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Mais unter Druck: China reduziert Futtermittelverbrauch, während Ethanol und Alternativen zulegen

Mais unter Druck: China reduziert Futtermittelverbrauch, während Ethanol und Alternativen zulegen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Maisnachfrage in China schwächt sich ab, wird jedoch durch US-Ethanol und die indonesische Ernte gestützt. Steigende vietnamesische Futtermittelkosten und das wachsende Sorghumpotenzial verändern den Ausblick.

Chinas deutliche Reduzierung des Maisanteils in Futtermischungen begrenzt das Aufwärtspotenzial der globalen Nachfrage, selbst wenn US-Ethanol und der Verbrauch in Südostasien Unterstützung bieten. Die nahen Futures an der Euronext und am CBOT bewegen sich weitgehend stabil bis leicht schwächer, während physischer Mais in Europa und am Schwarzen Meer in einer engen Spanne verharrt. Die Maismärkte sind derzeit zwischen der schwächeren strukturellen Nachfrage in China, einer kurzfristigen Entlastung beim Angebot in Indonesien und den festen Futtermittelkosten in Vietnam gespalten. Die Substitution durch Weizen, Gerste, Sorghum und sogar Bruchreis verwässert den Maisanteil im globalen Futtermittel, doch die industrielle Nutzung in den USA – insbesondere für Kraftstoffethanol – stützt den Markt weiterhin. Gleichzeitig stellt eine neue europäische Studie, die die klimatischen Vorteile von Sorghum bestätigt, die Dominanz von Mais in Futtermischungen langfristig zusätzlich infrage.

Preise

Mais-Futures an der Euronext sind stabil; der November 2026 notiert zuletzt bei 276.00 EUR/t und der März 2027 bei 272.00 EUR/t. Die Forward-Kurve tendiert anschließend moderat nach unten bis zum November 2027 bei 233.00 EUR/t, was auf Erwartungen eines komfortablen mittelfristigen Angebots hindeutet.

Am CBOT notiert der nahe Dezember-2026-Kontrakt bei etwa 501.25 US‑cents/bu, mit einem milden Contango bis März 2028 bei 532.50 US‑cents/bu. Dies spiegelt ausreichende US-Bestände und lediglich ein moderates Nachfragewachstum wider. Chinesische Mais-Futures an der DCE für November 2026 liegen unverändert bei 2,185 CNY/t und deuten auf einen ausgeglichenen, aber nicht angespannten Inlandsmarkt hin.

Physische Indikationen bestätigen dieses Bild begrenzter, aber fester Werte. In Deutschland wurde Futtermais EXW Drentwede am 6. Oktober 2026 mit 0.289 EUR/kg angegeben, leicht über 0.287 EUR/kg am Vortag. Ukrainischer Futtermais CPT Odesa liegt bei 0.160 EUR/kg (5. Oktober 2026), während FOB-Gelmais aus Paris bei 0.270 EUR/kg (24. September 2026) liegt.

Angebot & Nachfrage

China hat den Maisanteil in Futtermischungen im Vermarktungsjahr 2026/27 deutlich reduziert; der Maisanteil sank von 47% im Januar auf 29% im August. Verluste im Schweinesektor und der Abbau der Sauenherde drücken die Futtermittelnachfrage und bewegen Produzenten zu günstigeren Alternativen wie Weizen, Gerste, Sorghum und importiertem Bruchreis. Infolgedessen wurde die jüngste FAS-Schätzung für Chinas Maisverbrauch um 1 Million Tonnen auf 322 Millionen Tonnen gesenkt, während der Weizenverbrauch um 2 Millionen Tonnen auf 150 Millionen Tonnen angehoben wurde.

Im Gegensatz dazu bietet die heimische Verarbeitung in den USA solide Unterstützung. Die Maisverwendung erreichte im August 528 Millionen Bushel, 4% mehr als im Vorjahr; davon gingen 478 Millionen Bushel in die Produktion von Kraftstoffethanol, ebenfalls 4% mehr als im Vorjahr. Dieser robuste Verarbeitungsdurchsatz erzeugte 1.85 Millionen Tonnen DDGS und 1.28 Millionen Tonnen anderer Kuppelprodukte, jeweils 5% mehr, und unterstreicht die feste Rolle von Mais in den US-Biokraftstoff- und Futtermittelkomplexen. Die wöchentlichen Daten zum US-Kraftstoffethanol-Einsatz für August und September zeigen ebenfalls hohe Auslastungsraten zwischen etwa 915 und 940 Tausend Barrel pro Tag und verdeutlichen die anhaltende industrielle Nachfrage. turn0search5

Indonesien, ein wichtiger regionaler Importeur, erntete von Januar bis August 2026 11.86 Millionen Tonnen Mais, 3.84% mehr als ein Jahr zuvor bei einer um 2.21% größeren Erntefläche. Allein im August erreichte die Produktion 1.74 Millionen Tonnen, fast 25% mehr als im Vorjahr, wodurch sich der Importbedarf vorübergehend verringerte. Das Statistikamt prognostiziert jedoch für September bis November eine Produktion von rund 3.49 Millionen Tonnen, 5.49% weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Dies deutet auf ein knapperes heimisches Futtermittelangebot zum Jahresende und eine mögliche Erholung der Importnachfrage hin. turn0search2 turn0search6

In Vietnam haben große Futtermittelhersteller ihre zweite Preiserhöhungsrunde innerhalb von weniger als einem Monat angekündigt. Ab dem 1. Oktober erhöhen große Anbieter die Preise um 11–15 USD/t, nachdem Anfang September bereits eine Erhöhung um rund 8 USD/t erfolgt war. Nach Angaben der FAO stiegen die internationalen Getreidepreise im August gegenüber dem Vormonat um 2.2%, wobei Mais um 2.5% zulegte. Gründe waren Sorgen über die Erträge in den USA und der EU sowie eine feste Futtermittelnachfrage. Da Vietnam mehr als 65% seiner Futtermittelzutaten importiert, schlagen höhere globale Maiskosten schnell auf die heimische Futtermittelinflation durch. turn0search1

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Fundamentaldaten & Substitution

Der Maisanteil in globalen Futtermischungen steht unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. In China ist die Umstellung auf Weizen, Gerste, Sorghum und Bruchreis eine klare Reaktion auf den Margendruck in der Schweinehaltung und die erhöhten Futtermittelkosten. Dieser Substitutionseffekt könnte, falls er anhält, das Wachstum der globalen Maisimportnachfrage begrenzen, selbst wenn sich die Nachfrage nach Proteinschroten und die gesamte Futtermittelproduktion später in der Saison erholen.

In Europa hebt eine neue Studie von INRAE und AgroParisTech das wachsende Potenzial von Sorghum als klimaresiliente Alternative zu Mais hervor. Die durchschnittlichen europäischen Sorghumerträge könnten von rund 3.0 auf 3.4–3.8 Tonnen/ha steigen, während sich die für einen stabilen Sorghumanbau geeignete Fläche von etwa 22% auf 29–34% des Ackerlands ausweiten könnte. Derzeit nimmt Sorghum nur rund 0.1% der europäischen Ackerfläche ein. Modellierungen deuten jedoch darauf hin, dass die Aufnahme von Sorghum mindestens einmal alle drei Jahre in Fruchtfolgen bis zu 90% des in der europäischen Nutztierfütterung verwendeten Maises ersetzen könnte. Die höhere Toleranz von Sorghum gegenüber Hitze und Wasserstress stärkt das Argument für eine schrittweise strukturelle Substitution von Mais in dürregefährdeten Regionen. turn0search3

Gleichzeitig behält Mais wichtige Vorteile in etablierten Wertschöpfungsketten, insbesondere im US-Ethanolsektor. Die Augustdaten zeigen, dass der höhere Maisverarbeitungsdurchsatz für Ethanol größere Mengen an DDGS und anderen Kuppelprodukten erzeugt, die gezielt die Futtermittelnachfrage bedienen, selbst wenn Vollkornmais in einigen Rationen an Boden verliert. Diese Integration von Kraftstoff- und Futtermittelmärkten trägt dazu bei, die Maisnachfrage trotz regionaler Veränderungen bei der direkten Futtermittelnutzung zu stabilisieren.

Wetter & Regionaler Ausblick

Kurzfristig ist das Wetter weniger maßgeblich als die nachfrageseitigen Veränderungen, bleibt jedoch ein Hintergrundrisiko. Die jüngsten Produktionsausfälle in Europa und die niedrigeren EU-Maiserträge haben die Anfälligkeit von Mais gegenüber Hitze und Dürre verdeutlicht und Sorghum als wassersparende Alternative weiter attraktiver gemacht. In Südostasien dürften normale bis leicht überdurchschnittlich feuchte Bedingungen in Teilen Indonesiens die späten Maiskulturen unterstützen. Die prognostizierte Produktion für September bis November liegt jedoch weiterhin hinter dem Vorjahr, sodass die regionale Bilanz knapp ausgeglichen bleibt. turn0search2 turn0search6

Handelsausblick

  • Futtermittelkäufer (EU & Schwarzes Meer): Eine schrittweise Absicherung der nahen Bedarfe ist in Betracht zu ziehen, während die Euronext-Futures um 276.00 EUR/t pendeln und die physischen Angebote in Deutschland (0.289 EUR/kg EXW) und der Ukraine (0.160 EUR/kg CPT Odesa) begrenzt bleiben. Die Substitution durch Weizen und Sorghum könnte das Aufwärtspotenzial begrenzen, zugleich aber später in der Saison die Verfügbarkeit von Mais in Spitzenqualität verringern.
  • Produzenten (EU): Angesichts der Abschwächung der Forward-Kurve auf 233.00 EUR/t für November 2027 erscheint eine schrittweise Absicherung bei Erholungen sinnvoll, insbesondere in Regionen, in denen Sorghum oder andere Getreide direkt mit Mais in Futtermischungen konkurrieren können.
  • Importeure (Südostasien): Indonesiens vorübergehend höhere Produktion spricht für Geduld bei kurzfristigen Käufen. Der erwartete Produktionsrückgang zum Jahresende und die anhaltende Inflation der vietnamesischen Futtermittelpreise sprechen jedoch dafür, Preisrückgänge zur Absicherung der Bedarfe im ersten Quartal 2027 zu nutzen.

3‑Tage-Preisindikationen

  • Euronext (Paris): Mais für November 2026 dürfte sich um die aktuellen Niveaus nahe 276.00 EUR/t seitwärts bewegen, mit einer moderaten Abwärtstendenz, falls der Erntedruck zunimmt.
  • CBOT (Chicago): Die Futures für Dezember 2026 bei etwa 501.25 US‑cents/bu dürften in einer Handelsspanne bleiben, wobei die makroökonomische Stimmung und US-Erntedaten die wichtigsten kurzfristigen Einflussfaktoren sind.
  • Physischer EU-/Schwarzmeer-Markt: Es wird erwartet, dass die deutschen EXW- und ukrainischen CPT-/FOB-Notierungen in den kommenden drei Tagen weitgehend stabil bleiben. Fracht- und Währungsbewegungen stellen ein größeres Risiko dar als die zugrunde liegenden Fundamentaldaten.
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