Mandelnmärkte stabil, aber Wetterrisiken in den USA und Spanien nehmen zu
Knappes Mandel-Preisupdate Juni 2026 für USA und Spanien mit aktuellen EUR-Preisen, Angebotssignalen, Wetterrisiken und einem 3‑Tage‑Marktausblick.
Preise & Spreads
Alle nachstehenden Preise in EUR/kg, näherungsweise aus aktuellen Handelsindikationen umgerechnet.
Spanische Inlandsbenchmarks von der Börse Albacete zeigen Marcona am 4. Juni bei rund 6,10 EUR/kg und Guara bei 5,20 EUR/kg, unverändert gegenüber Ende Mai und weitgehend im Einklang mit exportorientierten Angeboten. Dies weist auf einen gut verankerten Binnenmarkt hin.
Angebot, Nachfrage & Handelsströme
Kalifornien bleibt der dominierende globale Anbieter. Das jüngste Global Update des Almond Board (Mai 2026) hebt weiterhin starke Exportströme und regulatorisches Engagement hervor, jedoch ohne größere Störungen der Handelsrouten. Dies impliziert, dass die Logistik normal funktioniert und die Exportverfügbarkeit zuverlässig bleibt. Unabhängige Ernteschätzungen, die im Mai veröffentlicht wurden, deuten auf eine normale bis leicht bessere Ernte 2026 nach einer frühen, aber insgesamt günstigen Blüte hin und untermauern die Annahme eines ausreichenden Angebots im Vermarktungsjahr 2026/27.
Auf der Nachfrageseite bleiben die Nussmärkte in der EU fest, aber nicht überhitzt. Konkurrenzprodukte wie Haselnüsse in Spanien werden in einer ähnlichen Großhandelsbandbreite von 5,8–10,8 EUR/kg gehandelt, was das Aufwärtspotenzial für Mandeln begrenzt, da Käufer auf Alternativen zu vergleichbaren Preisniveaus ausweichen können. Der Einzelhandels- und Industriebedarf profitiert von stabilen Verbraucherpreisen und kontinuierlichen Promotionsaktivitäten, während das Ausbleiben neuer handelspolitischer Schocks die vorausschauende Nachfragedisposition weitgehend unverändert lässt.
Wetterbeobachtung: USA vs. Spanien
Kalifornien (USA): Erweiterte Prognosen für das Central Valley bis Mitte Juni signalisieren saisonal heiße, trockene Bedingungen. Online-Meteorologie-Diskussionen verweisen auf eine zunehmende Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Hitzewelle um die Woche des 14. Juni mit lokal über 43°C (110°F) in Teilen des San Joaquin und Sacramento Valley. Noch liegt dies im Rahmen normaler Sommerrisiken, doch eine länger anhaltende Extremhitze später im Juni könnte nicht bewässerte oder wasserknappe Plantagen unter Stress setzen und wäre, sofern bestätigt, leicht preisstützend.
Spanien (ES): Sieben-Tage-Prognosen für wichtige nördliche und nordöstliche Anbaugebiete wie die Provinz Huesca (Jaca) zeigen typische Frühsommermuster: warme Tage, kühlere Nächte und nur vereinzelte Schauer, ohne dass in den aktuellen Ausblicken Spätfrost- oder großräumige Unwetterrisiken angezeigt werden. Südliche Regionen (Andalusien, Murcia) treten in ihre übliche Trockenperiode ein; ein akutes Hitze- oder Dürreereignis jenseits der saisonalen Normen ist in den letzten Tagen nicht aufgetreten. Damit bleiben die spanischen Ernteerwartungen stabil, und unmittelbare wettergetriebene Preisspitzen sind begrenzt.
Markttreiber & Fundamentaldaten
- Stabile spanische Benchmarks: Wiederholt unveränderte Notierungen für Marcona und Guara Ende Mai und Anfang Juni in Albacete bestätigen eine seitwärts gerichtete Inlands-Preisstruktur und ein ausreichendes lokales Angebot.
- Komfortables globales Angebot: Aktuelle Positionsdaten des Almond Board (April-Bericht, veröffentlicht am 12. Mai) zeigen weiterhin starke Verschiffungen und einen noch immer beträchtlichen Überhang, was die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen globalen Engpasses begrenzt.
- Makro- & FX-Umfeld: In den letzten Tagen gab es keinen neuen Makroschock für die Nussnachfrage. Mit einem im frühen Juni relativ stabilen EUR gegenüber dem USD bleiben Mandeln US-Ursprungs im EU-Markt wettbewerbsfähig bepreist und helfen, spanische Inlandsangebote zu deckeln.
- Relativer Wert gegenüber anderen Nüssen: Preise für Haselnüsse und andere Nüsse in Spanien bewegen sich weiterhin in einer vergleichbaren Spanne, was weitere Aufwärtsbewegungen bei Mandeln dämpft, da Industrieabnehmer – wo die Qualität es zulässt – mischen oder substituieren können.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Für Käufer (Röster, Süßwarenhersteller, Abpacker): Nutzen Sie die aktuelle Stabilität, um die Deckung moderat bis ins 3. Quartal auszubauen, insbesondere für hochwertige Marcona und Bio-Nonpareil, die zwar mit Aufschlag gehandelt werden, derzeit aber keinen unmittelbaren Aufwärtsdruck zeigen. Priorisieren Sie flexible Lieferfenster, um reagieren zu können, falls sich das Hitzerisiko in Kalifornien verschärft.
- Für spanische Erzeuger & Genossenschaften: Angesichts unveränderter Inlandsbenchmarks für Marcona und Guara und der Angleichung an Exportparitäten ist das Halten begrenzter Zusatzmengen vertretbar, aber eine aggressive Preisanhebung ist ohne klarere, wetterbedingte Angebotsrisiken noch nicht gerechtfertigt.
- Für Händler: Halten Sie eine neutrale bis leicht Long-Position in nahen Fälligkeiten und fokussieren Sie eher auf Ursprungsspreads (USA vs. Spanien) als auf reine Preiswetten. Beobachten Sie die Temperaturprognosen für das Central Valley Mitte Juni genau; jede Bestätigung anhaltender Extremhitze könnte es rechtfertigen, zusätzliche Länge aufzubauen oder Angebote zu verknappen.
3‑Tage‑Regionale Preisindikation (Richtung)
- Spanien (ES, FOB Madrid – Marcona/Valencia/Guara): Preise werden in den nächsten drei Tagen als seitwärts erwartet, in einer engen Bandbreite von ±0,5 %, da inländische Lonja-Referenzen und Exportangebote stabil bleiben.
- Vereinigte Staaten (USA, FAS/FOB – Carmel, Nonpareil): Preise dürften in den kommenden drei Tagen seitwärts tendieren, mit nur geringfügiger Intraday-Volatilität durch Devisenbewegungen und routinemäßige Spotanfragen; in den sehr kurzfristigen Wetter- oder Versandnachrichten ist kein fundamentaler Auslöser für einen Ausbruch erkennbar.