Deutsche Roggenpreise bleiben stabil, während neue Ernte näher rückt
Die deutschen Roggenpreise bleiben zum Start der neuen Ernte 2026 bei rund 180 EUR/t stabil, unterstützt durch ruhige Futter Nachfrage, solides EU-Angebot und mildes Wetter in Niedersachsen.
Preise
Futterroggenpreise in Norddeutschland werden bei rund 0,18 EUR/kg ab Werk (180 EUR/t) gehandelt, im Wesentlichen unverändert gegenüber den vergangenen Sitzungen und im Einklang mit Berichten über einen stabilen nationalen Roggenmarkt. Herkünfte aus dem Schwarzmeerraum bleiben auf FOB-Basis günstiger, begrenzen damit Aufwärtspotenzial, lösen aber bislang noch keinen aggressiven Importwettbewerb nach Deutschland aus.
Im Vergleich zu anderen Futtergetreiden notiert Roggen weiterhin mit Abschlag zu inländischen Referenzpreisen für Futterweizen und -gerste, was seine Aufnahme in Futterrationen unterstützt, bislang aber nicht ausgereicht hat, um die Nachfrage deutlich zu beleben. Jüngste deutsche Futtergetreidenotierungen zeigen Gerste und Weizen unter leichtem Druck, was den Seitwärtstrend beim Roggen zusätzlich untermauert.
Angebot & Nachfrage
Die EU-Getreidemärkte werden derzeit als robust eingeschätzt, wobei die Europäische Kommission im Allgemeinen günstige Anbaubedingungen und bei Wintergetreide erwartete Erträge über dem historischen Durchschnitt hervorhebt. Vor diesem Hintergrund bleibt Roggen ein vergleichsweise kleines, aber gut versorgtes Nischensegment, ohne akute Versorgungsknappheit in Deutschland.
Handelsdaten für die laufende Saison 2025/26 zeigen, dass die kumulierten EU-Roggenexporte stetig vorankommen, mit Mengen über dem Vorjahresniveau, was auf dauerhaft verfügbare exportierbare Überschüsse hindeutet. Exporteure aus dem Schwarzmeerraum, insbesondere die Ukraine, bewegen trotz regionaler Störungen weiterhin große Getreidemengen über alternative Routen, was die internationalen Preise verankert und Aufwärtsspielräume für EU-Roggen begrenzt.
Wetter & Bestandsentwicklung (DE)
Für Drentwede und das umliegende Niedersachsen deutet die 3-Tage-Prognose auf überwiegend bewölkte Bedingungen mit Höchstwerten um 23–24°C, vereinzelten leichten Schauern und einer zeitweiligen Warnung vor Windböen von bis zu etwa 55 km/h hin. Dieses Muster ist für den abreifenden Roggen nicht besonders belastend, kann aber die Feldarbeit in exponierten Lagen vorübergehend verlangsamen.
Auf breiterer europäischer Ebene wird im Juli mit wechselnden Hitze- und Sturmphasen gerechnet, doch die wichtigsten Getreideregionen in West- und Mitteleuropa sehen sich derzeit keinen flächendeckenden Dürrebedingungen gegenüber. Für Roggen in Norddeutschland ergibt sich daraus eine kurzfristige Perspektive überwiegend normaler Ertrags- und Qualitätserwartungen, im Einklang mit dem ruhigen Ton am physischen Markt.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Komfortable EU-Bilanz: Der jüngste EU-Kurzfristbericht betont robuste Getreidemärkte mit überdurchschnittlichen Wintergetreideerträgen, wodurch Befürchtungen einer Verknappung bei Roggen abnehmen.
- Exportwettbewerb: Anhaltende Getreideexporte aus dem Schwarzmeerraum, einschließlich Roggen und konkurrierender Futtergetreide, sorgen für starken Wettbewerb gegenüber EU-Herkünften, insbesondere in preissensiblen Absatzmärkten.
- Stabile Futter Nachfrage: In der deutschen Vieh- und Mischfutterwirtschaft sind keine deutlichen Ausbaupläne erkennbar; die Nachfrage nach Futtergetreide wird als verhalten bis stabil beschrieben, was den Roggenverbrauch gut kalkulierbar hält.
- Makro- & Energiemarktumfeld: Zwar halten regionale geopolitische Spannungen und eine volatile Energiemarktentwicklung an, bislang haben sie sich jedoch – anders als bei den stärker im Fokus stehenden Weizen- und Maismärkten – nicht in abrupten Bewegungen beim Roggen niedergeschlagen.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Für Käufer (Mühlen, Viehhalter): Es bietet sich an, den kurzfristigen Bedarf bei Rücksetzern in der Nähe von 180 EUR/t ab Werk in Norddeutschland zu decken, jedoch ohne die Deckung übermäßig auszuweiten, bevor klarere Erntesignale vorliegen. Eine stabile EU-Versorgung und wettbewerbsfähige Angebote aus dem Schwarzmeerraum sprechen für Zurückhaltung bei größeren Volumina.
- Für Verkäufer (Landwirte, Händler): Da die Inlandspreise behauptet sind, jedoch durch den Exportwettbewerb gedeckelt bleiben, können gestaffelte Verkäufe in kleinere Preisanstiege hinein sinnvoll sein, während gleichzeitig ein Teil der Menge unbepreist bleibt, falls spätere witterungsbedingte Ernte- oder Qualitätsprobleme im Juli auftreten.
- Beobachtenswerte Risikofaktoren: Plötzliche Verschlechterung der Witterung in der EU, logistische Störungen im Schwarzmeer-Korridor oder starke Bewegungen bei konkurrierenden Weizen-/Mais-Futures könnten rasch auf die Roggenpreisbildung durchschlagen.
3-Tages-Ausblick Preisrichtung (DE)
- Norddeutschland (ab Werk, Futterroggen): Seitwärts mit leicht fester Tendenz; erwartete Spanne in etwa unverändert um 175–185 EUR/t, da das Wetter gutartig aussieht und die Handelsaktivität verhalten bleibt.
- Exportparität vs. Schwarzmeerraum: Es werden keine größeren Veränderungen erwartet; ukrainische und andere Schwarzmeer-Getreide dürften auf FOB-Basis günstiger bleiben und die Exportwettbewerbsfähigkeit deutschen Roggens in sehr kurzer Frist weiter begrenzen.