CMB Emblem
Preise für getrocknete Feigen stabil, während sich die Hitze in Spanien und der Türkei verstärkt

Preise für getrocknete Feigen stabil, während sich die Hitze in Spanien und der Türkei verstärkt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Preise für getrocknete Feigen aus der Türkei und Spanien bleiben stabil, trotz steigender Hitze- und Brandgefahr in Aydın und Extremadura. Kurzfristiger Ausblick und Handelsideen.

Die Exportpreise für getrocknete Feigen in der Türkei und in Spanien halten sich Mitte Juli weitgehend stabil, mit nur marginalen Bewegungen in einigen Bio-Spezialitäten. Trotz zunehmender Sommerhitze in beiden Ursprungsländern gibt es derzeit keinen unmittelbaren witterungsbedingten Engpass beim Angebot an getrockneter Ware; kurzfristige Offerten bleiben flach und die Spannen zwischen den Qualitäten unverändert. Die Märkte für getrocknete Feigen bleiben ruhig unterstützt, ohne jedoch anzuziehen. In der Türkei sind die FOB-Preise in İzmir für wichtige Bio-Qualitäten der Typen Lerida und Protoben in den letzten zwei Wochen unverändert geblieben, während konventionelle Malatya-Feigen entlang der Größenskala flach tendieren. Auch Spaniens „Spanish Gold“-Feigen zeigen keine jüngsten Preisbewegungen. Heiße, trockene Bedingungen und steigendes Brandrisiko in Aydın und Extremadura sind saisonal typisch und haben nach bisherigem Kenntnisstand keine Schäden in Feigenanlagen verursacht. Da die weltweite Produktion von getrockneten Feigen 2025/26 im Vergleich zur vergangenen Saison voraussichtlich zunehmen wird, behalten Käufer eine gewisse Verhandlungsmacht. Gleichwohl könnten lokale Schäden durch Brände oder Hitze in der Ägäis oder im Westen Spaniens die Prämien für höherwertige Ware rasch verengen.

Preise

FOB-Preise für getrocknete Feigen sind gegenüber der Vorwoche in der Türkei wie in Spanien im Wesentlichen unverändert. Biologische Exportqualitäten aus İzmir handeln im mittleren Zehnerbereich EUR/kg, während konventionelle gehackte und natürliche Qualitäten im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich liegen. Spanische getrocknete Feigen notieren weiterhin mit Abschlag gegenüber türkischen Bio-Offerten. Die Preisstruktur zwischen Größen und Qualitäten in Malatya ist stabil und signalisiert eine ausgeglichene kurzfristige Nachfrage statt aggressiver Spotkäufe.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Europäische Großhandelsreferenzen bestätigen einen stabilen Grundton: Französische Großhandelsangaben für getrocknete Feigen aus der Türkei liegen zum 16. Juli 2026 in Rungis bei rund 5 EUR/Päckchen, während frische Flachfeigen je nach Kaliber in einer breiten Spanne von 6–14 EUR/kg gehandelt werden. Dies deutet auf keinen plötzlichen Engpass bei der Verfügbarkeit von Feigen im Endverbrauchermarkt hin.

Angebot & Nachfrage

Die Türkei bleibt der dominierende Lieferant von getrockneten Feigen, angeführt von Plantagen in der Provinz Aydın, mit İzmir als wichtigstem Exportdrehkreuz. Internationale Branchen­schätzungen vom März sehen die weltweite Produktion von getrockneten Feigen 2025/26 bei rund 156.400 Tonnen, nach 137.800 Tonnen in der vorangegangenen Saison. Die Ernte der Türkei wird auf etwa 70.000 Tonnen veranschlagt, die Spaniens auf etwas über 10.000 Tonnen. Dies deutet auf ein komfortables globales Gleichgewicht hin, selbst wenn es lokal zu witterungsbedingten Problemen kommen sollte.

Die Exporte des türkischen Sektors für Trockenfrüchte im laufenden Vermarktungsjahr bis Mitte Juli 2026 bleiben laut aktuellen Zahlen des Verbands der Exporteure von Trockenfrüchten und -produkten robust und deuten auf eine anhaltend solide Auslandsnachfrage in Europa und darüber hinaus hin. Auf der Nachfrageseite scheint der europäische Konsum von getrockneten Feigen stabil zu sein, gestützt durch den Trend zu gesunden Snacks, steht jedoch im Wettbewerb mit anderen Trockenfrüchten. Das Ausbleiben starker Preisbewegungen legt nahe, dass Spotkäufe überwiegend auf Sicht getätigt werden und Käufer sich vorerst in ihrer Versorgungslage sicher fühlen.

Wetter & Erntebedingungen (TR, ES)

Im Westen der Türkei, wo der Großteil der Exportfeigen erzeugt wird, sind die Sommer in Aydın im Juli klimatisch sehr heiß und trocken, mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen um 37 °C und langen Sonnenstunden. Jüngste lokale Berichte heben Vegetationsbrände in Oliven- und Graslandgebieten von Aydın zu Beginn dieses Monats hervor, die jedoch unter Kontrolle gebracht wurden. Derzeit liegen keine offiziellen Meldungen über größere Schäden in Feigenanlagen vor. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Häufigkeit von Hitzewellen in der Türkei bewegen sich die aktuellen Bedingungen dennoch insgesamt im erwarteten saisonalen Rahmen für den Feigengürtel der Ägäis.

In Spanien treten die wichtigsten Feigenanbaugebiete in Extremadura und den westlichen Regionen in eine weitere Hitzephase ein. Eine Hitzewelle über Westeuropa und Spanien bringt in dieser Woche Temperaturen von über 40 °C in den südwestlichen Flusstälern und verschärft damit Dürre- und Waldbrandrisiko. Die Regionalregierung von Extremadura hat bereits eine Periode mit hoher Waldbrandgefahr vom 1. Juni bis 15. Oktober 2026 ausgerufen, was die strukturelle Trockenheit und die Verwundbarkeit von Dauerkulturen im Sommer unterstreicht. Kurzfristige Wettervorhersagen für Extremadura deuten auf anhaltend heiße, trockene Bedingungen mit klarem Himmel und starker Sonneneinstrahlung hin, was die Zuckerbildung in Feigen unterstützt, aber nicht bewässerte Anlagen unter Stress setzt.

Fundamentaldaten & Risikotreiber

  • Komfortables globales Gleichgewicht: Die jüngsten Branchenprognosen deuten auf ein höheres globales Feigenangebot 2025/26 im Vergleich zu 2024/25 hin, angeführt von einer größeren türkischen Ernte und stabilen spanischen Mengen, was das Aufwärtspotenzial für Standardqualitäten begrenzt.
  • Regionaler Klimastress ohne akuten Schock: Hitzewellen und Brandgefahr in Aydın und Extremadura sind erhöht, bewegen sich bislang aber im saisonalen Rahmen, mit lediglich lokalen Brandereignissen und keinen bestätigten großflächigen Verlusten in Feigenanlagen.
  • Stetiger europäischer Verbrauch: Stabile Großhandelsnotierungen in Frankreich und normale Verfügbarkeit im Einzelhandel deuten auf eine feste, aber nicht stürmische Endnachfrage hin und stehen im Einklang mit einer seitwärts gerichteten Preistendenz.
  • Langfristiges Klimarisiko: Wissenschaftliche Arbeiten zu Hitzewellentrends im Südwesten Spaniens weisen auf eine steigende Häufigkeit und Dauer extremer Hitzeereignisse hin, die in den kommenden Jahren die Erträge und die Wasserverfügbarkeit für Dauerkulturen, einschließlich Feigen, schrittweise begrenzen könnten.

Handelsausblick & 3‑Tages-Preisindikation

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Käufer: Bei flachen FOB-Preisen in der Türkei und in Spanien sowie einem komfortablen globalen Angebot kann die kurzfristige Deckung weiterhin gestaffelt erfolgen. Es bieten sich moderate Vorwärtskäufe in hochwertigen Bio-Qualitäten an, bei denen ein witterungsgetriebener Nachrichtenfluss vergleichsweise stärkere Preisreaktionen auslösen könnte.
  • Verkäufer: Die Angebotsdisziplin auf dem aktuellen Niveau aufrechterhalten; es gibt wenig Anlass für Preisnachlässe, solange Hitze- und Brandrisiken im Fokus bleiben. Seien Sie darauf vorbereitet, Qualität und Herkunftssicherheit zu betonen, um bestehende Prämien gegenüber konkurrierenden Trockenfrüchten zu rechtfertigen.
  • Risikomanagement: Meldungen zu Bränden und lokale Wetterberichte für Aydın/İzmir und Extremadura aufmerksam verfolgen; jegliche bestätigte Schäden an Anlagen könnten Abschläge zwischen konventioneller und biologischer Ware oder zwischen spanischer und türkischer Herkunft rasch einengen.

3‑Tages-Tendenz der Preisentwicklung (in EUR, FOB)

  • Türkei – İzmir (TR): Biologische Exportfeigen (Lerida / Protoben / Mini) und konventionelle gehackte Feigen dürften in den kommenden drei Handelstagen stabil bleiben, mit Richtwerten um 10,5–16,0 EUR/kg FOB. Es ist kein unmittelbarer Auslöser erkennbar, der den Markt stark bewegen könnte.
  • Türkei – Malatya (TR): Konventionelle natürliche und Lerida-Feigen über alle Größen hinweg sollten seitwärts tendieren und im Bereich von 6,0–9,6 EUR/kg FOB verharren. Etwaige Veränderungen wären eher auf Bewegungen im breiteren Trockenfruchtkomplex als auf lokale Fundamentaldaten zurückzuführen.
  • Spanien – Westliche Regionen / Notierungen Madrid (ES): „Spanish Gold“-getrocknete Feigen dürften in den nächsten drei Tagen flach um 10,8 EUR/kg FOB gehandelt werden, wobei das heiße, trockene Wetter kurzfristig die Qualität eher unterstützt, als den Markt zu stören.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →