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Gerstenmarkt legt nach Rallye eine Pause ein, während sich EU- und Schwarzmeerpreise auseinanderentwickeln

Gerstenmarkt legt nach Rallye eine Pause ein, während sich EU- und Schwarzmeerpreise auseinanderentwickeln

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenpreise pausieren nach Rallye im Juli. Australische Futures sind unverändert, EU-Futtergerste konsolidiert bei rund 215 EUR/t, während günstigere ukrainische Angebote das Aufwärtspotenzial begrenzen.

Futtermittelgerstenpreise konsolidieren nach einer kräftigen Rallye von Juli bis Anfang August: Australische Terminkontrakte tendieren unverändert, während die europäischen Kassamärkte seitwärts bis leicht fester verlaufen. Wettbewerbsfähige Angebote aus dem Schwarzmeerraum begrenzen in Importländern das Aufwärtspotenzial, während eine solide Nachfrage aus der Futter- und Viehhaltung einen Boden bildet. Nach mehreren Wochen mit Aufschlägen legt der Gerstenmarkt eine Verschnaufpause ein. Australische Futtergersten-Futures an der Börse in Sydney notieren über die gesamte Kurve unverändert und signalisieren ein vorübergehendes Gleichgewicht zwischen Angebotserwartungen und Exportnachfrage. In Europa haben sich die deutschen Futtergerstenpreise ab Hof knapp über 210 EUR/t stabilisiert, während ukrainische FCA/FOB-Notierungen von ihren jüngsten Hochs nachgegeben haben und damit einen Teil ihres traditionellen Discounts wiederherstellen. Das Ergebnis ist ein zweigeteilter Markt: fest, aber in einer Spanne gefangen in der EU, defensiver im Schwarzmeerraum, mit Käufern, die jetzt selektiver agieren und sich zunehmend auf nahe Termine und Qualität konzentrieren.

Preise

Australische Futtergersten-Futures (SFE) liegen über alle gehandelten Fälligkeiten hinweg unverändert. Der Kontrakt September 2026 schloss am 18. August 2026 bei 308 AUD/t, spätere Termine liegen gestaffelt höher bei 342–354 AUD/t für Mai 2027–Januar 2029 – alles unverändert zum Vortag und ohne gemeldetes Volumen. Dies bestätigt eine stabile Forwardkurve ohne kurzfristigen Richtungsimpuls von der Terminseite.

Am EU-Kassamarkt hat sich deutsche Futtergerste EXW Drentwede in der vergangenen Woche seitwärts bewegt und um 0,215 EUR/kg, also rund 215 EUR/t, gehalten – mit nur marginalen Tagesausschlägen. Ukrainische Gerste bleibt deutlich günstiger: FCA Kiew/Odessa bei rund 0,15–0,16 EUR/kg (150–160 EUR/t) und FOB Odessa Rindermastgerste bei etwa 0,167 EUR/kg (167 EUR/t) unterstreichen den anhaltenden Schwarzmeer-Discount gegenüber deutscher Ware.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*AUD-Futures für einen groben Vergleich mit ca. 0,60 EUR/AUD umgerechnet.

Angebot & Nachfrage

Unveränderte australische Futures deuten darauf hin, dass die aktuellen Angebotserwartungen für die Saisons 2026/27 und 2027/28 im Großen und Ganzen mit der Exportnachfrage im Einklang stehen. Die ansteigende Kurve von September 2026 (308 AUD/t) über Mai/Juli 2027 (342 AUD/t) bis Januar 2028–29 (354 AUD/t) spiegelt normalen Carry und keinen akuten Mangel wider und weist bei den derzeitigen Ertragserwartungen auf eine komfortable Versorgungskette hin.

In Europa signalisiert die jüngste Stabilisierung der deutschen EXW-Preise knapp über 210 EUR/t, dass der Erntedruck nachlässt, ohne jedoch eine kräftige Post-Ernte-Erholung auszulösen. Die Nachfrage von Mischfutterherstellern und Viehbetrieben ist solide, aber preissensibel, zumal Mais und Weizen weiterhin als alternative Energieträger zur Verfügung stehen. Im Schwarzmeerraum stützen ukrainische Angebote um 150–167 EUR/t die Exportströme und ziehen preisorientierte Käufer im Mittelmeerraum und im Nahen Osten an, wodurch der Spielraum für EU-Gerste, Marktanteile in diesen Destinationen zu gewinnen, begrenzt bleibt.

Fundamentaldaten & Wetter

Das Ausbleiben von Handelsvolumen bei SFE-Futtergerste am 18. August 2026 unterstreicht den Mangel an frischen fundamentalen Impulsen im Pazifikraum. Marktteilnehmer warten offenbar auf klarere Signale zu den endgültigen Ertragsergebnissen und dem Tempo der Exportprogramme, bevor sie ihre Positionierung in Futures anpassen. Die leicht ansteigende Forwardkurve legt nahe, dass derzeit vor allem Lager- und Finanzierungskosten die Carry-Komponente bestimmen.

In der EU und im Schwarzmeerraum sorgt ein reichliches physisches Angebot in nahen Terminen für gut versorgte Spotmärkte. Deutsche Preise haben sich von rund 195 EUR/t Ende Juli auf etwa 215 EUR/t Mitte August verteuert, doch die Bewegung ist ins Stocken geraten, da die günstigere ukrainische Herkunft wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Vorerst ist die Rolle der Gerste in Futterrationen durch ihren relativen Wert gegenüber anderen Getreidearten gesichert, doch jede erneute Schwäche bei Mais oder Futterweizen würde das Aufwärtspotenzial der Gerste rasch begrenzen.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Erzeuger (EU): Bei EXW-Notierungen in Norddeutschland um 215 EUR/t und einem durch Schwarzmeer-Wettbewerb begrenzten Aufwärtspotenzial bietet es sich an, Verkäufe in Stärkephasen zu staffeln, statt auf eine ausgeprägte saisonale Erholung zu warten. Ein Teil der Mengen sollte unbepreist bleiben, falls witterungsbedingte Unterstützung bei konkurrierenden Getreidearten einsetzt.
  • Futterkäufer (EU): Die aktuelle Atempause bietet die Gelegenheit, einen Teil des Bedarfs für Q4 2026 abzusichern, insbesondere in Regionen mit höheren Logistikkosten. Gleichzeitig sollte eine gewisse Flexibilität erhalten bleiben, um je nach relativer Preisentwicklung zwischen Gerste, Mais und Futterweizen wechseln zu können.
  • Exporteure (Schwarzmeer): Ukrainische Ware bleibt wettbewerbsfähig. Aggressive Preisgestaltung zur Sicherung der Nachfrage auf nahe Termine beibehalten, jedoch Fracht- und Versicherungskosten eng beobachten, da jeder Kostenanstieg den aktuellen Abschlag gegenüber EU-Gerste rasch aufzehren könnte.

3‑Tage-Regionale Preisindikation

  • Deutschland (EXW Futtergerste): Seitwärts bis leicht fester bei rund 210–220 EUR/t; in den nächsten drei Tagen wird nur begrenzte Volatilität erwartet.
  • Ukraine (FCA/FOB Futtergerste): Stabil um 150–170 EUR/t; Tendenz leicht weicher, falls die Exportnachfrage nachlässt.
  • Australien (SFE-Futures): Sep-2026- und spätere Kontrakte dürften angesichts der derzeit fehlenden Handelsaktivität in einer engen Spanne bleiben.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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