Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Gerstenmarkt hält sich seitwärts an den Futures, während EU-Kassapreise anziehen

Gerstenmarkt hält sich seitwärts an den Futures, während EU-Kassapreise anziehen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenfutures an der SFE bleiben flach, während Kassa­preise in der EU und im Schwarzmeerraum anziehen. Kurze Analyse zu Preisniveaus, Angebot-Nachfrage und 3‑Tage‑Ausblick in EUR.

Gerstenfutures bleiben an der Börse in Sydney unverändert, während die Kassa- bzw. Exportpreise in Europa und im Schwarzmeerraum weiter fester tendieren. Damit bleibt der globale Futtergerstenkomplex Anfang September moderat unterstützt. Spot‑Notierungen in der EU und in der Ukraine liegen komfortabel über den umgerechneten Terminäquivalenten und werden von stabiler Futter-Nachfrage sowie zurückhaltendem Verkauf der Landwirte gestützt. Der aktuelle Gerstenmarkt ist gekennzeichnet durch eine bemerkenswert flache SFE‑Futtergerstenkurve bis Januar 2029 und moderat steigende Kassa­preise in den wichtigsten europäischen Ursprungsländern. Die australischen Futures zeigen über alle gelisteten Kontrakte hinweg keine Preisveränderung und deuten damit auf einen ausgeglichenen lokalen Ausblick mit derzeit begrenzten neuen Impulsen hin. Im Gegensatz dazu sind die Kassa­werte in Deutschland und der Ukraine in Euro gerechnet zuletzt gestiegen oder haben sich nahe ihrer jüngsten Hochs gehalten, unterstützt durch regionale Futter-Nachfrage, gewisse Witterungs- und Qualitätsbedenken sowie anhaltende Unsicherheit rund um die ukrainische Exportlogistik. Insgesamt ist die Tendenz eher leicht konstruktiv als klar bullisch.

Preise

SFE‑Futtergerstenkontrakte wurden am 9. September 2026 über die gesamte Kurve hinweg unverändert gehandelt; alle gelisteten Fälligkeiten zwischen September 2026 und Januar 2029 lagen bei 298–315 AUD/t ohne tägliche Preisbewegung. Dies signalisiert eine flache Forwardstruktur und sehr begrenzte Futures‑Liquidität. Umgerechnet in indikative Euro‑Werte (unter der Annahme von grob 1 EUR ≈ 1,65 AUD) ergibt sich für die SFE‑Kurve ein Niveau von rund 180–190 EUR/t, also unterhalb vieler aktueller europäischer Spot‑Kassapreise, was auf einen Abschlag der australischen Papierpreise gegenüber den EU‑Kassamärkten hinweist. Am physischen Markt ist die deutsche Futtergerste EXW Drentwede von etwa 216–218 EUR/t Mitte August auf rund 228–230 EUR/t Anfang September gestiegen, im Einklang mit jüngsten Offerten bei 0,228–0,229 EUR/kg. EU‑Referenzpreise bündeln sich grob im Bereich von 220–240 EUR/t für Futtergerste geliefert in wichtige Ziele wie Rouen und Norditalien, wobei Rouen‑Spot nahe 220 EUR/t inklusive Zuschlägen gemeldet wird. Die ukrainischen Futtergerstenpreise zeigen ein gemischtes Bild: FCA‑Offerten für Futtergerste in Kiew und Odessa sind stabil bei 0,15–0,16 EUR/kg (150–160 EUR/t), während CPT‑Odessa‑Gerste für Rinderfutter von etwa 0,167 EUR/kg Mitte August auf rund 0,155 EUR/kg (155 EUR/t) Anfang September nachgegeben hat. Dies spiegelt Logistik‑Risikoprämien und aggressivere Konkurrenzherkünfte auf den Exportmärkten wider.
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Die EU‑Futtergerstenpreise werden von stabiler Nachfrage der Mischfutterindustrie und nur moderatem Verkauf der Landwirte nach der Ernte gestützt, da Erzeuger nach der jüngsten Volatilität an den Getreidemärkten vorsichtig bleiben. Wöchentliche EU‑Getreidepreisdaten bestätigen, dass Gerste in vielen Mitgliedstaaten in der oberen Hälfte ihrer Handelsspanne 2026 notiert; Deutschland meldet Richtwerte von rund 168–198 EUR/t ab Hof für Futtergerste und liegt damit im Einklang mit den festeren EXW‑Indikationen in Drentwede. Im Schwarzmeerraum bleibt die Ukraine ein wichtiger Swing‑Anbieter, steht jedoch vor zunehmender Exportunsicherheit. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass die gesamten ukrainischen Agrarausfuhren in der Saison 2026/27 deutlich unter den früheren Erwartungen liegen könnten, bedingt durch Störungen an den Häfen im Raum Odessa. Dies impliziert potenziell geringere Verfügbarkeiten für Gerstenexporte und stützt FOB‑ und DAP‑Notierungen im Schwarzmeerraum, trotz gewisser lokaler Preisschwäche. Außerhalb Europas sind die Angebotsaussichten für Kanada und Australien gemischt. Kanadische Markteinschätzungen verweisen auf ordentliche Preisniveaus, heben jedoch hervor, dass Qualitätsprobleme – einschließlich geringerer Hektolitergewichte infolge jüngster Regenfälle – zusätzliche Mengen aus dem Malz‑ in das Futtersegment drücken könnten, was das globale Angebot an Futtergerste erhöht. In Australien berichtet Grain Central, dass die Preise für Gerste im Süden zuletzt nachgegeben haben, da der Verkauf seitens der Erzeuger zugenommen hat, während Weizen anzog – ein Hinweis auf eine komfortable Inlandsversorgung kurzfristig.

Fundamentaldaten & Wetter

Fundamental deutet die globale Gerstenbilanz für 2025/26 und die neue Kampagne 2026/27 auf eine leicht höhere Produktion und nur moderates Wachstum des Gesamtverbrauchs im Vergleich zum Vorjahr hin, was zu moderat steigenden Endbeständen führt. Ein Großteil des zusätzlichen Angebots konzentriert sich jedoch auf einige wenige Regionen, sodass Importeure weiterhin stark auf Lieferungen aus dem Schwarzmeerraum und der EU angewiesen bleiben. EU‑Preisdaten zeigen, dass Gerste in den meisten Futterrationen weiterhin mit einem Abschlag zu Weizen und Mais gehandelt wird, was die Einsatzmengen stützt – insbesondere in Regionen mit ausgeprägter Viehhaltung wie Spanien, Deutschland und Teilen Osteuropas. Dieser Futtervorteil wird durch die jüngsten Aufwärtsbewegungen bei konkurrierenden Getreiden, insbesondere Mais, verstärkt, die von mehreren Analysten als unterstützend für die Futtergerstenpreise beschrieben werden. Aus Witterungssicht deuten Früh‑September‑Prognosen für die wichtigsten EU‑Gerstenregionen (Frankreich, Deutschland, Spanien) überwiegend auf saisonal milde Bedingungen mit vereinzelten Schauern hin, was unmittelbaren Stress für die Bestände begrenzt. Im Schwarzmeerraum verdient lokale Trockenheit in Teilen Russlands und der Ukraine Aufmerksamkeit, betrifft aber in erster Linie die Aussaatbedingungen für die nächste Wintergerste, weniger jedoch die bereits geerntete Gerste 2026.

Handelsausblick

  • EU‑Futterkäufer: Bei Kassa­werten in Deutschland und Frankreich um 220–230 EUR/t und relativ flachen Futures sollten Q4‑2026‑ und frühe Q1‑2027‑Bedarfe bei kleineren Rücksetzern abgesichert werden, insbesondere wenn Offerten in Deutschland wieder näher an 220 EUR/t EXW heranlaufen.
  • Ukrainische Verkäufer: FCA‑Niveaus in Kiew/Odessa und CPT/FOB Odessa um 150–160 EUR/t bleiben im Vergleich zu den EU‑Werten wettbewerbsfähig. Es ist sinnvoll, Exportgeschäfte bei jeder Verbesserung von Frachten oder Basisrelationen zu fixieren, angesichts der anhaltenden risikobehafteten Lage an den Häfen.
  • Australische Erzeuger: Die flache SFE‑Kurve auf dem Gegenwert von rund 180–190 EUR/t und die schwache Liquidität sprechen eher für eine schrittweise, nach oben skalierende Absicherungsstrategie als für aggressiven Vorwärtsverkauf – es sei denn, die lokale Wetterlage dreht klar bärisch.
  • Spekulative Marktteilnehmer: Bei flachen Terminstrukturen und festen Kassamärkten bietet das aktuelle Chance‑Risiko‑Profil eher Raum für Relative‑Value‑Strategien (z. B. Spreads Gerste gegen Weizen oder Mais) als für ausgeprägte Richtungswetten.

3‑Tage‑Tendenz (EUR)

  • SFE‑Futtergerstenfutures (Australien): Seitwärts in Euro gerechnet, da weder neue fundamentale Impulse noch nennenswerte Umsätze erkennbar sind.
  • EU‑Futtergerste Kasse (Deutschland, Frankreich, Spanien): Leicht fester Grundton; die Preise dürften in einer Spanne von 220–240 EUR/t verharren, gestützt durch solide Futter-Nachfrage und begrenzte Erzeugerabsicherung.
  • Schwarzmeer / Ukraine (FOB, CPT, FCA): Leicht fester bis stabil; Exportbeschränkungen und geopolitische Risiken sollten eventuellen lokalen Ernte‑ oder Logistikdruck kompensieren und die Notierungen nahe 150–170 EUR/t halten.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →