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CBOT-Hafer stabilisiert sich nahe jüngster Tiefstände, während El‑Niño‑Risiko droht

CBOT-Hafer stabilisiert sich nahe jüngster Tiefstände, während El‑Niño‑Risiko droht

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Hafermarkt-Update Juni 2026: CBOT-Futures stabilisieren sich nahe Tiefstständen, Schwarzmeerpreise bleiben unverändert, doch steigende El‑Niño‑Wetterrisiken könnten den Ausblick drehen.

Die CBOT-Haferfutures handeln seitwärts im unteren Bereich der jüngsten Spanne, mit moderaten Verlusten im Frontkontrakt und etwas festeren, weiter fälligen Terminen. Das spiegelt eine schwache Liquidität, aber keinen akuten Angebotsstress wider. Der Hafermarkt ist derzeit durch dünne Umsätze und enge Handelsspannen an der CBOT gekennzeichnet, wobei die Futures Juli 2026 knapp über 310 US‑ct/bu notieren und ein moderater Carry bis Ende 2026/27 besteht. Physische Futterhafer‑Offerten aus dem Schwarzmeerraum bleiben in Euro gerechnet unverändert und unterstreichen eine komfortable Versorgungslage auf kurze Sicht. Gleichzeitig bringen die Frühjahrswitterung und die wachsende Wahrscheinlichkeit einer neuen El‑Niño‑Episode ein Aufwärtspotenzial später in der Saison 2026/27 mit sich, insbesondere für Produzenten in Nordamerika und Nordeuropa. Derzeit können Käufer ihre kurzfristige Deckung zu historisch gedämpften Niveaus sichern, sollten jedoch Witterung und die Stimmung am übergeordneten Getreidemarkt im weiteren Saisonverlauf genau im Auge behalten.

Preise & Spreads

Am 10. Juni 2026 wurde der CBOT-Haferkontrakt Juli 2026 zuletzt bei rund 313,25 US‑ct/bu gehandelt, leicht unter dem Vortag (−0,5 ct, −0,16 %) bei einem sehr geringen Volumen von 6 Kontrakten. Der Kontrakt September 2026 zog geringfügig auf 337,50 US‑ct/bu an (+0,15 %), während Dezember 2026 bei 345,25 US‑ct/bu handelte, ebenfalls +0,15 %. Dies deutet entlang der Kurve auf eine moderate Forward‑Carry‑Struktur hin. Bis Mitte 2027 und 2028 zeigen die gelisteten Kontrakte Preise in einer relativ engen Spanne um die mittleren 340er bis mittleren 350er US‑ct/bu, jedoch mit nahezu keinem gehandelten Volumen, was die schwache Liquidität und die begrenzte Möglichkeit zur Vorwärtsrisikoübertragung unterstreicht.

Externe Notierungen bestätigen, dass die Juli‑2026‑Haferfutures an der CBOT im Bereich der niedrigen 310er US‑ct/bu pendeln und nach einem Rückgang von rund 45 Cent in den vergangenen zwei Wochen konsolidieren, wobei sie liquideren Getreiden hinterherhinken. Der moderate Carry und das Fehlen aggressiver Verkäufe deuten darauf hin, dass es trotz schwacher Nachfragesignale derzeit keinen starken Anreiz gibt, große Vorwärtsmengen zu deutlich niedrigeren Preisen abzusichern.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Hinweis: Die Umrechnungen in EUR/t sind Näherungswerte und basieren auf dem aktuellen Wechselkurs und der standardmäßigen Umrechnung von Hafer‑Bushel in Tonnen.

Angebot, Nachfrage & physischer Markt

Laut aktuellen FAO‑Projektionen wird nach einer Rekordernte 2025/26 bei den globalen Getreideernten für 2026/27 ein Rückgang der Produktion um etwa 2 % erwartet. Auch wenn diese Einschätzung hauptsächlich von Weizen und Gerste getrieben wird, signalisiert sie eine allmähliche Verengung im Segment der Grobgetreide, was Hafer indirekt stützen könnte, falls konkurrierende Futtergetreide knapper oder teurer werden. Die aktuell flache Haferterminstruktur und die geringen Umsätze zeigen jedoch, dass der Markt bislang noch kein ausgeprägtes Defizit speziell bei Hafer einpreist.

Am physischen Markt haben sich ukrainische Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odessa) in den vergangenen Wochen bei rund 0,25 EUR/kg gehalten, ohne erkennbare Preisveränderung zwischen Mitte Mai und Anfang Juni 2026. Das entspricht etwa 250 EUR/t, deutlich über den aktuellen CBOT‑Werten, spiegelt jedoch Logistikkosten, Qualität und die regionale Nachfrage im Schwarzmeerraum wider. Das Ausbleiben von Preisbewegungen deutet auf ausgeglichene lokale Angebots‑Nachfrage‑Verhältnisse hin, unterstützt durch die anhaltende Exportverfügbarkeit und bislang relativ ruhige Frachtsituationen in der Region.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Die übergeordnete Stimmung am Getreidemarkt bleibt fragil: Wichtige Reihenkulturen wie Mais sind Anfang Juni stark unter Druck geraten, ausgelöst durch rechtzeitige Aussaat in den USA und nachlassende Wetterrisikoprämien. Diese Makroschwäche belastet Hafer als kleineren, weniger liquiden Kontrakt und verstärkt die aktuelle Seitwärts‑bis‑schwache Tendenz, obwohl es kaum spezifisch bärische Nachrichten zum Rohstoff selbst gibt. Daten des Commitments of Traders zeigen zudem eine verringerte spekulative Beteiligung im Hafermarkt nach dem jüngsten Rückgang, was sowohl das Abwärts‑Momentum als auch das Potenzial für scharfe Short‑Covering‑Rallyes begrenzt.

Das Wetter entwickelt sich zur neuen Unbekannten. Die Weltorganisation für Meteorologie und NOAA verweisen auf eine Wahrscheinlichkeit von 80–96 %, dass sich zwischen Juni und August 2026 ein El‑Niño‑Ereignis ausbildet und bis Anfang 2027 anhält. Historisch können El‑Niño‑Muster die Niederschläge in wichtigen Haferanbaugebieten stören, insbesondere in Nordamerika und Teilen Europas, was Erträge und Qualität beeinträchtigen kann. Dürreprognosen Anfang Juni deuten bereits auf Zonen mit einem Risiko unterdurchschnittlicher Niederschläge in Teilen Nordamerikas hin, doch ist es noch zu früh, um belastbare Schätzungen zu Ertragsverlusten abzuleiten.

Wetterausblick (wichtige Anbauregionen)

Kurzfristige Prognosen für die wichtigsten Haferregionen in Kanada und im Norden der USA signalisieren überwiegend ausreichende Temperaturen mit gewissen Schwankungen bei den Niederschlägen, jedoch kein unmittelbares, flächendeckendes Dürresignal. Zusammen mit der rechtzeitigen Frühjahrsaussaat stützt dies die derzeitige Einschätzung einer weitgehend komfortablen Erntebasis 2026. Das sich verstärkende El‑Niño‑Signal erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit für volatilere Wetterverläufe im Spätsommer, was die Kornfüllung und Qualität spät gesäten Hafers beeinträchtigen könnte.

In Nordeuropa sind die Frühjahrsbedingungen überwiegend günstig, auch wenn bei anhaltenden El‑Niño‑bedingten Zirkulationsmustern zeitweise Trockenphasen auftreten könnten. Derzeit bleiben die Produktionserwartungen nahe dem Durchschnitt, doch Händler sollten aufmerksam auf mögliche Übergänge hin zu anhaltender Trockenheit achten, die die aktuell von den Futures implizierte entspannte Haferbilanz rasch verändern würden.

Markt- & Handelsausblick

  • Preis-Tendenz (2–4 Wochen): Seitwärts mit leichtem Abwärtsschwerpunkt, da der Druck vom Makro‑Getreidekomplex und die geringe Liquidität Kursanstiege begrenzen, während die moderate Carry‑Struktur aggressives Vorwärtsverkaufen unattraktiv macht.
  • Zentrale Unterstützung: Juli‑2026‑Hafer um die psychologisch wichtige Marke von 300 US‑ct/bu (≈ 110 EUR/t). Ein nachhaltiger Durchbruch darunter dürfte einen breiteren Ausverkauf im Getreidekomplex oder klare Hinweise auf überdurchschnittliche Produktion erfordern.
  • Aufwärtsfaktoren: Aufkommender Witterungsstress in nordamerikanischen oder europäischen Haferregionen oder eine Verengung bei konkurrierenden Futtergetreiden (Mais, Gerste), die Nachfrage in Richtung Hafer umleitet.

Strategische Hinweise

  • Futterkäufer / Verarbeiter: Erwägen Sie, die Deckung für Q3–Q4 2026 in Tranchen zu den aktuellen Terminpreisen oder über kurzfristige Call‑Strategien aufzubauen und dabei die historisch niedrigen Preise und den moderaten Carry zu nutzen, zugleich aber Spielraum zu lassen, um von einem möglichen Rückgang des Wetterrisikos zu profitieren.
  • Produzenten: Angesichts der Forward‑Preise im Bereich der mittleren 340er US‑ct/bu und der begrenzten Liquidität erscheint ein schrittweiser Aufbau von Absicherungen bei witterungsbedingten Rallyes statt auf aktuellem Niveau sinnvoll, insbesondere vor dem Hintergrund von Aufwärtsrisiken durch mögliche El‑Niño‑bedingte Ertragsschocks.
  • Händler: Relative‑Value‑Chancen könnten im Vergleich von Hafer zu anderen Grobgetreiden liegen, insbesondere wenn sich die globale Getreideproduktion tatsächlich verengt, während Hafer weitgehend unbeachtet bleibt; beobachten Sie Spread‑Beziehungen und Basisbewegungen in wichtigen Exportursprüngen wie dem Schwarzmeerraum.

3‑Tage‑Richtungsausblick (in EUR)

  • CBOT-Hafer (nahe Termin, Jul 2026): Neutral bis leicht schwächer in EUR/t, im Einklang mit der allgemeinen Getreidestimmung und Wechselkursbewegungen; die tägliche Handelsspanne dürfte eng bleiben.
  • Schwarzmeer‑Futterhafer (FCA Odessa): Stabil um 250 EUR/t, mit begrenzten kurzfristigen Preistreibern, sofern es nicht zu plötzlichen Störungen in Logistik oder Sicherheit kommt.
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