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Jordan kehrt an den Gerstenmarkt zurück, während sich das Schwarzmeerangebot neu bewertet

Jordan kehrt an den Gerstenmarkt zurück, während sich das Schwarzmeerangebot neu bewertet

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Jordaniens neue Ausschreibung über 120.000 t Futtergerste testet Exportpreise aus Schwarzmeerraum und EU in einem weichen Marktumfeld mit hohen Frachtraten und starkem Neuerntenangebot.

Jordaniens Ausschreibung von bis zu 120.000 t Futtergerste bringt neue Nachfrage in einen Markt, der bereits das Export­risiko im Schwarzmeerraum und die Frachtkosten neu bewertet, doch die vorliegenden Angebote deuten kurzfristig nur auf begrenztes Aufwärtspotenzial für die Preise hin. Die Importnachfrage kehrt genau in dem Moment zurück, in dem Neuernte­mengen aus dem Schwarzmeerraum und der EU auf den Markt kommen. Dies schafft ein Tauziehen zwischen wettbewerbsfähigen Ursprungspreisen und erhöhten Fracht‑ und Versicherungsprämien. Jordaniens neue Ausschreibungen für Weizen und Futtergerste unterstreichen die strukturelle Importabhängigkeit des Landes, insbesondere für die Viehhaltung, und werden testen, wie aggressiv Exporteure in den östlichen Mittelmeerraum preislich anbieten wollen, angesichts der aktuellen Logistik‑, Versicherungs‑ und geopolitischen Risiken.

Preise

Exportangebote für Futtergerste aus dem Schwarzmeerraum und der EU bleiben insgesamt weich, zeigen aber erste Anzeichen einer Stabilisierung, da neue Importnachfrage sichtbar wird. Richtwerte aus der Ukraine und Deutschland deuten auf eine relativ enge Preisspanne zwischen FCA‑Inlandspreisen und seewärtigen FOB‑Offerten hin, mit nur geringen Veränderungen gegenüber der Vorwoche.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Die Ausschreibungsstruktur (CFR Jordanien) bedeutet, dass Anbieter Fracht und eine Risikoprämie auf diese Ursprungspreise aufschlagen müssen. Da Schifffahrt und Versicherung ab Schwarzmeer weiterhin volatil sind, dürfte Jordaniens Ausschreibung eher eine kleine Aufwärtskorrektur von den jüngsten Tiefstständen festschreiben als eine ausgeprägte Rally.

Angebot & Nachfrage

Jordanien sucht 100–120 kt Futtergerste, in erster Linie für den Viehsektor, parallel zu einem ähnlichen Weizenvolumen für die Ernährungssicherung. Begrenzte Ackerflächen, Wasserknappheit und ein trockenes Klima halten die heimische Gerstenproduktion strukturell niedrig, sodass das Land regelmäßig als Käufer auf den internationalen Märkten auftritt.

Die Ausschreibungen dürften Exporteure aus dem Schwarzmeerraum und der EU anziehen, wobei die endgültigen Ursprünge von Preis, Qualität und Fracht abhängen. Jüngste Tenderübersichten zeigen, dass Jordanien wiederholt mit 120 kt Gerste in den Markt gegangen ist, ohne frühere Runden zu vergeben, wenn die Angebote als zu hoch eingeschätzt wurden. Dies führte zu neuen Ausschreibungen unter leicht geänderten Bedingungen und vor dem Hintergrund sich verändernder Schwarzmeer­risiken.

Über Jordanien hinaus bleibt das Angebot an Neuernten aus den Hauptproduzenten saisonal hoch, doch die Exportströme werden durch witterungsbedingte Qualitätsminderungen in einigen Ursprüngen, veränderte Schifffahrtsrouten und Versicherungskosten im Schwarzmeerraum sowie Konkurrenz durch andere Futtergetreide umgelenkt. Dies begrenzt das Aufwärtspotenzial und verhindert gleichzeitig einen stärkeren Preisrückgang.

Fundamentaldaten & Tenderdynamik

Das Ministerium hat getrennte Schlusstermine für Gersten‑ und Weizenangebote festgelegt, um eine fokussierte Bewertung von Futter‑ versus Brotgetreide­offerten zu ermöglichen. Für Gerste müssen Anbieter die Lieferung CFR an jordanische Häfen einkalkulieren, wobei Fracht, Versicherung und etwaige Routenrisiken inzwischen zentrale Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwarzmeer‑, EU‑ und alternativen Ursprüngen sind.

Angesichts der Vorgeschichte Jordaniens, Ausschreibungen zu annullieren, wenn Gebote die Zielniveaus übersteigen, werden Händler ihre Gebote wohl schärfen, aber übermäßig aggressive Preisstellung vermeiden, falls sich Fracht‑ oder politische Risiken verschärfen. Bereits früher im Monat wiesen regionale Tenderberichte darauf hin, dass Unsicherheit über Angriffe auf Getreideschiffe und Häfen zu geringerer Teilnahme führte und einige Jordanien‑Ausschreibungen ohne Abschluss endeten, was die Bedeutung von Logistik und Risikoprämien in den aktuellen Angeboten unterstreicht.

Gleichzeitig bestätigen jüngste lokale Mitteilungen die saisonale Übernahme heimischen Weizens und Gerste von jordanischen Landwirten für 2025/26 an staatlichen Sammelstellen. Dies unterstreicht die Doppelstrategie, einerseits die inländische Produktion zu stützen und andererseits für den Großteil des Bedarfs auf Importe zu setzen.

Wetter & Produktionsausblick

Das Wetter in den wichtigsten gerstenexportierenden Regionen geht in die Spätsommerphase über, die Ernte ist in der EU und im Schwarzmeerraum weit fortgeschritten. Die aktuellen Bedingungen betreffen vor allem die Getreidequalität und die Logistik statt das Gesamtangebot, sodass die kurzfristigen Preiseffekte begrenzt sind.

In Jordanien selbst fällt der Zeitpunkt der Ausschreibung mit dem Ende des lokalen Aufkauffensters für die Getreideernte 2025/26 zusammen, was darauf hindeutet, dass die Ernteergebnisse den Behörden bereits bekannt sind. Da der Spielraum zur Ausweitung der bewässerten Gerstenfläche begrenzt ist, bleibt die Importabhängigkeit hoch – unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen.

Handelsausblick

  • Importeure / jordanische Nutzer: Die aktuelle Ausschreibung ist gut terminiert, um die noch reichlich verfügbaren Neuernten im Export zu nutzen. Es bietet sich an, einen erheblichen Teil des Bedarfs zu sichern, wenn CFR‑Offerten in etwa den jüngsten FOB‑Niveaus plus realistischen Frachtraten entsprechen, da das Abwärtspotenzial von hier aus begrenzt erscheint, solange das Schwarzmeer­risiko erhöht bleibt.
  • Exporteure aus Schwarzmeerraum & EU: Nutzen Sie die Ausschreibung, um die Zahlungsbereitschaft des Marktes für eine moderate Risikoprämie zu testen. Wettbewerbsfähige, flexible Verschiffungsfenster und klare Versicherungsbedingungen könnten wichtiger sein, als das Angebot um ein paar Euro zu unterbieten.
  • Mischfutterhersteller in der Region: Beobachten Sie die Zuschlagsniveaus Jordaniens als Benchmark. Räumt die Ausschreibung nahe den aktuellen FOB‑Äquivalenten ab, dürfte Gerste gegenüber alternativen Futtergetreiden attraktiv bleiben; ein gescheiterter Tender oder deutlich höhere Preise würden für eine aktivere Substitution durch Futterweizen oder Mais sprechen.

3‑Tage‑Richtungsausblick (in EUR)

  • Schwarzmeer‑Futtergerste (FOB, EUR/t): Seitwärts bis leicht fester, während der Tender läuft und Frachtofferten aktualisiert werden.
  • EU‑Futtergerste (EXW/FOB, EUR/t): Leicht unterstützender Bias, da die Nachfrage Jordaniens einen Boden einzieht, während reichliches Regionalangebot Rallys begrenzt.
  • Ostmittelmeer CFR‑Gerste (EUR/t): Stabil bis leicht höher, da Importeure und Exporteure Logistik‑ und Versicherungsprämien im Umfeld der neuen Jordanien‑Ausschreibung einpreisen.
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