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Gerstenpreise bleiben stabil, da Störungen im Schwarzen Meer Erntedruck ausgleichen

Gerstenpreise bleiben stabil, da Störungen im Schwarzen Meer Erntedruck ausgleichen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Knappes Update zu Gerstenpreisen in Deutschland und der Ukraine: aktuelle EUR-Niveaus, Logistikrisiken im Schwarzen Meer, EU-Nachfrage und 3-Tage-Richtungsausblick.

Die Gerstenpreise in Deutschland und der Ukraine sind insgesamt stabil bis leicht schwächer, wobei die Ukraine durch leichte Abwärtsbewegungen infolge von Exportengpässen belastet wird, während Deutschland aufgrund einer knappen lokalen Futter­nachfrage etwas zulegt. Das Logistikrisiko im Schwarzen Meer stützt einen Boden unter den ukrainischen FOB-Werten, obwohl Erntedruck und EU-Importquoten auf der Nachfrage lasten. Die Futtergerstenmärkte rund um das Schwarze Meer bleiben fein austariert. In der Ukraine ist das Angebot aus der neuen Ernte reichlich, aber wiederholte russische Angriffe auf die Häfen rund um Odessa haben die Seeverkehre stark eingeschränkt – just in dem Moment, in dem das Erntevolumen seinen Höhepunkt erreicht. Das zwingt mehr Getreide in inländische und landgebundene Kanäle und begrenzt so die Preise. In der EU liegen die bisherigen Gerstenausfuhren in der Saison 2025/26 über dem Vorjahresniveau, was trotz Konkurrenz durch günstigere Ursprünge aus dem Schwarzen Meer für eine feste Tendenz der deutschen Binnenwerte sorgt. Die kurzfristige Preisrichtung hängt davon ab, wie schnell alternative ukrainische Exportrouten ausgebaut werden und ob das Wetter für die späten Feldarbeiten weiterhin günstig bleibt.

Preise

Alle in diesem Bericht genannten Preise sind in EUR pro kg angegeben.

  • Deutschland (DE, Drentwede, EXW Futtergerste): Rund 0,212 EUR/kg am 6. August, etwa 1–2 % höher als in der Vorwoche, was eine solide Nachfrage der Mischfutterindustrie sowie höhere Logistik- und Trocknungskosten widerspiegelt. (Abgeleitet aus lokalen Markthinweisen und jüngsten Trends der Binnengetreidepreise.)
  • Ukraine (UA, Odessa, FOB Futtergerste für Rinder): Etwa 0,176 EUR/kg am 7. August, rund 1 % niedriger im Wochenvergleich, da Käufer Export­risiken und eine schwächere nahe Nachfrage angesichts von Staus in die Preise einpreisen. (Abgeglichen mit den jüngsten Preisbewegungen bei Futtergetreide aus dem Schwarzen Meer.)
  • Ukraine (UA, Inland Kiew & Odessa, FCA/CPT Futtergerste): Rund 0,150–0,161 EUR/kg, 3–6 % schwächer als Mitte Juli, da die Seeverkehre gestört sind und größere Mengen über Schiene, Straße und Donau bei vergünstigten Basiskonditionen exportiert werden müssen.
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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

  • Ukraine: Die ukrainische Ernte 2026 an Getreide und Ölsaaten wird leicht über dem Vorjahresniveau erwartet, sodass die Gerstenversorgung komfortabel bleibt. Die intensivierten russischen Angriffe auf die Häfen des Großraums Odessa haben jedoch viele Seetransporte de facto zum Erliegen gebracht, da Reeder Anläufe aussetzen und Exporteure auf Donau-, Schienen- und Straßenrouten ausweichen müssen, die im besten Fall nur rund die Hälfte der verlorenen Hafenkapazität ersetzen können.
  • Handelsströme: Alternative Exportkorridore über die EU und die Donau dürften die benötigte Kapazität erst gegen Ende August erreichen, was die Gerstenausfuhren kurzfristig begrenzt und die Binnenbestände erhöht. Gleichzeitig reduzieren EU-Importquoten für ukrainisches Getreide, einschließlich Gerste, die Rolle der Union als Absatzmarkt und verstärken den Wettbewerb um Aufträge im Nahen Osten und in Nordafrika.
  • Deutschland & EU: Die kumulierten EU-Gerstenausfuhren in der Saison 2025/26 liegen über dem Vorjahreswert und deuten auf eine anhaltende Auslandsnachfrage nach preislich wettbewerbsfähiger EU-Ware hin, einschließlich deutscher und französischer Gerste. Dies stützt die deutschen Binnenpreise, obwohl auf dem Papier niedrigere Preise für Gerste aus dem Schwarzen Meer verfügbar sind.
  • Futtermittelnachfrage: In Deutschland und der Ukraine ist die Rolle der Gerste in der Tierfütterung stabil. Die Margen in der Schweine- und Rinderhaltung bleiben angespannt, aber die aktuellen Gerstenpreise sind wettbewerbsfähig gegenüber Alternativen wie Futterweizen und Mais. Das begrenzt die Nachfragerückgänge und verankert einen Preisboden.

Wetter- & Erntebedingungen (DE, UA)

  • Deutschland (DE): Für die kommenden Tage wird in den wichtigsten Gerstenregionen saisonal warmes Wetter mit begrenzten Niederschlägen erwartet, was die verbleibenden Feldarbeiten und den Getreidetransport unterstützt, jedoch nicht mehr die Ertragsbildung, da die Ernte von Winter- und Sommergerste weitgehend abgeschlossen ist. (Basierend auf kurzfristigen Regionalprognosen für Norddeutschland.)
  • Ukraine (UA, Odessa & zentrale Regionen): Die Prognosen für den Süden der Ukraine deuten auf heißes, überwiegend trockenes Wetter mit nur vereinzelten Schauern hin, was einen ununterbrochenen Ernte- und Verladebetrieb ermöglicht, aber Bedenken hinsichtlich der Bodenfeuchte vor der Herbstaussaat weckt. (Basierend auf kurzfristigen Prognosen für Odessa und Zentralukraine.)
  • Das Wetter wirkt damit als neutral bis leicht bärischer Faktor auf die Angebotsseite (keine größeren Ernteverzögerungen), aber bullisch für die Logistikkapazität, sofern die trockenen Bedingungen anhalten, da dies den Binnen­transport und die Donauverladungen reibungslos laufen lässt.

Fundamentaldaten & Risikotreiber

  • Logistik-Risikoprämie (UA): Wiederholte Angriffe auf Getreideinfrastruktur rund um Odessa und im weiteren Schwarzen Meer haben eine Sicherheitsprämie in die Fracht- und Versicherungskosten im Schwarzen Meer eingepreist, was den Erntedruck auf die FOB-Gerstennotierungen teilweise kompensiert.
  • Politik & Quoten: EU-Quoten für Importe ukrainischen Getreides begrenzen die Zuflüsse von Gerste in den Block und zwingen ukrainische Exporteure, ihre Absatzmärkte zu diversifizieren und schwächere Basiskonditionen zu akzeptieren, um Überschüsse über alternative Routen abzubauen.
  • Exportfähiger Überschuss: Trotz der Logistikprobleme dürfte die Ukraine 2025/26 über einen beträchtlichen exportfähigen Gerstenüberschuss verfügen, da der inländische Futterverbrauch stabil ist und die Bestände komfortabel sind. Dies erzeugt strukturellen Abwärtsdruck auf die ukrainischen Binnenpreise.
  • EU-Exporttempo & Wettbewerb: Starke EU-Gerstenausfuhren stützen die deutschen Preise, begrenzen aber zugleich das Aufwärtspotenzial, da Käufer je nach Fracht- und Risikoprämien zwischen deutscher, französischer und Herkunft aus dem Schwarzen Meer wechseln können.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen (3–5 Tage)

  • Preisrichtung (DE): Mit weitgehend abgeschlossener Ernte und fester Exportnachfrage dürfte deutsche EXW-Futtergerste seitwärts bis leicht fester tendieren, mit einer Neigung in Richtung 0,21–0,22 EUR/kg, sofern es nicht zu einer deutlichen Bewegung am breiteren Getreidemarkt kommt.
  • Preisrichtung (UA): Ukrainische FOB- und Binnenpreise für Gerste dürften unter leichtem Druck bleiben, da mehr Getreide um begrenzte Logistikkapazitäten konkurriert, aber das Abwärtspotenzial von den aktuellen 0,150–0,176 EUR/kg erscheint begrenzt, angesichts bereits gedrückter Basen und hoher Frachtrisiken.
  • Für Käufer (Mischfutterwerke, integrierte Tierhalter):
    • In Deutschland kann es sinnvoll sein, einen Teil des Bedarfs für das 4. Quartal jetzt zu decken, solange die Preise noch im unteren Bereich der bisherigen Jahresspanne liegen und die Logistik reibungslos läuft.
    • In der Ukraine können Endverbraucher mit Lagerkapazität selektiv Bestände zu den aktuell vergünstigten FCA/CPT-Niveaus aufbauen, unter Berücksichtigung von Finanzierungs- und Sicherheitsrisiken.
  • Für Verkäufer (Landwirte, Händler/Sammelstellen):
    • Deutsche Erzeuger können erwägen, einen kleinen Teil der Gerste zu halten, da Exportnachfrage und mögliche weitere Störungen im Schwarzen Meer die EU-Preise später stützen könnten.
    • Ukrainische Produzenten sehen sich anhaltender Logistikunsicherheit gegenüber; gestaffelte Verkäufe in Phasen mit fracht- oder risikogetriebenen Preisspitzen können gegenüber dem Warten auf eine breite Rallye vorzuziehen sein.

3-tägige regionale Preisindikation (Richtung)

  • Deutschland (DE, Drentwede EXW Futtergerste): 0,21–0,22 EUR/kg; Tendenz: seitwärts bis leicht fester, da Exportnachfrage und begrenzte Verkäufe seitens der Landwirte den Markt stützen.
  • Ukraine (UA, Odessa FOB Futtergerste): 0,17–0,18 EUR/kg; Tendenz: leicht abwärts / seitwärts unter Erntedruck und eingeschränkter Exportkapazität.
  • Ukraine (UA, Inland Kiew/Odessa FCA/CPT): 0,15–0,16 EUR/kg; Tendenz: seitwärts bis leicht abwärts, da Getreide um Logistik- und Lagerkapazitäten konkurriert.
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