Indische und brasilianische Erdnusspreise bleiben stabil, während sich Monsunregen verbessert
Kompaktes Erdnussmarkt-Update: Indische und brasilianische Exportpreise stabil, Monsunregen in Gujarat verbessern sich, und der kurzfristige Ausblick bleibt seitwärts in einer Handelsspanne.
Preise
Alle Preise näherungsweise in EUR umgerechnet mit 1 USD ≈ 0,92 EUR.
Aktuelle Handelskommentare bestätigen, dass die indischen Exportangebote für Bold- und Java-Kerne gegenüber Anfang Juli leicht gestiegen sind, nun aber konsolidieren, wobei Notierungen aus Gondal und Neu-Delhi im Vergleich zu Brasilien für Ziele in Asien und im Nahen Osten als wettbewerbsfähig gelten. In Brasilien zeigen Beratungsdaten feste, aber im Großen und Ganzen mit steigenden Exportvolumina im Einklang stehende Erdnusspreise, ohne Anzeichen einer akuten Knappheit.
Angebot & Nachfrage
Indiens Kharif-Aussaatkampagne hat von dem laut der jüngsten Überprüfung des Landwirtschaftsministeriums bis zum 9. Juli vollständig vorgerückten Südwestmonsun im ganzen Land profitiert. Während der Juni mit einem Niederschlagsdefizit begann, deuten offizielle Briefings und Monsun-Updates darauf hin, dass die Juli-Niederschläge die Abdeckung verbessert haben, insbesondere in Gujarat und Zentralindien, wodurch unmittelbare Sorgen über gravierende Flächenverluste bei Erdnüssen verringert wurden.
In Brasilien heben staatliche Marktberichte und private Beratungsstudien robuste Erdnuss-Exporte im ersten Halbjahr 2026 hervor, mit im Jahresvergleich deutlich höheren Volumina. Allerdings wird der Ölsaaten-Exportkomplex derzeit stärker von Sojabohnen als von Erdnüssen beeinflusst, und in den letzten drei Tagen wurden weder neue politische Maßnahmen noch Frachtstörungen gemeldet. Dadurch werden die Erdnusshandelsströme weitgehend von der normalen saisonalen Nachfrage aus Europa und Asien bestimmt.
Wetter & Pflanzenbedingungen (BR, IN)
Indien – Gujarat & wichtige Erdnussgürtel: Aktuelle Monsun-Updates zeigen, dass die Niederschläge, wenn auch ungleich verteilt, in Süd-Gujarat und Saurashtra zugenommen haben, wobei einige Distrikte bereits nahe an oder über den saisonalen Normen liegen. Wetterbeobachtungsquellen weisen darauf hin, dass nach einem schwächeren Juni die seit Mitte Juli aufgetretenen vereinzelten bis verbreiteten Regenfälle einen Teil des Defizits geschlossen haben und die Prognosen für die zweite Julihälfte auf annähernd normale tägliche Niederschlagsmengen in Gujarat hindeuten. Dies unterstützt die Bodenfeuchte für Erdnussbestände und begrenzt das unmittelbare Aufwärtspotenzial der Preise durch Wetterrisiken.
Nächste 3 Tage (indische Erdnussregionen – Gujarat/Gondal/Neu-Delhi): Hochfrequente Wetterdiskussionen und lokale Updates deuten auf anhaltende Monsunaktivität über Gujarat hin, mit Phasen mäßiger bis starker Schauer, insbesondere in südlichen und küstennahen Gebieten, sowie leichteren, aber regelmäßigen Regenfällen im Inland. Rund um Neu-Delhi herrschen typische Monsunbedingungen mit zeitweiligen Schauern und warmen, feuchten Temperaturen. Dieses Muster ist insgesamt neutral bis unterstützend für die Pflanzenetablierung, aber noch nicht bedrohlich im Hinblick auf übermäßigen Regen.
Brasilien – Zentrale Region (Brasília als Referenz): Saisonale Prognosen der brasilianischen nationalen Wetterdienste zeigen das übliche trockene Wintermuster über Zentralbrasilien, einschließlich der Region Brasília, mit geringen Niederschlägen und milden Temperaturen in den kommenden Tagen. Da sich Erdnüsse in den Hauptanbaustaaten (São Paulo und Umgebung) außerhalb ihres wetterkritischsten Zeitfensters befinden, ist die unmittelbare Auswirkung auf Angebot und Qualität begrenzt.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Indien: Regierungsüberprüfungen bestätigen, dass der Monsun nun alle Agrarregionen erfasst hat, was das systemische Dürre-Risiko verringert und den Fortschritt der Kharif-Aussaat unterstützt. Zusammen mit stetigen Exportanfragen stützt dies die aktuellen Preisniveaus, begrenzt jedoch starke Rallys, sofern sich das Spätsaisonwetter nicht deutlich verschlechtert.
- Brasilien: Berichte des Ministeriums und Beratungsdaten weisen auf starke Erdnuss-Exporte im ersten Halbjahr hin, mit im Jahresvergleich deutlich höheren Tonnagen, während die Preise im Einklang mit den internationalen Benchmarks bleiben. Das Ausbleiben neuer Ernte- oder Politikschocks in den letzten Tagen deutet auf gut ausbalancierte Fundamentaldaten hin.
- Global: Veröffentlichten US-Notierungen für Erdnüsse zeigen nur geringe Veränderungen gegenüber der Vorwoche, was auf eine insgesamt komfortable globale Verfügbarkeit hinweist. Dieses globale Umfeld, kombiniert mit verbesserten indischen Niederschlägen, begünstigt ein seitwärts bis leicht festeres Preisbild statt eines starken Preissprungs.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Importeure (EU, Naher Osten, Asien): Erwägen Sie, für Q3–Q4 gestaffelt Deckung in indischen Bold- und Java-Qualitäten aufzubauen, solange die Preise flach verlaufen und sich die Monsunbedingungen konstruktiv entwickeln, mit Priorität auf Qualitätsspezifikationen aus Gujarat und Rajasthan.
- Indische Exporteure: Da die Inlandspreise stabil sind und Brasilien nicht deutlich unterbietet, sollte der Fokus auf der Sicherung von Forward-Verkäufen liegen, wo Fracht und FX noch eine Marge erlauben; vermeiden Sie Überengagement, bis die Monsunentwicklung im August klarer ist.
- Brasilianische Verkäufer: Nutzen Sie die derzeit robuste Exportnachfrage, um Angebote in EUR gerechnet leicht über indischen Kernen zu halten, bleiben Sie jedoch flexibel bei Prämien für kurzfristige Verschiffungen angesichts der starken Konkurrenz aus Indien und den USA.
3‑Tage-Richtungstendenz der Preise (EUR)
- Indien – Neu-Delhi FOB (Bold- & Java-Kerne): Seitwärts bis leicht fester Bias (0 % bis +1 %), da Käufer das Angebot testen und die Monsunmeldungen neutral-positiv bleiben.
- Indien – Gujarat/Gondal FOB Bold: Seitwärts, mit gelegentlich festeren Angeboten, falls starke lokale Regenfälle die Anlieferungen an den Mandis verlangsamen; die zugrunde liegende Handelsspanne dürfte sehr kurzfristig halten.
- Brasilien – Brasília FOB rohe Erdnüsse: Seitwärts (0 % Veränderung erwartet) angesichts stabiler Exportströme und des Fehlens neuer Ernte- oder Logistikschocks.