Deutsche Futterroggenpreise stabil zum Ende der Ernte
Futterroggenpreise in Norddeutschland halten sich bei rund 0,196 EUR/kg zum Ende der Ernte. Ausgeglichenes Angebot, mildes Wetter und begrenzte Nachfrage halten den Markt seitwärts.
Preise
Futterroggen EXW Drentwede (Niedersachsen, DE) wird per 18. August 2026 bei rund 0,196 EUR/kg indiziert, unverändert zum Vortag und in einer engen Spanne von 0,193–0,197 EUR/kg in den vergangenen zwei Wochen schwankend. Dies deutet auf einen weitgehend ausgeglichenen lokalen Markt mit begrenzten neuen Nachfrageimpulsen hin.
Angebot & Nachfrage
In Deutschland wird die Getreideernte 2026 in den wichtigsten nördlichen Regionen als weitgehend abgeschlossen gemeldet, wobei frühere Sommerhitze die Erträge in einigen Gebieten beschnitten hat, ohne jedoch zu einem größeren Roggenengpass zu führen. Roggen bleibt in der EU eine relativ kleine Kultur, und die jüngsten Bilanzdaten der Kommission deuten trotz einiger lokaler Witterungsbelastungen weiterhin auf eine komfortable Gesamtverfügbarkeit hin.
Auf der Nachfrageseite bevorzugen Mischfutterhersteller weiterhin Weizen und Mais, soweit verfügbar, was die zusätzliche Nachfrage nach Roggen auf dem aktuellen Preisniveau begrenzt. Die ukrainische Exportkapazität bleibt durch wiederkehrende Angriffe auf Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Donau eingeschränkt, doch die Roggenexportmengen aus der Region sind gering und haben bislang nicht zu einer spürbaren Verknappung in den deutschen Binnenmärkten geführt.
Wetter- & Erntebedingungen (DE)
Für Niedersachsen und angrenzende Regionen werden für den 20.–23. August milde Temperaturen um 18–20°C prognostiziert, mit nur wenigen Tagen leichten Regens und insgesamt rund 20–25 mm in der weiteren Region. Diese Bedingungen unterstützen im Allgemeinen die abschließenden Feldarbeiten und den Transport, ohne ein nennenswertes Qualitätsrisiko für bereits geernteten Roggen darzustellen.
Da der Großteil des Roggens bereits vom Feld ist, ist das kurzfristige Wetter nun eher für Logistik und Folgekulturen als für den Ertrag relevant. Die Prognose spricht daher eher für stabile bis leicht nachgebende Basisniveaus als für einen plötzlichen, wetterbedingten Preissprung.
Marktfundamentaldaten
- Die EU-Roggenbilanzen wirken für 2025/26 weiterhin komfortabel, mit kumulierten Absatzmengen im Rahmen früherer Kampagnen und ohne Anzeichen eines strukturellen Mangels.
- Die Nutzung im Futterbereich wird durch die Konkurrenz anderer Getreide begrenzt; Roggen weist weiterhin einen Abschlag gegenüber heimischem Futterweizen auf, was einen Boden stützt, aber keinen aggressiven Einkauf auslöst.
- Sicherheitsrisiken im Schwarzmeerraum halten eine moderate Risikoaufschlagskomponente in den breiteren Getreidemärkten aufrecht, doch die geringe Exportrolle von Roggen schwächt den direkten Einfluss auf die deutschen Binnenpreise ab.
Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)
- Für Verkäufer (Landwirte, Sammelstellen): Bei EXW-Niveaus um 0,196 EUR/kg und verhaltenem Spotkauf sind Teilmengenverkäufe in Erholungsphasen zu erwägen, während umfangreiche Vorwärtsverkäufe eher zu meiden sind, sofern sich die Basis nicht abschwächt; die aktuelle Spanne bietet weiterhin einen moderaten Aufschlag gegenüber den Tiefstständen Anfang August.
- Für Käufer (Mischfutterwerke, Händler): Eine abwartende Einkaufsstrategie beibehalten; das kurzfristige Angebot erscheint ausreichend und Wetter/Logistik sind unterstützend. Kurzfristige Rücksetzer unter 0,195 EUR/kg können genutzt werden, um die kurzfristige Deckung zu sichern.
- Risikofaktoren: Eine plötzliche Eskalation der Störungen im Schwarzmeerraum oder eine breitere Rallye an den Getreidemärkten könnte die Roggenpreise anheben, solche Bewegungen dürften jedoch zeitlich und im Ausmaß hinter Weizen und Mais zurückbleiben.
3‑Tage-Preisindikation Region (DE)
- Drentwede EXW Futterroggen: Seitwärts bis leicht weichere Tendenz; erwartete Spanne 0,193–0,198 EUR/kg in den nächsten drei Handelstagen, vorausgesetzt stabile externe Getreidemärkte und keine neuen Logistikschocks.
- Sonstige norddeutsche Roggenherkünfte: Voraussichtlich ähnliche Entwicklung wie in Niedersachsen mit geringen Basisdifferenzen und weitgehend stabilen Preisen in EUR bis zum Wochenende.