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Deutsches Futtergerste-Niveau gibt nach, während Schwarzmeer-Störungen Abwärtsrisiko begrenzen

Deutsches Futtergerste-Niveau gibt nach, während Schwarzmeer-Störungen Abwärtsrisiko begrenzen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für deutsche Futtergerste tendieren durch Erntedruck etwas schwächer, doch Schwarzmeer-Exportrisiken und eine feste EU-Futternachfrage begrenzen das Abwärtsrisiko. Kurzfristiger Ausblick: seitwärts bis leicht schwächer.

Die Preise für Futtergerste in Norddeutschland tendieren etwas schwächer, bleiben jedoch durch das wieder aufflammende Export­risiko im Schwarzmeerraum und eine robuste EU-Futternachfrage gestützt. Die inländischen Ab-Hof-Notierungen haben sich von den Höchstständen der Vorwoche gelöst, doch der Abschlag gegenüber ukrainischer Ware wird weitgehend durch steigende Logistik- und Sicherheitsaufschläge im Schwarzmeerraum ausgeglichen. In den vergangenen zwei Wochen hat sich der Preis für deutsche Futtergerste EXW Drentwede nach einem Anstieg Ende Juli leicht abgeschwächt; das aktuelle Niveau von rund 0,21 EUR/kg spiegelt ein gutes Angebot aus der neuen Ernte und wettbewerbsfähige alternative Futtergetreide wider. Gleichzeitig haben verstärkte russische Angriffe auf die Infrastruktur im Raum Odessa sowie vorübergehende Aussetzungen von Handelsschiffs­ankünften in den wichtigsten ukrainischen Schwarzmeerhäfen eine Risikoprämie auf Getreide aus dem Schwarzmeerraum gelegt und begrenzen so das Abwärtspotenzial für EU-Gerste. Das Wetter in Norddeutschland ist für den Erntefortschritt günstig, was auf ein zusätzliches physisches Angebot in der Nahfrist hindeutet, allerdings ohne nennenswerten Ertragsstress.

Prices

Deutsche Futtergerste (max. 14 % Feuchtigkeit, EXW Drentwede) notiert derzeit bei rund 0,21 EUR/kg, etwa 2 % unter dem Hoch Ende Juli und leicht über dem Niveau von Mitte Juli, was auf eine flache Korrektur innerhalb eines insgesamt festeren Julitrends hindeutet.

Indikative Preise für ukrainische Futtergerste aus Odessa und Binnen­drehkreuzen bleiben nominal deutlich günstiger, werden jedoch zunehmend durch höhere Frachtraten, Kriegsrisiko-Versicherungen und Logistikverzögerungen infolge von Angriffen auf Hafen- und Logistikinfrastruktur in der Region Odessa sowie Unterbrechungen der Handelsschiffs­anläufe in Schwarzmeerhäfen belastet. Dies verringert den effektiven gelandeten Preisabschlag in EU-Zielmärkten.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Supply & Demand

Die Fundamentaldaten für Gerste in der EU bleiben relativ komfortabel: Die jüngsten offiziellen Projektionen deuten weiterhin auf eine höhere EU-Produktion 2025/26 und einen größeren Futterverbrauch im Vergleich zu den Vorjahren hin, wodurch die Gesamtversorgung trotz eines regen Exportgeschäfts ausreichend bleibt. In Deutschland ist die Wintergerstenernte in den wichtigsten nördlichen Regionen weit fortgeschritten und führt frische Mengen in die Futterkanäle.

Die Ukraine bleibt ein entscheidender marginaler Lieferant von Futtergerste für die internationalen Märkte, insbesondere in den Nahen Osten und nach China. Jüngste Analysen deuten darauf hin, dass zwar die Gerstenanbaufläche der Ukraine 2026/27 leicht zurückgehen könnte, das Exportpotenzial jedoch voraussichtlich robust bleibt, gestützt durch eine starke chinesische Nachfrage, sofern es die Logistik zulässt. Anhaltende Sicherheitsrisiken rund um die Häfen von Odessa untergraben jedoch die Verlässlichkeit dieser Ströme und könnten die Nachfrage zeitweise zurück auf EU-Herkünfte lenken.

Weather & Harvest Outlook (DE Focus)

Kurzfristige Wetterprognosen für Norddeutschland (Region Niedersachsen/Bremen) zeigen überwiegend trockene bis teils bewölkte Bedingungen mit nur leichten, vereinzelten Schauern und moderaten Temperaturen in den kommenden Tagen, was insgesamt günstig ist, um die Gerstenernte abzuschließen und die Logistik nach der Ernte zu unterstützen. Die Bodenfeuchte ist in den meisten Anbaugebieten ausreichend, sodass Ertragssorgen derzeit begrenzt sind.

Mit dem Fortschritt der Ernte unter überwiegend stabilen Wetterbedingungen sollte die kurzfristige physische Verfügbarkeit zunehmen, insbesondere für Futterqualitäten. Dies übt tendenziell leichten Abwärtsdruck auf die lokalen Kassapreise aus, wobei jedoch ein starker Preisrückgang voraussichtlich durch externe Risikofaktoren im Schwarzmeerraum und generell feste Futtergetreidekomplexe abgefedert wird.

Key Drivers & Fundamentals

  • EU-Bilanz: Steigende EU-Gersteproduktion und höherer Futterverbrauch halten die Lagerbestände komfortabel, aber nicht belastend, was einen seitwärts bis leicht weichen Preisverlauf nahelegt, solange die Exportnachfrage nicht deutlich anzieht.
  • Logistikrisiko im Schwarzmeerraum: Intensivere russische Angriffe und daraus resultierende Aussetzungen von Handelsschiffs­ankünften in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen erhöhen die Kriegsrisiko-Prämien und könnten die Gerstenexporte aus Odessa zeitweise einschränken.
  • Exportpotenzial der Ukraine: Mittelfristige Prognosen sehen weiterhin eine solide ukrainische Gerstenexportkapazität, insbesondere wenn die chinesische Nachfrage aktiv bleibt. Dies könnte bei einer Entspannung der Sicherheitslage erneuten Abwärtsdruck auf EU-Preise ausüben.
  • Konkurrenz durch andere Futtergetreide: Die globale Weizenpreis-Volatilität im Zusammenhang mit Ereignissen im Schwarzmeerraum schlägt auf Futtergerste durch und begrenzt ihre Fähigkeit, sich deutlich von Weizen- und Maispreisen abzukoppeln.

Trading Outlook & 3-Day Price View

  • Für deutsche Landwirte: Ziehen Sie in Erwägung, bei den aktuellen Erholungen um 0,21 EUR/kg EXW für Futtergerste stufenweise in Verkäufe einzusteigen, insbesondere wenn die Lagerkapazität knapp ist. Halten Sie einen Teil der Menge unbepreist, angesichts des erhöhten geopolitischen Risikos, das die Preise noch bis in den Spätsommer hinein stützen könnte.
  • Für Futtereinkäufer: Nutzen Sie den aktuellen Erntedruck, um die kurzfristige Bedarfsdeckung zu sichern, behalten Sie jedoch Flexibilität für das 4. Quartal, da weitere Störungen der ukrainischen Exporte den Markt wieder verknappen und die Preise für EU-Herkünfte anheben könnten.
  • Für Händler: Beobachten Sie die Spreads zwischen deutschen EXW- und ukrainischen CPT/FOB-Notierungen; Chancen können sich ergeben, wenn logistische Einschränkungen im Schwarzmeerraum den scheinbaren Preisvorteil ukrainischer Gerste in nahe gelegene EU-Zielmärkte weiter aushöhlen.

3-Tages-Richtungsausblick (EUR, nur Richtung):

  • Deutschland (EXW nördliche Regionen): Leicht schwächer bis seitwärts (moderater Erntedruck).
  • Ukraine (CPT/FOB Raum Odessa): Seitwärts mit Aufwärtsrisiko bei weiteren Schiffsunterbrechungen oder Sicherheitsvorfällen.
  • Nahe EU-Futtergerste-Benchmarks: Seitwärts, im Fahrwasser der Weizenvolatilität und der Schlagzeilen aus dem Schwarzmeerraum.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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