchschnittliche Kernel-Exportpreise von rund 6.800 USD pro Tonne aus und stützt damit die globalen Referenzniveaus.
Supply & Demand
Vietnam bleibt der dominierende weltweite Verarbeiter und stellt rund 80 % der globalen Cashewkernel-Exporte. Die Ausfuhren stiegen im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um fast 12 %, die Exporterlöse um etwa 11 %. Eine starke Nachfrage aus China und anderen asiatischen Abnehmerländern hält die Fabriken trotz steigender Logistik- und Arbeitskosten auf hoher Auslastung.
In Indien heben offizielle Stellen und Branchenquellen Vietnam als Hauptkonkurrenten auf den globalen Kernelmärkten hervor, während sich Indien zunehmend auf veredelte und Markenprodukte konzentriert. Die Inlandsnachfrage wird durch einen stabilen Konsum von Trockenfruchtmischungen gestützt, wobei Cashewpreise im Jahr 2026 andere Nüsse übertreffen. Europa, einschließlich der Niederlande, bezieht weiterhin umfangreiche Mengen an essbaren Nüssen; die EU-Nachfrage ist im Snackbereich relativ preisunelastisch und trägt dazu bei, die Importpreise trotz des allgemein schwierigeren wirtschaftlichen Umfelds fest zu halten.
Weather & Crop Outlook (IN, VN)
In Vietnams wichtigster Cashewprovinz Binh Phuoc herrschen derzeit Temperaturen von 27–34 °C mit vereinzelten Schauern und Gewittern in den nächsten drei Tagen, typisch für den Beginn der Regenzeit. Dieses Muster dürfte die Bodenfeuchte und die Regeneration der Bäume nach der Ernte fördern, ohne kurzfristig erhebliche Risiken für die Ernte 2027 mit sich zu bringen.
In Indien befinden sich die Cashewanbaugebiete in Konkan–Goa und an der Küste Karnatakas in der Phase des Südwestmonsuns. Jüngste Berichte melden unterbrochene Regenfälle mit einzelnen Pausen in Goa, ein normales Muster nach der Hauptblüte- und Nussansatzphase. Da die Ernte 2026 weitgehend abgeschlossen ist, wird nicht erwartet, dass das kurzfristige Wetter das aktuelle Angebot wesentlich beeinflusst, wenngleich anhaltend starke Regenfälle zu einem späteren Zeitpunkt das Trocknen und die lokale Qualität in verbliebenen Spätlese-Regionen beeinträchtigen könnten.
Fundamentals & Market Drivers
- Festes Exportpipeline aus Vietnam: Zuwächse bei Volumen und Wert in Q1 2026 bestätigen eine robuste globale Aufnahme trotz höherer Kosten und halten die vietnamesischen FOB-Benchmarkpreise stabil bis leicht höher.
- Stärke des indischen Inlandsmarkts: Einzelhandelspreise für Cashews sind im Jahresvergleich um rund 12 % gestiegen und signalisieren eine gesunde Nachfrage sowie ein begrenztes Angebot an rabattierten Kernen.
- Stabile EU-Nachfrage: Europäische Käufer, darunter die Niederlande, zeigen ein stetiges Interesse an konventionellen und Bio-Kernen. Europa gilt als weniger preissensibel und ist ein Schlüsselmarkt für Premiumqualitäten.
- Kurzfristig wetterneutral: Monsun- und Regenzeitbedingungen in Indien und Vietnam verlaufen weitgehend normal; für die nächsten Tage sind keine neuen Wetterschocks absehbar.
3-Day Trading & Price Outlook (IN, VN, NL)
- Indien (FOB Neu-Delhi): Bei solider Inlands- und Exportnachfrage und ohne neue Entspannung auf der Angebotsseite dürften W320 und W240 in den nächsten drei Tagen in einer engen, leicht nach oben tendierenden Spanne handeln, mit möglichen Aufschlägen von bis zu rund 0,02–0,04 EUR/kg.
- Vietnam (FOB Hanoi): Exporteure dürften angesichts der starken Entwicklung im 1. Quartal und eines stabilen Käuferinteresses die aktuellen WW320/WW240-Angebote verteidigen; das kurzfristige Risiko ist eher auf kleine Preisaufschläge oder Seitwärtsbewegungen als auf Abschläge gerichtet.
- Niederlande (FCA Dordrecht): Die Lagerbestände sind ausreichend, doch die Wiederbeschaffungskosten aus den Ursprungsländern sind fest. Es ist mit Seitwärts- bis leicht fester Tendenz zu rechnen, insbesondere bei Bio-WW320, da europäische Käufer ihre Deckung in den Sommer hinein aufrechterhalten.
Trading Recommendations
- Käufer in der EU/Indien: Erwägen Sie, den Bedarf an W320/W240 für mindestens 1–2 Monate jetzt zu decken; das kurzfristige Abwärtspotenzial erscheint begrenzt, solange das vietnamesische Angebot knapp bleibt und die inländischen Preise in Indien erhöht sind.
- Importeure/Abpacker in NL: Nutzen Sie das aktuelle Niveau, um Forward-Volumina von Bio-WW320 zu sichern, bevor weitere ursprungsbedingte Preiserhöhungen durchschlagen.
- Verarbeiter an der Herkunft (IN, VN): Halten Sie Disziplin bei den Angeboten für Premiumsorten; fokussieren Sie etwaige Preisnachlässe auf Bruchware und niedrigere Qualitäten, bei denen die Nachfrage elastischer ist.
3‑Tage-Richtungstendenz (in EUR): Indien FOB-Kerne: +0,5 % bis +1 %; Vietnam FOB-Kerne: unverändert bis +1 %; Niederlande FCA-Kerne: unverändert bis +0,5 %, unter der Annahme stabiler Wechselkurse und Frachtraten.