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Erbsenmarkt bleibt fest, da Risiken im Schwarzen Meer die Vorsicht der Importeure verstärken

Erbsenmarkt bleibt fest, da Risiken im Schwarzen Meer die Vorsicht der Importeure verstärken

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kurze Analyse des Erbsenmarkts: stabile britische FOB-Preise, niedrigere ukrainische FCA-Werte, Störungen der Exporte aus dem Schwarzen Meer und kurzfristiger Ausblick für europäische Käufer.

Die Preisniveaus am Erbsenmarkt bleiben insgesamt weitgehend stabil: Britische Marrowfat- und Grünerbsen notieren unverändert, während ukrainische Exportwerte vor dem Hintergrund steigender Risiken im Schwarzen Meer leicht nachgegeben haben. Kurzfristig sehen Käufer keinen unmittelbaren Mangel, doch die unsichere Logistik aus der Ukraine sowie die erhöhte Volatilität an den Getreidemärkten führen dazu, dass Importeure eher vorsichtig agieren, anstatt aggressiv Bestände aufzustocken. Die fundamentale Nachfrage nach Erbsen bleibt durch Lebensmittel- und Futterverwendung gestützt, dennoch deuten die aktuellen Signale auf einen Käufermarkt für Herkünfte aus dem Schwarzmeerraum und auf eine ausgeglichenere Situation für britische Ware hin. Exportrouten aus der Ukraine sind durch Angriffe auf Häfen und Umleitungsprobleme eingeschränkt, was die FOB-/FCA-Angebote trotz niedrigerer lokaler Erzeugerpreise dämpft. Marktteilnehmer sollten Fracht-, Versicherungs- und Währungsentwicklung genau verfolgen, da diese in den kommenden Wochen die Preisabstände für geliefert-EU stärker beeinflussen könnten als die reinen Erbsenwerte.

Preise

Die jüngsten Indikationen in EUR zeigen für britische Erbsen eine Seitwärtsbewegung und für ukrainische Herkünfte eine leichte Schwäche in den vergangenen drei Wochen.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Die Werte für britische Marrowfat-Erbsen liegen weiterhin bei rund 1,25 EUR/kg FOB London und sind damit gegenüber Ende Juli weitgehend unverändert. Grünerbsen aus dem Vereinigten Königreich werden knapp unter 1,00 EUR/kg gehandelt, ebenfalls praktisch unverändert. Ukrainische grüne und gelbe Erbsen ab Odesa (FCA) haben Anfang August um rund 0,02–0,03 EUR/kg nachgegeben, was den Druck durch eingeschränkte Exportkapazitäten und schwache lokale Gebote widerspiegelt.

Angebot & Nachfrage

Die Verfügbarkeit von Erbsen in Europa und im Vereinigten Königreich wirkt komfortabel. Erste Ernteberichte deuten auf ein ausreichendes Angebot und eine akzeptable Qualität in den wichtigsten Anbaugebieten hin. Aktuelle agronomische Berichte für den britischen Sommerackerbau heben im Vorfeld der Mitte des Jahres überwiegend günstige Wachstumsbedingungen hervor und stützen durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Ertragserwartungen für Erbsen in der Ernte 2026. 

Die Ukraine bleibt eine wichtige Herkunft für preislich wettbewerbsfähige grüne und gelbe Erbsen. Russische Angriffe auf Häfen und Infrastruktur im Raum Odesa haben die Exportkapazität am Schwarzen Meer jedoch drastisch reduziert. Offizielle und brancheninterne Schätzungen deuten darauf hin, dass die ukrainischen Agrarausfuhren 2026/27 im Vergleich zu früheren Erwartungen etwa halbiert werden könnten, wobei alternative Fluss- und Landrouten nur rund 50 % der üblichen seeseitigen Volumina ersetzen können. 

Für Erbsen bedeutet dies, dass physische Ware zwar vorhanden ist, jedoch zunehmend im Inland gebunden bleibt. Das hält FCA-/Odesa-Angebote unter Druck, erhöht aber gleichzeitig das logistische Risiko für Lieferungen nach Europa. Importeure in der EU und im Mittelmeerraum wägen daher die Attraktivität der niedrigen nominalen ukrainischen Preise gegen mögliche Lieferverzögerungen sowie höhere Frachtzuschläge und Versicherungskosten ab.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Die breiteren Getreide- und Ölsaatenmärkte stehen durch die Eskalation der Angriffe im Schwarzen Meer erneut unter Druck. Jüngste ukrainische Angriffe auf russische Exportterminals in Novorossiysk haben Schätzungen zufolge vorübergehend einen mittleren zweistelligen Prozentsatz der russischen Schwarzmeer-Getreidekapazität stillgelegt und verstärken die Sorgen um regionale Warenströme und Frachtraumverfügbarkeit für alle Schüttgüter. 

Gleichzeitig warnen die ukrainischen Behörden, dass ohne verbesserte Exportbedingungen Getreide- und Ölsaatenüberschüsse bis Oktober die Lager füllen und die Fähigkeit der Landwirte zur Finanzierung der Herbstaussaat einschränken könnten. Vor diesem makroökonomischen Hintergrund geraten auch Erbsen unter Druck: Landwirte mit Liquiditätsengpässen könnten niedrigere Gebote akzeptieren, um Körnerleguminosen abzusetzen. Dies begrenzt die FCA-Preise strukturell nach oben, selbst wenn die Exportlogistik schwierig bleibt. 

Auch die Währung bleibt ein wichtiger Treiber. Eine weitere Abschwächung der ukrainischen Hrywnja gegenüber dem Euro würde lokale Kosteninflation voraussichtlich ausgleichen und Erbsen aus dem Schwarzmeerraum preislich attraktiv halten. Im Gegensatz dazu stützen relativ stabile Produktionskosten im Vereinigten Königreich und eine festere Inlandsnachfrage nach hochwertigen Marrowfat-Erbsen in Lebensmittelqualität das höhere und robustere FOB-Preisniveau in London.

Wetterausblick (Schlüsselregionen)

  • Vereinigtes Königreich: Aktuelle Prognosen deuten auf jahreszeitlich typische, gemischte Spätsommerbedingungen hin. Zeitweilige Schauer stützen die Bodenfeuchte und wirken sich insgesamt neutral auf die Erbsenernte aus. Für die Kernanbaugebiete werden in den kommenden Tagen derzeit keine größeren Hitze- oder Dürrebelastungen signalisiert. 
  • Ukraine: Das Wetter stellt kurzfristig einen geringeren Engpass dar als der Hafenzugang. Jedoch könnten lokale Starkniederschläge die Erntearbeiten in der Spätphase und den Straßentransport erschweren und damit die bestehenden Probleme an Häfen und Korridoren zusätzlich verstärken.

Kurzfristprognose & Handelsausblick

In den nächsten 2–4 Wochen dürfte der Erbsenmarkt innerhalb einer Spanne verharren, wobei regionale Spreads stärker von Logistik und Qualität als von einem absoluten Angebotsmangel bestimmt werden. Britische FOB-Preise sollten innerhalb der aktuellen Bandbreiten fest bleiben, während ukrainische FCA-Werte unter Druck stehen könnten, sofern sich die Zuverlässigkeit der Exportkorridore nicht sichtbar verbessert.

  • Importeure (EU / Mittelmeerraum):
    • Die aktuelle Schwäche der ukrainischen FCA-Werte für eine Teilabsicherung nutzen, zugleich aber den Herkunftsmix mit britischen oder anderen europäischen Erbsen diversifizieren, um Logistikrisiken zu begrenzen.
    • Einkäufe staffeln und soweit möglich Frachtraten frühzeitig fixieren; die Volatilität der Lieferkosten dürfte die Veränderungen der reinen Erbsenpreise übersteigen.
  • Erzeuger (UK & EU):
    • Britische Anbauer sollten bei Prämien für Marrowfat-Erbsen in Lebensmittelqualität eine klare Linie verfolgen; der Preisabstand zu Futter- bzw. Grünerbsen ist durch Qualität und stabile Nachfrage gerechtfertigt.
    • Ukrainische Landwirte sollten Vorwärtsverkäufe prüfen, wo der Lagerraum im Inland knapp ist, und dabei Verträge mit klaren Verschiffungsfenstern und verlässlichen Routen priorisieren.
  • Händler:
    • Die Entwicklungen in der Schifffahrt im Schwarzen Meer täglich beobachten; jede Wiederöffnung oder weitere Störung der Hafeninfrastruktur kann rasch Basen und Frachtkosten bewegen, noch bevor sich die flachen Preise ändern.
    • Cross-Commodity-Signale von Weizen und Gerste im Blick behalten; starke Aufwärtsbewegungen dort könnten die Erbsenpreise stützen, wenn Käufer auf alternative Protein- und Stärketräger ausweichen.

3-Tage-Richtungsausblick (in EUR)

  • Britische Erbsen, FOB London (Marrowfat, grün): Stabil bis leicht fester; das enge Premiumsegment und eine stetige Inlandsnachfrage stützen die aktuellen Spannen.
  • Ukrainische Erbsen, FCA Odesa (grün, gelb): Leichter Abwärtsdrift oder stabil; Logistikrisiken halten Käufer zurück, mit begrenztem Spielraum für eine kurzfristige Preis­erholung.
  • Geliefert EU (gemischte Herkünfte): Überwiegend stabile Flat-Preise, jedoch mit Potenzial für breitere Basis- und Frachtspannen in Abhängigkeit von Nachrichtenlage und Schlagzeilen zum Schwarzen Meer.
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