Indische und brasilianische Erdnusspreise bleiben stabil, während Monsunrisiko steigt
Knappes Peanut-Markt-Update: Indische und brasilianische Preise stabil, MSP-Unterstützung in Indien, Monsun-Defizitrisiken und 3-Tages-Preisausblick in EUR für wichtige Herkünfte.
Preise
Alle Preise näherungsweise in EUR umgerechnet mit 1 EUR ≈ 1,08 USD.
Indische FCA-Werte für Bold- und Java-Qualitäten handeln mit einem kleinen Aufschlag gegenüber FOB-Äquivalenten, was die Binnenlogistik und eine knappere kurzfristige Verfügbarkeit für inländische Ölmühlen und Schälbetriebe widerspiegelt. Die Qualitätsabstände zwischen Bold und Java bleiben stabil, was darauf hindeutet, dass es keine abrupte, qualitätsgetriebene Verzerrung der Nachfrage gibt.
Angebot & Nachfrage
Frühe offizielle Daten für die indische Kharif-Saison 2026/27 zeigen, dass die gesamte Aussaatfläche bis zum 12. Juni im Jahresvergleich um etwa 3,9 % zurückgegangen ist, die Erdnussfläche jedoch leicht auf 2,57 Lakh ha gestiegen ist (+0,30 Lakh ha j/j), was darauf hinweist, dass Erdnüsse nicht den Hauptteil der frühzeitigen Flächenkürzungen tragen. Eine starke strukturelle Exportnachfrage nach indischen Erdnüssen, die in jüngsten Händlergesprächen hervorgehoben wird, in denen Erdnüsse zu Indiens durchgängig skalierbaren Agrarexportprodukten gezählt werden, hilft, das Angebot auf dem aktuellen Preisniveau aufzunehmen.
In Brasilien bestätigt der jüngste offizielle Getreideversorgungsbericht (März 2026) eine solide Erdnussernte 2025/26, dominiert vom Bundesstaat São Paulo, wobei die Exporte 2025 stark ausgeweitet wurden und weiterhin einen wichtigen Absatzkanal für die Branche darstellen. Während eine detaillierte offizielle Juni-Exportaufstellung nach Produkten noch nicht verfügbar ist, zeigt die Gesamt-Handelsbilanz robuste Agrarausfuhrmengen, was darauf hindeutet, dass es bisher in diesem Monat zu keiner starken Unterbrechung der Erdnussströme gekommen ist.
Wetter & Feldbedingungen (BR, IN)
Der indische Monsun hat sich in den letzten Tagen belebt, aber die Niederschläge im Juni liegen immer noch etwa 41 % unter dem Normalwert, wobei die westlichen und zentralen Regionen – darunter Gujarat und Teile Maharashtras, wo die Erdnuss konzentriert ist – das größte Defizit aufweisen. Meteorologische Hinweise deuten auf ein weiteres Vordringen des Monsuns nach Gujarat in den nächsten 3–4 Tagen hin, was die Bodenfeuchtigkeit verbessern und es ermöglichen sollte, dass die Erdnussaussaat aufholt, falls die Niederschläge wie prognostiziert eintreten.
Für Brasilien weist die Kurzfristprognose für São Paulo auf kühle Temperaturen und begrenzte Niederschläge hin, was insgesamt günstige Bedingungen für späte Feldarbeiten und Logistik mit geringem Risiko eines unmittelbaren Qualitätsverlusts bei gelagerten Erdnüssen schafft. In den nächsten drei Tagen sind keine extremen Wetterereignisse angezeigt, die die Erdnussproduktion oder den Transport in wichtigen brasilianischen Regionen bedrohen würden.
Fundamentaldaten & Politik
Die indische Regierung hat soeben MSP-basierte Aufkäufe von Hülsenfrüchten und Ölsaaten – einschließlich Erdnuss – im Rahmen des Price Support Scheme für den Sommer 2026 in Bundesstaaten wie Gujarat und Uttar Pradesh genehmigt. Diese formale Absicherung stützt die Erlöse der Landwirte und verhindert Notverkäufe, wodurch eine Untergrenze für die inländischen Erdnuss-/Peanut-Preise selbst angesichts von Monsununsicherheiten geschaffen wird.
Auf der Nachfrageseite gab es in den letzten Tagen keine neuen Schocks durch Änderungen von Einfuhrzöllen oder nichttarifären Handelshemmnissen in wichtigen Zielländern. Das breitere makroökonomische Umfeld bleibt gemischt: Brasiliens Wirtschaft wächst moderat, und die Finanzierungsbedingungen in beiden Ländern sind stabil genug, sodass die Landwirte nicht unter extremem Verkaufsdruck stehen, was zum derzeit seitwärts tendierenden Preisverlauf beiträgt.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Preis-Tendenz (nächste 1–2 Wochen): Leicht fester für indische Bold-/Java-Qualitäten, falls der Monsunfortschritt in Gujarat und Zentralindien enttäuscht; überwiegend stabil für brasilianische Roh-Erdnüsse bei günstigem Wetter.
- Für Käufer: Käufe über die nächsten 2–3 Wochen staffeln statt vorziehen; erwägen, einen Teil des Q3-Bedarfs indischer Herkunft zu aktuellen EUR-Niveaus zu sichern, da MSP-Unterstützung und mögliche Aussaatverzögerungen die Risiken moderat zur Oberseite verschieben.
- Für Verkäufer: Indische Erzeuger mit Zugang zu MSP und Lagerung können sich Geduld leisten und nur bei Kursanstiegen anbieten; brasilianische Exporteure können ihre Angebotspreise halten, sollten aber neue Handelsmaßnahmen gegen brasilianische Agrarprodukte beobachten, die auf Erdnüsse übergreifen könnten.
- Spreads/Qualitäten: Übliche Spreads zwischen Bold und Java beibehalten; im sehr kurzfristigen Bereich ist kein starker Katalysator für eine Ausweitung der Spreads erkennbar.
3-tägige indikative Preisrichtung (auf EUR-Basis)
- Indien (Gujarat / New Delhi, Bold & Java, FOB/FCA): Seitwärts bis leicht fester (0 bis +1 %) in den nächsten 3 Tagen, wobei Wetterüberschriften das wichtigste Aufwärtsrisiko darstellen.
- Indien (Vogelfutter, CFR): Weitgehend stabil; Frachtraten und Währung sind die wichtigsten Variablen, nicht die Fundamentaldaten.
- Brasilien (São Paulo/Brasília, Rohware, FOB): Seitwärts; kühles, trockenes Wetter und stabile Exporte sprechen für stabile Angebote nahe den aktuellen EUR-Niveaus.