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Deutscher Futterroggen bleibt stabil, Ernteabschluss naht

Deutscher Futterroggen bleibt stabil, Ernteabschluss naht

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für Futterroggen in Niedersachsen halten sich bei rund 0,20 EUR/kg, da die Ernte 2026 das Angebot stärkt. Das Wetter ist günstig und die Störungen im Schwarzmeerraum wirken nur begrenzt.

Die Preise für Futterroggen in Niedersachsen bewegen sich nach einer moderaten Aufwärtsbewegung im August seitwärts. Das Angebot ist stabil, und von Witterung oder Exportmärkten kommt nur begrenzte Unterstützung. In Norddeutschland kommt der neue Roggen der Ernte 2026 auf den Markt, vor dem Hintergrund einer insgesamt zufriedenstellenden Getreideernte. Zwar haben Hitzeperioden in Teilen Niedersachsens das Ertragspotenzial begrenzt, doch liegt die gesamte Getreideproduktion in Deutschland leicht über dem Vorjahr. Das entschärft Versorgungssorgen und stabilisiert die Futtergetreidepreise. Regionaler Roggen wird mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber Schwarzmeer-Herkünften gehandelt, doch die anhaltenden Störungen in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen spielen im Roggenkomplex eher eine Hintergrundrolle, da die Versorgung innerhalb der EU weiterhin komfortabel ist. In den nächsten Tagen sollte das milde und überwiegend trockene Wetter in Niedersachsen die letzten Erntearbeiten ermöglichen und die Qualität stützen, was eher für stabile Nahe-Terminkurse als für starke Ausschläge spricht.

Preise

Futterroggen EXW Drentwede (Niedersachsen) mit max. 14 % Feuchte wird zum 24. August 2026 bei rund 0,20 EUR/kg indiziert, im Wesentlichen unverändert gegenüber der vorherigen Notierung und etwa 6–7 % über dem Niveau von Anfang August. Umgerechnet entspricht dies etwa 200 EUR/t ab Hof.

Ukrainischer Roggen FOB Odessa wird nahe 0,12 EUR/kg bewertet und liegt damit deutlich unter deutscher Ware. Allerdings begrenzen logistische Engpässe sowie höhere Fracht- und Risikoprämien aus dem Schwarzmeerraum die praktische Wettbewerbsfähigkeit dieser Offerten nach Deutschland.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Vorläufige Bundesstatistiken zeigen, dass die deutsche Getreideproduktion 2026 leicht über 2025 liegt. Die gesamte Getreideerzeugung (ohne Mais) wird auf rund 37,5 Mio. Tonnen geschätzt, damit über dem Vorjahreswert und in mehreren Regionen deutlich über dem Mehrjahresdurchschnitt.

Für Niedersachsen berichten die Behörden, dass Hitzephasen im Juni und Juli das Ertragspotenzial von Getreide und Raps begrenzt haben, die endgültigen durchschnittlichen Getreideerträge aber sowohl 2025 als auch den Mittelwert 2020–25 übertreffen. Dies deutet auf eine insgesamt komfortable Getreidebilanz hin, auch wenn die Roggenerträge regional schwanken.

Branchenberichte zur Ernte von deutschen und benachbarten EU-Mühlen beschreiben die Roggenernte 2026 in Volumen und Qualität überwiegend als zufriedenstellend, nach weitgehend normalen Vegetationsbedingungen seit dem Frühjahr. Gleichzeitig weisen Mühlenverbände auf wachsende Herausforderungen bei der Beschaffung erstklassiger Brotgetreidequalitäten hin, was einen moderaten Qualitätspreisaufschlag stützen kann, für Futterware jedoch weniger relevant ist.

Auf der Exportseite haben Angriffe auf die ukrainische Schwarzmeer-Infrastruktur und die Schifffahrt die Verladungen über Odessa und umliegende Häfen stark eingeschränkt. Die Ukraine ist gezwungen, Getreideexporte auf teurere Land- und Flussrouten zu verlagern, die nur etwa die Hälfte der früheren Schwarzmeer-Mengen abdecken. Das verknappt das globale Angebot an preislich wettbewerbsfähigem Schwarzmeergetreide insgesamt. Angesichts des relativ kleinen Roggenanteils an den ukrainischen Exporten und der reichlichen EU-internen Versorgung ist der direkte Einfluss auf deutschen Futterroggen jedoch derzeit begrenzt.

Fundamentaldaten & Wetter

Im EU-Kontext bleibt Deutschland der führende Roggenproduzent und stellt in den vergangenen Saisons rund ein Viertel der weltweiten Erzeugung. Das aktuelle Ernteergebnis in Deutschland und der EU bildet daher einen starken Anker für die regionale Preisbildung, wobei die inländische Verfügbarkeit externe Schocks überwiegt.

Für Niedersachsen (einschließlich des Raums Drentwede) wird das Wetter in den kommenden drei Tagen saisonal mild prognostiziert, mit überwiegend trockenen oder nur leichten, vereinzelten Schauern, moderaten Tagestemperaturen und keinen nennenswerten Stürmen. Dies ist günstig für den Abschluss der Erntearbeiten, das Trocknen des Getreides und die Logistik und bringt keine neuen Ertrags- oder Qualitätsrisiken für Roggen mit sich.

Ausblick & Handelsideen

  • Preisentwicklung (1–2 Wochen): Bei weitgehend abgeschlossener Ernte und komfortablen Getreidebilanzen dürfte deutscher Futterroggen in den nördlichen Regionen in einer engen Spanne um 0,20 EUR/kg EXW gehandelt werden. Aufwärtsrisiken scheinen durch reichliches Inlandsangebot und eine schwache Futtergetreidenachfrage begrenzt.
  • Erzeuger: Erwägen Sie gestaffelte Verkäufe bei Anstiegen in Richtung 0,21–0,22 EUR/kg, insbesondere wenn die Lagerkapazitäten am Hof begrenzt sind. Die Halterung eines Kernbestands bis ins 4. Quartal kann sinnvoll sein, falls Sie mit einer stärkeren Nachfrage aus Mischfutter- oder Bioenergiesektor rechnen.
  • Futterkäufer: Kurzfristige Bedarfe können „from hand to mouth“ gedeckt werden, da das regionale Angebot komfortabel ist und das Wettrisiko für die Ernte 2026 weitgehend hinter uns liegt. Größere Verbraucher können ihre Versorgung für den Herbst schrittweise auf dem aktuellen Preisniveau absichern, ohne einen ausgeprägten Wetteraufschlag zu zahlen.
  • Händler: Beobachten Sie die Entwicklung der Schwarzmeer-Logistik und der EU-Exportnachfrage. Weitere Störungen oder ein schwächerer Euro könnten das Exportinteresse an deutschem Roggen im weiteren Saisonverlauf selektiv stützen, doch der unmittelbare Inlandsmarkt bleibt vorerst in einer Handelsspanne gefangen.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (Deutschland, DE)

  • Futterroggen EXW Drentwede: Erwartet weitgehend stabil bei 0,20 EUR/kg in den nächsten drei Handelstagen, mit nur geringen untertägigen Schwankungen.
  • Norddeutschland (sonstige Hofpartien): Stabile bis leicht festere Tendenz, aber mangels klarer Impulse kein Ausbruchsszenario, da Wetterlage und Versorgungslage günstig sind.
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