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Deutsche Roggenpreise steigen leicht, da sich die Risiken für Schwarzmeer-Lieferungen verschärfen

Deutsche Roggenpreise steigen leicht, da sich die Risiken für Schwarzmeer-Lieferungen verschärfen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutsche Roggenpreise ziehen aufgrund stabiler Futternachfrage und Risiken bei Schwarzmeer-Exporten an. Lesen Sie einen kompakten 3-Tage-Ausblick für Roggen in Deutschland und ukrainische FOB-Märkte.

Die Preise für Futterroggen in Norddeutschland ziehen leicht an, bleiben jedoch in einer engen Spanne, während zunehmende Störungen der ukrainischen Schwarzmeer-Exporte die regionalen Getreidepreise stützen. In Deutschland wird Futterroggen der neuen Ernte 2026 ab Hof und ab Lager etwas fester gehandelt, unterstützt durch eine rege Futter-Nachfrage und zurückhaltende Verkäufe der Landwirte. Gleichzeitig sieht sich die Ukraine nach intensivierten russischen Angriffen mit gravierenden Einschränkungen bei den Getreideausfuhren über Odessa und andere Schwarzmeerhäfen konfrontiert, was die Ströme auf teurere Land- und Donau-Routen zwingt und droht, die gesamten Agrarexporte 2026/27 zu halbieren. Diese Kombination hält die EU-Futtergetreidemärkte trotz komfortabler Verfügbarkeit in der Nähe anfällig für weitere Angebotsschocks.

Preise

Deutscher Futterroggen (max. 14 % Feuchtigkeit) ab Lager Drentwede wird mit rund 197 EUR/t indiziert, etwa 1,5 % höher als Anfang August und leicht über dem Niveau von Ende Juli. Dies bestätigt eher einen sanften Aufwärtstrend als eine ausgeprägte Rally.

Ukrainischer Roggen FOB Odessa, nominell bei rund 119 EUR/t für exportfähige Partien, wird mit einem deutlichen Abschlag gehandelt, ist jedoch schwer umzusetzen, da Reeder ihre Anläufe nach wiederholten Angriffen auf Hafeninfrastruktur und Schiffe aussetzen. Die sich ausweitende Spanne spiegelt sowohl das Logistikrisiko im Schwarzmeerraum als auch die relativ stabile inländische Futternachfrage in Deutschland wider.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Innerhalb der EU bleibt Deutschland einer der wichtigsten Roggenproduzenten und dürfte 2026/27 eine höhere Roggenernte verzeichnen als mehrere Nachbarländer, was die Verfügbarkeit von Futtergetreide für die heimische Viehhaltung und Ethanolindustrie stützt. Nach Abschluss der Haupternte sind die Verkäufe der Landwirte jedoch selektiver geworden; einige Erzeuger entscheiden sich angesichts der Unsicherheit über die Schwarzmeerströme und die Kosten für die Winteraussaat dafür, Roggen auf dem Hof einzulagern.

Die Exportperspektiven der Ukraine für Getreide haben sich deutlich verschlechtert. Das Agrarministerium warnt nun, dass die Agrarexporte 2026/27 um mehr als die Hälfte auf rund 30 Mio. Tonnen fallen könnten, nachdem Raketen- und Drohnenangriffe die Häfen im Großraum Odessa wiederholt getroffen und die Frachtrisiken erhöht haben. Alternative Donau- und Landrouten über Rumänien, die Slowakei, Ungarn und Polen werden ausgebaut, dürften aber nur etwa 50 % der Kapazitäten abdecken, die zuvor über Schwarzmeerhäfen abgewickelt wurden, und legen damit einen strukturellen Boden unter die EU-Futtergetreidepreise.

Wetter & Feldbedingungen (Deutschland)

In Norddeutschland, einschließlich Niedersachsen, wo Drentwede liegt, zeigt sich Mitte August ein für die Jahreszeit typisches, mildes Witterungsmuster mit vereinzelten Schauern und ohne nennenswerte Hitzebelastung in den nächsten Tagen. Kurzfristige Wettermodelle signalisieren moderate Temperaturen und leichten Niederschlag, was die Bodenfeuchte vor den Herbstarbeiten unterstützt, ohne die bereits abgeschlossene Roggenernte direkt zu beeinflussen.

Da die Roggenernte 2026 weitgehend eingebracht ist, ist das Wetter nun vor allem für die Lagerbedingungen und die Vorbereitung der Aussaat von Wintergetreide relevant. Das Fehlen von extremer Hitze oder starken Regenfällen in der Prognose verringert das unmittelbare Qualitätsrisiko für eingelagerte Ware und unterstützt stabile Logistik in den Binnen- und Hafenstandorten Deutschlands.

Fundamentaldaten & Treiber

  • Erntestatus: Die deutsche Roggenernte ist praktisch abgeschlossen, und erste Hinweise deuten auf ausreichende Mengen für die heimische Futternachfrage hin, was einen kurzfristigen Knappheitsaufschlag begrenzt.
  • Risikoprämie Schwarzmeer: Anhaltende russische Angriffe auf Odessa und andere Schwarzmeerhäfen sowie die Zurückhaltung der Reeder, diese Häfen anzulaufen, haben viele Seetransporte zum Erliegen gebracht und dürften eine moderate Risikoprämie in den europäischen Getreidepreisen verankert halten.
  • Ukrainische Exportschmälerung: Da die Ukraine selbst damit rechnet, etwa die Hälfte ihrer geplanten Agrarexporte zu verfehlen, könnte mehr Getreide im Inland gebunden bleiben; zugleich verknappen die geringeren Ströme auf die Weltmärkte die verfügbaren Exportüberschüsse bei Roggen und anderen Nebengetreiden.
  • Futternachfrage: EU-Mischfutterhersteller schätzen Roggen weiterhin als preislich wettbewerbsfähige Komponente gegenüber Weizen und Gerste, insbesondere in Norddeutschland und Polen, was hilft, das lokale Angebot aufzunehmen und die Ab-Hof-Gebote zu stützen.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Für Verkäufer (Landwirte, Genossenschaften): Die aktuellen Indikationen ab Lager von etwa 195–200 EUR/t in Norddeutschland erscheinen im Vergleich zu den Niveaus zu Erntebeginn moderat attraktiv. Erwägen Sie schrittweise Verkäufe bei weiteren Aufschlägen, insbesondere wenn sich die Spannungen im Schwarzmeerraum verschärfen, behalten Sie jedoch angesichts der anhaltenden geopolitischen Risiken einen Teil der Bestände zurück.
  • Für Käufer (Mischfutterwerke, Händler): Nutzen Sie etwaige kurzfristige Rücksetzer, die durch Beruhigungsmeldungen aus dem Schwarzmeerraum ausgelöst werden, um die Versorgung für Q4 2026–Q1 2027 zu sichern, da strukturelle Exportbeschränkungen in der Ukraine und eine stabile Futternachfrage gegen einen anhaltenden Preisrückgang sprechen.
  • Für Logistik- & Risikomanager: Halten Sie Notfallpläne bereit, um bei einer erneuten Verschärfung der Störungen im Schwarzmeerraum zusätzlichen Roggen oder alternative Futtergetreide innerhalb der EU zu beschaffen, und beobachten Sie die Fracht- und Versicherungskosten auf Ostsee- und Nordseerouten.

3-tägige regionale Preisindikation (DE)

In den kommenden drei Handelstagen (12.–14. August 2026) dürften die Preise für Futterroggen in Norddeutschland leicht fest bis seitwärts tendieren, gestützt durch zurückhaltende Verkäufe der Landwirte und anhaltende Unsicherheit im Schwarzmeerraum. Die Tagesschwankungen dürften sich in einer Spanne von etwa 193–200 EUR/t EXW für Standard-Futterroggen in Niedersachsen bewegen, sofern es nicht zu einer plötzlichen Eskalation oder Entspannung der Angriffe auf Schwarzmeerhäfen kommt.

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Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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