CMB Emblem
Cashewkerne bleiben stabil, da Vietnam mit Exportgegenwind konfrontiert ist und die EU‑Nachfrage gestützt bleibt
Price-UpdateIN,NL,VN

Cashewkerne bleiben stabil, da Vietnam mit Exportgegenwind konfrontiert ist und die EU‑Nachfrage gestützt bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Cashew‑Preisupdate Juli 2026: Kerne aus Indien, Vietnam und den Niederlanden bleiben fest, bei knapper Versorgung, stabiler Nachfrage und leicht bullischem kurzfristigem Ausblick.

Die Preise für Cashewkerne in Indien, Vietnam und den Niederlanden sind insgesamt stabil bis leicht fester, wobei Vietnam einen klaren Kostenvorteil behält, während die Importwerte in der EU durch das knappe weltweite Angebot an Kernen und eine robuste Nachfrage gestützt bleiben. Die Margen der Exporteure stehen weiter unter Druck, da die Kernelpreise den früheren Anstiegen der Rohnusskosten hinterherhinken, wodurch nahe Termine relativ defensiv angeboten werden. An den Ursprüngen und in den europäischen Drehkreuzen befindet sich der Cashew‑Komplex in einer Konsolidierungsphase: keine starken Bewegungen, aber ein grundsätzlich fester Grundton, getragen von stabilem Verbrauch in den Hauptzielmärkten und nur zurückhaltenden Verkäufen seitens der Verarbeiter. Vietnam setzt trotz reduzierter Exportziele infolge von Nachfrageschwächen im Nahen Osten weiterhin den globalen Preisanker, während der überwiegend binnenmarktgetriebene indische Markt in einer engen Spanne handelt. In den Niederlanden spiegeln die Importpreise eine anhaltende Kaufbereitschaft der EU wider, auch wenn Käufer bei Sorte und Zertifizierung wählerisch bleiben.

Prices

Alle Preise wurden, sofern externe Benchmarks verwendet wurden, zu ungefähren EUR-Werten konvertiert, basierend auf 1 EUR ≈ 1,10 USD.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Supply & Demand

Vietnam bleibt der dominierende globale Verarbeiter und Exporteur und setzt weiterhin die Referenz für Kernelpreise. Aktuelle vietnamesische Daten zeigen Cashewexporte im Mai 2026 von rund 74.000 Tonnen (+7,7 % m/m beim Volumen und +8,2 % beim Wert), doch liegen die Gesamtexporte in den ersten Monaten 2026 noch etwa 3–4 % unter dem Vorjahr, wobei die Branche ihre Jahresziele wegen schwächerer Lieferungen in den Nahen Osten nach unten anpasst.

China hat kürzlich die USA als größten Cashew‑Abnehmer Vietnams überholt, stützt damit die gesamten Exportmengen und treibt die durchschnittlichen Exportpreise auf Mehrjahreshochs, auch wenn die US‑Importe aus Vietnam nachließen. Diese Verschiebung hilft, das Angebot aufzunehmen, bündelt die Nachfragerisiken aber zugleich auf einen kleineren Kreis von Zielmärkten. Die EU‑Nachfrage bleibt strukturell wichtig; Vietnam liefert in den vergangenen Jahren rund 45 % der Extra‑EU‑Importe von ungeschälten Cashewnüssen.

In Indien verweisen jüngste lokale Kommentare auf eine verhaltene Handelstätigkeit, bei der schwache Binnennachfrage und vorsichtige Exportkäufe die Preise trotz hoher Rohnuss- und Verarbeitungskosten in einer engen Spanne halten. Diese Konstellation begrenzt zwar das Abwärtsrisiko für Kernelpreise, dämpft aber zugleich die Bereitschaft zu aggressiven Preiserhöhungen. In den Niederlanden bestätigen die Importpreisindikation für Juli von rund 7,49 EUR/kg, dass europäische Käufer weiterhin bereit sind, für Kerne tiefer in die Tasche zu greifen, was die Knappheit hochwertiger Qualitäten für Foodservice und Einzelhandel widerspiegelt.

Weather & Crop Conditions (IN, VN, NL)

Indiens wichtigster Cashew‑Gürtel (Kerala, Karnataka und angrenzende Küstenstaaten) befindet sich mitten im Südwestmonsun. Aktuelle Berichte heben anhaltende, teils kräftige Niederschläge in Kerala und an der Küste Karnatakas hervor, verbunden mit Sorgen über lokale Vernässung und erhöhten Krankheitsdruck in Dauerkulturen. Die derzeitigen Bedingungen betreffen vor allem das vegetative Wachstum und weniger die unmittelbare Nussproduktion; anhaltende Überfeuchtung könnte jedoch die Pflanzenschutzkosten erhöhen und die Qualität der nächsten Ernte beeinflussen.

In Vietnam wurden in den letzten Tagen keine größeren akuten Wetterschocks gemeldet. Saisonale Prognosen betonen weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit El‑Niño‑bedingter Anomalien bis Ende 2026, was später im Jahr in Südostasien zu Trockenphasen oder unregelmäßigem Niederschlag führen könnte. Derzeit ist die Verfügbarkeit von Rohnüssen stärker eine Funktion früherer Ernteflüsse aus Westafrika und der Beschaffungskosten als neuer Wetterereignisse. Die Niederlande haben keine Produktions‑Exposure; das Wetter beeinflusst die Logistik nur am Rande, und es sind aktuell keine nennenswerten Störungen angezeigt.

Fundamentals & Margins

  • Engpässe bei Verarbeitern: Frühere Berichte verwiesen auf steigende Rohnusskosten und höhere Verarbeitungsausgaben in Vietnam und Indien, die bislang nicht vollständig an die Kernelkäufer weitergegeben wurden. Dies passt zum heutigen Bild weitgehend unveränderter bis leicht fester Kernelangebote und eines vorsichtigen Verkäuferverhaltens.
  • Lagerbestände im Gleichgewicht: Die globalen Kernelbestände in den Verbrauchermärkten sind insgesamt gesünder als zu Beginn 2026, doch müssen viele Käufer in der EU und in Nordamerika noch Volumina für Programme zum Jahresende absichern. Dies stützt die Nachfrage nach Spot‑ und kurzfristigen Lieferungen in Drehkreuze wie die Niederlande.
  • Handelsströme: Vietnam dominiert weiterhin das Angebot sowohl in die EU als auch in die USA, während sich Indien stärker auf den Binnenmarkt und regionale Exporte stützt. Weitere Abwärtskorrekturen der vietnamesischen Exporterwartungen – insbesondere in Richtung Naher Osten – könnten dazu führen, dass mehr Kerne zu leicht wettbewerbsfähigeren Differenzen nach Europa und Asien umgeleitet werden.

Short-Term Outlook & Trading Ideas (3–5 days)

  • Bias: Seitwärts bis leicht fester über die Herkünfte hinweg, wobei Vietnam weiterhin die wettbewerbsfähigsten FOB‑Werte bietet und die Niederlande einen moderaten Importaufschlag widerspiegeln.
  • Für Käufer: Nahe Bedarfe in Vietnam und – für EU‑Positionen – teilweise in den Niederlanden eindecken, solange sich die Preise in einer engen Spanne bewegen und bevor weitere Kostenweitergaben der Verarbeiter einsetzen. Schwerpunkt auf die Absicherung von WW320/WW240 und wichtigen Industriegraden legen, statt Rabatten für außerspezifikations‑Ware hinterherzulaufen.
  • Für Verkäufer: Angebotsdisziplin wahren; die aktuelle globale Nachfrage sowie feste Rohnuss- und Verarbeitungskosten sprechen gegen großzügige Preisnachlässe. Selektive, geringe Preiszugeständnisse für größere oder längerfristige Kontrakte können jedoch helfen, die Auslastung zu sichern.
  • Risikofaktoren im Blick behalten: Die Monsunentwicklung in Indien beobachten, insbesondere mögliche Umschwünge von vorteilhaften zu schädlichen Niederschlagsmustern in den zentralen Cashew‑Gürteln, sowie die sich verändernden Exportguidelines Vietnams verfolgen, vor allem in Hinblick auf die Nachfrage aus dem Nahen Osten und aus China.

3-Day Regional Price Indication (Directional, EUR)

  • India (IN, New Delhi FOB/FCA): Die Kernelpreise dürften in den nächsten drei Tagen im Großen und Ganzen stabil bleiben, mit einem leichten Aufwärtstrend bei Premium‑Vollkernen, da Verarbeiter angesichts hoher Kosten und solider Binnennachfrage Rabatte ablehnen.
  • Vietnam (VN, Hanoi FOB): Die Preise für die wichtigsten Kernelgrade dürften sich behaupten; etwaige Bewegungen sollten marginal bleiben, da Exporteure schwächere Exportziele mit solider Nachfrage aus China und der EU ausbalancieren.
  • Netherlands (NL, Dordrecht FCA): Die Preise im Importdrehkreuz sollten fest bleiben, mit einer leichten Aufwärtstendenz, getrieben von anhaltender EU‑Nachfrage und nur begrenztem Spielraum für günstigere Ersatzangebote aus den Ursprungsländern im sehr kurzen Zeitraum.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →