CMB Emblem
Deutscher Futterroggen legt zu, da Schwarzes-Meer-Risiko Preisboden anhebt

Deutscher Futterroggen legt zu, da Schwarzes-Meer-Risiko Preisboden anhebt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutscher Futterroggen EXW Drentwede steigt über 200 EUR/t aufgrund langsamer Ernte, Wetterrisiken und erneuter Störungen der Schwarzmeer-Exporte. Kurzfristiger Ausblick: feste Tendenz.

Deutscher Futterroggen EXW Drentwede hat sich auf rund 202 EUR/t befestigt und damit einen stetigen Aufwärtstrend über drei Wochen hinweg fortgesetzt. Geringe kurzfristige Verkaufsbereitschaft der Landwirte, Ernteverzögerungen und neue Störungen der ukrainischen Schwarzmeer-Exporte stützen die Preise, obwohl die Getreideversorgung in der EU insgesamt komfortabel bleibt. Nach einem relativ ruhigen Start in den Juli ist der deutsche Roggen von etwa 178 EUR/t Ende Juni auf knapp über 200 EUR/t in dieser Woche gestiegen und hat damit den breiteren EU-Futterroggenindex übertroffen, der auf Hamburg-Basis weiterhin eher im Bereich der mittleren 140 EUR/t notiert. Lokale Lagerhäuser berichten nach jüngsten Schauern von einem langsameren Erntefortschritt, während eine heißere Phase zum Wochenende die Qualitätsrisiken bei spät abreifenden Beständen erhöht. Gleichzeitig haben erneute Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen der Ukraine viele Schiffsanläufe vorübergehend gestoppt, was Fracht- und Versorgungssicherheitsprämien über das europäische Futtergetreidesegment hinweg wiederbelebt und Roggen in Mischfutterrationen unterschwellig unterstützt.

Preise

Futterroggen EXW Drentwede (Deutschland) wird derzeit mit rund 202 EUR/t indiziert, etwa 2,5 % höher als 197 EUR/t zu Wochenbeginn und rund 13–14 % über dem Niveau Ende Juni von etwa 178 EUR/t.

Dieser lokale Anstieg steht im Kontrast zu verhaltenen Bewegungen im breiteren EU-Markt: Indikative EU-Futterroggenpreise für Deutschland/Hamburg liegen bei rund 146 EUR/t für Juli, leicht niedriger im Monatsvergleich und weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies unterstreicht, wie stark Basis und Logistik in Norddeutschland im Vergleich zu exportorientierten Benchmarks sind.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Roggen bleibt in der EU ein relativ kleines Getreide, doch deuten jüngste offizielle Prognosen weiterhin auf einen moderaten Rückgang der Produktion 2026/27 gegenüber dem Vorjahr hin und halten damit die exportierbaren Überschüsse begrenzt. Innerhalb Deutschlands ist Roggen strukturell stärker an die regionale Futterverwendung und industrielle Abnehmer gebunden als an den Überseeexport, was den Preiseffekt lokaler Ernte- oder Logistikprobleme verstärkt.

Der wichtigste externe Treiber in dieser Woche ist das wiederaufgeflammte Risiko im Schwarzen Meer. Reeder haben aufgrund verstärkter russischer Angriffe auf Häfen und Handelsschiffe in der Nähe von Odessa die Anläufe vieler Schiffe in den Schwarzmeerhäfen der Ukraine für landwirtschaftliche Exporte vorübergehend ausgesetzt. Obwohl Roggen nur einen kleinen Anteil am ukrainischen Getreideexportkorb hat, stützt die Störung eine Risikoprämie über alle Futtergetreide in Europa hinweg und untermauert Roggen indirekt, da Mischfutterhersteller die Verfügbarkeit von Weizen und Gerste neu bewerten.

Wetter & Erntebedingungen (Deutschland / Drentwede)

Die nächsten drei Tage in Drentwede bringen gemischte, aber insgesamt erntefreundliche Bedingungen: Für Freitag, den 24. Juli wird teilweise bewölktes Wetter bei etwa 24 °C erwartet; der Samstag wird mit bis zu rund 28 °C sehr warm; der Sonntag kühlt wieder in Richtung 20 °C ab mit der Möglichkeit leichter morgendlicher Schauer. Dieses Muster ermöglicht weiteren Druschfortschritt, erhöht aber kurzfristig auch das Stressrisiko auf leichten Böden.

Bundesweit haben deutsche Bauernverbände kürzlich gewarnt, dass Hitzewellen im Juli das Ertragspotenzial mehrerer Ackerbaukulturen bereits reduziert haben. Roggen ist zwar vergleichsweise robust, doch die Kombination aus Hitzephasen und lokalen Schauern erhöht die Streuung und begünstigt besser drainierte Flächen, was die Verfügbarkeit einheitlicher, hochwertiger Futterpartien potenziell begrenzt. Dies hilft zu erklären, warum sich lokale EXW-Preise in Norddeutschland festigen, obwohl die breiteren EU-Getreideindikatoren entspannter aussehen.

Fundamentaldaten & externe Treiber

  • Erntefortschritt: Witterungsbedingte Unterbrechungen und uneinheitliche Abreife verlangsamen den Zufluss von neuerntigem Roggen in norddeutsche Silos und verknappen die kurzfristige physische Verfügbarkeit.
  • Konkurrerende Getreide: Die Preise für Weizen und Gerste in Deutschland und der EU haben sich stabilisiert, sind aber nicht eingebrochen, wodurch Roggen in Futterrationen wettbewerbsfähig bleibt und die inländische Nachfrage stützt.
  • Logistik im Schwarzen Meer: Jüngste Angriffe auf die ukrainische Hafeninfrastruktur und die vorübergehende Aussetzung vieler Schiffsanläufe erhöhen die Unsicherheit über zukünftige Getreideströme aus dem Schwarzen Meer, insbesondere bei Futtergetreide, und stützen indirekt die Binnennotierungen in der EU, einschließlich Roggen.
  • Spekulative Ströme: Auch wenn Roggen kein bedeutender Terminmarkt ist, sorgt die Festigkeit der Weizenterminkurse und die insgesamt feste Stimmung im Getreidekomplex für psychologische Unterstützung der physischen Roggenpreise.

Handelseinschätzung & 3-Tage-Ausblick

  • Für Verkäufer (Landwirte/Genossenschaften): Der jüngste Anstieg über 200 EUR/t EXW wirkt attraktiv für zumindest Teilverkäufe von Futterroggen, insbesondere dort, wo die Erträge den betrieblichen Planungen entsprechen. Die Zurückhaltung eines Restvolumens ist angesichts des anhaltenden Risikos im Schwarzen Meer und der Wetterunsicherheit gerechtfertigt.
  • Für Käufer (Mischfutterwerke/Händler): Kurzfristiges Abwärtspotenzial beim norddeutschen Roggen erscheint begrenzt, solange die ukrainische Exportlogistik gestört bleibt. Es bietet sich an, den Bedarf für August–September bei Rücksetzern in Richtung der hohen 190 EUR/t zu decken, während der spätere Bedarf im 4. Quartal flexibler gehalten werden sollte, falls Exportdruck wieder aufkommt.
  • Zu beobachtende Risikofaktoren: (1) Jegliche Deeskalation oder Umgehungslösungen bei den Schwarzmeer-Exportrouten der Ukraine; (2) Bestätigung der Roggenerträge in Deutschland und Polen; (3) Preisbewegungen bei EU-Futterweizen und -gerste, die den relativen Wert von Roggen begrenzen könnten.

Regionale 3-Tage-Preisindikation (EUR/t, Tendenz):

  • Deutschland – Drentwede EXW Futterroggen: ≈ 200–205 EUR/t, Tendenz seitwärts bis leicht fester, da die Ernte unter gemischten, aber überwiegend arbeitbaren Wetterbedingungen weiterläuft.
  • Deutschland – Nordhäfen (indikative Futterroggenbasis): ≈ mittlere 140 EUR/t äquivalent, stabil, mit Aufwärtsspielraum, falls die Störungen im Schwarzen Meer anhalten und die Exportnachfrage zunimmt.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →