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Gerstenmarkt bleibt stabil, da EU-Futterversorgung komfortabel ist

Gerstenmarkt bleibt stabil, da EU-Futterversorgung komfortabel ist

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenpreise bleiben weitgehend stabil mit leichter Schwäche in den EU-Kassamärkten, da starke Ernten 2025/26 die Futterversorgung trotz regionalen Wetterstresses komfortabel halten.

Die Gerstenmärkte zeigen sich derzeit stabil bis leicht schwächer, mit unveränderten Terminkursen über die gesamte Kurve an der Börse in Sydney und moderaten Abwärtsanpassungen bei jüngsten europäischen Kassaangeboten. Komfortable Futtergerstenbestände in der EU und im Schwarzmeerraum gleichen lokalen Wetterstress aus und begrenzen kurzfristig Kursrallyes. Nach einer wetterbedingten Rallye bei Futtergetreide zu Beginn der Saison befindet sich Gerste nun in einer Konsolidierungsphase. Die neue Ernte in Europa und im Schwarzmeerraum hat das Bild eines reichlichen Angebots 2025/26 weitgehend bestätigt, während die Exportströme aus der EU und Russland aktiv bleiben. Gleichzeitig sind die Kassapreise in Deutschland und der Ukraine in den vergangenen Wochen zurückgegangen, was auf starkes Ab-Hof-Verkaufsinteresse und wettbewerbsfähige Ursprünge aus dem Schwarzmeerraum hinweist. Mit Blick nach vorn bleiben Wetter und Exportnachfrage, insbesondere aus Nordafrika und dem Nahen Osten, die wichtigsten Einflussfaktoren für Futtergerste.

Preise

Die Futtergerstenkontrakte an der Sydney Futures Exchange (SFE) notieren zum 3. August 2026 über die gesamte Kurve bemerkenswert flach und unverändert: September 2026 bei 308 AUD/t, mit einem allmählichen Anstieg auf 342 AUD/t für Mai und Juli 2027 sowie 354 AUD/t für Januar 2028 und Januar 2029 – alle ohne Veränderung zum Vortag und ohne gemeldetes Volumen. Dies deutet auf einen ruhigen Terminmarkt mit wenig neuer, richtungsweisender Überzeugung hin.

Am europäischen physischen Markt (umgerechnet in EUR, bei angenommener Relation 1 AUD ≈ 0,60 EUR) entspricht der SFE‑Kontrakt Sep 2026 grob 185–190 EUR/t auf Exportparitätsbasis. Dem gegenüber stehen jüngste Spotangebote für deutsche Futtergerste in Drentwede bei etwa 0,21 EUR/kg (≈210 EUR/t ab Hof/EXW) am 31. Juli, leicht unter dem Niveau von 0,214 EUR/kg vom 30. Juli. Ukrainische Futtergerstenangebote sind im Verlauf des Juli gesunken: FCA/Odesa- und Kiew‑Werte liegen bei etwa 0,16–0,178 EUR/kg (≈160–180 EUR/t), nach 0,18–0,19 EUR/kg Mitte Juli, was die Wettbewerbsfähigkeit der Schwarzmeerherkunft unterstreicht.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Nur indikative EUR‑Umrechnung und Exportparität.

Angebot & Nachfrage

Das Gerstenangebot in der EU 2025/26 gilt als komfortabel, mit einer Produktion von rund 55–56 Mio. t und einem der höchsten Endbestände des letzten Jahrzehnts. Bessere Erträge in Frankreich, Deutschland, Spanien und Rumänien haben die reduzierte Anbaufläche mehr als ausgeglichen, und Gerste hat in Mischfutterrezepturen Marktanteile gewonnen, da die jüngsten Maisernten in Teilen Osteuropas enttäuschten. Diese umfangreichen Bestände haben eine aggressive EU‑Exporttätigkeit im Verlauf 2025/26 gestützt, insbesondere in Richtung traditioneller Käufer wie Saudi‑Arabien und Nordafrika. Gleichzeitig bleiben Ursprünge aus dem Schwarzmeerraum, darunter Russland und die Ukraine, als Exporteure aktiv; USDA‑Daten zeigen erhöhte Gerstenexporte 2025/26 sowohl für die EU als auch für Russland, während die ukrainischen Altbestandslieferungen leicht zurückgenommen, aber weiterhin robust sind.

Die globalen Handelsströme bei Grobgetreide deuten auf starken Wettbewerb durch Gerste aus der südlichen Hemisphäre hin, insbesondere aus Australien und Argentinien, in wichtigen Futtergetreidemärkten im Nahen Osten und in Asien. Dies bremst die Preissetzungsmacht der EU und verstärkt den derzeit seitwärts gerichteten Marktcharakter. In den USA wird das Gerstenangebot für 2026/27 aufgrund einer größeren geernteten Fläche leicht höher veranschlagt, was eine weitere Schicht globaler Verfügbarkeit hinzufügt und das Aufwärtspreisrisiko begrenzt.

Fundamentaldaten & Wetter

Fundamental balanciert der Markt zwei gegensätzliche Kräfte: eine starke, preissensitive Futternachfrage und komfortable Lagerbestände. Einerseits ist Gerste im Vergleich zu Weizen und Mais in vielen EU‑Rationen wettbewerbsfähig bepreist, insbesondere dort, wo die lokalen Maiserträge enttäuschten. Andererseits verhindern hohe Bestände und anhaltender Exportwettbewerb eine nachhaltige Rallye.

Das Wetter bleibt ein wichtiger, wenn auch uneinheitlicher Treiber. Jüngste Hitzewellen und lokale Dürreereignisse in Europa haben den Wert der Getreideproduktion, einschließlich Weizen und Gerste, um einen geschätzten niedrigen einstelligen Prozentsatz des gesamten Produktionswerts verringert, wobei Südwesteuropa und Teile des Vereinigten Königreichs von schlechten Hektolitergewichten und zu trockenem Korn berichten. Ein Großteil der Gerstenernte wurde jedoch vor der stärksten Hitze in Zentraleuropa eingebracht, was die aggregierten Ertragsschäden begrenzte. Für die kommende Woche melden Prognosen weiterhin warme, teils heiße Bedingungen in Teilen West‑ und Südeuropas, bislang jedoch ohne klaren, gesamteuropäischen Produktionsschock.

Ausblick & Handelsideen

Kurzfristig (nächste 1–4 Wochen) dürfte sich der Gerstenmarkt in einer Handelsspanne bewegen. Komfortable EU‑ und Schwarzmeerbestände, flache SFE‑Futures und eine moderate Abschwächung der Kassaangebote in Deutschland und der Ukraine deuten auf begrenztes Aufwärtspotenzial hin, sofern es nicht zu neuen Wetter‑ oder Logistikschocks kommt. Die Nachfrage aus Nordafrika und dem Nahen Osten wird genau beobachtet, da Ausschreibungen die kurzfristige Verfügbarkeit rasch verknappen können.

  • Futterkäufer (EU‑Viehwirtschaft, Integratoren): Erwägen Sie, die Deckung moderat bis ins 4. Quartal 2026 und Anfang 2027 zu verlängern, solange Angebote aus dem Schwarzmeerraum nahe 160–170 EUR/t und deutsche EXW‑Preise um 210 EUR/t liegen. Vermeiden Sie Überkäufe auf lange Sicht, angesichts flacher Futures und reichlicher Bestände.
  • Erzeuger (EU & Schwarzmeerraum): Da SFE‑ und Kassamärkte ein Gleichgewicht signalisieren, sollten kleinere Kursanstiege genutzt werden, um Verkäufe schrittweise auszuweiten, insbesondere bei niedrigeren Futterqualitäten. Hochwertige Braugerste sollte, soweit möglich, zurückgehalten werden, da qualitätsbezogene Spannen sich ausweiten könnten, falls Hitzestressprobleme in Späternteregionen zunehmen.
  • Händler: Beobachten Sie genau die Ausschreibungsaktivität in Nordafrika und Saudi‑Arabien sowie mögliche Eskalationen der Logistikrisiken im Schwarzmeerraum. Kurzfristige Spreads zwischen EU‑ und Schwarzmeerursprüngen bieten eher Chancen für Origin‑Switching und Basistrades als für eindeutige Richtungswetten.

3‑Tage‑Richtungseinschätzung (in EUR)

  • Deutschland (EXW Futtergerste): Leicht schwächer bis seitwärts; reichliches lokales Angebot und Ernteverkauf begrenzen die Preise weiterhin.
  • Ukraine (FCA/FOB Futtergerste): Seitwärts mit leicht abwärts gerichteter Tendenz, da Exporteure aggressiv um kurzfristige Nachfrage konkurrieren.
  • SFE‑Futtergersten‑Futures (EUR‑äquivalent): Seitwärts; geringes Volumen und flache Kurve deuten auf eine Konsolidierung um das aktuelle Niveau hin.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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