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Chinas Kürbiskerne: Lagerbestände schwinden, neue Ernte in Sicht

Chinas Kürbiskerne: Lagerbestände schwinden, neue Ernte in Sicht

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Kürbiskernbestände in China dürften bis September nahezu null erreichen, was das Angebot vor der Ernte 2026 verknappt und trotz schwacher Sommernachfrage festere EUR-Preise stützt.

Chinesische Kürbiskernkerne steuern auf eine strukturell engere Phase zu: Die Altbestände dürften bis September nahezu erschöpft sein, während die neue Ernte – trotz leicht größerer Anbaufläche – nicht auszureichen scheint, um den Abbau vollständig auszugleichen. Das spricht für einen festeren preislichen Unterboden, auch wenn regionale Preisspreizung und eine schwache Zwischensaison-Nachfrage einen explosiven Preissprung bremsen. Mit geschätzten 65.000 Tonnen Kürbiskernbeständen der Ernte 2025 und einem monatlichen Verbrauch von knapp 15.000 Tonnen dürfte der Markt in die Saison 2026/27 mit nahezu null Überhang starten. Händler preisen die engeren Fundamentaldaten bereits ein: Die FOB-Preise in Dalian und Peking ziehen seit Mitte Juli an, während die inländischen Kassamärkte ausgeprägte regionale Unterschiede zeigen – mit festerer Tendenz in der Inneren Mongolei und Verkaufsdruck in Yunnan. Käufer stehen vor einem klassischen Engpassszenario, in dem niedrige Lagerbestände und nur moderates Produktionswachstum die Verhandlungsmacht zurück auf die Verkäufer verlagern.

Preise

Die FOB-Preise in China sind in den letzten drei Wochen moderat gestiegen und spiegeln eher eine sich verknappende Versorgung als eine starke Saisonnachfrage wider. In Dalian haben GWS- und Shine-Skin-Kerne zwischen dem 18. Juli und dem 31. Juli um rund 0,05 EUR pro kg zugelegt, und auch die Notierungen in Peking zeigen für die meisten konventionellen Qualitäten eine ähnliche Aufwärtstendenz.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Trotz dieses festen Tons zeigen die inländischen Kassapreise eine starke regionale Volatilität. Daten aus Juni 2026 deuten darauf hin, dass die Region Hangjinhouqi in der Inneren Mongolei einen Preisanstieg für Kürbiskerne von rund 10,7 % verzeichnete, während Teile Yunnans wie Xiangyun aufgrund von Verkaufsdruck Rückgänge von etwa 8,3 % meldeten. Dies unterstreicht einen Markt, in dem Logistik, lokale Lagerpositionen und der Verkaufswille der Landwirte kurzfristige Bewegungen stärker bestimmen als die Exportnachfrage.

Angebot & Nachfrage

Die Kürbiskernbestände der chinesischen Ernte 2025 werden auf rund 65.000 Tonnen geschätzt. Bei einem durchschnittlichen Monatsverbrauch von knapp 15.000 Tonnen dürften die Lagerbestände bis September – kurz vor Eintreffen der neuen Ernte – weitgehend abgebaut sein. Das bedeutet, dass das neue Vermarktungsjahr von einer ungewöhnlich niedrigen Ausgangsbasis startet, was die Bilanz strukturell verknappt.

Für die Ernte 2026 wird die nationale Kürbiskernproduktion auf etwa 240.000 Tonnen prognostiziert, darunter ungefähr 140.000 Tonnen Shine Skin ("helle" Kerne). Die Aussaatfläche liegt im Jahresvergleich leicht höher, doch vor dem Hintergrund eines faktisch nicht vorhandenen Altbestands reicht dieser Anstieg nicht aus, um erneut einen komfortablen Überschuss zu schaffen. Die Markterwartungen bleiben daher stark auf Angebotsrisiken fokussiert, insbesondere in Schlüsseloriginen wie der Inneren Mongolei und Yunnan.

Fundamentaldaten & regionale Dynamik

Die Fundamentaldaten werden von drei miteinander verflochtenen Kräften geprägt: rasch sinkenden Beständen, regionaler Preisdifferenzierung und saisonal schwacher Nachfrage. Die Erwartung knapper Verfügbarkeit bis in die frühe Phase der neuen Ernte sorgt für einen soliden Preisboden, insbesondere in nördlichen Anbauregionen, in denen die Lagerbestände bereits dünn sind.

Zugleich begrenzt das sommerliche Nachfrageloch, sowohl im Inland als auch im Export, größere Aufwärtsbewegungen. Verarbeiter und Händler in Regionen wie Xiangyun in Yunnan stehen unter Druck, Restbestände vor der neuen Saison abzubauen, was die dort im Juni beobachteten Preisrückgänge erklärt. Im Gegensatz dazu kann Hangjinhouqi in der Inneren Mongolei – mit stärkeren Vorverkäufen und knapperen Lagerbeständen auf Farmebene – einen Aufschlag durchsetzen und hat den jüngsten Aufwärtstrend am Binnenmarkt angeführt.

Wetter & Ausblick auf die neue Ernte

Das Wetter in den wichtigsten chinesischen Kürbiskernregionen in der ersten Augusthälfte wird genau beobachtet, doch die dominante fundamentale Story ist derzeit der Lagerabbau und nicht ein bereits identifizierter Wetterschock. Bei nur leicht erhöhter Aussaatfläche und einer Produktionsprognose von rund 240.000 Tonnen könnten ungünstige Witterungsbedingungen während der kritischen Phasen der Hülsenfüllung und Ernte die bestehende Knappheit rasch verstärken.

In Ermangelung bestätigter Extremereignisse in den letzten Tagen tendieren die aktuellen Erwartungen zu einer weitgehend normalen Ernte – allerdings einer, die die gesamte Nachfrage nahezu ohne Unterstützung durch Überhang decken muss. In der Folge suchen Käufer zunehmend nach Absicherung, bevor der volle Erntedruck einsetzt, insbesondere für höhere Qualitäten und bevorzugte Ursprünge.

Handelsausblick

  • Importeure/Röster: Die derzeitige Sommerkonsolidierung nutzen, um die Abdeckung bis ins 4. Quartal 2026 zu verlängern, mit Fokus auf GWS- und Shine-Skin-Qualitäten AA. Ursprünge in der Inneren Mongolei aufgrund von Qualität und Zuverlässigkeit priorisieren, dabei aber angesichts regionaler Spannen preisbewusst bleiben.
  • Industrielle Käufer: In Erwägung ziehen, Käufe schrittweise bei kleineren Rücksetzern aufzubauen, anstatt auf eine größere, erntebedingte Korrektur zu warten, da die nahezu leeren Lagerbestände das Abwärtspotenzial begrenzen, sobald die Nachfrage nach neuer Ernte einsetzt.
  • Chinesische Exporteure/Verarbeiter: Auf aggressive Vorverkäufe mit niedrigen Aufschlägen verzichten. Bei nahezu erschöpften Lagerbeständen und nur moderatem Produktionswachstum eine feste Angebotsstruktur beibehalten, aber in nachfrageempfindlichen Zielmärkten mit einem gewissen Verhandlungsspielraum rechnen.

Preisrichtung 3 Tage (EUR, CN FOB)

  • Dalian GWS-Kerne (Grade A/AA): Leicht festerer Bias; knappe Lagerbestände sprechen in den nächsten drei Tagen bei anhaltenden Anfragen für eine moderate Aufwärtsdrift.
  • Dalian Shine-Skin-Kerne: Überwiegend stabil bis leicht fester; das Aufwärtspotenzial wird durch die Saisonnachfrage begrenzt, bleibt aber durch niedrige Lagerbestände abgesichert.
  • Inländischer Kassamarkt (Innere Mongolei vs. Yunnan): Anhaltende regionale Divergenz, mit behaupteten Gewinnen in der Inneren Mongolei und selektivem Druck in Yunnan, wo Verkäufer weiterhin Altware liquidieren.
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Live-Chart
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