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Indien–Vietnam FOB-Reispreise geben leicht nach, während Monsunrisiken zunehmen

Indien–Vietnam FOB-Reispreise geben leicht nach, während Monsunrisiken zunehmen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

FOB-Reispreise aus Indien und Vietnam fallen Anfang Juli 2026 leicht. Monsunverzögerungen, El‑Niño-Risiken und eine robuste Exportnachfrage prägen einen vorsichtigen, leicht bullischen Ausblick.

Die indischen und vietnamesischen FOB-Reispreise tendieren Anfang Juli leicht schwächer, doch Wetter- und El‑Niño-bedingte Risiken verhindern stärkere Rückgänge. Der schleppende Fortschritt des indischen Monsuns und lokale Dürre in Teilen Vietnams sprechen in den kommenden Tagen für eine vorsichtige, leicht unterstützende Preistendenz. Exportangebote aus Neu-Delhi und Hanoi zeigen über die meisten Qualitäten hinweg einen leichten Rückgang im Wochenvergleich, was eine schwächere Nachfrage am Termin nahe nach starken Käufen im 2. Quartal widerspiegelt. Allerdings wecken die unvollständige Kharif-Aussaat in Indien bei einem Niederschlagsdefizit von 40 % im Juni sowie Prognosen unterdurchschnittlicher Niederschläge im Juli Sorgen um das spätere Ertragspotenzial und die Exportverfügbarkeit 2026/27. In Vietnam exportieren die Anbieter weiterhin kräftig, doch hohe Temperaturen und Wasserknappheit in einigen nordzentralen Provinzen, zusammen mit anhaltenden El‑Niño-Signalen, könnten das mittel­fristige Angebot verknappen, falls sich die Bedingungen fortsetzen.

Preise

FOB-Angebote (umgerechnet in EUR bei ~1,00 USD = 0,93 EUR Referenzkurs) deuten im Wochenvergleich auf einen insgesamt leicht weicheren Ton hin:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Externe Referenzpreise bestätigen die leichte Entspannung, aber weiterhin festen asiatischen Exportpreisniveaus. Vietnams 5 % Bruchreis wird derzeit um 410–415 USD/Tonne (≈ 0,38–0,39 EUR/kg) angeboten, etwas höher als vor einer Woche, bedingt durch El‑Niño-Sorgen und robuste Exporte von rund 5 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr. Aktuelle vietnamesische Handelsdaten zeigen zudem durchschnittliche Exportpreise von rund 468 USD/Tonne im Mai, im Jahresvergleich rückläufig, jedoch von früheren Tiefstständen erholt, was die aktuellen Angebote in Hanoi stützt.

Angebots- und Nachfragetreiber

Indien (IN): Indien bleibt der wichtigste globale Reislieferant, mit Exporten von über 20 Millionen Tonnen in 2024/25 laut aktuellen Parlamentsdaten. Zwar wurde die Exportpolitik in den vergangenen Jahren zur Inflationsbekämpfung verschärft, doch die jüngste DGFT-Mitteilung von April 2026 präzisiert hauptsächlich Inspektionsregeln, statt erneut weitreichende Verbote einzuführen. Damit laufen die Ausfuhren von Basmati und zulässigen Nicht-Basmati-Kategorien weiter. Die derzeit moderaten Preisrückgänge in Neu-Delhi spiegeln daher ausreichende Altbestände und vorsichtige Auslandskäufe wider, nicht eine Angebotsverknappung.

Vietnam (VN): Vietnams Ausfuhren waren im 1. Halbjahr 2026 stark, mit Exporterlösen von rund 2,09 Mrd. USD in den ersten fünf Monaten und etwa 1,1 Millionen Tonnen, die allein im Mai verschifft wurden. Wettbewerbsfähige Preise und stabile Qualität halten die Angebote aus Hanoi attraktiv, doch nach einem längeren Rückgang haben sich die Werte wieder erholt, da Käufer in Asien und Afrika ihre Lagerbestände wieder aufbauen. Die anhaltende Aufstockung der vietnamesischen Staatsreserven sowie eine lebhafte chinesische Nachfrage stützen duftende und Spezialsorten und begrenzen weitere Rückgänge bei Jasmine- und Japonica-Notierungen.

Wetter- & Erntebedingungen (IN, VN)

Indien: Der Südwestmonsun hinkt deutlich hinterher. Bis Ende Juni lag das landesweite Niederschlagsdefizit bei etwa 40 %, und der Indische Wetterdienst sagt für Juli 2026 unterdurchschnittliche Regenfälle und überdurchschnittliche Temperaturen in den meisten Regionen voraus. Analysten warnen, dass verspätete und unregelmäßige Regenfälle die Kharif-Aussaat von Reis und Ölsaaten bereits verlangsamen; Juli–August sind nun entscheidend, um die Erträge zu sichern.

Andauernde Defizite bis Mitte Juli würden die Risiken von Flächenverlusten oder niedrigeren Erträgen in den östlichen und zentralen Reisanbaugebieten erhöhen und den exportierbaren Überschuss Indiens 2026/27 einengen. Der Markt preist derzeit nur eine moderate Wetterprämie ein, doch jede Bestätigung anhaltend schwacher Niederschläge könnte die FOB-Preise in Neu-Delhi rasch anziehen lassen, insbesondere für niedrigere Nicht-Basmati-Qualitäten, die in Ernährungs­sicherungsprogrammen eingesetzt werden.

Vietnam: Auch Vietnam steht unter Wetterstress. In der Provinz Nghe An und benachbarten nordzentralen Gebieten haben anhaltende extreme Hitze und begrenzte Niederschläge Ende Juni und Anfang Juli mehr als 1.200 Hektar Sommer-Herbst-Reis ohne ausreichendes Bewässerungswasser gelassen, mit teilweise ausgetrockneten Kanälen und Stauseen. Die lokalen Behörden rationieren Wasser und passen Pumppläne an, um kritische Wachstumsphasen zu schützen. Zwar handelt es sich um ein regionales und kein landesweites Problem, doch es verstärkt die Sorge, dass anhaltende El‑Niño-ähnliche Muster das Ertragspotenzial begrenzen könnten, falls Hitze und Trockenheit bis in die reproduktiven Entwicklungsphasen anhalten.

Fundamentaldaten & Markttendenz

  • Bestände & Altware: Komfortable indische Endbestände und starke vietnamesische Exporte im 1. Halbjahr haben Preisspitzen bislang begrenzt und ermöglichen kleine Abschläge in den jüngsten FOB-Angeboten aus Neu-Delhi und Hanoi.
  • Politischer Rahmen: Indiens jüngste Exportmitteilungen konzentrieren sich auf Qualität und Inspektionen, nicht auf Mengendeckel. Erinnerungen an frühere Exportverbote für Nicht-Basmati halten Importeure jedoch wachsam gegenüber politischen Risiken und begrenzen aggressiven Vorwärtsverkauf.
  • Nachfrage: Einige asiatische Käufer, insbesondere die Philippinen und afrikanische Importeure, haben Käufe früh im Jahr vorgezogen und reagieren nun preissensibel. Vietnams Verkäufe nach China sowie Käufe für die Staatsreserven bleiben jedoch robust und stützen die Segmente für duftende und Spezialsorten.
  • Wetterrisikoprämie: Die Kombination aus verspätetem indischem Monsun und lokaler Dürre in Vietnam legt trotz der derzeit leichten Abschwächung der physischen Notierungen einen Wetterboden unter die Preise.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

Richtung (nächste 3 Handelstage)

  • Indien, Neu-Delhi FOB (steam- und sella-Qualitäten, IN): Tendenz: seitwärts bis leicht fester. Geringer Abwärtsdruck durch schwächere Nachfrage scheint weitgehend eingepreist; schwache Monsun-Schlagzeilen könnten EUR-denominierte Angebote um leicht 0,5–1,0 % stützen.
  • Vietnam, Hanoi FOB (5 % weiß und Jasmine, VN): Tendenz: stabil bis leicht fester. Ein starkes Exportprogramm und hitzebedingte Sorgen deuten auf begrenztes Abwärtspotenzial hin; EUR-Preise dürften sich konsolidieren oder bei zusätzlicher Nachfrage aus Asien um bis zu ~1 % zulegen.

Handelsempfehlungen

  • Importeure (Asien, Naher Osten, Afrika): Nutzen Sie den aktuellen leichten Rückgang der Angebote in Neu-Delhi und Hanoi, um kurzfristige und frühe Q4-Deckung zu sichern, insbesondere für PR11/sonstige Nicht-Basmati-Sorten und vietnamesischen 5 % Bruchreis, und lassen Sie angesichts der Monsununsicherheit Flexibilität für spätere Volumina.
  • Exporteure (Indien, Vietnam): Vermeiden Sie stärkere Preisnachlässe über das derzeitige Niveau hinaus; konzentrieren Sie sich stattdessen auf Verträge mit kürzerer Laufzeit (bis zu 2–3 Monate) und bauen Sie, wo möglich, witterungsabhängige Klauseln ein, da weitere Monsunenttäuschungen oder anhaltende Hitze in Vietnam höhere Angebote rechtfertigen könnten.
  • Händler/Makler: Erwägen Sie leichte Long-Positionen in niedrigeren Nicht-Basmati-Qualitäten und vietnamesischem 5 % Bruchreis bei Kursrückgängen, mit engen Stopps, da das Chance/Risiko-Verhältnis für eine moderate Erholung spricht, falls die Juli-Niederschläge in Indien unter dem Durchschnitt bleiben oder sich die Feldberichte aus Vietnam verschlechtern.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (Richtung, EUR)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
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