Price-UpdateIN,VN
Indischer Ceylon vs. vietnamesische Cassia: Zimtpreise bleiben zum Monsunstart stabil
Zimtpreise aus Indien und Vietnam bleiben stabil, während der Monsun in Indien vorankommt und der Norden Vietnams von Hitze betroffen ist. Kurzfristiger Ausblick und Handelsempfehlungen.
Die Zimtpreise in Indien und Vietnam bleiben bis Anfang Juni stabil, ohne dass es bislang zu einem neuen Angebotsschock durch den verspäteten, aber nun voranschreitenden Südwestmonsun in Indien oder durch die heißen, überwiegend trockenen Bedingungen im Norden Vietnams gekommen ist.
In der ersten Juniwoche bewegen sich die Zimtmärkte in Indien (Ceylon und Cassia) und Vietnam (Cassia) in EUR gerechnet seitwärts, mit unveränderten FOB-Angeboten gegenüber der Vorwoche. Der zentrale Beobachtungspunkt ist das Wetter: Der Monsun hat gerade Kerala erreicht und breitet sich unter einem durch El Niño geprägten saisonalen Ausblick über Südindien aus, während Nordvietnam Anfang Juni mit Hitze zu kämpfen hat. Diese Muster sind für die kommenden Ernte- und Erntesaisonbedingungen relevant, haben sich bislang aber noch nicht in sichtbarer Preisvolatilität im Kassamarkt oder bei kurzfristigen Exportangeboten niedergeschlagen.
Preise & Spreads
FOB-Indikationen umgerechnet in EUR (ca. 1 USD = 0.92 EUR) per 6. Juni 2026:
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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- Indischer Ceylon-Zimt behauptet einen klaren Aufschlag gegenüber vietnamesischer Cassia, bei ungefähr dem 2,5–3-fachen Niveau der vietnamesischen „broken“- und „split“-Qualitäten.
- Über die vergangenen drei Wochen haben sich alle beobachteten Linien in IN und VN in EUR gerechnet um weniger als ±2 % bewegt, was einen stabilen Markt mit ausgeglichener Nachfrage auf kurze Sicht unterstreicht.
Angebot, Wetter & Nachfragesignale (IN & VN)
Indien (IN): Monsunbeginn, aber noch kein akuter Stress
- Der Südwestmonsun hat am 4. Juni 2026 offiziell Kerala erreicht, etwas später als das klimatologische Mittel, wobei der Indische Wetterdienst (IMD) und unabhängige Analysen unter El-Niño-Bedingungen auf eine insgesamt unterdurchschnittliche Niederschlagsprognose für die Saison Juni–September hinweisen.
- Aktuelle IMD-Bulletins melden kräftige Regenfälle über Kerala und Teilen von Tamil Nadu, die die Vorsommerhitze lindern, bislang jedoch keine extremen Überschwemmungen oder Windschäden in wichtigen Gewürzregionen anzeigen.
- Diese Mischung – verspäteter Beginn, aber nun normale bis kräftige Schauer – unterstützt den Wiederaufbau der Bodenfeuchte für Zimt und andere Baumgewürze im Südwesten, dennoch bleiben Marktteilnehmer vorsichtig in Bezug auf mögliche Trockenphasen im Saisonverlauf, falls sich El Niño verstärkt.
Vietnam (VN): Hitze im Norden, Schauer im Süden
- Wetterberichte für Anfang Juni heben intensive Hitze im Norden Vietnams hervor, wobei einige Gebiete um den 6. Juni über 37–38 °C verzeichnen, während die südlichen Regionen und das zentrale Hochland regelmäßiger Regen und Gewitter verzeichnen.
- Solche Hitze in nördlichen Hochlandprovinzen kann junge Zimtbäume vorübergehend unter Stress setzen und Feldarbeiten erschweren, doch liegen keine Berichte über großflächige Schäden oder Erntestörungen vor.
- Die übergeordneten Handelsströme Vietnams bleiben robust: Der nationale Außenhandel erreichte in den ersten fünf Monaten 2026 rund 445 Mrd. USD, ein Plus von 25 % gegenüber dem Vorjahr, was auf eine starke Exportlogistik und Nachfragekapazität hinweist – auch für Agrar- und Forstprodukte wie Cassia.
Globaler Nachfrageschnappschuss
- Aktuelle vietnamesische Daten zeigen, dass die Exporte von Agrar-, Forst- und Fischereiprodukten im Zeitraum Januar–Mai 2026 weiter wachsen, mit den USA und China als wichtigen Handelspartnern. Dies deutet auf eine insgesamt solide externe Nachfrage nach Gewürzen hin, auch wenn produktbezogene Detaildaten noch nicht vorliegen.
- In den großen Importblöcken sind in dieser Woche keine neuen regulatorischen oder sanitären Hürden aufgetreten, sodass die aktuelle Preisstabilität eher nachfragegetrieben als durch Lagerüberhänge bedingt erscheint.
Marktbasics & Risiken
- Bestände & Angebot: Das Ausbleiben von Preisbewegungen Woche auf Woche bei sowohl hochwertigem indischen Ceylon-Zimt als auch vietnamesischen Cassia-Qualitäten deutet darauf hin, dass Exporteure trotz saisonaler Unsicherheiten weiterhin über komfortable Lagerbestände und Vorwärtsdeckung bis in das frühe 3. Quartal verfügen.
- Wetterrisko-Schwerpunkt: In Indien impliziert die IMD-Leitlinie von rund 90 % des normalen Monsunregens für Kerala und angrenzende Regionen ein moderates Abwärtsrisiko für die Produktion 2026/27, falls sich Trockenphasen einstellen; in Vietnam könnte anhaltende Frühsommerhitze die Erträge in Randlagenplantagen leicht schmälern, stellt derzeit aber noch kein systemisches Problem dar.
- Makro & FX: Da Vietnams Exportmotor stark läuft und in den vergangenen Tagen keine abrupten Währungsbewegungen gemeldet wurden, dürfte sich die relative Wettbewerbsfähigkeit von Cassia gegenüber Ware indischen Ursprungs kurzfristig nicht verändern.
Kurzfristiger Ausblick (3–5 Tage)
Wetterausblick – Relevanz für Zimt
- Indien (IN): Monsunregen sollen bis zum 8. Juni über Kerala und Teile von Tamil Nadu anhalten, mit örtlich kräftigen Schauern, aber ohne vom IMD gemeldete schweren, flächendeckenden Störungen. Dies dürfte die Feuchtigkeitsbedingungen für Bäume leicht unterstützen, ohne kurzfristig Ernte- oder Logistikprobleme zu verursachen.
- Vietnam (VN): In den nördlichen Gebieten, in denen viel Saigon-Typ-Zimt angebaut wird, wird weiterhin Hitze mit Höchsttemperaturen im mittleren bis hohen 30er-Bereich °C und nur vereinzelten Schauern erwartet, während die südlichen Regionen und das zentrale Hochland schaueranfällig bleiben. Zeitfenster für Feldarbeit können sich in den heißesten Stunden verengen, doch die Exporte etablierter Verarbeiter dürften in dieser Woche kaum betroffen sein.
Handelsausblick & Strategie
- Für industrielle Käufer (EU, Nahost): Bei stabilen Angeboten aus Indien und Vietnam und ohne akuten Wetterschock in IN oder VN bietet es sich an, den kurzfristigen Bedarf für Q3 jetzt zu decken, mit Fokus auf vietnamesische Cassia „broken/split“ für Kosteneffizienz und indischen Ceylon-Zimt für Premium-Mischungen, wo erforderlich.
- Für Exporteure am Ursprung (IN, VN): Angebotsdisziplin wahren; die aktuellen Monsun- und Hitzerisiken sind eher mittel- als kurzfristig relevant. Nutzen Sie dieses stabile Fenster, um Vorwärtskontrakte mit moderaten Aufschlägen für zertifizierte Bio-Qualitäten und chargen mit höherem Ölgehalt zu fixieren.
- Für Händler und Blending-Unternehmen: Verfolgen Sie den Fortschritt des IMD-Monsuns und die Hitzewellenmeldungen für Vietnam in den nächsten zwei Wochen genau. Eine anhaltende Trockenphase in Indien oder zunehmende Hitze in Nordvietnam könnte einen kleinen Risikoaufschlag rechtfertigen, insbesondere für Positionen in Q4 und frühem Jahr 2027.
3-tägige regionale Preisindikation (Tendenz)
- Indien (IN, New Delhi FOB)
- Ceylon-Zimt (bio, Stangen & Pulver): Stabil in EUR; enger Handelsspannen erwartet, da der Monsun die Feuchte verbessert, das Angebot aber noch nicht verändert.
- Cassia-Stangen / Cassia-Pulver (bio): Stabil bis leicht fester, sofern die Regenentwicklung reibungslos verläuft und Verkäufer Nachlässe vermeiden.
- Vietnam (VN, Hanoi FOB)
- Cassia „broken“ / „split“ / „cigarette“: Stabil; die aktuelle Hitze schlägt sich bislang weder in Logistik- noch in Ernteengpässen nieder, und starke nationale Handelsströme stützen eine solide Exportnachfrage.
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