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Deutscher Futterroggen gibt nach, da Erntedruck auf Hitzewellenrisiko trifft

Deutscher Futterroggen gibt nach, da Erntedruck auf Hitzewellenrisiko trifft

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für Futterroggen in Niedersachsen geben nach – belastet durch Erntedruck, komfortable EU‑Versorgung und eine kurze Hitzewelle. Der kurzfristige Ausblick bleibt leicht bärisch.

Die Preise für Futterroggen in Niedersachsen haben sich Ende Juli leicht abgeschwächt. Die EXW-Notierungen tendieren etwas nach unten, während die ukrainischen FOB-Preise weitgehend unverändert bleiben und den Wettbewerb aus Exportherkünften im Hintergrund halten. Das Wetter in Norddeutschland ist heiß geworden mit Hitzestresswarnungen, doch die Ernte ist bereits weit fortgeschritten, was das unmittelbare Ertragsrisiko begrenzt und die kurzfristige Tendenz leicht bärisch hält. Eine Kombination aus saisonalem Erntedruck, komfortabler EU‑Roggenernte und weiterhin verhaltener Mischfutter-Nachfrage belastet zu Beginn des August die deutschen Roggenpreise. Kurzfristige EU‑Prognosen deuten auf eine insgesamt ausreichende Getreideverfügbarkeit und nur moderates Wachstum beim Futterverbrauch hin, sodass es nur wenig fundamentale Unterstützung für eine kräftige Preiserholung gibt. Gleichzeitig werden die starke Hitze in Norddeutschland und die anhaltenden Getreideflüsse aus dem Schwarzen Meer genau beobachtet – sowohl mit Blick auf mögliche Qualitätseffekte als auch auf neue Volatilität. Vorerst bleibt der Roggenmarkt käuferfreundlich, während Verkäufer unter Druck stehen, Neuschrotmengen zu vermarkten.

Preise

Die letzten Indikationen für Futterroggen (max. 14 % Feuchte) EXW Drentwede, Norddeutschland, liegen bei rund 189 EUR/t, nach etwa 193 EUR/t Ende letzter Woche und ungefähr 200 EUR/t in der zweiten Julihälfte. Dies bestätigt einen leichten, aber stetigen Abwärtstrend, da mehr Neuschrotmengen auf den Hof kommen.

Ukrainischer Roggen FOB Odessa ist weitgehend stabil bei rund 120 EUR/t (entspricht), womit ein großer Abschlag gegenüber den deutschen Inlandspreisen bestehen bleibt. Aufgrund des begrenzten grenzüberschreitenden Handels und logistischer Einschränkungen wirkt sich dies jedoch kurzfristig nur gering auf die deutschen Erzeugerpreise aus.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Aktuelle EU-Bilanzupdates zeigen, dass die Roggenbestände bis 2025/26 komfortabel bleiben, wobei die kumulierten Exporte und die industrielle Nachfrage im Vergleich zu den Hauptgetreidearten relativ gering sind. Der EU‑Roggenhandel ist bislang in 2025/26 moderat, und Deutschland fungiert weiterhin hauptsächlich als regionaler Lieferant für nahegelegene Märkte und nicht als großer Exporteur.

Die globale Roggennutzung wird von der Futter- und der industriellen Verwendung (Ethanol und Stärke) dominiert, doch die kurzfristige Futtergetreidenachfrage in der EU wird durch schwache Viehmargen und Konkurrenz von Gerste und importiertem Mais begrenzt. Dies begrenzt das Aufwärtspotenzial für Roggen, selbst wenn die Ernte ausläuft. Unter den größten Produzenten dürfte Deutschland im Vergleich zur vergangenen Saison eine stabile bis leicht höhere Ernte verzeichnen und damit die regionale Verfügbarkeit weiter erhöhen.

Wetter & Ernte

Norddeutschland, einschließlich Niedersachsen rund um Drentwede, sieht sich derzeit mit sehr warmen bis heißen Bedingungen konfrontiert, mit Tageshöchstwerten um 34 °C am 4. August und einer offiziellen starken Hitzestresswarnung. Für die kommenden Tage wird ein allmählicher Rückgang der Temperaturen erwartet, mit Höchstwerten wieder in den unteren bis mittleren 20ern °C und der Möglichkeit einiger Schauer.

Da Roggen ein früh zu erntendes Getreide ist, ist ein großer Teil der Bestände in Norddeutschland bereits gedroschen. Die aktuelle Hitzewelle stellt daher eher eine logistische und qualitätsbezogene Handlingsherausforderung dar als eine Ertragsbedrohung. Kurzzeitige Ernteunterbrechungen durch Gewitter und Schauer können die Anlieferung an die Lagerhäuser vorübergehend verlangsamen, werden das Angebot aber voraussichtlich nicht so stark verknappen, dass der jüngste Abwärtstrend bei den Preisen umgekehrt würde.

Fundamentaldaten & Markttreiber

  • EU‑Bilanzen: Kurzfristige EU‑Prognosen signalisieren für 2026 eine ausreichende Verfügbarkeit von Getreide und Roggen, bei nur moderatem Wachstum der Futterverwendung, sodass die Bestands‑zu‑Verbrauchs‑Verhältnisse komfortabel bleiben.
  • Konkurrenz durch andere Getreidearten: Frühe Aussichten auf große Weizen- und Gerstenernten in Europa sowie stetige Maisimporte begrenzen weiterhin den Anteil von Roggen in Futterrationen.
  • Wettbewerb aus dem Schwarzen Meer: Die ukrainischen Roggen‑FOB‑Werte liegen weiterhin deutlich unter den deutschen Inlandspreisen, doch logistische und qualitätsbezogene Einschränkungen begrenzen einen direkten Ersatz in der sehr kurzen Frist.
  • Makro-Hintergrund: Das Wirtschaftswachstum in der EU bleibt verhalten, was die Fleischnachfrage – und damit den Gesamtverbrauch von Mischfutter – begrenzt.

Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)

  • Für Käufer (Mischfutterwerke, Händler): Kurzfristig ist die Tendenz leicht bärisch; nutzen Sie opportunistische Spot- oder kurzfristige Deckung zu den aktuellen EXW‑Niveaus, vermeiden Sie jedoch übermäßige Vorwärtskäufe, da der Erntedruck sich bis Mitte August hinziehen könnte.
  • Für Landwirte/Verkäufer: Da die Kassapreise weiter nachgeben und kein klarer bullischer Impuls erkennbar ist, birgt das Halten großer unverkaufter Volumen Abwärtsrisiken; gestaffelte Verkäufe in den kommenden 1–2 Wochen können helfen, Durchschnittspreise zu sichern.
  • Für Spread-/Arbitragehändler: Der große Abschlag zwischen DE‑EXW und UA‑FOB deutet auf eine theoretische Importarbitrage hin, doch die praktische Umsetzung bleibt herausfordernd; konzentrieren Sie sich auf den relativen Wert gegenüber Futtergerste und -weizen in lokalen Rationen.

3‑Tage‑Regionale Preisrichtung

  • Deutschland – Drentwede EXW Futterroggen: Tendenz zu leicht weicheren bis seitwärts laufenden Preisen, da die Erntemengen weiter fließen und das Wetter weniger extrem wird.
  • Schwarzes Meer – Odessa FOB Roggen: Seitwärtstendenz, die eher der regionalen Getreidestimmung und den Frachtraten folgt als dem lokalen Wetter.
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Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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