Indische Erdnusspreise bleiben stabil, da sich der Monsun in Gujarat erholt
Indische Erdnusspreise in EUR bleiben stabil, da sich der Monsun in Gujarat verbessert, aber unter dem Normalniveau bleibt. Ausblick seitwärts bis leicht fester für Bold- und Java-Qualitäten.
Prices
Aktuelle Richtwerte für indische Erdnüsse (umgerechnet in EUR zu ~₹92,5/EUR):
Die offizielle Verbraucherpreisüberwachung für Erdnussöl in Indien zeigt zum 25. Juli 2026 ebenfalls stabile nationale durchschnittliche Einzelhandelspreise, was auf einen begrenzten unmittelbaren Druck des Speiseölkomplexes auf die Roherdnusspreise hindeutet.
Supply & Demand
Der Marktfokus liegt weiterhin auf der Kharif-Aussaat von Erdnüssen in Gujarat und Rajasthan. Ein verzögerter Südwestmonsun in Gujarat hat die Aussaat verlangsamt und die Erdnussfläche Anfang Juli deutlich unter die historischen Durchschnittswerte gedrückt, was Sorgen über mögliche Produktionsverluste ausgelöst hat. Das Landwirtschaftsministerium von Rajasthan meldet hingegen, dass die Erdnussaussaat bereits etwa 80 % der Zielfläche erreicht hat, was dort auf eine deutlich komfortablere Versorgungslage schließen lässt.
Neuere Berichte deuten darauf hin, dass sich die Niederschläge in Gujarat verbessert haben und die Aussaat im Vergleich zu den niedrigen Frühsaisonständen deutlich an Fahrt aufgenommen hat, obwohl die kumulierten Niederschläge weiterhin unter dem Durchschnitt liegen. Landwirte drängen weiterhin darauf, die Pflanzung innerhalb des optimalen Juli-Zeitfensters für Erdnüsse abzuschließen, in Übereinstimmung mit staatlichen Agrarempfehlungen, die rechtzeitige Aussaat und Inputmanagement betonen. Insgesamt wird der physische Markt in den wichtigsten Anbaugebieten kurzfristig als ausreichend versorgt beschrieben, wenngleich eine gewisse Unsicherheit über die endgültige Produktion 2026/27 bestehen bleibt, bis die Pflanzenbestände im August klarer beurteilt werden können.
Auf der Nachfrageseite wachsen Indiens breitere Exporte von Ölsaaten und Ölschroten nach China und in andere asiatische Abnehmer weiter und stützen damit die Nachfrage nach Erdnüssen und Erdnussprodukten innerhalb eines generell festen globalen Ölsaatenkomplexes. In den vergangenen Tagen wurden keine bedeutenden neuen handelspolitischen Änderungen speziell für Erdnüsse gemeldet; Exportqualität und Aflatoxinvorschriften bleiben durch das bestehende APEDA-Verfahren für Erdnussprodukte geregelt.
Weather & Crop Outlook (India, Region: IN)
Das Wetter ist der wichtigste kurzfristige Treiber. Die jüngste lokale Prognose des IMD für Rajkot, einen repräsentativen Distrikt des Erdnussgürtels in Gujarat, signalisiert leichte bis mäßige Monsunschauer mit typischen Kharif-Temperaturen in den kommenden Tagen, ohne unmittelbare Warnungen vor extremen Niederschlägen. Dieses Muster ist im Großen und Ganzen günstig für Keimung und frühes vegetatives Wachstum, wo die Aussaat kürzlich abgeschlossen wurde.
Früher in der Saison verzeichnete Gujarat ein deutliches Niederschlagsdefizit und einen verzögerten Monsunbeginn, was das Aussaatfenster einengte und das Risiko eines Flächenrückgangs bei Erdnüssen und Baumwolle erhöhte. Da die Niederschläge inzwischen aufgeholt haben, landesweit aber weiterhin unter dem Normalniveau liegen, kalkulieren Händler in ihren Forward-Preisvorstellungen eine moderate Wetterrisikoprämie ein. Jede erneute Trockenphase Ende Juli oder Anfang August würde die Angebotssorgen rasch wieder aufflammen lassen; umgekehrt würden zwei bis drei weitere Wochen mit gut verteiltem Regen die Aufwärtsdynamik wahrscheinlich begrenzen.
Fundamentals & Market Tone
- Stabile Preise kurzfristig: Exportfähige indische Erdnüsse handeln in engen Spannen in EUR gerechnet, ohne klaren Richtungsausbruch in den vergangenen zwei Wochen.
- Unterstützung durch den Ölsaatenkomplex: Der globale Ölsaatenhandel wird weiterhin durch sich verändernde Ströme nach China und durch cross‑commodity‑Verflechtungen zwischen Erdnüssen, Soja und Pflanzenölen geprägt, was dazu beiträgt, ein Preisfundament unter indischen Angeboten zu halten, selbst wenn die lokale Nachfrage nur moderat ist.
- Stabile Politiklage: In den letzten Tagen gab es keine neue MSP-Anpassung oder Exportbeschränkung speziell für Erdnüsse; die Märkte handeln daher primär auf Basis von Monsunverlauf und Exportnachfrage statt auf regulatorische Schocks.
Trading Outlook (Next 3–5 Days)
- Exporteure (Indien, Region IN): Bei stabilen FOB-Preisen und einem weiterhin präsenten, aber abnehmenden Wetterrisiko erscheint die Eindeckung kurzfristiger Verkäufe zu den aktuellen EUR-Niveaus sinnvoll, während größere neue Forward-Verpflichtungen aufgeschoben werden können, bis im August klarere Daten zu Beständen und Fläche in Gujarat vorliegen.
- Importeure: Käufer mit Bedarf an Absicherung für Lieferungen im 4. Quartal 2026 können das aktuelle Seitwärtspreisniveau nutzen, um Teilmengen zu sichern, aber einen Restbedarf offen lassen, um von möglichen besseren Kaufgelegenheiten zu profitieren, falls sich die Monsunentwicklung weiter verbessert.
- Inländische Ölmühlen: Die Erdnussölpreise sind derzeit ruhig; Ölmühlen können ihre Rohwarenbeschaffung auf Sicht fahren und Käufe nur dann ausweiten, wenn lokale Berichte anhaltende Niederschlagsdefizite bestätigen.
3‑Day Directional Price Indication (Region: IN)
- Gujarat (Gondal) bold 40–50, FOB, EUR: Tendenz: Seitwärts bis leicht fester. Verbesserte, aber weiterhin unterdurchschnittliche Niederschläge sorgen für einen leichten Aufwärtsbias, sofern neue Exportanfragen aufkommen.
- New Delhi bold & java grades, FOB, EUR: Tendenz: Seitwärts. Ausreichende Spotverfügbarkeit und begrenzte Signale neuer Binnennachfrage sprechen für eine enge Handelsspanne um das aktuelle Niveau.
- Roasted splits & birdfeed, Indien-Export, EUR: Tendenz: Seitwärts. Nischennachfrage ist stabil; es gibt derzeit keine Hinweise auf eine deutliche Verengung oder auf verstärkte Rabattierung.