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Deutscher Futterroggen stabil, da Hitzewelle Ertrag begrenzt und Basis stützt

Deutscher Futterroggen stabil, da Hitzewelle Ertrag begrenzt und Basis stützt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für deutschen Futterroggen im Juli 2026 bleiben bei rund 197 EUR/t fest, da Dürre die Ertragsperspektiven schmälert und Störungen im Schwarzen Meer die EU-Getreidemärkte stützen.

Die Preise für deutschen Futterroggen halten sich nach den jüngsten Aufschlägen stabil. Hitze- und dürrebedingte Ertragsrisiken sowie neue Exportstörungen im Schwarzen Meer sorgen in den kommenden Tagen für eine feste Grundtendenz. Der Roggenhandel in Norddeutschland ist derzeit von stabilen, aber erhöhten Kassanotierungen und zurückhaltenden Forward-Verkäufen geprägt. Lokale Hitze und Trockenheit haben frühere Erwartungen an eine überdurchschnittliche Getreideernte gedämpft, während sich auf leichten Böden Qualitätsrisiken abzeichnen. Gleichzeitig erhöht das gestiegene geopolitische Risiko im Schwarzen Meer die Risikoaufschläge über das gesamte Futtergetreidespektrum, auch wenn Roggen nur ein nachrangig gehandeltes Getreide ist. Futtermittelhersteller beobachten die relative Preisstellung zu Weizen und Gerste genau, während Landwirte so früh in der Ernte wegen unsicherer Enderträge und Hektolitergewichte zögerliche Verkäufer bleiben. Kurzfristig wirkt der Markt gut unterstützt, aber ein deutlicher Preissprung erscheint unwahrscheinlich, sofern sich Wetterschäden nicht als gravierender erweisen als derzeit angenommen.

Prices

In Drentwede (Niedersachsen) wird deutscher Futterroggen ab Hof (EXW) mit rund 0.197 EUR/kg (≈197 EUR/t) indiziert, unverändert zum Vortag, aber etwa 7–8 % über dem Niveau von Anfang Juli auf Basis jüngster Abschlüsse. Ukrainischer Roggen FOB Odessa wird bei rund 0.119 EUR/kg (≈119 EUR/t) bewertet, wobei die effektive Exportkapazität durch Sicherheitsrisiken im Schwarzmeer-Korridor eingeschränkt ist.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Deutscher Roggen handelt mit einem deutlichen Aufschlag zu ukrainischer Herkunft. Dies spiegelt höhere Produktionskosten, logistische Enge in Norddeutschland sowie kriegsbedingte Risikoabschläge auf Schwarzmeergetreide wider. Futterkäufer in Nordwestdeutschland bewerten Roggen weiterhin vor allem über seine Energie und die Austauschbarkeit gegenüber Futterweizen und -gerste, weniger über das absolute Preisniveau.

Supply & Demand

Der Deutsche Wetterdienst und Umweltbehörden weisen Anfang Juli auf ungewöhnlich trockene Oberböden in weiten Teilen Deutschlands hin, mit vielerorts trockenen bis sehr trockenen Feuchtegehalten in 20–30 cm Tiefe. Diese Trockenheit fällt mit einer ausgeprägten Hitzewelle zusammen, die nach Einschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes die zuvor erwartete starke Getreideernte 2026 deutlich reduziert. Roggen, der häufig auf leichten, trockenheitsempfindlichen Böden steht, ist diesen Belastungen besonders ausgesetzt.

Regionale Berichte aus nördlichen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen bestätigen, dass die Getreideernte unter sehr heterogenen Feldbedingungen begonnen hat – von ordentlichen Beständen bis hin zu verschrumpeltem „Kümmerkorn“ auf schwächeren Standorten. Brancheneinschätzungen beschreiben die Getreidesituation in Teilen Westdeutschlands als „ernst“, insbesondere dort, wo in dürregeschädigten Gebieten Noternten erforderlich sind. Auf EU-Ebene rechnet der jüngste kurzfristige Ausblick zwar weiterhin mit insgesamt ausreichender Getreideversorgung, betont jedoch erhöhte Wetter- und geopolitische Risiken für das Marktgleichgewicht.

Auf der Nachfrageseite wird die Futterverwendung von Roggen in der EU 2026/27 leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet, da Mischfutterhersteller je nach relativen Preisen zwischen Roggen, Weizen und Mais umschichten können. Dennoch dürfte die strukturelle Roggennachfrage in Deutschland aus regionalen Futtermühlen und Biogasanlagen stabil bleiben, da es wenig Anreiz gibt, die Einsatzraten zu senken, solange Roggen seinen Energiekostenvorteil gegenüber anderen Getreidearten behält.

Trade Flows & Black Sea Risk

Die Ukraine bleibt eine kostengünstige Roggenherkunft, doch Sicherheitsvorfälle rund um Odessa und andere Schwarzmeerhäfen stören den Getreidefluss zunehmend. Jüngste Drohnen- und Raketenangriffe auf Handelsschiffe und Hafeninfrastruktur nahe Odessa haben Besatzungsmitglieder getötet und Schiffe beschädigt, während neue Angriffswellen im Schwarzen und Asowschen Meer Berichten zufolge mehrere Massengutfrachter getroffen haben. Marktbeobachter stellen fest, dass verschärfte Angriffe auf Getreidelogistik die Weltgetreidepreise bereits an einzelnen Handelstagen deutlich nach oben getrieben haben.

Auch wenn Roggen nur einen Nischenanteil im ukrainischen Exportkorb im Vergleich zu Weizen und Mais einnimmt, schlagen sich Fracht- und Versicherungsaufschläge infolge dieser Sicherheitsrisiken in allen Schwarzmeer-Preisstellungen nieder. Dies hält zwar einen Abschlag auf ukrainischen FOB-Roggen aufrecht, verwischt jedoch dessen Wettbewerbsfähigkeit, sobald höhere Logistik- und Risikokosten bis zu Bestimmungsorten in Nordwesteuropa eingerechnet werden. Für deutsche Käufer verringert dies kurzfristig den Anreiz, heimischen Roggen durch ukrainische Ware zu ersetzen, und stützt damit die lokalen Basisniveaus.

Weather Outlook (Germany, Next 7 Days)

Deutsche Überwachungsstellen berichten, dass der frühe Juli in vielen Agrarregionen, insbesondere in der Mitte und im Westen, außergewöhnlich trocken verlaufen ist. Für die kommende Woche deuten die Prognosen auf etwas wechselhaftere Bedingungen mit vereinzelten Schauern hin, jedoch ohne ein flächendeckendes, anhaltendes Regenereignis, das die Bodenfeuchte in den Roggenanbaugebieten Niedersachsens und Schleswig-Holsteins vollständig wiederherstellen würde.

Für bereits abreifenden Roggen würde zusätzlicher Regen vor allem spät entwickelte und leichtere Schläge unterstützen, ohne die Erträge der früh geernteten Partien wesentlich zu erhöhen. Das größere kurzfristige Wetterrisko sind anhaltende Hitze und heiße Winde während der Kornfüllung, die das Tausendkorngewicht und das Hektolitergewicht auf dürregestressten Beständen weiter reduzieren könnten. Diese Kombination begrenzt tendenziell das Ertragspotenzial und untermauert die Preisresistenz.

Market Fundamentals & Price Drivers

  • Ertragsrisiko in Deutschland: Hitzewelle und anhaltende Oberbodentrockenheit haben die Erwartungen an eine überdurchschnittliche Getreideernte insbesondere auf leichten Roggenstandorten reduziert.
  • Uneinheitliche Erntequalität: Regionale Berichte aus Norddeutschland heben stark schwankende Getreidequalitäten von zufriedenstellend bis hin zu verschrumpelten Körnern hervor und erhöhen die Unsicherheit über nutzbare Futtervolumina.
  • Futteraustausch: Während der Roggeneinsatz im Futter auf EU-Ebene im Jahresvergleich leicht rückläufig erwartet wird, bleibt die relative Preisstellung zu Futterweizen, Gerste und Importmais der zentrale Faktor für den inländischen Verbrauch.
  • Geopolitischer Aufschlag: Die eskalierende militärische Aktivität rund um Odessa und im weiteren Schwarzen Meer treibt Logistikkosten und -risiken für alle Getreidelieferungen nach oben und stützt damit indirekt die EU-Getreidepreise, einschließlich Roggen.
  • Makro-Hintergrund: Die Europäische Kommission erwartet für 2026 ein moderates EU-Wirtschaftswachstum und eine erneute Nahrungsmittelinflation, teilweise getrieben durch höhere Input- und Energiekosten. Dies dürfte die zugrunde liegenden Getreidepreise im Vergleich zu historischen Durchschnittswerten erhöht halten.

Trading Outlook & 3‑Day Price View

  • Für Landwirte (Deutschland): Die aktuellen EXW-Niveaus um 197 EUR/t erscheinen im Vergleich zu den Werten zu Monatsbeginn attraktiv. Angesichts unsicherer Erträge und Qualitäten bietet es sich an, einen zusätzlichen Teil der nahen Erntemenge zu verkaufen, gleichzeitig aber etwas Aufwärtspotenzial zu wahren, falls sich Wetterlage oder Spannungen im Schwarzen Meer verschärfen.
  • Für Futterkäufer: Da heimischer Roggen weiterhin mit einem Aufschlag zu Schwarzmeer-Herkünften notiert, aber durch Logistik- und Risikofaktoren gestützt wird, erscheint das kurzfristige Abwärtspotenzial begrenzt. Eine schrittweise Eindeckung des Bedarfs für das 3. Quartal wirkt sinnvoll, bei gleichzeitiger Flexibilität, je nach Spread-Entwicklung zwischen Roggen, Weizen und Mais zu wechseln.
  • Für Händler: Die Basis in Norddeutschland dürfte so lange fest bleiben, wie Ernteberichte dürrebedingte Ausfälle bestätigen und die Risiken im Schwarzen Meer andauern. Kurzfristige Strategien könnten sich eher auf Relative-Value-Geschäfte gegenüber anderen Futtergetreiden als auf reine Short-Positionen in Roggen konzentrieren.

3-tägiger Richtungsausblick (Deutschland, DE): Ohne deutliche Wetterentlastung und bei anhaltenden Spannungen im Schwarzen Meer dürften die Preise für deutschen Futterroggen in den kommenden drei Handelstagen seitwärts bis leicht fester um die aktuellen EXW-Niveaus tendieren.

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