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Hafermarkt gibt nach, während CBOT zurücksetzt und EU-Kassapreise stabil bleiben

Hafermarkt gibt nach, während CBOT zurücksetzt und EU-Kassapreise stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Hafermarkt: CBOT-Futures geben nach der Getreiderally nach, während deutsche Kassapreise stabil bleiben und ukrainische Werte nachgeben. Ausblick geprägt von Schwarzmeer- und Weizendynamik.

Die Haferpreise tendieren auf der Terminseite nach der jüngsten Getreiderally etwas weicher, während die wichtigsten europäischen Kassamärkte weitgehend stabil bleiben. Insgesamt agiert der Komplex eher als Mitläufer von Weizen und dem breiteren Schwarzmeer-Risiko als auf basis hafer­spezifischer Fundamentaldaten. Nach der Konsolidierung im Getreidekomplex am Montag nach der Rally kommt es bei Hafer an der CBOT zu moderaten Gewinnmitnahmen, jedoch ohne Panikverkäufe oder größere Veränderungen in der physischen Nachfrage. Europäische Futterhaferpreise in Deutschland sind unverändert und deuten auf eine komfortable lokale Verfügbarkeit hin, während die ukrainischen Preise vor dem Hintergrund verstärkten Exportwettbewerbs und erhöhter Logistikrisiken etwas nachgegeben haben. Die größte Unsicherheit geht vom Schwarzmeer-Korridor und dessen indirekten Auswirkungen auf Futtergetreideflüsse, Frachtraten und Risikoaufschläge aus. Da der Erntefortschritt auf der Nordhalbkugel insgesamt dem Durchschnitt voraus ist und das Wetter in den wichtigsten Haferanbaugebieten derzeit nicht bedrohlich wirkt, haben Käufer in kurzfristigen Verhandlungen die Oberhand – eine erhöhte Volatilität beim Weizen könnte sich jedoch rasch auf Hafer übertragen.

Preise

Die Haferfutures an der CBOT gaben nach der Getreiderally vom Freitag nach, bei dünnem Handel und einer etwas schwächeren Terminkurve. Der nahe September 2026 schloss bei rund 353,5 USc/bu (≈0,13 EUR/kg), ein Rückgang von etwa 0,6 % zum Vortag, während der Dezember 2026 bei etwa 360,75 USc/bu (≈0,13 EUR/kg) notierte, ein Minus von 0,4 %. Die Kurve in Richtung 2027–28 liegt ebenfalls leicht niedriger und spiegelt eher eine moderate Auflösung von Long-Positionen als eine strukturelle Stimmungsänderung wider.

Am europäischen Kassamarkt handeln deutscher Futterhafer EXW Drentwede seit Mitte Juni stabil bei etwa 0,18 EUR/kg und zeigen bislang keine Reaktion auf die kurzfristige Schwäche der Futures. Ukrainischer Futterhafer FCA Odessa ist in den vergangenen Tagen von rund 0,25 auf 0,24 EUR/kg gefallen, was auf einen leicht gestiegenen Exportwettbewerb und Risikoabschläge in der Schwarzmeerregion hindeutet.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebots- & Nachfragefaktoren

Hafer bleibt ein relativ kleiner Markt und bewegt sich derzeit im Fahrwasser von Weizen und dem breiteren Futtergetreidekomplex. Die kräftige Weizenrally gegen Ende letzter Woche, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Schwarzmeerraum und Logistikfragen rund um die Straße von Kertsch und ukrainische Häfen, führte am Montag zu Gewinnmitnahmen, die sich auch auf Hafer auswirkten. Der direkte Einfluss auf Hafereexportströme ist jedoch begrenzt; der wichtigste Übertragungskanal verläuft über Veränderungen in den Futtergetreidespreads und im Frachtrisiko.

Auf der Angebotsseite liegt der Erntefortschritt bei Getreide auf der Nordhalbkugel über dem Durchschnitt, insbesondere beim Winterweizen in den USA sowie in Teilen West- und Mitteleuropas. Dieses hohe Tempo begrenzt kurzfristig die Basisniveaus für Futtergetreide und belastet indirekt auch Hafer, der in Futterrationen wettbewerbsfähig bleiben muss. Zugleich haben sich die russischen Exportpreise für Weizen noch nicht vollständig an das neue Risikoumfeld angepasst, da höhere Dieselkosten und die wieder eingeführte Exportsteuer die Erzeugermargen unter Druck setzen und aggressives Verkaufen begrenzen. Dies deckelt vorerst eine starke Einengung der Weizen-Hafer-Spanne.

Fundamentaldaten & Wetter

Die globalen Fundamentaldaten für Hafer erscheinen kurzfristig ausgeglichen bis leicht komfortabel. Das Ausbleiben signifikanter Witterungsbelastungen in den wichtigsten Haferregionen Nordamerikas und Europas stützt die Erwartung mindestens durchschnittlicher Erträge. Das hohe Tempo der Winterweizenernte und ordentliche Bonituren der Sommerweizenernte in den USA signalisieren zudem, dass Futterverbraucher reichlich Getreidealternativen haben werden, was den Druck mindert, Hafer zu höheren Preisen abzusichern.

Das Wetter in den kommenden Tagen in wichtigen Haferanbaugebieten (nördliche US Plains, Kanadische Prärien, Nordeuropa) wird voraussichtlich saisonal warm mit vereinzelten Schauern, insgesamt günstig für Kornfüllung und Erntelogistik. Ohne klaren Wetterstress richtet sich das spekulative Interesse tendenziell stärker auf die größeren Getreidearten, sodass Hafer eher reagiert als vorwegläuft. Jede erneute Zuspitzung der Störungen im Schwarzmeerraum, die das Angebot an Futterweizen oder Gerste spürbar einengt, könnte allerdings die Hafternachfrage am Rand beleben und die Preise stützen.

Handelsausblick

  • Erzeuger (EU): Da deutsche Kassa-Haferpreise stabil bleiben, während die CBOT nachgegeben hat, erscheinen kurzfristige Verkäufe verbliebener Altbestände sinnvoll, insbesondere bei hohen Lagerbeständen am Hof. Eine Teilabsicherung der neuen Ernte bietet sich bei weiteren weizengetriebenen Rallys an.
  • Futterkäufer: Halten Sie kurzfristig eine Hand-zu-Mund-Strategie bei, da die aktuellen Angebote in Deutschland und der Ukraine stabil bis leicht weicher sind. Eine maßvolle Ausweitung der Deckung ist sinnvoll, falls sich die Schwarzmeer-Risiken verschärfen und Futterweizen deutlich höher eingepreist wird.
  • Händler: Beobachten Sie Weizen- und Frachtmärkte genau; Hafer dürfte zwar verzögert reagieren, größeren Bewegungen aber folgen. Spreads zwischen EU- und Schwarzmeer-Hafer könnten sich weiter ausweiten, falls die ukrainischen Exportabschläge angesichts der Logistikrisiken zunehmen.

3‑Tage-Richtungsausblick (in EUR)

  • CBOT-Haferfutures (in EUR umgerechnet): Leichte Abwärts- bis Seitwärtsneigung, da die Konsolidierung nach der Rally anhält.
  • Deutscher Futterhafer EXW: Stabil; kein starker Impuls für eine Neubewertung in den nächsten 2–3 Tagen.
  • Ukrainischer Futterhafer FCA Odessa: Leichtes Abwärtsrisiko, falls Fracht- und Sicherheitsprämien weiter steigen und Exporteure verstärkt Volumen absetzen wollen.
BASIC
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