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Mais-Futures pausieren nahe den Höchstständen, da der IGC die Bilanz für 2026/27 verknappt

Mais-Futures pausieren nahe den Höchstständen, da der IGC die Bilanz für 2026/27 verknappt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Mais-Futures an Euronext, CBOT und DCE konsolidieren nahe den Höchstständen, nachdem der IGC die globale Maisproduktion und Bestände 2026/27 gesenkt hat. Die Nachfrage bleibt fest, doch das Aufwärtspotenzial scheint begrenzt.

Mais-Futures konsolidieren auf erhöhtem Niveau, da die jüngste Aktualisierung des International Grains Council (IGC) die globale Produktion und die Endbestände für 2026/27 reduziert, während die Nachfrage leicht über dem Angebot bleibt. Die Preisentwicklung an Euronext, CBOT und Dalian deutet auf eine ausgereifte Haussephase hin: Die Kontrakte liegen nahe den Kontrakthochs, doch die frische Aufwärtsdynamik lässt nach. Der Markt verarbeitet kleinere Ernten in den USA, der EU und Indien, die teilweise durch eine größere argentinische Ernte ausgeglichen werden, sowie nur moderat enttäuschende US-Exportverkäufe. Die regionalen Kassamärkte in Europa und am Schwarzen Meer bleiben fest, aber stabil, mit nur geringfügigen täglichen Veränderungen. Vorerst sprechen die knappere Bilanz und das hohe Preisniveau eher für eine Seitwärtskonsolidierung mit nachrichtengetriebenen Ausschlägen als für einen anhaltenden neuen Aufwärtsschub.

Preise & Futures-Struktur

Mais an der Euronext (Nov. 26) wurde zuletzt bei 261,75 EUR/t gehandelt. Die nahegelegenen Kontrakte für 2027 (März, Juni, August 27) liegen auf einem ähnlichen Niveau und bestätigen eine flache kurzfristige Kurve auf hohem Plateau. Weiter in der Zukunft liegt Nov. 27 mit 230,00 EUR/t deutlich niedriger; Nov. 28 und März 29 werden um 210,75 EUR/t quotiert. Dies signalisiert Erwartungen einer gewissen mittelfristigen Preisnormalisierung.

An der CBOT sind die wichtigsten Kontrakte im Tagesverlauf leicht schwächer. Dez. 26 liegt bei 528,75 USc/bu (−0,33 % am Tag), März 27 bei 542,50 USc/bu (−0,37 %). Die späteren Positionen 2028–29 werden nahe 515–517 USc/bu gehandelt, moderat unter den vorderen Monaten, und spiegeln damit die Euronext-Botschaft erhöhter, aber nicht weiter verknappender Terminwerte wider. Chinesischer Mais an der DCE liegt entlang der Kurve ebenfalls geringfügig niedriger; Nov. 26 notiert bei 2.202 CNY/t (−0,50 %). Dies bestätigt eine moderate globale Preiskonsolidierung statt eines aggressiven Ausverkaufs.

Markt Schlüsselkontrakt Letzter Preis Veränderung (T/T)
Euronext Mais Nov. 26 261,75 EUR/t 0,00 %
CBOT Mais Dez. 26 528,75 USc/bu −0,33 %
DCE Mais Nov. 26 2.202 CNY/t −0,50 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Am physischen Markt unterstreichen die jüngsten Indikationen dieses hohe, aber stabile Preisumfeld: Ukrainischer gelber Futtermais (max. 14,5 % Feuchtigkeit, FCA Odessa) wird mit 0,18 EUR/kg quotiert, Mais FOB Odessa mit 0,159 EUR/kg und französischer gelber Mais FOB Paris mit 0,25 EUR/kg. Deutscher Futtermais EXW Drentwede ist von 0,295 EUR/kg auf 0,30 EUR/kg gestiegen, was eine solide Inlandsnachfrage in der EU und ein begrenztes Verkaufsinteresse der Erzeuger widerspiegelt.

Angebots-, Nachfrage- und politische Faktoren

Der IGC hat seine Prognose für die globale Maisproduktion 2026/27 um 4 Millionen Tonnen auf 1,301 Milliarden Tonnen gesenkt. Als Gründe nennt er kleinere Ernten in den USA, der Europäischen Union und Indien, während Argentinien um 6,5 Millionen Tonnen auf 69,5 Millionen Tonnen heraufgestuft wurde. Der globale Verbrauch wird auf 1,321 Milliarden Tonnen prognostiziert. Daraus ergibt sich ein erwartetes Produktions-Verbrauchs-Defizit von rund 20 Millionen Tonnen, wodurch die Endbestände um 4 Millionen Tonnen auf 289 Millionen Tonnen sinken sollen – 20 Millionen Tonnen weniger als in der vergangenen Saison.

Diese Verknappung kommt zusätzlich zur USDA-WASDE-Prognose vom September, die ebenfalls ihre Schätzungen für die globale Maisproduktion und die Endbestände 2026/27 reduziert hat. Damit wird das Bild einer strukturell knapperen Bilanz gegenüber 2025/26 verstärkt. Zwar bleiben die weltweiten Vorräte absolut gesehen ausreichend, doch der Wechsel von einem Überschuss zu einem moderaten Defizit stützt das aktuelle hohe Preisplateau und begrenzt das Abwärtspotenzial, solange die Nachfrage nicht deutlich nachlässt.

Regional konzentrieren sich die Kürzungen auf die USA (nun 401,3 Millionen Tonnen, 5,4 Millionen Tonnen weniger als in der vorherigen IGC-Schätzung und deutlich unter den 432,2 Millionen Tonnen des Vorjahres) und die EU (46,4 Millionen Tonnen, 2,1 Millionen weniger). Dort sind frühere Wetterprobleme und niedrigere Ertragserwartungen nun in den offiziellen Aussichten berücksichtigt. Die indische Ernte wurde auf 50 Millionen Tonnen (−2 Millionen) gekürzt, während Argentiniens Erholung auf 69,5 Millionen Tonnen ein wichtiges Gegengewicht und zusätzliche Exportverfügbarkeit für die globalen Märkte darstellt.

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Fundamentaldaten: Handelsströme und Nachfrage

Der jüngste wöchentliche USDA-Exportbericht (bis zum 10. September) weist US-Maisverkäufe von 1,03 Millionen Tonnen aus und liegt damit am unteren Ende der Erwartungen (700.000–2.000.000 Tonnen). Mexiko war mit 626.000 Tonnen der wichtigste Käufer, gefolgt von Japan mit 150.000 Tonnen. Dies ist zwar nicht alarmierend, bestätigt jedoch, dass die erhöhten Preise die zusätzliche Nachfrage etwas dämpfen und die Exportdynamik solide, aber nicht spektakulär ist.

Auf der Importseite entwickelt sich die Türkei zu einem kurzfristigen Nachfragerisiko. Die Regierung bietet Futterweizen aus staatlichen Reserven an, wodurch der heimische Maisbedarf voraussichtlich sinken wird. Händler spekulieren, dass sich die Türkei bis Februar weitgehend vom internationalen Maismarkt zurückziehen könnte. Dadurch würde vorübergehend ein bedeutender Käufer aus den Exportprogrammen am Schwarzen Meer und in der EU wegfallen, was die kurzfristige Nachfrage nach Mais ukrainischer und EU-Herkunft geringfügig entlasten würde.

Auch die Bestandsentwicklung ist relevant: Die Senkung der globalen IGC-Endbestände auf 289 Millionen Tonnen und die jüngste Abwärtsrevision der weltweiten Maisbestände durch die USDA signalisieren beide einen allmählichen Bestandsabbau und keine abrupte Verknappung. Die Terminkurven an Euronext und CBOT, die in den späteren Monaten nur moderat niedriger liegen, stimmen mit einem Szenario knapper, aber nicht kritisch rarer Versorgung überein.

Wetter und regionale Aussichten

Die aktuelle Preisstärke spiegelt weiterhin anhaltende Wetterbedenken in wichtigen Produktionsregionen wider, insbesondere nach früheren Hitze- und Trockenperioden in Teilen Europas und des US-Maisgürtels. Da die Ernte der Nordhalbkugel nun weitgehend feststeht und die Erntearbeiten voranschreiten, verlagert sich das Wetterrisiko jedoch schnell von den Erträgen auf die Logistik, insbesondere im Schwarzmeerraum und in Südamerika, wo die jeweiligen Saisons fortschreiten.

Kurzfristige Prognosen für den US-Mittelwesten und weite Teile Europas deuten auf saisonal normale bis leicht trockenere Bedingungen hin. Dies dürfte Feldarbeiten und Ernte begünstigen, die zugrunde liegende Knappheit in den Bilanzen 2026/27 jedoch kaum lindern. Die Marktanfälligkeit verlagert sich daher vom täglichen Wettergeschehen auf makroökonomische Faktoren wie Energiepreise, Frachtraten und Währungsbewegungen, die die Exportwettbewerbsfähigkeit der USA, Brasiliens, Argentiniens und der Ukraine bestimmen werden.

Handelsausblick und kurzfristige Preisprognose

Die Kombination aus hohen, aber konsolidierenden Futures, einem moderaten globalen Defizit und nur verhaltenen US-Exportverkäufen deutet auf einen Markt hin, der die jüngste fundamentale Verknappung weitgehend eingepreist hat. Die meisten Euronext- und CBOT-Kontrakte liegen weiterhin nahe den Kontrakthochs, doch neue Rallys gewinnen nur schwer an Dynamik. Dies deutet darauf hin, dass die spekulative Long-Positionierung bereits umfangreich ist und Käufer preissensibler werden.

  • Erzeuger (EU/Schwarzes Meer): Eine schrittweise Absicherung der Produktion 2026/27 auf dem aktuellen Euronext-Niveau von etwa 261,75 EUR/t für Nov. 26 in Betracht ziehen, insbesondere bei hohen Lagerbeständen auf dem Hof. Angesichts der weiterhin knappen globalen Bestände sollte jedoch ein Teil der Mengen offen bleiben.
  • Futterkäufer: Die aktuelle Konsolidierung nutzen, um einen Teil des Bedarfs für das 4. Quartal 2026 bis zum 1. Quartal 2027 zu sichern. Wegen der flacheren Terminkurve und eines möglichen moderaten Preisrückgangs bei einer weiteren Enttäuschung der Exportnachfrage oder zunehmenden makroökonomischen Gegenwinden jedoch keine vollständige Deckung vornehmen.
  • Händler: Mit einer Seitwärtsbewegung der Futures und einer Tendenz rechnen, starke Wetter- oder Politikrallys zu verkaufen, da Argentiniens größere Ernte und eine erneute Exportwettbewerbsfähigkeit Brasiliens Ausschläge schnell begrenzen können.

In den nächsten drei Handelstagen dürfte Mais an der Euronext bei den Frontmonaten 2026 in einer engen Spanne nahe 260–265 EUR/t bleiben, während CBOT Dez. 26 um das aktuelle Niveau schwanken sollte, mit einer leicht abwärts gerichteten Tendenz, sofern keine neuen positiven Nachrichten auftreten. Mais an der DCE dürfte den globalen Vorgaben mit etwas schwächerem Ton folgen, was die vorsichtige chinesische Nachfrage und das komfortable regionale Angebot widerspiegelt.

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