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Gerstenmärkte stabil an den Terminbörsen, fester im EU-Physischen Handel, während Schwarzmeer-Exporte hinterherhinken

Gerstenmärkte stabil an den Terminbörsen, fester im EU-Physischen Handel, während Schwarzmeer-Exporte hinterherhinken

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Konzise Gerstenmarktanalyse: flache SFE-Futures, steigende EU-Spotpreise, schwächere ukrainische Notierungen und begrenzte Schwarzmeer-Exporte stützen einen leicht bullischen Ausblick für Futtergerste.

Die Gerstenmärkte zeigen sich derzeit ausgeglichen bis leicht fester: Terminpreise auf der Südhalbkugel sind unverändert, die Erzeugerpreise in der EU ziehen leicht an, während ukrainische und Schwarzmeer-Notierungen weiter im Abschlag bleiben, jedoch durch die allgemein festen Futtergetreidemärkte gestützt werden. Futtergersten-Geschäfte in Europa weisen einen leichten Aufwärtstrend auf, bedingt durch knappere Getreidebilanzen nach Hitzeschäden, obwohl die Exportnachfrage aus der Schwarzmeerregion zum Beginn der Saison 2026/27 schleppend anläuft. Inländische deutsche Angebote sind im Monatsvergleich um rund 10 % gestiegen, während sich die ukrainischen FOB-Werte aufgrund logistischer Hürden und Exportbeschränkungen abgeschwächt haben. Bei unveränderten SFE-Gerstenfutures entlang der gesamten Kurve signalisiert der Markt ein reichliches globales Angebot, aber steigende regionale Risikoaufschläge in Europa.

Preise

Die SFE-Futtergerstenkurve ist flach, alle Kontrakte blieben am 19. August 2026 unverändert: Sep-26 bei 308 AUD/t, Nov-26 bei 315 AUD/t, Jan-27 bei 337 AUD/t und weiter bis Jan-29 bei 354 AUD/t. Es wurde kein Umsatz gemeldet, was auf ein ruhiges Terminmarktumfeld und eine begrenzte neue Preisfindung an dieser Börse hinweist.

In Deutschland (Drentwede, ab Hof, Futterqualität 14 % Feuchte) hat sich Spot-Gerste von etwa 195 EUR/t am 24. Juli auf 217 EUR/t am 19. August 2026 verteuert, ein Anstieg von rund 11 % innerhalb von vier Wochen. In Belgien erreichten die Erzeugerpreise für nicht zertifizierte Wintergerste am 17. August 188 EUR/t, etwa 4 % höher auf Wochensicht, was einen breiteren Festigungstrend in Europa bestätigt.   

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

*Ungefähres EUR-Äquivalent von 190,3 USD/t bei ~1,09 EUR/USD.

Angebot & Nachfrage

Aktuelle USDA- und Branchendaten deuten auf eine höhere Gerstenproduktion 2026/27 in den wichtigsten Exportländern Russland, Kanada und Ukraine hin, wodurch die weltweite Verfügbarkeit trotz regionaler Witterungsprobleme komfortabel bleibt. Gleichzeitig zeigt der EU-Getreidehandel zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 einen deutlich schwächeren Start bei den Gerstenexporten, während die Maisimporte zunehmen. Dies deutet auf relativ reichliche Futtergetreidebestände innerhalb der EU und eine langsamere Nachfrage aus Drittländern hin.  

In Europa haben Hitzewellen im Juni und lokale Trockenperioden die Gesamtgetreideerzeugung reduziert und die Verfügbarkeit von Stroh und Futter in südlichen Regionen verengt, was die Futterkosten für Viehhalter erhöht. Gleichwohl hat eine stärkere Produktion in Teilen Osteuropas und der Ukraine einige dieser Ausfälle kompensiert, wodurch das Exportpotenzial für Gerste robust bleibt und der Abwärtsdruck auf Preise mit Ursprung Schwarzmeer anhält.

Fundamentaldaten & Wetter

Die Erzeugerpreise für Gerste in der EU ziehen sich von relativ niedrigen Niveaus an, da der Markt die Getreidebilanzen nach Hitzeschäden in Deutschland und knapper Futterverfügbarkeit in Spanien und anderen südlichen Regionen neu bewertet. Der Anstieg des belgischen Wintergerstenpreises über 185 EUR/t Mitte August und der stetige Anstieg der deutschen Preise über 210 EUR/t spiegeln diese Neubewertung der Futtergetreide wider.   

Im Gegensatz dazu stehen ukrainische Preise weiterhin unter Druck angesichts logistischer Risiken und gestörter Schwarzmeer-Exporte, mit FCA- und FOB-Notierungen in Odessa um 160–167 EUR/t. Ein zusammengesetzter Index für FOB-Gerste in der weiteren Schwarzmeer-/Kaspischen Region liegt bei rund 174 EUR/t und unterstreicht damit den deutlichen Abschlag gegenüber den EU-Inlandsmärkten sowie die Rolle der Ukraine und Russlands als Preisanker für Futtergerste auf dem Weltmarkt.

Aus Wettersicht ist die Hauptgerstenernte auf der Nordhalbkugel weitgehend abgeschlossen, sodass kurzfristige Wetterrisiken begrenzt sind. Anhaltende Trockenheit in Teilen Europas könnte jedoch die Nachfrage nach Stroh und Futter stützen und damit indirekt die Gerste untermauern, während jede Verschärfung von Exportstörungen im Schwarzmeerraum die kurzfristige Versorgung in Europa rasch verengen würde – trotz reichlicher globaler Bestände.

Ausblick & Handelsempfehlungen

Bei seitwärts tendierenden SFE-Futures und im EU-Physischen Handel langsam von niedrigem Niveau steigenden Preisen spricht der kurzfristige Ausblick für eine leicht bullische Tendenz bei europäischer Futtergerste. Treiber sind knappe lokale Futterbedingungen und langsame EU-Exporte zu Beginn der Saison, nicht jedoch eine globale Angebotssqueeze. Ursprünge aus dem Schwarzmeerraum und der Ukraine dürften im Abschlag bleiben, werden aber durch hohe Mais- und Weizenpreise sowie anhaltende Fracht- und Versicherungsrisiken gestützt.

  • Mischfutterhersteller (EU): Erwägen Sie, einen Teil der Bedarfsdeckung für Q4 2026 und Q1 2027 vorzuziehen, solange deutsche und belgische Preise unter 190–220 EUR/t liegen, da bei anhaltend eingeschränkten Schwarzmeer-Exporten weiteres Aufwärtspotenzial besteht.
  • Erzeuger (Deutschland/Benelux): Nutzen Sie die aktuelle Stärke über 210 EUR/t, um schrittweise in Verkäufe zu gehen, behalten Sie jedoch einen Teil der Tonnage unbepreist, angesichts des Potenzials für weitere Aufschläge bei logistischen Störungen oder einem festeren Maismarkt.
  • Importeure (MENA/Asien): Beobachten Sie die FOB-Abschläge aus dem Schwarzmeerraum gegenüber EU-Ursprüngen; die aktuellen Spannen sprechen für anhaltende Käufe aus der Ukraine/Russland, doch ist mit Volatilität durch geopolitische oder Fracht-Schocks zu rechnen.

3-Tage-Preisindikation

  • Deutschland (EXW Futtergerste): Leicht fester Bias um 215–220 EUR/t, da Käufer die verbleibenden Neuerntemengen sichern.
  • Ukraine (FCA/FOB Futtergerste): Überwiegend seitwärts nahe 150–170 EUR/t, mit begrenztem Aufwärtspotenzial, bis sich die Exportströme normalisieren.
  • Schwarzmeer-FOB-Index: Stabil bis leicht fester um das Äquivalent von 170–175 EUR/t, im Gleichschritt mit der allgemeinen Stärke der Futtergetreidemärkte.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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