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Gerstenmarkt gespalten: Stabiles Deutschland, unter Druck stehende Ukraine bei zunehmendem Schwarzes-Meer-Risiko

Gerstenmarkt gespalten: Stabiles Deutschland, unter Druck stehende Ukraine bei zunehmendem Schwarzes-Meer-Risiko

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Gerstenpreis-Update August 2026 für Deutschland und die Ukraine: stabile deutsche EXW-Niveaus, unter Druck stehende ukrainische FCA/FOB-Preise infolge Schwarzes-Meer-Blockade und eingeschränkter Exporte.

Die Gerstenpreise in Deutschland ziehen leicht an, während die ukrainischen Notierungen trotz geopolitischer Risiken und eingeschränkter Exportlogistik im Schwarzen Meer weiter unter Druck stehen. Der europäische Futtergetreidekomplex wird durch Sorgen über gestörte Schwarzes-Meer-Exporte sowie einen festeren Trend bei EU-Weizen und -Gerste unterstützt, doch physische Gerste in der Ukraine wird aufgrund von Exportengpässen sowie hohen Fracht- und Versicherungskosten weiterhin mit Abschlag gehandelt. Jüngste Berichte verweisen auf stark reduzierte russische Ausfuhren über das Schwarze Meer, wodurch mehr Nachfrage in die EU zurückgedrängt wird, während die Ukraine versucht, Getreide über Donau- und Landrouten zu bewegen – allerdings nur zu einem Bruchteil der normalen Kapazität.

Preise

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Diese Niveaus liegen unter den breiteren ukrainischen Futtergerste-Referenzwerten von rund 170–175 EUR/t äquivalent CPT/FOB Donau/Constanța für Exportpartien und unterstreichen den Abschlag an Binnen-FCA- und kleinen FOB-Häfen. In Deutschland berichten regionale Quellen von moderater Festigkeit bei Futtergetreidepreisen, da Käufer ihren kurzfristigen Bedarf sichern und geringere Flüsse aus dem Schwarzen Meer einpreisen.

Angebot & Nachfrage

In der Ukraine ist das Angebot an neuerntiger Gerste reichlich, die Exportkapazität jedoch stark begrenzt. Seit Anfang August haben intensivierte russische Angriffe auf Häfen im Raum Odesa die Getreideverschiffungen deutlich reduziert und die Ukraine gezwungen, sich auf Donau- und Schienentransporte zu stützen, die bestenfalls nur etwa die Hälfte der Vor-Blockade-Mengen bewegen können. Regierungsangaben zufolge liegen die Getreideexporte im bisherigen August nur bei rund 30 % des Niveaus, das notwendig wäre, um Bestände und Liquidität der Landwirte zu normalisieren. Gleichzeitig sollen auch Russlands eigene Getreideexporte beeinträchtigt sein; einige Analysten sprechen von einem Einbruch der Ausfuhren über zentrale Schwarzes-Meer-Routen um 90 % im August. Dieser doppelte Schock verknappt das globale Angebot an Futtergetreide, doch die unmittelbare Wirkung ist uneinheitlich: EU-Käufer sehen sich höheren Ersatzkosten gegenüber, während ukrainische Landwirte de facto hinter einem logistischen Flaschenhals gefangen sind. In Deutschland schreitet die Gerstenernte 2026 unter überwiegend günstigen Bedingungen voran, und die heimische Futternachfrage bleibt stabil. Aktuelle regionale Marktkommentare berichten von guter Verfügbarkeit bei Futtergetreide, jedoch einer zurückhaltenden Verkäuferseite, da Erzeuger abwarten, wie sich Störungen im Schwarzen Meer und die Frachtraten entwickeln, bevor sie größere Mengen fixieren. Dies stützt die aktuellen EXW-Gerstenniveaus trotz vergleichsweise komfortabler lokaler Versorgung.

Wetterausblick (DE, UA)

Für Norddeutschland (Niedersachsen und angrenzende Bundesländer) deutet die 7‑Tage-Prognose rund um Brome auf moderate spätsommerliche Temperaturen und begrenzte Niederschläge hin – Bedingungen, die neutral bis leicht positiv für das Ausreifen verbleibender Gersten- und anderer Getreidebestände auf dem Feld sowie für Nacherntearbeiten sind. Kurzfristig sind keine witterungsbedingten Ertragsrisiken erkennbar. In der Ukraine herrscht in den wichtigsten Getreideanbaugebieten in den kommenden Tagen saisonal warmes Wetter mit vereinzelten Schauern, was den Abschluss der Ernte und die frühe Nachernte-Trocknung unterstützt. Auch wenn dies für sich genommen die Preise nicht stark stützt, bedeutet das Ausbleiben neuer Wetterbelastungen, dass Logistik und Geopolitik in den kommenden Tagen die dominierenden Treiber für die Gerstenpreise bleiben.

Fundamentaldaten & externe Treiber

  • Inländische ukrainische Preise vs. Exportparität: Durchschnittliche inländische Einkaufs­preise für Gerste von rund 7.633 UAH/t am 19. August (je nach Wechselkurs etwa 170 EUR/t EXW) verdeutlichen eine Lücke zwischen internen Geboten und rabattierten FCA/FOB-Angeboten für kleinere Partien – ein Spiegelbild der Transport- und Risikoprämien für den Weg zu den Häfen.
  • Unterstützung durch den EU-Markt: Jüngste europäische Kommentare verweisen auf festere Weizen- und Gerstenpreise, da gestörte russische und ukrainische Flüsse die Exportverfügbarkeit – insbesondere bei Futtergetreide – verknappen. Dies stützt deutsche Gerste, hat sich jedoch bislang noch nicht in einem deutlichen Aufschlag für ukrainische Ware niedergeschlagen.
  • Fracht und Versicherung: Erhöhte Frachtraten und Kriegsrisikoversicherungen für Reisen aus dem Schwarzen Meer und über die Donau schmälern weiterhin die FOB-Erträge ukrainischer Gerstenexporteure. Dies erklärt, warum sich die Odesa-FOB-Gerste abgeschwächt hat, obwohl die globale Stimmung im Futtergetreidebereich nervöser geworden ist.
  • Politische Maßnahmen in der Ukraine: Kiew hat die Mindestexportpreisregeln angepasst und Unterstützungsprogramme ausgeweitet, um den Druck auf von der Hafenblockade betroffene Landwirte zu mindern. Diese Schritte helfen der Liquidität, haben die physischen Exportbeschränkungen, die die Gerstenpreise deckeln, jedoch bislang nicht beseitigt.

Kurzfristiger Ausblick & Trading View (3–5 Tage)

  • Deutschland (DE, EXW-Futtergerste): Mit weitgehend abgeschlossener Ernte, stabiler Futternachfrage und anhaltender Unsicherheit rund um russische und ukrainische Exporte bleibt die Tendenz leicht unterstützt. Preise um 215–220 EUR/t EXW in Norddeutschland dürften sich in den kommenden drei Tagen halten oder leicht festigen, sofern es nicht zu einer starken Gegenbewegung an den globalen Weizen- oder Maisterminmärkten kommt.
  • Ukraine (UA, FCA Kyiv/Odesa Futtergerste): Reichliches Angebot, begrenzte Lagerkapazität und eingeschränkte Exportkanäle sprechen für eine seitwärts bis leicht schwächere Tendenz. FCA-Werte um 150–160 EUR/t könnten leichte Abschläge verzeichnen, wenn die Silos schneller volllaufen, als Getreide zur Donau oder an die EU-Grenzen abgeführt werden kann.
  • Ukraine (UA, FOB Odesa / Donau Futtergerste für Rinder): Das kurzfristige Aufwärtspotenzial wird durch Fracht- und Risikokosten sowie Unsicherheit über weitere Angriffe begrenzt. Bei indikativen FOB-/Futtergerste-Niveaus um 175–185 EUR/t für größere Partien dürften kleinere, Odesa-gebundene Lots im Bereich von 155–165 EUR/t in einer engen Spanne handeln, wobei die Volatilität vor allem durch Sicherheitsmeldungen getrieben wird.

Praktische Empfehlungen

  • Deutsche Verkäufer: Schrittweise Verkäufe auf dem aktuellen Festigkeitsniveau für nahe Termine erwägen, dabei aber Flexibilität bei Mengen für das 4. Quartal wahren, angesichts der anhaltenden Risiken im Schwarzen Meer und eines möglichen weiteren Preisauftriebs.
  • Deutsche Käufer: Einen Teil des Futtergerste-Bedarfs für den Herbst jetzt absichern, jedoch eine Überdeckung vermeiden, falls Frachtraten nachgeben oder zusätzliche ukrainische Getreidemengen per politischer Entscheidung in die EU gelenkt werden.
  • Ukrainische Verkäufer: Verkäufe in inländische Programme oder Donau-gebundene Kanäle mit gesicherter Logistik priorisieren – auch mit Abschlag –, um Silokapazitäten und Liquidität vor der Herbstsaison zu managen.
  • Importeure: Ukrainische Angebote zur Diversifizierung der Herkunft nutzen, wo Logistik und Risikomanagement darstellbar sind, diese jedoch stets gegen EU-Futtergerste benchmarken, um keine überhöhten Kriegsrisikoprämien zu zahlen.

3‑Tage-Richtungstendenzen für Preise (EUR)

  • Deutschland – DE (Drentwede, EXW Futtergerste): 215–222 EUR/t, Tendenz: leicht aufwärts.
  • Ukraine – UA (Kyiv, FCA Futtergerste): 148–152 EUR/t, Tendenz: unverändert bis leicht abwärts.
  • Ukraine – UA (Odesa, FCA Futtergerste): 158–163 EUR/t, Tendenz: weitgehend unverändert.
  • Ukraine – UA (Odesa/Donau, FOB Futtergerste): 155–165 EUR/t für kleinere Partien, Tendenz: seitwärts mit möglichen, nach Schlagzeilen getriebenen Ausschlägen.
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Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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