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Gerste tendiert in DE und UA leichter nach unten, da Erntedruck der neuen Ernte zunimmt

Gerste tendiert in DE und UA leichter nach unten, da Erntedruck der neuen Ernte zunimmt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenpreise in Deutschland und der Ukraine tendieren wegen Erntedruck der neuen Ernte, stabiler Schwarzmeer-Exporte und ruhiger Wetterlage nach unten. Kurzfristiger Ausblick bleibt leicht bärisch.

Die Gerstenpreise in Deutschland und der Ukraine geben leicht nach, da der frühe Erntedruck und gut funktionierende Exportlogistik das Aufwärtspotenzial begrenzen – trotz eines insgesamt weitgehend stabilen globalen Futtermittelgersten‑Komplexes. Sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine sind die nahegelegenen Gerstenpreise in der vergangenen Woche etwas gesunken. Dies spiegelt die frühe Verfügbarkeit der neuen Ernte sowie überwiegend ruhiges Wetter während wichtiger Erntefenster wider. Die globalen Referenzpreise für Gerste waren im Juni überwiegend stabil bis leicht fester, liegen jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau, was die Aufwärtsdynamik begrenzt. Die ukrainischen Schwarzmeerhäfen bleiben trotz anhaltender Sicherheitsrisiken in Betrieb und sichern die Exportkonkurrenz in EU‑ und Mittelmeerziele. Da die Wintergerstenernte im Süden der Ukraine bereits läuft und in wichtigen EU‑Regionen kurz vor der Ausweitung steht, sehen Futtermittelverwender kurzfristig wenig Anlass, dem Markt aggressiv hinterherzulaufen.

Preise

Alle Preise wurden zum Vergleich von EUR/kg in EUR/t umgerechnet (×1.000).

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Auf der globalen Seite blieben die maßgeblichen Gerstenindikatoren im Juni weitgehend stabil, mit Frontmonatspreisen, die im Monatsvergleich nur um rund 0,5 % gestiegen sind und weiterhin fast 4 % unter dem Vorjahresniveau liegen. Dies unterstreicht das bislang fehlende starke bullische Angebotssignal. Bewertungen für Futtergerste an wichtigen EU‑ und Schwarzmeer‑Referenzpunkten (z. B. DAP Constanța und Mailand) Ende Juni entsprechen diesem Bild einer moderaten, bandbreitengebundenen Preisentwicklung.

Angebot & Nachfrage

In der Ukraine hat die Getreide‑ und Ölsaatenernte 2026 in der südlichen Region Odesa bereits begonnen, angeführt von Wintergerste. Frühe offizielle und marktseitige Erwartungen deuten auf eine landesweite Getreide‑ und Ölsaatenernte von 81–83 Mio. Tonnen hin, was für eine komfortable Gerstenverfügbarkeit sprechen würde, sofern später in der Saison keine gravierenden Witterungsrückschläge auftreten.

Die Exportlogistik bleibt ein entscheidender Treiber für ukrainische Gerste. Seit Januar haben die ukrainischen Schwarzmeerhäfen Berichten zufolge rund 35 Mio. Tonnen Fracht umgeschlagen, und mehr als 7.800 Schiffe haben den maritimen Getreidekorridor genutzt und trotz anhaltender russischer Angriffe über 200 Mio. Tonnen Fracht befördert. Während die gesamten ukrainischen Getreide‑ und Leguminosenexporte 2025/26 etwa 10 % unter dem Vorjahresniveau liegen, erreichten die Gerstenexporte 2024/25 dennoch rund 2,3 Mio. Tonnen. Dies zeigt, dass die Ukraine weiterhin ein bedeutender Gerstenlieferant für die globalen Futtermittelmärkte bleibt.

Für Deutschland und die übrige EU deuten offizielle Getreide-Dashboards vom Juni auf insgesamt ausreichende Gerstenangebote hin, ohne unmittelbare Hinweise auf gravierende Produktionsausfälle. Gleichzeitig stützen robuste EU‑„Solidarity Lanes“ und der alternative Schwarzmeer‑Korridor den Zufluss ukrainischen Getreides in die Union. Dies verstärkt die Konkurrenz für inländische Futtergerste und trägt zur jüngsten Abschwächung der deutschen Ab‑Hof‑Preise bei.

Wetter & Ernteausblick (DE, UA)

Im Süden der Ukraine rund um Odesa zeigen kurzfristige Wettermodelle für Ende Juni und Anfang Juli saisonal warme, überwiegend trockene bis mäßig schauerartige Bedingungen, die im Allgemeinen günstig für die laufende Wintergerstenernte und Feldarbeiten sind. Für das unmittelbare Drei‑Tage‑Fenster sind derzeit weder weit verbreitete übermäßige Niederschläge noch Hitzestress angezeigt, was auf begrenzte wetterbedingte Unterstützung für die Preise in der sehr kurzen Frist hindeutet.

In Deutschland wechselten sich zuletzt warme Phasen mit vereinzelten Schauern ab, was zwar in den granularen offiziellen Getreideberichten der letzten drei Tage nicht explizit abgebildet ist, jedoch insgesamt mit normalen Bedingungen zu Beginn der Ernte übereinstimmt. Zusammen mit einer zuvor ausreichenden Bodenfeuchte in wichtigen nördlichen und östlichen Regionen deutet dies auf ein Basisszenario von mindestens durchschnittlichem Ertragspotenzial für Futtergerste hin und verstärkt damit die leicht abwärtsgerichtete Tendenz der lokalen Preise mit dem Auftauchen der neuen Ernte.

Fundamentaldaten & Handelsströme

Fundamental wird der Gerstenkomplex derzeit stärker von den relativen Preisen anderer Futtergetreide als von idiosynkratischen Schocks getrieben. Die globalen Gerstenpreise, die Termin‑ und CFD‑Benchmarks folgen, sind im Monatsvergleich nur leicht gestiegen, liegen jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau und spiegeln damit das Verhalten anderer Futtergetreide wie Mais wider. Dadurch bleibt die Substitution in Futterrationen flexibel, was eine eigenständige Gerstenrallye begrenzt.

Auf der Handelsseite sorgen der funktionierende ukrainische Seekorridor und die überland verlaufenden „Solidarity Lanes“ dafür, dass Schwarzmeergerste trotz erhöhter Sicherheitsrisiken weiterhin zu wettbewerbsfähigen Kosten Käufer im Mittelmeerraum und in der EU erreichen kann. Die EU‑Getreide‑Dashboards zeigen ebenfalls stabile Gerstenexportströme, ohne bislang Hinweise auf gravierende Handelsstörungen innerhalb des Blocks. Zusammen mit den anlaufenden Ernten auf der Nordhalbkugel ergibt sich damit ein kurzfristiger Ausblick mit guter Versorgungslage, der das Aufwärtspotenzial sowohl für ukrainische FOB‑ als auch deutsche EXW‑Notierungen begrenzt.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Futtergetreidekäufer in DE: In Betracht ziehen, die Einkäufe zu staffeln, anstatt die Versorgung frühzeitig vollständig abzusichern. Mit Ab‑Hof‑Preisen in Norddeutschland, die in den Bereich von 180 EUR/t nachgeben, und zunehmendem Erntedruck könnten schrittweise Rückgänge in Richtung oberes 170er‑Niveau je Tonne kurzfristig attraktive Einstiegsgelegenheiten bieten, insbesondere wenn das regionale Wetter kooperativ bleibt.
  • Exporteure und Händler in UA: Aktuelle CPT‑Indikationen in Odesa im oberen 160er‑Bereich EUR/t und FOB‑Niveaus knapp unter 200 EUR/t deuten auf begrenztes Abwärtspotenzial, aber auch gedeckelten Aufwärtsspielraum hin, solange der Korridor normal funktioniert. Es erscheint sinnvoll, Margen bei nahfristigen Verschiffungen abzusichern, während ein Teil der Mengen unbepreist bleibt, um von einer möglichen Verbesserung der Basis nach der Ernte zu profitieren.
  • Integrierte Viehwirtschaft (DE, UA): Die Flexibilität in den Futterrationen zwischen Gerste und alternativen Getreiden aufrechterhalten. Da globale Gerstenpreise weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegen und die Maispreise relativ begrenzt bleiben, besteht Spielraum, Rationen opportunistisch zu optimieren, falls ein kurzfristiger Wetterschock eine Komponente überproportional verteuert.

3‑Tage‑Regionale Preisindikation (Richtung)

  • Deutschland (DE, Ab‑Hof‑Futtergerste): Leicht bärisch bis seitwärts über die nächsten drei Tage. Neue Ernteverfügbarkeit und fehlender Wetterstress deuten auf eine leichte weitere Abschwächung oder eine Konsolidierung um das aktuelle Niveau hin, sofern keine plötzlichen externen Schocks auftreten.
  • Ukraine (UA, CPT/FOB Odesa Futtergerste): Überwiegend seitwärts mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz bei CPT, da die Erntemengen zunehmen, während FOB‑Indikationen aufgrund anhaltender Exportnachfrage und fortgesetzter Nutzung des Korridors weitgehend stabil bleiben dürften.
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