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Deutsche Futterroggenpreise geben nach, da Erntedruck auf Wetterrisiko trifft

Deutsche Futterroggenpreise geben nach, da Erntedruck auf Wetterrisiko trifft

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die deutschen Futterroggenpreise in Drentwede geben unter Erntedruck und aufgrund reichlicher EU-Bestände leicht nach, während Hitzewellenrisiken und günstiger Schwarzmeer-Roggen die kurzfristige Perspektive bestimmen.

Die deutschen Futterroggenpreise in Drentwede haben sich in dieser Woche leicht abgeschwächt. Dies spiegelt den anhaltenden Erntedruck und die komfortablen EU-Roggenbestände wider, während sie sich weiterhin in einer engen Spanne um die jüngsten Durchschnittswerte bewegen. Nahe Termine für Schwarzmeer-Roggen bleiben deutlich günstiger und begrenzen das Aufwärtspotenzial, doch die extreme Frühsommerhitze in Deutschland und die noch unsichere EU-Roggenbilanz 2026/27 verhindern einen stärkeren Rückgang. Kurzfristig wirkt der Markt leicht schwer, bleibt jedoch anfällig für schnelle Erholungen, sollte sich das Wetter ändern oder sich die Spannen zu anderen Futtergetreiden verschieben. Die Ernteaktivität und die relativ komfortablen EU-Roggenvorräte lasten weiterhin auf den deutschen Notierungen, doch Verkäufer verweigern bislang tiefere Abschläge. Die starke Hitze im Juni in Mittel- und Ostdeutschland hat Sorgen über Ertragsverluste auf leichten Böden ausgelöst, allerdings haben die zuletzt moderateren Witterungsbedingungen weiteren Schaden begrenzt. Mischfutterhersteller sehen Roggen nach wie vor als preislich wettbewerbsfähige Komponente gegenüber anderen Getreiden, während günstige ukrainische und polnische Herkünfte den Exportboden definieren. In den kommenden Tagen dürften die Preisbewegungen begrenzt bleiben; lokales Wetter und regionale Getreidespannen bestimmen die Stimmung im Tagesverlauf.

Prices

EXW Drentwede Futterroggen (max. 14 % Feuchtigkeit) wurde zuletzt am 11. August bei rund 0,193 EUR/kg gehandelt, etwa 2 % unter dem frühen August-Hoch von nahe 0,197 EUR/kg, aber weiterhin über den Niveaus Mitte Juli von etwa 0,18–0,19 EUR/kg (interne Handelsdaten, in EUR umgerechnet). Dies bestätigt eine leichte Korrektur statt eines strukturellen Ausverkaufs.

Indikative FOB-Roggenwerte im Schwarzen Meer (Ukraine) bleiben deutlich niedriger, bei rund 0,12 EUR/kg-Äquivalent Anfang August. Dies weitet den Preisabstand gegenüber Deutschland aus und begrenzt die Exportwettbewerbsfähigkeit deutscher Ware in preissensible Destinationen. Schwache Futtergetreide-Benchmarks im Nachbarland Polen, wo Futterroggen angesichts reichlicher Angebote ebenfalls unter Druck stand, verstärken diese weiche Tendenz. Dort wurden lokale Preise Anfang des Jahres als typischer Käufermarkt beschrieben.  

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Supply & Demand

Die Roggenproduktion und -bestände der EU bleiben nach der sehr starken Ernte 2025 komfortabel, mit größeren Überschüssen vor allem in Deutschland und Polen. Offizielle Prognosen für 2026/27 deuten auf einen leichten Rückgang der EU-Erzeugung und geringere, aber historisch weiterhin hohe Endbestände hin, was auf ein ausreichendes Angebot für Futter- und Industrieanwendungen schließen lässt.  

Der Futterverbrauch von Roggen dürfte 2026/27 in den meisten EU-Staaten leicht zurückgehen, da Mischfutterhersteller ihre Rationen mit Gerste und Mais ausbalancieren, während für Deutschland und Frankreich ein moderater Anstieg erwartet wird. Dieses Muster stützt eine stetige inländische Verwendung, begrenzt aber das Potenzial für einen raschen Abbau der Bestände. Exporte außerhalb der EU machen nur einen kleinen Teil der Produktion aus und werden von Lieferungen in die USA dominiert; die aktuellen Preisspannen deuten darauf hin, dass deutscher Roggen gegenüber Schwarzmeer- und polnischer Ware schwer konkurrieren kann, sofern die EU-Preise nicht weiter nachgeben oder günstigere Ströme durch Logistikstörungen behindert werden.  

Weather & Crop Conditions (Region: Germany)

Deutschland erlebte Ende Juni eine intensive Hitzewelle, mit Temperaturen über 41 °C in mehreren östlichen und mittleren Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Hessen.   Roggen, der typischerweise auf leichten, sandigen Böden angebaut wird, ist unter solchen Bedingungen besonders anfällig für Hitze- und Trockenstress, was das Risiko von Ertragsverlusten und leichterem Korn in den stärker betroffenen Regionen erhöht.

Die anschließenden Bedingungen bis in den August hinein fielen jedoch moderater aus, mit lokalen Schauern und weniger extremen Temperaturen in Norddeutschland, einschließlich Niedersachsen.  Obwohl dies die frühere Belastung nicht vollständig ausgleichen kann, hat es die Spätleseaussichten stabilisiert und eine stärkere Abwertung der Ertragserwartungen verhindert. Insgesamt wirkt das Wettersignal für deutschen Roggen leicht preisstützend über ein reduziertes Ertragspotenzial gegenüber den anfänglichen Erwartungen, aber noch nicht eng genug, um den Markt von einem Überschuss- in ein Defizitszenario zu drehen.

Fundamentals & Market Drivers

  • Bestandsüberhang: Hohe EU-Roggenvorräte nach der Rekordernte 2025 bleiben der wichtigste bärische Faktor, insbesondere in Deutschland und Polen, wo ein Großteil des Überschusses lagert.  
  • Wettbewerbsfähiger Futterkomplex: Schwache Weizen- und Gerstenmärkte sowie sich verbessernde Maisaussichten halten die Rationskosten niedrig und begrenzen die Fähigkeit von Roggen, in Mischfutterrezepturen einen Aufschlag zu erzielen.  
  • Stabile industrielle Nachfrage: Der Einsatz von Roggen in Bioethanol und Biogas in Deutschland wird im Jahresvergleich als weitgehend unverändert erwartet und sorgt damit für eine stabile, aber nicht wachsende Nachfragebasis.  
  • Externe Konkurrenz: Günstigere Schwarzmeer- und polnische Roggenangebote definieren den Exportboden, sodass deutsche Ware weitgehend auf inländische und nahe EU-Futterkanäle ausgerichtet ist, sofern sich die lokalen Preise nicht weiter nach unten anpassen.  

Trading Outlook & 3‑Day View

  • Für Käufer (Mischfutterwerke, Integratoren): Nutzen Sie die aktuelle Schwäche um 0,19 EUR/kg EXW als Gelegenheit, die kurzfristige Bedarfsdeckung zu erweitern, staffeln Sie die Käufe jedoch, angesichts des Risikos weiterer, durch Erntedruck bedingter Rücksetzer, sofern die Logistik reibungslos bleibt.
  • Für Landwirte/Verkäufer: Vermeiden Sie umfangreiche Kassaverkäufe in zusätzliche, durch Erntedruck ausgelöste Intraday-Schwäche hinein; erwägen Sie schrittweise Verkäufe bei Erholungen in Richtung des jüngsten Bereichs um 0,197 EUR/kg, insbesondere wenn sich die lokale Basis gegenüber Weizen und Gerste stärkt.
  • Für Händler: Halten Sie kurzfristig eine leicht bärische Grundhaltung bei, seien Sie jedoch auf rasche Eindeckungen vorbereitet, falls aktualisierte Ertrags- oder Wetterdaten auf stärker als erwartete Verluste auf sandigen Böden in Ostdeutschland hindeuten.

In den kommenden drei Handelstagen in Norddeutschland (Region: DE) dürften die Roggenpreise in einer engen Spanne mit leichter Abwärtstendenz verbleiben: Moderater zusätzlicher Erntedruck und komfortable EU-Bestände überwiegen die leicht preisstützenden Wetter- und Ertragssorgen. Sofern keine neuen Wetterschocks oder Logistikstörungen auftreten, werden EXW-Notierungen in Drentwede voraussichtlich weitgehend seitwärts bis leicht schwächer um die aktuelle Marke von 0,19 EUR/kg gehandelt.

BASIC
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