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Futtermalzgerste in Deutschland stabil, während ukrainische Exportwerte nachgeben

Futtermalzgerste in Deutschland stabil, während ukrainische Exportwerte nachgeben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für deutsche Futtermalzgerste bleiben stabil, während ukrainische Exportwerte angesichts hoher Versorgung und Vorverkäufen nachgeben. Kurzfristiger Ausblick und 3‑Tage-Preisprognose.

Die Preise für Futtermalzgerste in Norddeutschland halten sich weitgehend stabil, während die ukrainischen Exportwerte angesichts reichlicher Versorgung und früher Vorverkäufe leicht nachgeben. Die nahe Spanne zwischen deutschen EXW-Notierungen und ukrainischer Schwarzmeer-Gerste hat sich verengt, wodurch EU-Mischfutterhersteller gut versorgt bleiben, der Spielraum nach oben für heimische Landwirte jedoch begrenzt wird. Der Gerstenmarkt in Deutschland handelt derzeit im Schatten wettbewerbsfähiger Schwarzmeerangebote und einer insgesamt komfortablen EU-Getreidebilanz. In Norddeutschland wird Futtermalzgerste zur kurzfristigen Lieferung mit rund niedrig‑0,20 €/kg ab Hof gehandelt, wobei lokale Angebote in Niedersachsen leicht darunter liegen – ein Spiegelbild der schwachen Futtergetreidenachfrage und einer guten Verfügbarkeit auf den Betrieben. In der Ukraine haben Händler bereits bis zu 700.000 Tonnen Gerste für den Export 2026/27 kontrahiert, was auf eine starke Exportorientierung hindeutet und den Preisdruck im Schwarzmeerraum weiter verstärkt. Kurzfristig stellen daher vor allem Wetter und Logistik – weniger die Fundamentaldaten – die wichtigsten Preisrisikofaktoren dar.

Preise & Spannen

Spot- und kurzfristige Werte (in EUR/kg umgerechnet) zeigen einen moderaten Aufschlag für deutsche Ware gegenüber ukrainischer Futtermalzgerste aus dem Schwarzmeerraum, doch die Spanne hat sich in den vergangenen Wochen verringert. Die innerukrainischen Gerstenpreise werden auf Erzeugerebene bei etwa 0,13–0,14 EUR/kg angegeben und liegen damit deutlich unter EU-Niveau, was die Exportwettbewerbsfähigkeit der Schwarzmeerherkunft unterstreicht.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Der geringe Abschlag für deutsche Futtermalzgerste gegenüber einigen genannten Schwarzmeer-FCA-Niveaus wird weitgehend durch die Binnenlogistik aufgewogen, sodass importierte Gerste vor allem für Verbraucher an der Küste und entlang der Donau attraktiv bleibt. Da die gesamte EU-Getreideproduktion für 2026 rund 6 % unter dem Vorjahresniveau erwartet wird, profitiert Gerste zwar von einer gewissen strukturellen Unterstützung, doch schlägt sich dies bislang nicht in einer ausgeprägten kurzfristigen Rallye der Spotpreise nieder.

Angebot, Nachfrage & Handelsströme

Auf der Angebotsseite wird die gesamte Getreideerzeugung der EU‑27 für 2026 auf rund 275 Mio. Tonnen geschätzt, ein Rückgang von 6 % im Jahresvergleich, wobei Gerste aufgrund einer leicht reduzierten Anbaufläche und lediglich durchschnittlicher Erträge zum Rückgang beiträgt. Die Ukraine hingegen rechnet damit, ihre gesamte Getreide- und Ölsaatenernte in diesem Jahr auf rund 83,6 Mio. Tonnen zu steigern, darunter etwa 5,2 Mio. Tonnen Gerste nach 4,9 Mio. Tonnen im Jahr 2025.

Das Forward-Geschäft in der Ukraine ist rege: Händler haben bereits bis zu 700.000 Tonnen Gerste für den Export in der Saison 2026/27 verkauft und zeigen damit Vertrauen in die Exportlogistik trotz anhaltender regionaler Sicherheitsrisiken. Zudem melden die ukrainischen Behörden die Erschließung von 23 neuen Agrar-Exportdestinationen in der ersten Hälfte 2026, was die Absatzkanäle nach und nach diversifizieren und die Abhängigkeit von wenigen Hauptabnehmern verringern dürfte. Diese Kombination aus größerer Ernte und aktivem Vermarktungsverhalten setzt eine Obergrenze für die Schwarzmeerpreise und begrenzt damit indirekt das Aufwärtspotenzial für deutsche Futtermalzgerste.

Wetter & Bestandsentwicklung (Fokus Deutschland)

Das Wetter in Deutschland zeigte sich im Frühjahr sehr wechselhaft; viele Regionen meldeten häufige Niederschläge und nur kurze Wärmephasen, wodurch die Böden im Allgemeinen gut mit Feuchtigkeit versorgt sind. In der kommenden Woche wird jedoch eine ausgeprägte Hitzewelle über Süddeutschland erwartet, was Bedenken hinsichtlich Hitzestress während der späten Kornfüllungsphase bei Sommergerste in besonders exponierten Lagen aufkommen lässt.

Für Norddeutschland – einschließlich Niedersachsen und der umliegenden Futtermalzgersten-Regionen – deuten die kurzfristigen Prognosen auf wärmere, trockenere, aber zunächst noch nicht extreme Bedingungen in den nächsten Tagen hin. Dies dürfte eine zügige Bestandsentwicklung und Feldarbeiten begünstigen, ohne die Erträge unmittelbar zu beeinträchtigen. Wetter stellt damit für Juli–August ein moderates Aufwärtsrisiko für die Preise dar, falls sich die Hitze nach Norden ausweitet; im 3‑Tage-Horizont bleibt der Einfluss auf Ertragserwartungen und Spotpreise jedoch weitgehend neutral.

Wichtige Markttreiber im Blick

  • EU-Getreidebilanz: Die Prognose Cocerals einer um 6 % kleineren EU‑27-Getreideernte 2026 könnte die Gesamtbilanz im weiteren Saisonverlauf verknappen und damit indirekt die Futtermalzgerste stützen, sobald die neuen Erntemengen vollständig eingepreist sind.
  • Ukrainisches Exporttempo: Höhere ukrainische Gerstenerträge und eine aggressive Vorkontraktierung halten die Exportströme kräftig in Gang, verankern die Schwarzmeerpreise und begrenzen den Preisdruck nach oben in der EU.
  • Futternachfrage: Schwache Rentabilität der EU‑Viehwirtschaft und relativ günstige alternative Futtergetreide dämpfen die Spotnachfrage nach Gerste in Futterrationen, insbesondere in den Schweine- und Rindersektoren Deutschlands, und tragen zu einer seitwärts gerichteten Preisentwicklung bei.
  • Logistik & Sicherheit: Auch wenn dies in den letzten drei Tagen nicht in den Schlagzeilen stand, würden erneute Störungen der Schwarzmeer-Exportkorridore den Abstand zwischen deutscher und ukrainischer Gerste rasch vergrößern.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Deutsche Landwirte: Es bietet sich an, einen Teil der erwarteten neuen Futtermalzgerstenernte vorzuverkaufen, falls lokale Gebote in den Bereich Mitte‑0,20 €/kg ab Hof vorstoßen oder diesen übertreffen – insbesondere in Regionen mit durchschnittlichen bis guten Ertragsperspektiven und begrenzten Lagerkapazitäten am Hof.
  • Mischfutterhersteller (Deutschland/Benelux): Eine ausgewogene Absicherungsstrategie beibehalten; die aktuellen Spannen gegenüber ukrainischer und anderer Schwarzmeerware bleiben attraktiv, doch das Chance-Risiko-Profil eines weiteren Abwartens ist angesichts potenzieller Wettervolatilität begrenzt.
  • Händler: Die FOB-/FCA-Basis Schwarzmeer/Odessa eng verfolgen; da die ukrainischen Verkäufe bereits weit fortgeschritten sind, erscheint das kurzfristige Abwärtspotenzial begrenzt, während Aufwärtsspielraum in hohem Maß von logistischen oder geopolitischen Schocks abhängen wird.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (EUR, Tendenz)

  • N-Deutschland (Niedersachsen, EXW Futtermalzgerste): ~0,18 €/kg; erwartet stabil, da sich lokales Angebot und Nachfrage die Waage halten.
  • Schwarzes Meer, Ukraine (Odessa FCA/FOB Futtermalzgerste, EUR‑Äquivalent): ~0,19–0,22 €/kg; Tendenz leicht weicher bis seitwärts bei reichlichem Angebot und anhaltend reger Exportnachfrage.
  • Binnenlage Deutschland (Futterverbraucher): Gelieferte Futtermalzgerstenkosten dürften seitwärts tendieren, mit nur geringen, frachtbedingten Schwankungen und begrenztem Einfluss der breiteren Getreidemärkte in den nächsten drei Tagen.
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