Chinesische Bohnenpreise bleiben stabil, während Kidneybohnen nachgeben und das Wetter feucht bleibt
Knappes Update zum chinesischen Bohnenmarkt Ende Juni: FOB-Preise für Mung-, Kidney- und Adzukibohnen, wichtigste Treiber, Wettereinfluss und 3‑Tage-EUR-Preisausblick.
Preise
Die Bohnennotierungen FOB Beijing (aus USD umgerechnet mit ~1 EUR = 1,08 USD) deuten auf einen überwiegend stabilen Markt hin. Mungbohnen (konventionell und bio) sind seit Mitte Juni unverändert, während Adzukibohnen in der vergangenen Woche um etwa 0,01 USD/kg zulegten. Bei Kidneybohnen zeigen die Quotierungen leichte, aber spürbare Rückgänge für große weiße Typen und eine gewisse Festigkeit bei dunkelroten und schwarzen Qualitäten.
Externe Referenzdaten zeigen den chinesischen Exportstückwert für Mungbohnen Anfang Juni bei rund 1,85 USD/kg, leicht höher im Jahresvergleich und weitgehend im Einklang mit den aktuellen FOB-Angeboten. Dies unterstreicht einen festen, aber nicht überhitzten Markt.
Angebot & Nachfrage
Der weltweite Handel mit getrockneten Bohnen bleibt verhalten. Aktuelle Analysen berichten über ruhige Märkte für schwarze Kidney- und Adzukibohnen sowie auffallend niedrige Lagerbestände bei Mungbohnen. Chinesische Exporteure melden nach dem Lunar New Year eine schleppende Aktivität und eine generelle Zurückhaltung der Landwirte, bei nachgebenden Preisen zu verkaufen, was dazu beigetragen hat, die lokalen Preise trotz schwacher Exportnachfrage zu stützen.
Innerhalb Chinas deuten übergreifende Getreidemarktberichte für Mai und Anfang Juni auf Druck durch hohe Lagerbestände und schwache nachgelagerte Futternachfrage hin, insbesondere im Schweinesektor. Während dies vor allem Sojaschrot und Futtergetreide betrifft, schlägt sich die vorsichtige Stimmung auch auf Hülsenfrüchte nieder, da Käufer ihre Vorwärtsdeckung begrenzen. Dennoch wächst die strukturelle Nahrungsmittelnachfrage nach Hülsenfrüchten weiter, wobei offizielle Analysen China in den vergangenen Jahren als einen der am schnellsten wachsenden Hülsenfrüchtemärkte Asiens ausweisen.
Wetter & Feldbedingungen (China)
Das chinesische Nationale Meteorologische Zentrum hat im Juni wiederholt Starkregenwarnungen herausgegeben. Starke Niederschläge trafen Teile Nordostchinas (Liaoning, Jilin, Heilongjiang, Innere Mongolei), wo ein großer Anteil der Mung- und Adzukibohnen angebaut wird. Lokale historische Wetterdaten für Changchun und das weitere Heilongjiang bestätigen ein feuchtes, relativ kühles Junimuster, das nach der Aussaat von Ende Mai bis Anfang Juni das frühe vegetative Wachstum der Bohnen unterstützt.
Auch wenn die Bodenfeuchte im Allgemeinen günstig ist, könnten anhaltend starke Regenfälle bei einer Intensivierung der Gewitter Anfang Juli lokal das Risiko von Staunässe und Krankheiten erhöhen. In diesem Stadium gibt es jedoch keine bestätigten großflächigen Ertragsbedrohungen, sodass das Wetter eher ein leicht stützender als ein klar bullischer Faktor für die Preise ist.
Fundamentaldaten & Preistreiber
- Bestände und Verkäufe der Landwirte: Branchenkommentare verweisen auf komfortable inländische Bestände an schwarzen Kidney- und Adzukibohnen, wobei Landwirte bei niedrigeren Geboten nur begrenzte Verkaufsbereitschaft zeigen. Dies stützt die aktuellen Preise, obwohl die Exportnachfrage hinterherhinkt.
- Exportnachfrage: Der weltweite Handel mit Speisebohnen ist ruhig, wobei Importeure in wichtigen Zielmärkten (z. B. Naher Osten, Ostasien) nur auf Sicht kaufen. Zusammen mit der schwächeren Nachfrage nach anderen Getreide- und Ölsaaten in China begrenzt dies Aufwärtspotenzial bei Bohnenpreisen.
- Konkurrenz durch andere Hülsenfrüchte: Reichlich vorhandene und relativ günstige Sojabohnen im chinesischen Futtersektor verringern die Substitution hin zu Futterhülsenfrüchten, während die verbraucherorientierte Nachfrage nach Hülsenfrüchten nur allmählich wächst.
Handelsausblick & 3‑Tage-Preisprognose
- Mungbohnen (CN): Bei niedrigen Beständen, aber gedämpfter Nachfrage dürften die Preise in einer engen Spanne fest bleiben. Importeure und Lebensmittelhersteller können ihren kurzfristigen Bedarf jetzt decken, größere Vorwärtsdeckungen aber aufschieben, bis im weiteren Verlauf von Q3 klarere Signale zur Exportnachfrage vorliegen.
- Kidneybohnen (CN): Die jüngste Entspannung bei den Preisen großer weißer Kidneybohnen deutet auf anhaltendes kurzfristiges Abwärtsrisiko hin. Käufer dürften ihre Käufe staffeln, während Verkäufer erwägen sollten, die verbleibenden Altbestände abzusichern, bevor in Spätsommer möglicher Erntedruck einsetzt.
- Adzukibohnen (CN): Ruhiger Handel und ausreichende Bestände sprechen für weiterhin seitwärts tendierende Preise. Nischenanwender können ihre normalen Beschaffungszyklen ohne besondere Eile beibehalten.
3‑Tage-Richtungsausblick (EUR, FOB Beijing, 26.–28. Juni 2026)
- Mungbohnen (konv./bio): Stabil, mit leicht fester Tendenz angesichts knapper Verfügbarkeit im kurzfristigen Bereich.
- Kidneybohnen (große weiße, dunkelrote, schwarze): Leicht weicher für große weiße; überwiegend stabil für dunkelrote und schwarze Typen.
- Adzukibohnen (rot): Stabil in einer sehr engen Spanne, geringes Handelsvolumen.