Mandelpreise fest, da kalifornische Lieferungen anziehen und Verkäufe der neuen Ernte Fahrt aufnehmen
Die Mandelpreise in Kalifornien ziehen an, gestützt durch starke Exportnachfrage, begrenzte Nonpareil‑Bestände und einen stabilen Ernteausblick von 2,7 Mrd. lbs, bei früher Ernte und kräftigen Juni‑Lieferungen.
Preise & Markttendenz
US‑ und EU‑Mandelangebote Anfang Juni bestätigen den im Markt erkennbaren Festigungstrend. Aktuelle Notierungen für US Carmel SSR 18/20 und 20/22 in Washington D.C. liegen bei rund 6,55–6,60 EUR/kg FAS, während Bio‑Nonpareil 27/30 nahe 9,20 EUR/kg FOB gehandelt wird. Spanische Marcona‑Kerne werden um 6,50–8,75 EUR/kg FOB Madrid angeboten, Valencia‑Typen bei etwa 5,40–5,80 EUR/kg – alles leicht über den Niveaus von Ende Mai, was die globale Stärke widerspiegelt.
Diese Aufwärtsbewegung passt zu Berichten über eine sich verengende Verfügbarkeit in Kalifornien bei NPX, Independence und NP in Schale sowie zunehmendes Vertrauen in die Nachfrage für die aktuelle und die neue Ernte. Die Preisgewinne verlaufen geordnet statt explosiv, jedoch ist die Tendenz klar aufwärtsgerichtet, da Käufer um die verbleibenden Sorten mit hoher Nachfrage konkurrieren und die Vorwärtsdeckung für 2026/27 von einem niedrigen Ausgangsniveau langsam aufgebaut wird.
Angebots‑ und Nachfrageentwicklung
Die Auslieferungen im Mai 2026 erreichten 217,3 Millionen lbs gegenüber 211,7 Millionen lbs im Mai 2025, ein Zuwachs von 2,8 %, und wären ohne Rollovers durch Reedereien zum Monatsende vermutlich noch höher ausgefallen. Den Anstieg trugen die Exporte mit 169,1 Millionen lbs (+5,2 % j/j), während die Inlandsverladungen auf 48,25 Millionen lbs (‑5,5 % j/j) nachgaben, was eher auf eine gewisse Preissensitivität oder Timing‑Effekte im US‑Markt hindeutet als auf ein strukturelles Nachfragethema.
Die Länderaufteilung zeigt eine deutliche Neujustierung. Indien importierte 26,1 Millionen lbs und damit deutlich weniger als die 35,3 Millionen lbs im Vorjahr, während die Türkei auf 16,1 Millionen lbs mehr als verdoppelte und Deutschland sich auf 10,9 Millionen lbs nach 8,1 Millionen lbs erhöhte. Spanien blieb mit 13,3 Millionen lbs unverändert, und Marokko sprang von 2,8 Millionen lbs auf 8,9 Millionen lbs, was verdeutlicht, dass sich die Nachfrage über einige wenige Kernziele hinaus verbreitert hat und das kalifornische Angebot auch dann aufnimmt, wenn Indien von früheren außergewöhnlichen Käufen auf ein normaleres Niveau zurückkehrt.
Die kumulierten Auslieferungen im laufenden Jahr belaufen sich nun auf 2,213 Milliarden lbs gegenüber 2,262 Milliarden lbs vor einem Jahr, ein moderater Rückgang von 2,2 %. Mit Anlieferungen der Ernte 2025 von 2,69 Milliarden lbs und einer ebenfalls auf rund 2,7 Milliarden lbs geschätzten Ernte 2026 entfernt sich die Gesamtbilanz von den deutlichen Überschüssen der Vorjahre, bietet aber weiterhin ausreichendes Angebot. Auf dem Papier werden für Juni deutlich höhere Auslieferungen als im Vorjahr erwartet, was das kumulierte Defizit verringern und die Preise weiter stützen dürfte.
Fundamentaldaten & Bestände
Die Branche ist nun zu etwa 84,9 % auf die aktuelle Ernte inklusive Übertrag verkauft, was auf begrenzte ungebundene Bestände in den Sommer hinein hindeutet, insbesondere bei NPX, Independence und NP in Schale. Verkäufe der neuen Ernte befinden sich noch in einer frühen Phase – rund 3,4 % verkauft auf Basis einer Prognose von 2,7 Milliarden lbs –, liegen aber in absoluten Zahlen deutlich über dem Vorjahr, mit bereits 92 Millionen lbs im Buch im Vergleich zu 65,7 Millionen lbs zum selben Zeitpunkt 2025.
Wichtig ist, dass sich Käufer in dieser Saison deutlich wohler fühlen, ihre Deckung vorzuziehen, da die subjektive Schätzung von 2,7 Milliarden lbs weithin als realistisch angesehen wird und keine disruptive Objective Estimate ansteht, die plötzlich Stimmungsumschwünge auslösen könnte. Dies verringert das Risiko abrupter, datengetriebener Preiskorrekturen und begünstigt einen stetigeren, nachfragegetriebenen Markt. Die Kombination aus knapper Spot‑Verfügbarkeit bei Premiumsorten und solider Vorwärtsnachfrage verschiebt die Verhandlungsmacht moderat zugunsten der Verkäufer.
Wetter & Erntefortschritt
Erzeuger im kalifornischen Central Valley rechnen damit, dass die Ernte etwa eine Woche früher als im Vorjahr beginnt, mit den ersten Schüttelungen voraussichtlich Ende Juli. Die aktuellen Wetterbedingungen stützen diese Sicht: Prognosen für die wichtigsten Mandelanbaugebiete im Valley deuten auf heißes, überwiegend trockenes Wetter mit Tageshöchstwerten im mittleren bis oberen 30er‑°C‑Bereich (Mitte 90er bis niedrige 100er °F) und minimalen Niederschlägen in der kommenden Woche hin – typisch für Juni und günstig für die Nussentwicklung und einen frühen Hülsenspliss.
Derzeit sind keine größeren witterungsbedingten Risiken für die 2026er Ernte erkennbar, und der Produktionsausblick von 2,7 Milliarden lbs bleibt der maßgebliche Branchen‑Benchmark. Anhaltende Hitzewellen später im Sommer oder lokale Wasserrestriktionen könnten jedoch weiterhin die endgültigen Erträge und die Kernelqualität beeinflussen, weshalb Marktteilnehmer die Obstsituation in den Anlagen im Juli und August genau beobachten werden.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
Die Marktstimmung ist zum Ende des Vermarktungsjahres 2025/26 verhalten bullisch. Erwartet starke Juni‑Auslieferungen, hohe Verkaufsquoten bei der aktuellen Ernte und begrenzte NP‑Bestände deuten auf anhaltende Preisunterstützung bis in den Juli hinein, insbesondere für Nonpareil‑ und Independence‑Kerne sowie Ware in Schale. Der vergleichsweise moderate Ernteausblick von 2,7 Milliarden lbs und der frühe Erntebeginn begrenzen das Abwärtsrisiko durch Angebotsüberraschungen, sprechen aber auch gegen starke Preisspitzen, sofern sich die Exportnachfrage nicht weiter beschleunigt.
- Käufer/Verarbeiter: Erwägen Sie, die Deckung für den Bedarf Juli–September zu beschleunigen, insbesondere für NPX, Independence und NP in Schale, wo die Spot‑Verfügbarkeit bereits knapp ist. Nutzen Sie etwaige kurzlebige Rücksetzer durch Währungsschwankungen oder Frachtturbulenzen, um die Deckung moderat bis ins 4. Quartal 2026 zu verlängern.
- Händler/Verkäufer: Halten Sie bei Premiumsorten eine feste, aber pragmatische Angebotslinie; bei 84,9 % verkaufter aktueller Ernte besteht wenig Bedarf für aggressive Preisnachlässe. Für die neue Ernte erscheinen schrittweise Vorwärtsverkäufe auf dem aktuellen Niveau attraktiv, angesichts eines ausgewogenen Angebotsausblicks und einer sich verbessernden Nachfragebasis.
- Importeure/Trader (EU, MENA, Türkei): Beobachten Sie das Kauftempo Indiens genau; sollte Indien später in der Saison wieder aggressiver auftreten, könnte der Wettbewerb um Nonpareil und höher spezifizierte Kerne zunehmen. Erwägen Sie eine Diversifizierung des Ursprungs zwischen kalifornischen und spanischen Mandeln, um Qualitäts‑ und Logistikrisiken zu steuern.
3‑Tage‑Regionale Preisindikation (Richtungstendenz)
- USA (FAS, Hauptseehäfen): Carmel‑SSR‑ und NP‑Typ‑Kerne dürften in den nächsten drei Tagen stabil bis leicht fester gehandelt werden, da Käufer ihre Juli‑Positionen finalisieren.
- EU (FOB Spanien): Valencia‑ und Marcona‑Kerne werden voraussichtlich mit fester, leicht aufwärtsgerichteter Tendenz in EUR notieren, was sowohl die lokale Nachfrage als auch den stärkeren kalifornischen Markt widerspiegelt.
- MENA/Indien (C&F‑Indikationen): Notierungen werden stabil bis fest erwartet, mit Aufwärtspotenzial, falls Frachtturbulenzen durch gerollte Sendungen anhalten oder wenn die kurzfristige Nachfrage in der Türkei und Nordafrika erhöht bleibt.