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Deutsche Futtergerste stabil bis etwas weicher, während Schwarzmeer-Exporte stocken

Deutsche Futtergerste stabil bis etwas weicher, während Schwarzmeer-Exporte stocken

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für deutsche Futtergerste geben unter Erntedruck leicht nach, während ukrainische Gerste weiter mit Abschlag gehandelt wird, aber durch Exportstörungen im Schwarzmeerraum begrenzt ist.

Die Preise für deutsche Futtergerste tendieren nach einem kräftigen Anstieg Mitte Juli etwas nach unten, während ukrainische Werte weiter mit Abschlägen gehandelt werden, jedoch unter erheblichen Exportstörungen im Schwarzmeerraum leiden. Kurzfristig bestimmen das lokale Angebot in Deutschland und uneinheitliche Witterung die Preisbildung, während sich die Schwarzmeer-Risiken stärker im Weizen- als im Gerstenmarkt widerspiegeln. Futtergerste in Norddeutschland notiert leicht unter dem Hoch der Vorwoche, bei moderatem Erntedruck und Qualitätsbedenken nach Hitze und lokalen Schauern. Die Erwartungen für die deutsche Getreideproduktion wurden nach jüngsten Hitze- und Dürrephasen zurückgenommen, doch das Futtergerstenangebot erscheint für Abnehmer kurzfristig weiterhin ausreichend.

Preise

Auf Basis aktueller Marktindikationen liegt die deutsche Futtergerste EXW in Niedersachsen bei rund 205 EUR/t, damit etwa 1 % unter dem Vortag, aber immer noch rund 9–10 % über den Niveaus vom Ende Juni. Dies spiegelt die Rallye zur Monatsmitte und bislang nur begrenzte Ernteverkäufe wider.

Vergleichbare ukrainische Futtergerste für den Export (FCA Inland oder FOB/CPT Odessa) wird derzeit bei etwa 160–170 EUR/t eingeschätzt und bleibt damit mit rund 35–45 EUR/t deutlich unter deutschen Herkünften. Die tatsächlich realisierbaren Preise werden jedoch durch Logistikengpässe und Risikoaufschläge im Schwarzmeerraum begrenzt.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

In Deutschland haben jüngste Hitzewellen die Erwartungen an die Getreideerträge insgesamt gedrückt; landesweite Getreideverluste werden nach Rekordtemperaturen und regionaler Dürre auf rund 1,4 Mio. t bei den Getreidearten geschätzt. Der zügige Erntefortschritt bei Gerste und eine relativ stabile Futternachfrage deuten jedoch darauf hin, dass es kurzfristig keine akute physische Knappheit bei Futtergerste gibt, auch wenn sich regional unterschiedliche Qualitäten abzeichnen.

Auf der Nachfrageseite zeigt sich struktureller Druck bei Braugerste, da der Bierkonsum in Deutschland sinkt und die Exportnachfrage nach Braugerste verhalten bleibt. Dies begrenzt das Aufwärtspotenzial für Futtergerste, da ein Teil braugerstenfähiger Partien in den Futterkanal umgeleitet wird. Inländische Futtermittelhersteller reagieren zudem sensibel auf die Preisdifferenzen zu Futterweizen und Mais; die aktuellen Gerstenpreise sind wettbewerbsfähig, aber nicht aggressiv billig.

In der Ukraine würde eine vergleichsweise gute Gerstenernte 2026 und ein moderater inländischer Futterverbrauch grundsätzlich eine robuste Exportverfügbarkeit ermöglichen. Die Getreideausfuhren über Schwarzmeerhäfen werden jedoch durch verstärkte russische Angriffe und steigende Sicherheitsrisiken für die Handelsschifffahrt massiv eingeschränkt. Die Anläufe von Handelsschiffen in Häfen im Raum Odessa wurden vorübergehend ausgesetzt, wodurch ein Großteil der seeseitigen Getreideströme faktisch zum Erliegen kommt und Exporte auf teurere Bahn- und Flussrouten ausweichen müssen. Dies hält die ukrainischen FOB-Notierungen niedrig, macht ihre Umsetzung jedoch schwierig.

Wetter & Erntebedingungen (Deutschland)

Für die nächsten drei Tage in Niedersachsen (Drentwede) werden gemischte Bedingungen erwartet: Der Samstag (25. Juli) ist warm und meist bewölkt mit Höchstwerten um 28 °C, gefolgt von kühlerem, wolkigerem Wetter und der Möglichkeit vereinzelter Schauer am Sonntag und Montag mit Höchsttemperaturen um 21–22 °C.

Dieses Muster ist insgesamt förderlich für die laufende Gerstenernte: Die Wärme am Samstag unterstützt Abreife und Feldarbeit, während die folgenden kühleren Tage den Feuchteverlust zwar verlangsamen, die Druscharbeiten aber nicht wesentlich beeinträchtigen dürften, sofern die Schauer vereinzelt bleiben. Der Erntedruck auf die Preise dürfte sich daher fortsetzen, allerdings ohne den starken, witterungsbedingten Verkaufsdruck, den lang anhaltende starke Niederschläge auslösen würden.

Markttreiber

  • Ertragskürzungen bei deutschem Getreide: Aktuelle Einschätzungen verweisen auf landesweite Getreideverluste durch Hitze und Trockenheit, wodurch die Versorgungspuffer insgesamt schrumpfen, ohne bislang eine akute Knappheit bei Futtergerste zu verursachen.
  • Schwache Braugerste- und Biernachfrage: Der rückläufige Bierkonsum in Deutschland und ein schwächeres Exportgeschäft drücken die Braugerstenprämien, fördern Umstufungen in Futterware und belasten indirekt die Preise für Futtergerste.
  • Störungen der Schwarzmeer-Exporte: Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Häfen und Logistik haben einen erheblichen Teil der ukrainischen Exportkapazitäten im Schwarzmeerraum lahmgelegt; Schiffsanläufe in Odessa und umliegende Häfen sind vorübergehend ausgesetzt, was die Ausführung von Gerstenexporten trotz niedriger Inlandspreise begrenzt.
  • Konkurrenz durch andere Futtergetreide: Deutscher Futterweizen und Mais tendieren ebenfalls fester, bleiben aber nahe Substitute. Dies setzt Futtergerste eine Preisobergrenze, falls sich der Abschlag zu stark verringert. Nationale Preisübersichten zeigen im Juli gegenüber Juni moderate Getreidepreisaufschläge, jedoch keine explosive Rallye.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Mischfutterwerke (Deutschland): Es bietet sich an, kurzfristige Bedarfe bei Rücksetzern in Richtung 200 EUR/t EXW in Norddeutschland schrittweise zu decken, ohne steigenden Kursen hinterherzulaufen; die Störungen im Schwarzmeerraum stützen derzeit eher Weizen als Gerste.
  • Landwirte (Deutschland): Bei laufender Ernte und überwiegend kooperativer Witterung ist eine Strategie sukzessiver Verkäufe sinnvoll. Ein Teil der Menge kann angesichts niedrigerer nationaler Getreideerträge und anhaltender Schwarzmeer-Risiken für eine mögliche spätere Preiserholung zurückgehalten werden.
  • Importeure in EU & MENA: Ukrainische Gerstenangebote sind auf dem Papier weiterhin preislich attraktiv, doch Logistikrisiken und mögliche Verzögerungen sprechen dafür, die Herkunft zu streuen und trotz höherer Preise teilweise auf deutsche oder andere EU-Herkünfte zurückzugreifen.

3‑Tage-Preistendenz (Deutschland & Schwarzmeerraum)

In den nächsten drei Handelstagen dürfte deutsche Futtergerste EXW in Niedersachsen leicht weicher bis seitwärts tendieren. Erntedruck und gemischtes, insgesamt aber arbeitsfreundliches Wetter wiegen schwerer als weiter entfernte geopolitische Risiken.

Ukrainische Gerstenpreise werden voraussichtlich nominell schwach, aber wenig liquide bleiben, da die Exportrouten über Odessa und andere Schwarzmeerhäfen weiter gestört sind und Käufer deutliche Risikoabschläge verlangen. Eine rasche Wiederaufnahme der Schifffahrt könnte den Abschlag schnell verringern, doch ein solcher Wendepunkt ist im sehr kurzfristigen Horizont noch nicht erkennbar.

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