CMB Emblem
Indische Erdnusspreise bleiben stabil, da sich der Monsun in Gujarat erholt

Indische Erdnusspreise bleiben stabil, da sich der Monsun in Gujarat erholt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Indische Erdnusspreise in EUR bleiben stabil, da sich der Monsun in Gujarat verbessert, aber unter dem Normalniveau bleibt. Ausblick seitwärts bis leicht fester für Bold- und Java-Qualitäten.

Die Exportpreise für indische Erdnüsse sind diese Woche faktisch unverändert, wobei Bold- und Java-Qualitäten in Neu-Delhi und Gujarat seitwärts handeln, während der Markt beobachtet, wie sich der sich erholende Monsun auf die Erdnussanbaufläche und die Ertragsperspektiven auswirkt. Der indische Erdnussmarkt befindet sich in einer kurzen Konsolidierungsphase. FOB-Preise für die wichtigsten Exportqualitäten aus Neu-Delhi und Gujarat sind seit mehreren Sitzungen unverändert, während die in der amtlichen Einzelhandelsüberwachung erfassten Inlandspreise für Erdnussöl nur geringe Woche-zu-Woche-Bewegungen zeigen. Das Wetter hat sich in Gujarat nach einem zunächst schwachen Monsun verbessert und unterstützt den Aussaatfortschritt, doch die kumulierten Niederschläge liegen weiterhin unter dem Normalniveau und halten eine leichte Risikoprämie aufrecht. Die Exportnachfrage ist beständig, aber nicht spektakulär, da Käufer zögern, höheren Preisen nachzujagen, solange die Aussichten für die Kharif-Ernte bis in den August hinein noch unklar sind.

Prices

Aktuelle Richtwerte für indische Erdnüsse (umgerechnet in EUR zu ~₹92,5/EUR):

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Die offizielle Verbraucherpreisüberwachung für Erdnussöl in Indien zeigt zum 25. Juli 2026 ebenfalls stabile nationale durchschnittliche Einzelhandelspreise, was auf einen begrenzten unmittelbaren Druck des Speiseölkomplexes auf die Roh­erdnusspreise hindeutet. 

Supply & Demand

Der Marktfokus liegt weiterhin auf der Kharif-Aussaat von Erdnüssen in Gujarat und Rajasthan. Ein verzögerter Südwestmonsun in Gujarat hat die Aussaat verlangsamt und die Erdnussfläche Anfang Juli deutlich unter die historischen Durchschnittswerte gedrückt, was Sorgen über mögliche Produktionsverluste ausgelöst hat.  Das Landwirtschaftsministerium von Rajasthan meldet hingegen, dass die Erdnuss­aussaat bereits etwa 80 % der Ziel­fläche erreicht hat, was dort auf eine deutlich komfortablere Versorgungslage schließen lässt. 

Neuere Berichte deuten darauf hin, dass sich die Niederschläge in Gujarat verbessert haben und die Aussaat im Vergleich zu den niedrigen Früh­saisonständen deutlich an Fahrt aufgenommen hat, obwohl die kumulierten Niederschläge weiterhin unter dem Durchschnitt liegen.  Landwirte drängen weiterhin darauf, die Pflanzung innerhalb des optimalen Juli-Zeitfensters für Erdnüsse abzuschließen, in Übereinstimmung mit staatlichen Agrar­empfehlungen, die rechtzeitige Aussaat und Inputmanagement betonen.  Insgesamt wird der physische Markt in den wichtigsten Anbaugebieten kurzfristig als ausreichend versorgt beschrieben, wenngleich eine gewisse Unsicherheit über die endgültige Produktion 2026/27 bestehen bleibt, bis die Pflanzenbestände im August klarer beurteilt werden können.

Auf der Nachfrageseite wachsen Indiens breitere Exporte von Ölsaaten und Ölschroten nach China und in andere asiatische Abnehmer weiter und stützen damit die Nachfrage nach Erdnüssen und Erdnussprodukten innerhalb eines generell festen globalen Ölsaatenkomplexes.  In den vergangenen Tagen wurden keine bedeutenden neuen handelspolitischen Änderungen speziell für Erdnüsse gemeldet; Exportqualität und Aflatoxin­vorschriften bleiben durch das bestehende APEDA-Verfahren für Erdnussprodukte geregelt.

Weather & Crop Outlook (India, Region: IN)

Das Wetter ist der wichtigste kurzfristige Treiber. Die jüngste lokale Prognose des IMD für Rajkot, einen repräsentativen Distrikt des Erdnussgürtels in Gujarat, signalisiert leichte bis mäßige Monsunschauer mit typischen Kharif-Temperaturen in den kommenden Tagen, ohne unmittelbare Warnungen vor extremen Niederschlägen.  Dieses Muster ist im Großen und Ganzen günstig für Keimung und frühes vegetatives Wachstum, wo die Aussaat kürzlich abgeschlossen wurde.

Früher in der Saison verzeichnete Gujarat ein deutliches Niederschlagsdefizit und einen verzögerten Monsunbeginn, was das Aussaatfenster einengte und das Risiko eines Flächenrückgangs bei Erdnüssen und Baumwolle erhöhte.  Da die Niederschläge inzwischen aufgeholt haben, landesweit aber weiterhin unter dem Normalniveau liegen,  kalkulieren Händler in ihren Forward-Preisvorstellungen eine moderate Wetterrisiko­prämie ein. Jede erneute Trockenphase Ende Juli oder Anfang August würde die Angebots­sorgen rasch wieder aufflammen lassen; umgekehrt würden zwei bis drei weitere Wochen mit gut verteiltem Regen die Aufwärtsdynamik wahrscheinlich begrenzen.

Fundamentals & Market Tone

  • Stabile Preise kurzfristig: Exportfähige indische Erdnüsse handeln in engen Spannen in EUR gerechnet, ohne klaren Richtungs­ausbruch in den vergangenen zwei Wochen.
  • Unterstützung durch den Ölsaatenkomplex: Der globale Ölsaatenhandel wird weiterhin durch sich verändernde Ströme nach China und durch cross‑commodity‑Verflechtungen zwischen Erdnüssen, Soja und Pflanzenölen geprägt, was dazu beiträgt, ein Preisfundament unter indischen Angeboten zu halten, selbst wenn die lokale Nachfrage nur moderat ist. 
  • Stabile Politiklage: In den letzten Tagen gab es keine neue MSP-Anpassung oder Exportbeschränkung speziell für Erdnüsse; die Märkte handeln daher primär auf Basis von Monsunverlauf und Exportnachfrage statt auf regulatorische Schocks.

Trading Outlook (Next 3–5 Days)

  • Exporteure (Indien, Region IN): Bei stabilen FOB-Preisen und einem weiterhin präsenten, aber abnehmenden Wetterrisiko erscheint die Eindeckung kurzfristiger Verkäufe zu den aktuellen EUR-Niveaus sinnvoll, während größere neue Forward-Verpflichtungen aufgeschoben werden können, bis im August klarere Daten zu Beständen und Fläche in Gujarat vorliegen.
  • Importeure: Käufer mit Bedarf an Absicherung für Lieferungen im 4. Quartal 2026 können das aktuelle Seitwärts­preisniveau nutzen, um Teilmengen zu sichern, aber einen Restbedarf offen lassen, um von möglichen besseren Kaufgelegenheiten zu profitieren, falls sich die Monsunentwicklung weiter verbessert.
  • Inländische Ölmühlen: Die Erdnussölpreise sind derzeit ruhig; Ölmühlen können ihre Rohwarenbeschaffung auf Sicht fahren und Käufe nur dann ausweiten, wenn lokale Berichte anhaltende Niederschlagsdefizite bestätigen.

3‑Day Directional Price Indication (Region: IN)

  • Gujarat (Gondal) bold 40–50, FOB, EUR: Tendenz: Seitwärts bis leicht fester. Verbesserte, aber weiterhin unterdurchschnittliche Niederschläge sorgen für einen leichten Aufwärts­bias, sofern neue Exportanfragen aufkommen.
  • New Delhi bold & java grades, FOB, EUR: Tendenz: Seitwärts. Ausreichende Spotverfügbarkeit und begrenzte Signale neuer Binnennachfrage sprechen für eine enge Handelsspanne um das aktuelle Niveau.
  • Roasted splits & birdfeed, Indien-Export, EUR: Tendenz: Seitwärts. Nischen­nachfrage ist stabil; es gibt derzeit keine Hinweise auf eine deutliche Verengung oder auf verstärkte Rabattierung.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →