Indische Kurkumapreise legen zu, da Nizamabad-Spot und Futures wieder anziehen
Die indischen Kurkumapreise stabilisieren sich, da Nizamabad-Spot und NCDEX-Futures wieder anziehen – gestützt durch knappe Bestände, stabile Exportnachfrage und neutrale Monsunbedingungen.
Prices
Im physischen Exportgeschäft sind die FOB-Preise für doppelt polierte Kurkumafinger aus Telangana in der letzten Woche leicht gestiegen. Nizamabad-Typ, Grade A, bewegte sich von etwa 1,35 EUR/kg auf rund 1,38 EUR/kg, während Salem-Typ, Grade A, von etwa 1,50 EUR/kg auf 1,53 EUR/kg zulegte – ein Hinweis auf leicht festere Exportangebote.
Am Inlandsmarkt schlossen die NCDEX-Kurkumafutures (naher Kontrakt) am 27. August bei rund 19.660 INR je 100 kg, ein Plus von 1,5 % gegenüber dem Vortag nach einem Rückgang von 5–6 % am 26. August. Die von NCDEX auf der Live-Spot-Seite gemeldeten, von Landwirten polierten Spotpreise in Nizamabad lagen am 27. August bei etwa 19.980 INR je 100 kg und entsprachen damit in etwa den jüngsten Futures-Notierungen. Großhandelsangebote im Nizamabad-Mandi lagen am selben Tag bei rund 203 INR/kg und bestätigten damit die festen Kassamarktbedingungen.
*Umrechnung von ~19.980 INR/100 kg mit einem ungefähren Kurs von 1 EUR = 91 INR.
Supply & Demand
NCDEX weist darauf hin, dass die Kurkumaaussaat in Indien typischerweise von Ende Mai bis August läuft, während die Anlieferungen überwiegend von Dezember bis Mai erfolgen. Da die Aussaat für die Ernte 2026/27 bis Ende August weitgehend abgeschlossen ist, stammt das aktuelle physische Angebot hauptsächlich aus Altbeständen, die von Landwirten, Händlern und Lagerhaltern gehalten werden.
Aktuelle MIS-Daten von NCDEX zeigen Kurkuma unter den aktiv gehandelten Kontrakten, wobei der Kontrakt mit Fälligkeit Dezember 2026 zu Wochenbeginn nahe 20.700 INR/100 kg schloss – ein Hinweis auf eine robuste Forward-Nachfrage. Spot- und Futurespreise liegen weiterhin über den historischen Spannen, was darauf schließen lässt, dass der Markt nach wie vor relativ knappe Angebotsverhältnisse einpreist. Branchenkommentare vom Juni 2026 hoben ein anhaltend solides Exportinteresse und eine feste Nachfrage nach Qualitätsware hervor – Trends, die angesichts der aktuellen Preisresistenz weiterhin Gültigkeit zu haben scheinen.
Weather & Crop Conditions (India)
Die Kurkumaproduktion in Indien konzentriert sich auf Telangana (Nizamabad, Nirmal), Maharashtra, Karnataka, Andhra Pradesh und Teile von Tamil Nadu. Ende August zeigte sich der Südwestmonsun in weiten Teilen des südlichen Indiens im Großen und Ganzen ausreichend, ohne extreme, flächendeckende Stressmeldungen speziell zu Kurkuma in den letzten drei Tagen.
Für die kommenden Tage deuten modellbasierte Prognosen (laut nationalen Rohstoff-Dashboards) auf vereinzelte Schauer in den wichtigsten südlichen und zentralen Anbauzonen hin, was spät gesäte Kurkumafelder stützen und die Bodenfeuchte erhalten dürfte. Insgesamt wirkt das Wetter kurzfristig neutral bis leicht unterstützend: ausreichend Regen für die weitere Pflanzenentwicklung, jedoch ohne auffällige neue Signale für Überschwemmungen oder Dürre, die direkt auf die wichtigsten Kurkuma-Distrikte zielen würden.
Market Fundamentals
Das jüngste Verhalten der Futures zeigt ein klassisches Muster aus Liquidation und anschließender Erholung: Nach Rekordhochs Anfang August aufgrund von Erntesorgen korrigierten die Kurkumafutures zwar deutlich, liegen aber weiterhin deutlich über den Niveaus vom Jahresanfang. Historische Daten für Juli–August bestätigen für wichtige NCDEX-Kontrakte einen 3‑Monats-Performancezuwachs von über 25–30 %.
Die Live-Spot- und MIS-Berichte der NCDEX deuten auf eine aktive Teilnahme und ordentliche Umsätze bei Kurkumakontrakten hin. Erhöhte Forwardpreise im Vergleich zum Spot legen nahe, dass der Markt weiterhin eine Prämie für die Absicherung zukünftiger Versorgung zahlt – im Einklang mit Sorgen über begrenzte Lagerdeckung und unsichere Ertragsergebnisse für die Ernte 2026/27.
3–5 Day Outlook & Trading View
Treiber des Kurzfristmarktes (nächste 3–5 Tage)
- Die Monsunbedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten wirken saisonal normal, wodurch das unmittelbare Abwärtsrisiko durch Wetternachrichten begrenzt wird.
- Die Spotpreise in Nizamabad bleiben fest; zusätzliche Exportausschreibungen oder größere Inlandskäufe könnten sich rasch in erneuter Stärke bei den Futures niederschlagen.
- Nach der Korrektur und Erholung dieser Woche dürfte die Intraday-Volatilität an der NCDEX hoch bleiben, da Marktteilnehmer ihre Positionen um psychologisch wichtige Marken nahe 20.000 INR/100 kg anpassen.
Indikativer 3-Tage-Richtungsausblick (EUR, umgerechnet)
- Nizamabad, von Landwirten polierter Spot (IN): aktuell ~2,20 EUR/kg; Tendenz: seitwärts bis leicht fester, erwartete Spanne ~2,15–2,30 EUR/kg.
- FOB Telangana Finger, Nizamabad Grade A: aktuell ~1,38 EUR/kg; Tendenz: stabil bis leicht höher, mit möglichen Tests von ~1,40 EUR/kg bei anhaltender Exportnachfrage.
- FOB Telangana Finger, Salem Grade A: aktuell ~1,53 EUR/kg; Tendenz: fest, voraussichtlich Handel in einer Spanne von ~1,52–1,58 EUR/kg.
Handelsempfehlungen (unverbindlich)
- Exporteure / Industrieabnehmer: Erwägen Sie, einen Teil des Bedarfs für Q4 2026–Q1 2027 auf aktuellen Rücksetzern zu decken, insbesondere für höherwertige Qualitäten, wobei Spielraum für mögliche weitere Korrekturen gelassen werden sollte.
- Erzeuger / Lagerhalter: Angesichts der weiterhin erhöhten Forward-Kurve kann ein schrittweiser Verkauf auf Erholungen in Richtung der jüngsten Hochs über NCDEX-Absicherungsgeschäfte helfen, attraktive Margen zu sichern.
- Kurzfristige Trader: Rechnen Sie mit unruhigen Kursbewegungen; bevorzugen Sie Range-Trading-Strategien im Bereich von 19.000–21.000 INR/100 kg gegenüber aggressiven Direktionalwetten, bis sich aus Monsun- und Ernte-Updates klarere Signale ergeben.