Price-UpdateIN,VN
Nachgebende FOB-Reispreise aus Indien und Vietnam mit Fortschreiten des Monsuns
FOB-Reispreise aus Indien und Vietnam geben leicht nach, da sich der Monsun in wichtigen Anbaugebieten verbessert und das Mekong-Delta nass bleibt. Kurzfristiger Ausblick in EUR leicht bärisch.
Die Exportpreise für Reis aus Indien und Vietnam tendieren Ende Juli leicht nach unten, mit moderaten Rückgängen gegenüber der Vorwoche in den wichtigsten Segmenten für Parboiled-, Basmati- und Langkornreis an beiden Ursprüngen. Eine verbesserte Monsunabdeckung über weiten Teilen Indiens und saisonal nasse Bedingungen im Mekong-Delta Vietnams mildern unmittelbare Produktionssorgen und verschieben die kurzfristige Tendenz in EUR gerechnet leicht ins Bärische.
Die Exportnachfrage bleibt stabil, aber unspektakulär; Käufer sind in der Nahfrist gut gedeckt und beobachten eher Wetter- und Politiksignale, statt Volumen aggressiv zu verfolgen. Die Aussaat von Kharif-Paddy in Indien schreitet unter einem weiterhin defizitären, aber sich verbessernden Monsun voran, während Vietnams Exporterlöse im ersten Halbjahr 2026 dank höherer Volumina und fester Preise für Duftreis gestiegen sind. In den nächsten drei Tagen dürften die FOB-Indikationen aus Neu-Delhi und Hanoi seitwärts bis leicht niedriger tendieren, sofern es zu keinen abrupten politischen Eingriffen kommt.
Preise
- Indien, Neu-Delhi FOB (umgerechnet in EUR/t, Spot):
- PR11 Steam: ~€320/t, etwa 3 % niedriger als Ende Juni.
- Sharbati Steam: ~€450/t, rund 6 % Rückgang innerhalb von vier Wochen.
- 1121 Steam: ~€690/t, seit Ende Juni um etwa 3 % nachgebend.
- 1509 Steam: ~€650/t, im Monatsvergleich rund 3 % schwächer.
- 1121 Creamy Sella: ~€610/t, im Monatsverlauf etwa 3 % tiefer.
- Bio‑weißer Basmati: ~€1.590/t, leicht schwächer gegenüber €1.620/t.
- Bio‑weißer Nicht‑Basmati: ~€1.290/t, rückläufig von €1.330/t.
- Vietnam, Hanoi FOB (umgerechnet in EUR/t, Spot):
- Long White 5 %: ~€330/t, etwa 4 % niedriger als Ende Juni.
- Jasmine: ~€340/t, moderater Monatsrückgang von 3–4 %.
- Homali: ~€480/t, rund 4 % schwächer gegenüber dem Vormonat.
- Japonica: ~€440/t, seit Ende Juni um etwa 4 % nachgebend.
- Calrose: ~€470/t, etwas weicher als Ende Juni.
- Spezialitäten (schwarz, rot, klebrig, papiergetrocknet) zeigen einen ähnlichen Rückgang von 1–2 %.
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage
- Indien: Der Südwestmonsun hat Stand 9. Juli 2026 das gesamte Land erfasst und stützt trotz früherer Niederschlagsdefizite die Aussaat von Kharif-Paddy. Regierungsberichte zeigen eine positive Entwicklung der Paddy-Flächen in mehreren Bundesstaaten, auch wenn die gesamte Kharif-Anbaufläche noch hinter dem Vorjahr zurückbleibt.
- Die Niederschläge bleiben in Teilen Ost- und Südindiens – darunter Bihar, Punjab und Kerala – unter dem Normalniveau, mit Defiziten von über 32 % in einigen Bundesstaaten per 24. Juli. Diese regionale Trockenheit hält eine leichte Wetterrisiko-Prämie in Premium‑Basmati- und Nicht‑Basmati‑Offerten aufrecht, hat aber bislang noch keine starke Rallye ausgelöst.
- Vietnam: Vietnams Reiserlösexporte erreichten im ersten Halbjahr 2026 rund 2,38 Mrd. USD, getragen von höheren Volumina und steigenden Preisen für duftenden Reis mit 5 % Bruch, der zuletzt bei etwa 510–520 USD/t gehandelt wurde. Ein knappes Angebot an Duftreis und eine starke asiatische Nachfrage stützen das höherwertige Segment, auch wenn Referenz‑Weißreis und Spezialitäten in EUR gerechnet leicht nachgeben.
- Die Importnachfrage aus Asien und Afrika wird als stabil, aber preissensibler nach dem Anstieg zu Jahresbeginn beschrieben. Käufer schichten je nach Qualität, Fracht und Politikrisiko selektiv zwischen Indien und Vietnam um, was kurzfristige Rallyes an beiden Ursprüngen begrenzt.
Wetterbeobachtung: IN & VN
- Indien (Reisgürtel einschließlich Nordindien, Ostindien und Küstenzonen): Nationale Daten zeigen, dass sich das gesamte indische Monsundefizit bis zum 24. Juli auf etwa 16 % verringert hat, mit Erwartungen kräftigerer Niederschläge über Teilen West- und Zentralindiens um den 24.–25. Juli. Für die nächsten drei Tage (26.–28. Juli) deuten Modelle auf anhaltend vereinzelte bis recht verbreitete Schauer in wichtigen Paddy-Regionen hin, die die Bodenfeuchte allmählich verbessern, ohne die Defizite in einigen östlichen Bundesstaaten vollständig zu beseitigen.
- Vietnam (Mekong-Delta): Für das Mekong-Delta werden bis zum 29. Juli weiterhin heiße, feuchte Bedingungen mit Tageshöchstwerten um 35–38 °C und häufigen Schauern oder Gewittern erwartet. Die Niederschlagssummen sind moderat und typisch für die Regenzeit; sie unterstützen das Reisbabywachstum und das Umpflanzen, ohne derzeit größere Hochwasserstörungen zu verursachen.
- Wettereinfluss: Insgesamt ist das kurzfristige Wetter in beiden Ländern für die Pflanzenentwicklung förderlich und trägt dazu bei, unmittelbare Angebotsrisiken zu entschärfen. Die Marktaufmerksamkeit verlagert sich von kurzfristigen Niederschlagsschwankungen hin zu politischen Entscheidungen und der Exportnachfrage als primären Preistreibern in Richtung August.
Fundamentaldaten & Treiber
- Exportwettbewerbsfähigkeit: Indikative vietnamesische Offerten für duftenden Reis mit 5 % Bruch um 510–520 USD/t (etwa €470–480/t) halten Vietnam in den höherwertigen Segmenten wettbewerbsfähig, während Indiens Basmati- und Parboiled‑Reis weiterhin mit einem Aufschlag gehandelt werden, sich aber im vergangenen Monat leicht abgeschwächt haben.
- Politischer Rahmen: In den vergangenen drei Tagen wurden weder in Indien noch in Vietnam neue handelspolitische Schocks bekanntgegeben. Frühere Beschränkungen und Genehmigungsregime dämpfen weiterhin Indiens Nicht‑Basmati‑Exporte, aber die aktuelle Kursentwicklung deutet darauf hin, dass die Märkte die bestehenden Regeln weitgehend eingepreist haben.
- Kosten & FX: Bei stabilem Rohöl und Frachtkosten unter den früheren Höchstständen üben Logistikkosten derzeit keinen nennenswerten Aufwärtsdruck aus. Ein relativ fester EUR gegenüber Regionalwährungen im Juli dämpft die in EUR denominierten FOB‑Werte leicht, trotz in USD festerer Preise in einigen Duftreissegmenten.
- Spekulative Positionierung: Es gibt diese Woche nur begrenzte Hinweise auf aggressive spekulative Käufe in physischen oder derivativen Reismärkten. Die Handelsströme scheinen von routinemäßiger Nachfrage statt von Bevorratung dominiert zu sein, was zur sanften Abwärtsdrift der Offerten aus Neu-Delhi und Hanoi beiträgt.
3‑Tage‑Ausblick & Trading View (IN, VN)
- Preisrichtung (26.–28. Juli 2026):
- Indien FOB Neu-Delhi: Seitwärts bis −0,5 % für Parboiled- und Steam‑Qualitäten; −0,5 % bis −1 % für Premium‑Basmati, da Verkäufer bei nahfristigen Partien verhandlungsbereit bleiben.
- Vietnam FOB Hanoi: Seitwärts bis −0,5 % für Long White 5 % und Duftreissorten, wobei Regenzeitwetter und starke Exporte im 1. Halbjahr einen stärkeren Rückgang begrenzen.
- Wetterbedingtes Risiko: In Indien könnte jede Bestätigung anhaltend großer Niederschlagsdefizite in östlichen Bundesstaaten über Anfang August hinaus eine Aufwärtsrisikoprämie wieder einpreisen, insbesondere bei hochwertigem Basmati. In Vietnam liegt der Hauptfokus auf möglichen übermäßigen Niederschlägen oder Überschwemmungen im Mekong-Delta; die aktuellen Prognosen deuten jedoch nicht auf einen unmittelbar schweren Stress hin.
Fokussierte Handelsempfehlungen
- Importeure (Asien, Naher Osten, Afrika): Nutzen Sie die derzeit leichte Abschwächung bei indischem Steam und vietnamesischem Long White 5 % zur Absicherung der Versorgung von nahen Terminen bis ins 4. Quartal, insbesondere für Standard‑Weißreis und Parboiled. Staffelkäufe in kleineren Tranchen werden empfohlen, da Wetter‑ und Politikschlagzeilen weiterhin kurzfristige Volatilität auslösen können.
- Indische Exporteure: Erwägen Sie moderate Preisnachlässe (0,5–1 %) auf 1121‑ und 1509‑Steam, um Ausfuhren zu beschleunigen, solange die Monsunnachrichten preisneutral bis leicht bärisch wirken. Halten Sie bei Basmati‑Aufschlägen eine gewisse Flexibilität, bis sich Anfang August klarere Signale zur Niederschlagslage in Ostindien abzeichnen.
- Vietnamesische Exporteure: Bleiben Sie bei Duftreissorten relativ fest, gestützt durch die starke Exportperformance im 1. Halbjahr und ein knappes Angebot, seien Sie aber bereit zu kleinen taktischen Abschlägen bei Standard‑Long‑White‑Partien, falls konkurrierende indische Offerten aggressiver werden.
3‑Tage‑regionale Preisindikation (Richtung, EUR)
- Indien – Neu-Delhi FOB (alle wichtigen Reistypen): Erwartet wird ein Handel in einer engen Spanne um das aktuelle Niveau mit leichtem Abwärtsbias von bis zu ~€5/t, unter der Annahme stabiler Politik und anhaltender, wenn auch ungleich verteilter Monsunschauer.
- Vietnam – Hanoi FOB (Long White, Jasmine und andere Hauptsorten): Voraussichtlich weitgehend stabil, mit Bewegungen begrenzt auf ±€3–4/t, da typisches Regenzeitwetter und stabile Exportnachfrage den Markt im Gleichgewicht halten.
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