Mandelpreise stabil, während Hitzewellen Ernten in Kalifornien und Spanien auf die Probe stellen
Mandelpreise bleiben in Spanien und den USA stabil, während Hitzewellen in beiden Regionen die Ernteaussichten 2026 testen. Kurzer, preisfokussierter Ausblick für die kommenden Tage.
Preise
Alle nachfolgenden Preise sind ungefähre EUR‑Äquivalente pro kg auf Basis jüngster Wechselkurse und als Richtwerte zu verstehen.
Die Preisstruktur zeigt weiterhin einen klaren Aufschlag für spanische Marcona‑Spezialitäten und große Valencia‑Kerne im Vergleich zu Standard‑US‑California‑Typen. Bio‑Nonpareil notiert in beiden Ursprüngen mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber konventioneller Ware, was die knappe Verfügbarkeit und eine stabile Einzelhandelsnachfrage widerspiegelt.
Supply & Demand Drivers
Die jüngste subjektive Mandelprognose für Kalifornien von NASS beziffert die Produktion 2026 auf rund 2,70 Milliarden Pfund (geschält), leicht unter der vorherigen Saison, und stützt damit ein insgesamt ausgeglichenes globales Angebotsbild statt eines Überschussszenarios. Monatliche Positionsberichte des Almond Board zeigen, dass die Ausfuhren im Erntejahr 2025/26 nur leicht unter dem Vorjahresniveau liegen, was auf einen Endbestand im mittleren Bereich von 500 Millionen Pfund hindeutet und keinen unmittelbar drohenden Lagerengpass signalisiert.
Auf der Nachfrageseite verweisen jüngste Marktkommentare auf eine stetige Abnahme in Europa und starkes Interesse mediterraner Importeure, wobei die Türkei zunehmend als Drehscheibe für Ströme in den Nahen Osten und nach Nordafrika fungiert, vor dem Hintergrund anhaltender Störungen rund um die Straße von Hormus. Käufer in den wichtigsten EU‑Märkten scheinen bis in die frühen Neuzugänge der neuen Ernte hinein gut gedeckt zu sein, was das kurzfristige Aufwärtspotenzial trotz insgesamt konstruktiverer längerfristiger Fundamentaldaten begrenzt.
Weather & Crop Conditions (ES, US)
Spanien erlebt derzeit die zweite große Hitzeepisode des Sommers 2026. AEMET und regionale Medien melden Höchstwerte von über 40–42 °C in Teilen des Südwestens und in inneren Talregionen zwischen dem 5. und 7. Juli sowie ein anhaltend sehr hohes Waldbrandrisiko bis Anfang Juli. Solch anhaltende Hitze während der Kernfüllung erhöht den Stress in nicht bewässerten Mandelanlagen, insbesondere im Binnenland Andalusiens sowie in Teilen von Kastilien‑La Mancha und Valencia, und steigert bei anhaltend hohen Temperaturen ohne Entlastung das Risiko kleinerer Kerngrößen und gewisser Ertragseinbußen.
In Kalifornien sehen sich die Binnenregionen erneut Hitzewarnungen ausgesetzt, mit Höchstwerten im Binnenland im niedrigen 30‑Grad‑Bereich bis nahe 40 °C (90–103 °F) in dieser Woche, zusätzlich zu einer Saison, die von frühen und wiederholten Hitzespitzen geprägt ist. Mandeln reagieren besonders empfindlich auf anhaltende Sommerhitze und Wasserstress, insbesondere in Randbewässerungsgebieten und auf leichten Böden. Stand Mitte Juli deuten die meisten Berichte jedoch weiterhin auf eine im Allgemeinen ausreichende Bewässerung in kommerziellen Anlagen hin, und es gibt keine bestätigten großflächigen Produktionskürzungen über die geringfügige Reduktion hinaus, die bereits in den offiziellen Prognosen berücksichtigt ist.
Fundamentals & Market Tone
Wetterbasierte Indizes, die die Bedingungen für den Mandelanbau in Kalifornien verfolgen, zeigen bis Mitte Juni im Großen und Ganzen durchschnittliche bis leicht positive Verhältnisse, was darauf hindeutet, dass sich die Saison trotz Hitzeepisoden insgesamt noch nicht klar ins Negative gewendet hat. In Kombination mit der leicht niedrigeren Ernteprognose und einem weiterhin komfortablen Anfangsbestand sprechen die Fundamentaldaten eher für leicht stützende Preise über einen mehrmonatigen Horizont, statt auf eine starke Korrektur hinzuweisen.
Die kommerzielle Stimmung bleibt verhalten: Verarbeiter und Händler zögern, ihre Angebote angesichts steigender Input‑ und Wasserkosten weiter zu senken, während europäische und mediterrane Käufer preissensibel bleiben und ihre bestehende Deckung nutzen, um enge Handelsspannen auszuhandeln. Jüngste Marktkommentare für Juni betonen weiterhin die Bedeutung der Deckungsentscheidungen der Käufer und das Tempo der Vorwärtsverkäufe in die neue Ernte, statt eines dramatischen Wandels auf der Angebotsseite.
Trading Outlook (Next 1–3 Weeks)
- Tendenz seitwärts bis fester: Bei gegenüber der Vorwoche stabilen Preisen und keinem sich abzeichnenden deutlichen Überschuss ist die kurzfristige Tendenz leicht fester, insbesondere für hochwertige spanische Marcona und Bio‑Nonpareil, falls die aktuelle Hitze in Spanien anhält.
- Käufer: Endverbraucher, die nur bis in das späte 3. Quartal hinein gedeckt sind, können erwägen, bei kleineren Rücksetzern schrittweise zusätzliche Volumina aufzubauen, mit Priorität auf spanische Spezialitäten und US‑Nonpareil, während aggressives Nachziehen bei Standard‑US‑Carmel, der weiterhin gut verfügbar ist, vermieden werden sollte.
- Verkäufer: US‑Exporteure und spanische Abpacker können ihre Angebote auf dem aktuellen Niveau rechtfertigen, müssen bei großen Ausschreibungen jedoch eventuell selektiv nachgeben, insbesondere in preissensiblen Zielen in Nordafrika und Südasien.
3‑Day Regional Price Direction (Spot, EUR)
- Spanien (FOB Madrid, Marcona/Valencia): In den nächsten 3 Tagen stabil bis leicht fester, wobei hitzebedingte Erntebedenken leicht stützen, bislang jedoch kein klares Ausbruchssignal liefern.
- USA (FAS/FOB Häfen Kaliforniens, Carmel/Nonpareil): Weitgehend stabil in EUR‑Betrachtung; eine moderate Festigung ist möglich, falls sich die Hitze verschärft und die Wechselkurse weitgehend stabil bleiben, doch der Exportwettbewerb hält die Angebote in einer engen Spanne.