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Deutscher Roggen legt zu, während Störungen im Schwarzen Meer Futterwerte stützen

Deutscher Roggen legt zu, während Störungen im Schwarzen Meer Futterwerte stützen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutsche Roggenpreise ziehen an – gestützt durch stabile Futternachfrage und Exportstörungen im Schwarzen Meer. Ausblick für die nächsten Tage in Deutschland und die ukrainischen FOB-Märkte.

Die Preise für deutschen Roggen tendieren etwas fester. Sie werden von einer stabilen Nachfrage aus der Futtermittelindustrie sowie einer Risikoprämie gestützt, die sich aus den stark beeinträchtigten ukrainischen Schwarzmeer-Exporten ergibt. Bei überwiegend günstigen Erntebedingungen vor Ort, aber mit Regenschauern, die die Logistik verlangsamen, sehen Käufer kurzfristig nur begrenztes Abwärtspotenzial. In der wichtigsten deutschen Roggenregion Niedersachsen rund um Drentwede handeln Ex-Farm-/Futterroggenpreise Mitte August in einer engen, aber leicht steigenden Spanne, während ukrainische FOB-Angebote aus Odessa zwar verbilligt bleiben, jedoch angesichts von Angriffen auf die Häfen und einer de facto Blockade im Schwarzen Meer zunehmend theoretischen Charakter haben. Das Wetter in Norddeutschland wird in den nächsten Tagen kühler mit Schauern, was die Feldarbeiten kurzzeitig verzögern kann, die Produktion 2026 jedoch voraussichtlich nicht wesentlich mindert. Vor diesem Hintergrund greifen inländische Verwender stärker auf lokale Ware zurück, während die Importkonkurrenz aus der Ukraine eher durch Logistik- und Risikofaktoren als durch den reinen Preis begrenzt wird.

Preise

Deutscher Futterroggen (ab Hof, Niedersachsen, DE) wurde zuletzt bei rund EUR 0,19–0,20/kg gehandelt, mit einem leichten Aufwärtstrend in den vergangenen zwei Wochen, da der Erntedruck nachlässt und Käufer ihren kurzfristigen Futterbedarf decken.

Ukrainischer Roggen FOB Odessa liegt nominell bei rund EUR 0,12/kg, weist aber de facto einen hohen Risikoabschlag auf, da viele Reeder den Hafenkomplex nach verstärkten russischen Angriffen und Kiews Umstieg auf alternative Routen meiden.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Roggenproduktion der EU 2026/27 wird etwas unter dem Niveau der Vorjahre erwartet, bedingt durch einen strukturellen Flächenrückgang in Deutschland und Polen, bleibt aber für die Inlandsbedarfe ausreichend. Deutschland bleibt ein Kernproduzent, ist beim Roggen jedoch weniger exportorientiert als bei Weizen oder Gerste, was den Überschuss begrenzt.

In der Ukraine ist Roggen ein Nebengetreide, trägt aber zur regionalen Versorgung bei. USDA-Daten zeigen in den vergangenen Jahren moderate Exportmengen, und die aktuellen Angriffe auf Odessa und Donauhafenanlagen könnten die gesamten Getreideexporte gegenüber früheren Erwartungen mehr als halbieren und damit auch die Roggenexporte als Teil des breiteren Getreidekorbs einschränken.

Deutsche Mischfutterhersteller bevorzugen derzeit inländischen Roggen zur Risikobegrenzung, während verbilligte ukrainische Offerten wegen Versicherungs-, Fracht- und Routingproblemen, die sich aus der de facto Blockade der Schwarzmeerhäfen ergeben, schwerer umzusetzen sind.

Wetter & Erntebedingungen (Region: Deutschland)

In Niedersachsen rund um Drentwede bringen die nächsten drei Tage (15.–17. August) etwas kühlere Temperaturen (Höchstwerte um 21–29°C) mit zeitweiligen Schauern und der Möglichkeit von Gewittern am Sonntag.

Diese Bedingungen können die verbleibenden Feldarbeiten und die Trocknung kurzzeitig verlangsamen, unterstützen nach der früheren Wärme jedoch insgesamt gute Erträge und Qualitäten. Es sind weder extreme Hitze noch anhaltende Starkniederschläge vorhergesagt, sodass das Wetter das Angebot leicht stützt, aber nicht ausreichend bärisch ist, um erheblichen Preisdruck auszulösen.

Markttreiber

  • Exportstörungen: Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Häfen von Odessa und an der Donau haben die ukrainischen Getreideexporte Anfang August im Jahresvergleich um rund drei Viertel reduziert und eine Risikoprämie auf sichere europäische Herkünfte in die Höhe getrieben.
  • EU-Bilanz: Eine moderate EU-Roggenproduktion und die begrenzte Exportorientierung Deutschlands sorgen für eine ausreichende, aber nicht übermäßige Versorgung in der Region und begrenzen damit das Abwärtspotenzial durch Erntedruck.
  • Futternachfrage: Eine stabile Nachfrage von Viehhaltern und Biogasanlagen in Norddeutschland stützt ein Preisfundament für Roggen, zumal die Preise für Futterweizen und Gerste teilweise erhöht bleiben.

Handelsausblick (Nächste 1–2 Wochen)

  • Für Käufer (Mischfutterwerke, Viehhalter): Es bietet sich an, einen Teil des Bedarfs für Q4 zu den aktuellen deutschen Ab-Hof-Niveaus zu decken; das Abwärtspotenzial erscheint begrenzt, solange die Risiken im Schwarzen Meer hoch bleiben.
  • Für Landwirte in Deutschland: Da Roggen nahe der oberen Spanne der jüngsten Erntezeit-Niveaus notiert und die Exportunsicherheit die EU-Preise stützt, wirken gestaffelte Verkäufe bei Anstiegen über etwa EUR 0,20/kg (ab Hof) sinnvoll.
  • Für Händler: Die Basis für deutschen Roggen gegenüber nominalen ukrainischen FOB-Preisen dürfte fest bleiben; der Fokus sollte eher auf der inner­europäischen Logistik und regionalen Spreads als auf spekulativen Schwarzmeerimporten liegen.

3-tägige Richtungsindikation für Preise (EUR)

  • Deutschland (Drentwede, ab Hof Futterroggen): Seitwärts bis leicht fester; eine Spanne von ≈EUR 0,19–0,20/kg wird für die nächsten drei Tage erwartet, wobei lokale Schauer eher ein logistischer als ein fundamentaler Faktor sind.
  • Ukraine (Odessa, FOB Roggen): Nominelle Preise nahezu unverändert bei ≈EUR 0,12/kg, der tatsächliche Handel bleibt jedoch dünn und stark von der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage und der Bedingungen für Transportversicherungen abhängig.
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