Indische und brasilianische Erdnusspreise bleiben angesichts anhaltender Wetterrisiken fest
Kompaktes Update zu den indischen und brasilianischen Erdnusspreisen, den monsunbedingten Angebotsrisiken, dem Wetterausblick und kurzfristigen Handelsempfehlungen für die nächsten 3 Tage.
Preise
Aktuelle indikative Exportnotierungen in EUR:
| Ursprung | Typ | Ort | Lieferung | Aktueller Preis (EUR) | Vorheriger Preis (EUR) | Kommentar |
|---|---|---|---|---|---|---|
| IN | Erdnüsse, Vogelfutter | Neu-Delhi | CFR | 1.05 | 1.05 | Im Wochenvergleich unverändert nach einem zuvor kleinen Anstieg. |
| IN | Erdnüsse, Java 50-60 | Neu-Delhi | FOB | 1.27 | 1.27 | Stabil auf dem jüngsten Höchstniveau. |
| IN | Erdnüsse, Java 60-70 | Neu-Delhi | FOB | 1.16 | 1.16 | Seitwärtsbewegung, moderater Wetteraufschlag. |
| IN | Erdnüsse, Java 70-80 | Neu-Delhi | FOB | 1.15 | 1.15 | Unverändert, in einer engen Spanne. |
| IN | Erdnüsse, Bold 40-50 | Gujarat – Gondal | FOB | 1.07 | 1.07 | Unverändert, entsprechend einem ausgeglichenen Spotmarkt. |
| IN | Erdnüsse, Bold 50-60 | Neu-Delhi | FOB | 1.03 | 1.03 | Stabil nach dem Anstieg zu Monatsbeginn. |
| IN | Erdnüsse, Bold 60-70 | Neu-Delhi | FOB | 1.02 | 1.02 | Seitwärts, im Einklang mit einer stabilen Nachfrage. |
| BR | Erdnüsse, roh | Brasília | FOB | 1.25 | 1.23 | Leicht fester dank anhaltendem Exportinteresse. |
Die indischen Erdnusspreise in Euro werden im Vergleich zu Anfang September als leicht schwächer bis stabil eingeschätzt. Die jüngsten unveränderten Notierungen deuten jedoch darauf hin, dass der Markt kurzfristig einen Boden gefunden hat, da Wetter- und Anbauflächenunsicherheiten inzwischen eingepreist sind. Die Preise für brasilianische rohe Erdnüsse zeigen eine leichte Aufwärtsanpassung, im Einklang mit positiven Exportaussichten und einer breiteren Unterstützung durch den Ölsaatenmarkt.
Angebots- und Nachfragetreiber (IN, BR)
In Indien liegt die Erdnussanbaufläche in Gujarat Berichten zufolge etwa 6 % unter dem Vorjahresniveau, aber weiterhin über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Dies hält die Bilanz relativ knapp, ohne dass eine kritische Unterversorgung besteht. Die landesweite Kharif-Aussaat liegt nur leicht unter dem Normalniveau. Bei Ölsaaten haben sich die früheren Flächenrückstände jedoch verringert, was auf einen weiterhin ausreichenden exportierbaren Erdnussüberschuss schließen lässt, sofern die Erträge stabil bleiben.
Der Südwestmonsun 2026 lag jedoch etwa 14–15 % unter dem Normalniveau. Die Niederschlagsdefizite weiten sich aus und die Dürre breitet sich in mehreren Distrikten aus, was Sorgen um regenabhängige Kharif-Kulturen einschließlich Erdnüssen verstärkt. In Westindien, einschließlich Teilen Rajasthans, rechnen Händler bereits mit geringeren Kharif-Anlieferungen aufgrund der Niederschlagsdefizite. Dies unterstreicht die regionalen Ertragsrisiken und dürfte die Preise bis in die Vermarktungssaison hinein stützen.
Brasilien bleibt strukturell ein wachsender Erdnussexporteur. Jüngste offizielle Ausblicke verweisen auf eine Ausweitung der Anbauflächen in wichtigen Bundesstaaten sowie eine robuste Nachfrage aus China und Europa. Zwar werden die Feldbedingungen der laufenden Saison weiterhin geprägt, doch diese mittelfristige Wachstumsperspektive begrenzt aggressive Preisrallys. Kurzfristige Wetter- oder Logistikprobleme können dennoch Phasen erhöhter Volatilität auslösen.
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Wetterausblick (BR, IN)
Für Indiens wichtigstes Erdnussgebiet in Gujarat und angrenzende Regionen hebt eine aktuelle Analyse ein anhaltendes Monsundefizit und wachsende Zonen mit zu geringen Niederschlägen hervor, während sich der Monsun zurückzuziehen beginnt. Kurzfristige Prognosen indischer Quellen deuten in Saurashtra überwiegend auf trockenes bis freundliches Wetter hin. Dies begünstigt die Erntearbeiten, trägt jedoch kaum zur Erholung der Bodenfeuchtigkeit bei. Spät ausgesäte und regenabhängige Felder bleiben daher bei anhaltender Trockenheit einem Ertragsrisiko ausgesetzt.
In Brasilien verfolgen die offiziellen meteorologischen Updates weiterhin die El-Niño-Bedingungen und das Potenzial für unregelmäßige Niederschlagsmuster in den kommenden Monaten. In den vergangenen Tagen wurde jedoch kein akuter, spezifischer Wetterschock für Erdnüsse gemeldet. Derzeit wirkt das Wetter eher als Hintergrundrisikoprämie denn als unmittelbare Störung. Erneute Anomalien in São Paulo und anderen wichtigen Erdnussregionen würden jedoch rasch in die FOB-Angebote einfließen.
Fundamentaldaten und Marktstimmung
- Indien: Eine etwas geringere, aber weiterhin hohe Erdnussanbaufläche in Verbindung mit einem schwachen und uneinheitlichen Monsun sorgt für einen knappen, aber handhabbaren Versorgungsausblick und stützt EUR-Preise zwischen stabil und fest.
- Wetter: Dürresignale in Teilen Indiens und anhaltende El-Niño-Risiken deuten darauf hin, dass die Ertragsergebnisse gegenüber den Erwartungen zu Saisonbeginn eher nach unten verzerrt sind. Dies begrenzt das kurzfristige Abwärtspotenzial der Exportnotierungen.
- Brasilien: Strukturelles Exportwachstum und wettbewerbsfähige Logistik untermauern die stabile Nachfrage nach brasilianischen Erdnüssen. Die jüngste moderate Festigung am Ursprungsmarkt deutet zudem auf ein solides Kaufinteresse hin.
- Nachfrage: Internationale Käufer agieren offenbar vorsichtig, bleiben aber aktiv. Sie wägen den Bedarf an kurzfristigen Eindeckungen gegen die Möglichkeit attraktiverer Angebote ab, falls die Wetterrisiken nachlassen.
Handelsausblick und 3-Tage-Prognose
Wichtige Empfehlungen
- Importeure (EU/Asien): Eine Eindeckung des kurzfristigen Bedarfs auf dem aktuellen indischen FOB- und CFR-Niveau sollte erwogen werden, da das weitere Abwärtspotenzial durch Monsundefizite und mögliche Ertragseinbußen begrenzt ist.
- Indische Exporteure: Angebotsdisziplin wahren. Da die Preise bereits stabil sind und das Wetter weiterhin Anlass zur Sorge gibt, erscheint eine aggressive Rabattierung kurzfristig nicht gerechtfertigt.
- Brasilianische Verkäufer: Das leicht festere FOB-Niveau in Brasília als Basis nutzen. Eine zusätzliche Festigung ist möglich, falls sich die globalen Ölsaatenmärkte verknappen; starke Rallys könnten jedoch Absicherungsdruck anziehen.
3-Tage-Preisindikation nach Region (nur Richtung)
- Indien (FOB Neu-Delhi, Gujarat – alle Qualitäten): Tendenz: Seitwärts bis leicht fest. Wetter- und Anbauflächenrisiken sollten die Untergrenze stabil halten; ein klarer Auslöser für eine starke Bewegung ist bislang nicht erkennbar.
- Indien (CFR Vogelfutter, Neu-Delhi): Tendenz: Seitwärts. Stabile Nachfrage und bereits angepasste Niveaus sprechen für begrenzte Bewegungen in den kommenden drei Tagen.
- Brasilien (FOB Brasília, roh): Tendenz: Leicht fest. Der jüngste kleine Anstieg und das stabile Exportinteresse sprechen für leicht unterstützende kurzfristige Marktdynamiken.