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Gerstenmarkt bleibt stabil, während Schwarzes-Meer-Angebot auf Preise drückt

Gerstenmarkt bleibt stabil, während Schwarzes-Meer-Angebot auf Preise drückt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenfutures an der SFE sind unverändert, während Kassa-Preise im Schwarzmeerraum und der EU angesichts guter Erntefortschritte und schwacher ukrainischer Exportnachfrage leicht nachgeben.

Die Gerstenpreise sind derzeit stabil bis leicht schwächer. Die SFE-Futuren für Futtergerste laufen über die gesamte Kurve hinweg unverändert, und die Kassanotierungen aus dem Schwarzmeerraum stehen aufgrund des reichlichen Angebots und der schleppenden Exportnachfrage unter leichtem Druck. Kurzfristig deutet dies auf einen Seitwärtsmarkt mit leicht fallender Tendenz hin, sofern es nicht zu Wetter- oder politischen Schocks kommt. Die Gerstenmärkte treten in die Phase der neuen Ernte ein – mit ruhigem, aber klar bärischem Unterton. Die australischen SFE-Futuren für Futtergerste zeigen über alle gehandelten Kontrakte hinweg keine tägliche Bewegung, was auf eine abwartende Haltung der Hedger und nicht auf eine akute Knappheit hinweist. Im Schwarzmeerraum begrenzen schwache Nachfrage und erhebliche Übertragsbestände weiterhin die ukrainischen Preise, während frühe Erntehinweise aus der EU auf eine ausreichende Versorgung und nur lokal begrenzte Wetterrisiken hindeuten. Insgesamt folgt Gerste der weichen Tendenz im breiteren Futtergetreidekomplex: Käufer befinden sich in einer günstigen Position, um kurzfristige Deckung zu sichern, während Produzenten nur begrenzte Aufwärtstreiber sehen.

Preise

Die SFE-Futtergerstenkurve (Australien) ist bemerkenswert flach: Juli 2026 bis Mai 2027 notieren bei rund 310–320 AUD/t, die weiter ausstehenden Fälligkeiten Januar 2028 und Januar 2029 liegen bei 336 AUD/t – alles ohne Veränderung zum 30. Juni 2026. Dies deutet auf stabile Preiserwartungen und eine sehr niedrige kurzfristige Volatilität hin.

Umgerechnet zu einem Richtkurs von 1 AUD = 0,60 EUR liegen nahe Termine der SFE-Futtergerste bei etwa 186–192 EUR/t, während das lange Ende der Kurve bei rund 202 EUR/t liegt. Das entspricht in etwa den EU-Kassareferenzen wie spanische Gerste bei rund 189 EUR/t und niederländische Ware um 220 EUR/t, was derzeit weder auf einen ausgeprägten regionalen Auf- noch Abschlag hindeutet.

Aktuelle Brokerangebote zeigen ukrainische Futtergerstensaaten bei rund 169–200 EUR/t, je nach Standort und Konditionen, während deutsche Futtergerste ab Hof bei etwa 180 EUR/t mit einem leichten Rückgang gegenüber der Vorwoche gehandelt wird. Dies bestätigt einen weichen bis seitwärts gerichteten Preistrend an den wichtigsten Ursprüngen, wobei Offerten aus dem Schwarzmeerraum gegenüber den EU-Binnenmärkten wettbewerbsfähig bleiben.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

In der Ukraine stehen die Gerstenpreise unter Druck durch schwache Exportnachfrage, große Übertragsbestände und eine zurückhaltende Nachfrage nach neuer Ernte. Exportpreise zu Schwarzmeerhäfen sind dem Vernehmen nach von etwa 220–222 USD/t auf rund 200 USD/t gefallen, da traditionelle Käufer im Nahen Osten ihre Käufe zurückgefahren haben.

Zusätzliches Angebotsvolumen aus dem Schwarzmeerraum, etwa aus Ländern wie Bulgarien, wird 2026/27 erwartet. Zwar sind die Ernten kleiner, doch bestehen klare Exportambitionen in teils identische Absatzmärkte. Dies verstärkt den Wettbewerb zwischen den Ursprüngen und begrenzt den Spielraum der Ukraine für Preisaufschläge.

Weltweit konkurriert Gerste direkt mit Weizen und Mais in Futterrationen. Das reichliche Angebot an Futtergetreide aus dem Schwarzmeerraum und die relativ weichen EU-Futterweizenpreise verringern den substitutionsgetriebenen Rückenwind für Gerste. Die Nachfrage bleibt stabil, ist aber nicht stark genug, um die Bilanzen spürbar zu verknappen.

Fundamentaldaten & Wetter

Die flache SFE-Terminkurve signalisiert, dass der Markt fundamental keine starken Veränderungen bei Angebot oder Nachfrage für Gerste im Zeitraum 2027–2029 erwartet. Nahe und ferne Fälligkeiten innerhalb einer Spanne von 10–25 EUR/t deuten auf komfortable erwartete Lagerbestände und ein begrenztes wahrgenommenes Wetter- oder Politrisiko im Basisszenario hin.

Aus Wettersicht schreitet die Gerstenernte auf der Nordhalbkugel unter überwiegend günstigen Bedingungen voran. Berichte aus Osteuropa verweisen auf eine aktive Wintergerstenernte (z. B. Polen), während breitere Wetterkommentare für Getreide Hitzewellen mit Schauern an den Rändern hervorheben – bislang jedoch ohne flächendeckend katastrophale Auswirkungen auf Gerste.

In der Ukraine setzen offizielle Mindestexportpreise für Juni zwar eine regulatorische Untergrenze, doch zeigen die tatsächlichen Marktindikationen, dass schwache Auslandsnachfrage und Konkurrenz anderer Schwarzmeerherkünfte die Preisbildung dominieren. Sollte China – wie einige Ausblicke nahelegen – seine Gerstenimporte aus der Ukraine in der zweiten Hälfte 2026 erhöhen, könnte dies die regionale Bilanz straffen und Preisunterstützung liefern. Eine derartige Nachfrage hat sich jedoch bislang noch nicht in größerem Umfang materialisiert.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

In den kommenden Wochen dürften sich die Gerstenmärkte überwiegend in einer Handelsspanne bewegen, wobei lokale Wetterschrecken oder Logistikstörungen die wichtigsten potenziellen Preistreiber auf der Oberseite darstellen. Ansonsten sprechen das reichliche Angebot aus dem Schwarzmeerraum und der stetige Erntefortschritt in der EU für anhaltend käuferfreundliche Bedingungen.

  • Futterkäufer (EU & MENA): Nutzen Sie die aktuelle Schwäche, um die Deckung für Q3–Q4 2026 auszuweiten, insbesondere aus Schwarzmeerherkünften, wo die Preise nahe jüngster Tiefstände liegen. Staffelkäufe in Tranchen können sinnvoll sein, um von kurzfristigen Wetterrallyes profitieren zu können.
  • Produzenten (EU & Ukraine): Sichern Sie einen Teil der erwarteten Produktion 2026/27 über die flache SFE- und lokale Terminstruktur ab, um das aktuelle Niveau festzuschreiben, und behalten Sie – sofern verfügbar – über Optionen etwas Aufwärtspotenzial, angesichts einer möglichen späteren Nachfragebelebung aus China oder überraschender Wetterereignisse.
  • Händler: Beobachten Sie die Basisdifferenzen zwischen Schwarzmeer-FOB/CPT und EU-Binnenmärkten; der derzeitige Abschlag begünstigt exportorientierte Strategien, doch Veränderungen bei Frachtraten, Politik oder Ausschreibungen können die Ströme rasch neu ausbalancieren.

3‑Tage-Richtungseinschätzung

  • SFE-Futtergerste (Australien): Seitwärts; Terminstruktur und ausbleibende Tagesbewegung sprechen für weiter flachen Handel umgerechnet bei etwa 186–192 EUR/t.
  • Futtergerste Schwarzmeer (Ukraine): Leicht bärisch; hohe Bestände und schwache Exportnachfrage üben weiter leichten Abwärtsdruck aus, auch wenn ein Großteil des Rückgangs bereits eingepreist sein dürfte.
  • EU-Kassagerste (Spanien, Deutschland, Niederlande): Überwiegend seitwärts; leichte Aufwärtstendenz in Spanien steht im Kontrast zu weicheren Preisen ab Hof in Deutschland, sodass der Gesamttenor in der Region neutral bis leicht schwach bleibt.
BASIC
Live-Chart
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