Markt für Schwarze Mattenbohne (Urad): Angebotsdruck steigt, doch Festtagsnachfrage begrenzt Abwärtsrisiko
Die Preise für Schwarze Mattenbohne stehen durch höhere Importe und neue Kharif-Ankünfte unter bärischem Angebotsdruck, doch niedrige Hafenbestände und Festtagsnachfrage sollten das kurzfristige Abwärtsrisiko begrenzen.
Prices
Internationale CNF-Angebote für Myanmar FAQ Urad zur Verschiffung im September–Oktober sind um rund 15 $ auf etwa 870 $ pro Tonne gefallen, während SQ Urad um 25 $ auf rund 940 $ pro Tonne nachgegeben hat – ein Hinweis auf eine Abschwächung nach der vorangegangenen Stärke. Auf der Arhar-Seite hat Lemon Arhar der Ernte 2026 um rund 20 $ auf 850 $ pro Tonne CNF nachgegeben, während Mosambik White Arhar bei 695–700 $ pro Tonne, Gajri bei 685–690 $ und Matwara bei 675–680 $ pro Tonne CNF Nhava Sheva indiziert wird – insgesamt stabil bis leicht fester gegenüber den Indikationen von Ende August.
Im Inland liegen die durchschnittlichen landesweiten Einzelhandelspreise für Urad Dal zum 1. September 2026 bei rund 123 INR pro kg, nur geringfügig unter Tur/Arhar mit etwa 124 INR pro kg und weiterhin über Masoor und Gram Dal. In Euro entspricht dies indikativ Einzelhandelspreisen für Urad Dal von knapp 1,35–1,40 EUR/kg (bei einem angenommenen Kurs von 1 EUR = 90 INR), die historisch weiterhin erhöht sind, aber im Einklang mit schwächeren CNF-Notierungen Anzeichen kurzfristiger Abschwächung zeigen.
Supply & Demand
Auf der Angebotsseite tritt Schwarze Mattenbohne in eine saisonal schwere Phase ein. In den kommenden Wochen werden steigende Importe erwartet, mit zusätzlichen Mengen aus Myanmar sowie brasilianischen Partien, die voraussichtlich gegen Ende September eintreffen. Parallel dazu kommen frische Kharif-Urad-Lieferungen aus Maharashtra und Karnataka im Verlauf des Septembers auf den Markt, gefolgt von Madhya Pradesh und Rajasthan ab Oktober, was zusammengenommen erhebliche Primärmengen in die Pipeline bringt.
Dennoch bleibt das kurzfristige Angebot an den Häfen relativ knapp, da die gemeldeten Hafenbestände an importiertem Urad niedrig sind. Dies kann bei plötzlichen Nachfrageanstiegen zu kurzfristigen Preisaufschwüngen führen. Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein unterstützenderes Bild: Mühlen kaufen derzeit weitgehend „hand to mouth“, doch die anstehende Festtagssaison dürfte die Abnahme von Urad Dal, Mogar und Gota ankurbeln. Dieser saisonale Nachfrageimpuls sollte einen Teil des zusätzlichen Angebots absorbieren und einen nachhaltigen Preiseinbruch verhindern, auch wenn Aufwärtsbewegungen voraussichtlich nur von kurzer Dauer bleiben.
Regionale Flächendaten bringen zusätzliche Nuancen. Die Kharif-Aussaat in Maharashtra steht kurz vor dem Abschluss, liegt insgesamt aber rund 5 % unter dem Vorjahr, wobei die Fläche mit Schwarzer Mattenbohne bei etwa 55 % des Normalniveaus und deutlich unter der vorigen Saison liegt. Dies deutet auf eine knappere inländische Ernte später in der Saison hin, als es der kurzfristige Importschub vermuten lässt, und stützt die Einschätzung, dass die aktuelle Schwäche eher zyklisch als strukturell ist.
Fundamentals & Weather
Fundamental ist das Bild kurzfristig bärisch, mittelfristig jedoch konstruktiv. Die internationalen Preise für Schwarze Mattenbohne sind bis zur Jahresmitte angesichts knapper globaler Verfügbarkeit und witterungsbedingter Sorgen deutlich gestiegen, haben sich zuletzt auf CNF-Basis aber moderat korrigiert. Gleichzeitig waren die Monsunregenfälle in West- und Zentralindien ungleich verteilt, sodass die gesamte Kharif-Fläche leicht unter dem Normalwert liegt und bei spät gesäten Urad-Beständen ein Ertragsrisiko besteht, falls die Spätmonsunregen unter den Erwartungen bleiben.
Für die nächsten 2–3 Wochen werden die entscheidenden Bilanzvariablen bei Schwarzer Mattenbohne das Tempo der brasilianischen und myanmarischen Verschiffungen in indische Häfen, die Geschwindigkeit und Qualität der Kharif-Ankünfte aus Maharashtra und Karnataka sowie die tatsächliche Stärke der Festtagsnachfrage nach Dal sein. Da die Mühlen noch immer mit relativ niedrigen Arbeitsbeständen laufen und die Hafenlager als moderat beschrieben werden, könnten logistische Verzögerungen oder lokale Witterungseinflüsse auf die Erntequalität das Spotangebot kurzfristig verknappen und Preisspitzen auslösen – auch wenn das übergeordnete Angebotsszenario komfortabel bleibt.
Outlook & Trading Pointers
- Preistrend (4–6 Wochen): Moderat abwärts bis seitwärts in EUR gerechnet, da höhere Importe und neue Erntezuflüsse auf die Spotmärkte drücken; kräftige, anhaltende Aufwärtsbewegungen erscheinen ohne Wetter- oder Logistikschock unwahrscheinlich.
- Risikoneigung: Kurzfristig bleibt das Risiko angesichts der Angebotszuflüsse nach unten gerichtet, mittelfristig verschiebt es sich jedoch nach oben, falls die reduzierte Fläche in Maharashtra und Teilen Zentralindiens in eine kleinere Endernte mündet.
- Mühlen und Verarbeiter: Eine gestaffelte Strategie bei Spot- und kurzfristigen Käufen beibehalten; bei weiter nachgebenden CNF- und Inlandsnotierungen in Richtung Importparitäts-Unterstützungszonen schrittweise zusätzliche Deckung vor der Spitzennachfrage in der Festtagssaison erwägen.
- Importeure und Händler: Etwaige temporäre Preisaufschwünge infolge niedriger Hafenbestände oder Festtagsnachfrage nutzen, um hochpreisige Bestände abzubauen; beim Eingehen neuer Long-Positionen auf dem aktuellen CNF-Niveau vorsichtig agieren, angesichts der erwarteten Ankunft brasilianischer Partien.
3‑Tage-Indikation (wichtige indische Märkte, in EUR gerechnet)
Insgesamt treten die Märkte für Schwarze Mattenbohne in eine taktisch bärische Phase ein, doch strukturell begrenzte Flächen und saisonale Nachfrage sprechen eher für vorsichtige Verkäufe und opportunistische mittelfristige Käufe als für aggressiv richtungsbezogene Positionierungen.