CMB Emblem
Indische und vietnamesische Reispreise geben nach, während Monsunrisiken drohen

Indische und vietnamesische Reispreise geben nach, während Monsunrisiken drohen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Indische und vietnamesische Reisexportpreise geben leicht nach, da starke indische Bestände und schwächere Nachfrage zunehmende monsunbedingte Wetterrisi ken ausgleichen. Kurzfristiger Ausblick leicht weich.

Die Exportpreise für indischen und vietnamesischen Reis tendieren leicht nach unten. Sie werden von komfortablen Beständen und einer weicheren Importnachfrage gestützt, obwohl ein schwacher, stagnierender Monsun Wetterrisiken für die kommenden Monate mit sich bringt. In Indien sind die FOB-Notierungen für Basmati- und Nicht-Basmati-Reis in Neu-Delhi im Wochenvergleich um rund 1–2 % gesunken, was die Rekordbestände der Regierung und eine vorsichtige Auslandsnachfrage widerspiegelt. Auch Vietnams Exportmarkt steht unter Druck: Die Angebote für 5 % Bruchreis sind nach schwächerer Nachfrage wichtiger Käufer wie den Philippinen zurückgegangen. Gleichzeitig wecken das Monsundefizit Indiens im Juni von rund 35–40 % und ein stockender Vorstoß entlang der Westküste mittelfristige Ertragsbedenken, doch frühe Daten zeigen, dass der Reisanbau bislang besser durchhält als andere Kharif-Kulturen. Insgesamt ist die kurzfristige Preistendenz leicht weicher, aber Wetter- und Politikfaktoren bleiben die wichtigsten Aufwärtsrisiken.

Prices & Spreads

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
  • Die vietnamesischen Exportpreise für 5 % Bruchreis fielen in dieser Woche auf rund 405–415 USD/Tonne (≈0,37–0,38 EUR/kg) von zuvor 415–420 USD/Tonne und bestätigen damit eine breitere Abschwächung der vietnamesischen Benchmarks.
  • Indischer 5 % Bruch-Weißreis wird mit etwa 343–349 USD/Tonne (≈0,31–0,32 EUR/kg) notiert, womit Indien bei Exporten von niedrigeren Non-Basmati-Qualitäten wettbewerbsfähig bleibt.

Supply, Demand & Policy Drivers

  • Indien – komfortable Bestände: Öffentliche Lagerhäuser hielten zum 1. Juni 2026 einen Rekordbestand von 68,4 Mio. Tonnen Reis, rund 15 % mehr als im Vorjahr und deutlich über den offiziellen Puffernormen, was unmittelbare Aufwärtsbewegungen bei Inlands- und Exportpreisen begrenzt.
  • Kharif-Aussaatmuster: Die gesamte Kharif-Aussaat in Indien liegt zum 12. Juni 3,9 % unter dem Vorjahresniveau, doch die Reisfläche ist tatsächlich gestiegen. Das zeigt die Präferenz der Landwirte für das relativ besser bewässerte Grundnahrungsmittel trotz Wetterunsicherheit.
  • Vietnam – Nachfrageschwäche: Die Preise in Vietnam haben nachgegeben, da der wichtige Käufer Philippinen einige Importaktivitäten pausiert hat, was auf 5 % Bruchreis und verwandte Qualitäten aus Ho-Chi-Minh-Stadt und Nordhäfen lastet.
  • Handelspolitischer Hintergrund: Indiens Exportpolitik unterscheidet weiterhin zwischen Basmati- und Non-Basmati-Reis, aber die jüngsten Mitteilungen konzentrierten sich auf Inspektionen und zielmarktspezifische Bedingungen, nicht auf neue vollständige Verbote in den letzten Tagen. Damit ist das Politikumfeld risikobehaftet, ohne dass sich die Lage unmittelbar zuspitzt.

Weather & Crop Outlook (IN, VN)

  • Indien – stagnierender Monsun, steigendes Risiko: Bis Mitte Juni lagen die Niederschläge in ganz Indien rund 35–38 % unter dem Normalwert, in Zentralindien sogar über 60 % darunter, da das Vordringen des Südwestmonsuns entlang der Westküste und im Osten ins Stocken geraten ist. Für Teile Nordwestindiens sind Gewitter vorhergesagt, doch insgesamt bleibt das Fortschreiten zäh.
  • Auswirkungen auf Reis: Reis, der von Bewässerung und besserer Bodenfeuchte als etwa Baumwolle oder Hülsenfrüchte profitiert, schlägt sich in der frühen Aussaat vergleichsweise besser. Dennoch können verspätete und ungleichmäßige Niederschläge das Ertragspotenzial dämpfen, falls die Defizite bis in den Juli hinein anhalten.
  • Vietnam – relativ stabiles Wetter: In den letzten Tagen wurden keine größeren neuen Wetterstörungen in den wichtigen vietnamesischen Reisanbaugebieten im Mekong- und Roten-Fluss-Delta gemeldet. Die aktuellen Preisbewegungen sind daher nachfragegetrieben und nicht von Angebotschocks bestimmt, soweit die jüngsten Meldungen erkennen lassen.

Market Fundamentals & Risk Balance

  • Kurzfristige Fundamentaldaten: Hohe indische Bestände, wettbewerbsfähige Angebote für indischen Non-Basmati-Reis und weichere vietnamesische Benchmarks sprechen gemeinsam für eine leicht bärische bis seitwärts gerichtete kurzfristige Tendenz der Exportpreise.
  • Mittelfristiges Wetterrisiko: Ein schwacher oder verspäteter Monsun könnte die Angebotserwartungen in Indien später in der Saison verknappen, insbesondere wenn die Niederschlagsdefizite über Ende Juni hinaus anhalten. Dadurch könnte sich die Preistendenz ab dem 3. Quartal eher unterstützend entwickeln.
  • Geopolitische und Nachfragerisiken: Frühere Berichte über geringere Basmati-Lieferungen an einige Golfabnehmer vor dem Hintergrund regionaler Spannungen deuten auf Nachfrageseitige Volatilität bei Premiumqualitäten hin, auch wenn in den letzten drei Tagen kein neuer größerer Schock aufgetreten ist.

Trading Outlook (Next 1–2 Weeks)

  • Exporteure – Indien (IN):
    • Die aktuelle Schwäche nutzen, um Forward-Verkäufe in 1121/1509 steam und sella mit kleinen Abschlägen zu fixieren, wo möglich mit Wetter- und Politikklauseln.
    • Begrenzte Spotbestände bei niedrigeren Non-Basmati-Qualitäten halten, da hohe staatliche Bestände und schwache globale Nachfrage das Aufwärtspotenzial in der sehr kurzen Frist begrenzen.
  • Importeure – Naher Osten, Afrika, Asien:
    • Einkäufe über die nächsten 1–3 Wochen staffeln; aktuelle vietnamesische und indische Angebote sind wettbewerbsfähig, und das unmittelbare Angebotsrisiko ist gering.
    • Gleichzeitig vermeiden, für das 4. Quartal 2026 strukturell „short“ zu sein: Erwägen Sie eine gewisse Absicherung bereits jetzt, falls sich der indische Monsun deutlich negativ entwickelt.
  • Händler – Vietnam (VN):
    • Der Druck auf 5 % Bruchreis und Jasmine dürfte anhalten, solange die Philippinen und andere wichtige Käufer vorsichtig bleiben; Fokus auf schnellen Umschlag statt auf das Halten von Beständen in der Hoffnung auf höhere Preise.

🔭 3-Day Regional Price Indication (Direction, EUR, FOB)

  • Indien – New Delhi (IN):
    • Basmati (1121/1509 steam, golden sella): in den nächsten drei Tagen leicht schwächer bis seitwärts, mit voraussichtlich begrenzten Veränderungen von ±0,01 EUR/kg, da die physische Nachfrage dünn ist und keine neuen bullischen Impulse erkennbar sind.
    • Non-Basmati (PR11, Sharbati): leicht abwärtsgerichtete Tendenz, im Einklang mit wettbewerbsfähigen indischen Exportnotierungen für 5 % Bruchreis und reichlichen lokalen Beständen.
  • Vietnam – Hanoi (VN):
    • Long white 5 % und Jasmine: moderates Abwärtsrisiko bleibt bestehen, im Einklang mit der jüngsten Reduktion der Angebote für 5 % Bruchreis auf 405–415 USD/Tonne, wobei weitere Rückgänge eher schrittweise als abrupt ausfallen dürften.
    • Sondersorten (red, black, japonica, glutinous): weitgehend stabil bis leicht schwächer, getrieben eher durch Cross-Grade-Arbitrage als durch direkte Nachfrageschocks.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →