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Markt für Pigeon Peas (Tur) schwächer trotz sich eintrübender Kharif-Angebotslage

Markt für Pigeon Peas (Tur) schwächer trotz sich eintrübender Kharif-Angebotslage

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für Pigeon Peas (Tur) gaben trotz langsamerer Kharif-Aussaat und geringerer Importe nach. Verarbeitetes Tur Dal bleibt dank stabiler Nachfrage fest; der Ausblick signalisiert erneute Preisunterstützung.

Die Preise für Pigeon Peas (Tur) haben sich kurzfristig abgeschwächt, obwohl sich der Angebotsausblick aufgrund langsamerer Kharif-Aussaat und geringerer Importe einengt. Während die Angebote für importierte ganze Tur-Ware insgesamt weitgehend stabil bis leicht fester bleiben, gaben die indischen inländischen Kassapreise nach und erzeugten damit vorübergehend eine Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Marktstimmung. Der Markt balanciert derzeit verzögerte Kharif-Pflanzungen infolge eines unbeständigen Monsuns, eine geringere Importverfügbarkeit und weiterhin solide Einzelhandelsnachfrage nach Tur Dal aus. Regierungsdaten zeigen, dass die Tur-Aussaat deutlich hinter dem Vorjahr zurückliegt, dennoch sind die Erzeuger- und Mandipreise für ganze Tur im Wochenverlauf gefallen, während die Notierungen für verarbeitete Dal-Produkte fest blieben. Da sich die Kernmonsunregen Anfang Juli verbessern dürften und die Nachfrage saisonal bis ins späte dritte Quartal anzieht, erscheint das Abwärtspotenzial bei ganzen Tur zunehmend begrenzt.

Preise

Die internationalen Tur-Märkte zeigten ein uneinheitliches Bild: Lemon Tur aus Myanmar für Juni–Juli-Verschiffung stieg um rund 5 US-Dollar je Tonne auf etwa 840 US-Dollar je Tonne C&F, während Tur aus dem Sudan weitgehend stabil bei rund 825 US-Dollar je Tonne C&F blieb. Weißer Tur aus Mosambik für September–Oktober-Verschiffung wurde mit 605–610 US-Dollar je Tonne C&F und Gajri Tur mit 595–600 US-Dollar je Tonne C&F gehandelt, was auf relativ flache Forward-Notierungen hindeutet.

In Indien schwächten sich die inländischen Preise für ganze Tur-Ware im Wochenverlauf trotz des engeren Angebotsausblicks um nahezu ₹100 je Doppelzentner ab. Benchmark-Lemon-Tur wurde bei rund ₹8.000 je Doppelzentner gehandelt, während Tur aus Karnataka auf etwa ₹8.400 je Doppelzentner nachgab. Im Gegensatz dazu blieben verarbeitete Tur-Dal-Produkte fest: Gespaltene Tur lagen bei etwa ₹11.000–11.200 je Doppelzentner und polierte Qualitäten bei ₹11.500–11.700 je Doppelzentner, gestützt durch stabile Einzelhandelsnachfrage und eine langsamere Weitergabe der Schwäche am Kassamarkt.

Angebot & Nachfrage

Laut Landwirtschaftsministerium hat sich die Kharif-Aussaat von Tur deutlich verlangsamt. Bis zum 12. Juni wurden nur etwa 9.000 Hektar bestellt, verglichen mit 21.000 Hektar im gleichen Zeitraum des Vorjahres – ein Rückgang von mehr als 50 %. Gujarat zeigt zwar einige Verbesserungen, doch die Gesamtfläche liegt aufgrund der Unsicherheit beim Monsun und ungleichmäßiger Frühjahrsniederschläge weiterhin unter dem Normalniveau. Aktuelle gesamtindische Daten bestätigen einen breiteren Kharif-Rückstand: Die gesamte Aussaat lag Ende Juni im Jahresvergleich um über 20 % niedriger, bei einem Niederschlagsdefizit von rund 40 % unter dem langjährigen Mittel – ein deutliches Signal für Risiken bei der Hülsenfruchtproduktion. 

Auf der Nachfrageseite bleibt der Haushaltsverbrauch von Tur Dal relativ stabil, gestützt durch seine Rolle als Grundnahrungsmittel und die begrenzten Substitutionsmöglichkeiten in vielen regionalen Ernährungsgewohnheiten. Branchenkreise erwarten, dass sich die Nachfrage nach Tur Dal in den kommenden Monaten verbessert, wenn Fest- und Hochzeitssaison näher rücken und Käufer ihre Pipeline-Bestände nach und nach wieder aufbauen. Diese erwartete Nachfragebelebung, kombiniert mit verzögerter Aussaat und begrenzten Importströmen, dürfte die Bilanz später in der Saison verengen, selbst wenn kurzfristige Zufuhren und Verkaufsdruck derzeit auf die Preise lasten.

Fundamentaldaten & Wetter

Die aktuelle Preisschwäche scheint in erster Linie technisch und stimmungsgetrieben zu sein und spiegelt weniger eine komfortable fundamentale Lage wider. Geringere Importe, stabile bis leicht höhere C&F-Angebote aus Myanmar und der starke Rückgang der frühen Kharif-Flächen im Jahresvergleich deuten allesamt auf einen strukturell engeren Ausblick hin. Da das Kernfenster für die Aussaat von Pigeon Peas typischerweise von der letzten Juniwoche bis Mitte Juli reicht, erhöht jede Woche Verzögerung das Risiko von Ertragseinbußen und einer geringeren Endproduktion. 

Das Wetter bleibt in den nächsten 2–4 Wochen der entscheidende Treiber. Nach einem verhaltenen Juni mit Monsunniederschlägen rund 40 % unter dem Normalwert prognostiziert das India Meteorological Department für die erste Julihälfte zunehmende Regenfälle im Kernmonsungebiet, was die Aussaat von Hülsenfrüchten, einschließlich Tur, beschleunigen sollte.  Sollten sich diese Regenfälle einstellen und die Landwirte noch innerhalb des optimalen Fensters säen können, würden sich einige Produktionsrisiken mindern, aber nicht vollständig ausräumen lassen. Umgekehrt würde jede erneute Verzögerung oder regionale Niederschlagslücke das bullische mittelfristige Szenario für Tur und Tur Dal untermauern.

Handelsausblick

  • Kurzfristig (1–3 Wochen): Die inländischen Preise für ganze Tur-Ware dürften nur begrenztes weiteres Abwärtspotenzial aufweisen, da Meldungen über verzögerte Aussaat und verbesserte Monsunprognosen zunehmend eingepreist werden. Der feste Spread zwischen ganzen Tur und verarbeitetem Dal signalisiert eine zugrunde liegende Nachfrageunterstützung.
  • Mittelfristig (Q3–Q4 2026): Sollte die Anbaufläche bis Mitte Juli nicht deutlich aufholen, dürfte das engere Angebot eine schrittweise Erholung der Tur-Preise stützen, insbesondere im nachfragegetriebenen Festzeitfenster. Die Importmargen könnten sich einengen, falls C&F-Angebote bei steigender indischer Nachfrage anziehen.
  • Risikofaktoren: Eine plötzliche Normalisierung der Niederschläge mit rascher Aufholung der Aussaat, politische Eingriffe (Lagerlimits oder Importmaßnahmen) oder Nachfragerationierung bei höheren Einzelhandelspreisen könnten das Aufwärtspotenzial begrenzen. Umgekehrt würden anhaltende Monsundefizite oder Logistikprobleme in wichtigen Ursprungsregionen das Aufwärtsrisiko verstärken.

3-tägiger indikativ­er Ausblick

In den kommenden drei Handelstagen dürften die Märkte für Tur und Tur Dal in einer Spanne mit leicht positiver Tendenz handeln, während die Marktteilnehmer aktualisierte Aussaat- und Niederschlagsdaten beobachten. Am physischen Markt könnte es zu selektiven Wiederauffüllungen auf niedrigeren Preisniveaus kommen, während Verarbeiter voraussichtlich feste Angebote für Tur Dal beibehalten und damit die Wertschöpfungskette zugunsten verarbeiteter Produkte verschoben bleibt.

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