Preise für Kokosraspeln bleiben stabil, während eine El-Niño-Dürre Südostasien droht
Die Preise für Kokosraspeln aus Indonesien, den Philippinen und Vietnam bleiben fest, da die El-Niño-Trockenheit das Angebot an Rohkokosnüssen verknappt und die Fabriken nahezu ausgelastet sind.
Preise
Die jüngsten Notierungen für Kokosprodukte in getrockneter und geraspelter Form zeigen im Wochenvergleich ein unverändertes Muster und bestätigen, dass die Korrekturphase von 2026 vorerst pausiert. Exportnotierungen für Indonesien, die Philippinen und Vietnam sind gegenüber Mitte August weitgehend unverändert und stimmen mit der allgemeinen Einschätzung der Branche überein, dass die Preise für Kokosraspeln trotz höherer Rohkokosnusskosten stabil sind.
| Produkt | Herkunft | Ort / Lieferbedingung | Aktueller Preis (EUR) | Trend gegenüber Mitte Aug. 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Getrocknete Kokosnuss, Flocken (nicht biologisch) | Vietnam | Hanoi, FOB | 4.82 EUR | Seitwärts; letzter Anstieg Ende August nun konsolidiert |
| Getrocknete Kokosnuss, Flocken (biologisch) | Philippinen | Dordrecht, FCA | 3.20 EUR | Seit Ende August stabil |
| Getrocknete Kokosnuss, Flocken (nicht biologisch) | Philippinen | Dordrecht, FCA | 2.75 EUR | Nach kleiner August-Korrektur unverändert |
| Getrocknete Kokosnuss, geraspelt | Indonesien | Dordrecht, FCA | 2.05 EUR | Nach leichter Abschwächung im August stabil |
| Getrocknete Kokosnuss, geraspelt, mittlere Qualität | Indonesien | Dordrecht, FCA | 2.03 EUR | Seitwärts |
Während unsere Notierungen in EUR auf FCA-/FOB-Basis angegeben sind, bestätigen externe Handelsdaten, dass südostasiatische Exporteure weiterhin die weltweiten Lieferungen von Kokosraspeln dominieren, wobei Vietnam, Indonesien und die Philippinen gemeinsam einen großen Anteil der Weltexporte ausmachen. Diese starke Wettbewerbssituation begrenzt kurzfristig das Aufwärtspotenzial, selbst wenn sich die Wetterrisiken verschärfen.
Angebot & Nachfrage
Auf der Angebotsseite stehen die Kokosanbaugebiete Indonesiens derzeit unter einem sehr starken El Niño, was in vielen Provinzen zu deutlich trockenen Bedingungen und einer reduzierten Wolkenbedeckung führt. Dies erhöht den Feuchtigkeitsstress für die Palmen und dürfte die Verfügbarkeit von Kokosnüssen bis Ende 2026 und 2027 verknappen, auch wenn die Auswirkungen auf den aktuellen Durchsatz bei Kokosraspeln bislang begrenzt sind.
Auf den Philippinen weisen jüngste Agrarberichte auf wetterbedingte Schäden an mehreren Nutzpflanzen durch einen verstärkten Südwestmonsun und mehrere tropische Systeme hin, während die wichtigsten Kokosanbaugebiete weiterhin in Betrieb sind und die Exportlogistik fortgesetzt wird. Versanddaten für Kokosraspeln aus den Philippinen zeigen bis Mitte September aktive Lieferströme und unterstreichen, dass die Fabriken derzeit mit einer soliden Kapazitätsauslastung arbeiten.
Vietnamesische Verarbeiter berichten von einer starken Buchung der Kapazitäten für Kokosraspeln. Viele Fabriken können keine Aufträge mit sofortiger Lieferung annehmen und verschieben neue Lieferungen aufgrund voller Auftragsbücher und verlängerter Feiertage über Anfang September hinaus. Diese Knappheit beim kurzfristigen Angebot aus Vietnam stützt die Preise für Premium-Flocken ab Hanoi etwas, selbst wenn die weltweite Nachfrage insgesamt weitgehend stabil bleibt.
Exklusive Commodities auf CMBroker
Wetter- und Erntebedingungen (ID / PH / VN)
Indonesien (ID)
Indonesien erlebt ein sehr starkes El-Niño-Ereignis, das in weiten Teilen des Archipels trockene und heiße Bedingungen aufrechterhält. Die nationale Überwachung zeigt in mehreren Regionen lange Zeiträume ohne Regen, was mit einer anhaltenden Trockenperiode übereinstimmt. Für Kokosnüsse weckt dies Bedenken hinsichtlich Fruchtansatz und Größe der Ernte 2027, auch wenn die Bäume kurzfristig im Allgemeinen widerstandsfähig bleiben.
Philippinen (PH)
Auf den Philippinen ist der September klimatologisch einer der aktivsten Monate für tropische Wirbelstürme. Die aktuellen Prognosen rechnen mit einem anhaltenden Einfluss des Südwestmonsuns, Tiefdruckgebieten und möglichen Stürmen, insbesondere in westlichen und nördlichen Regionen. Während schwere Ereignisse die Ernte und Logistik beeinträchtigen können, hat der Kokossektor seinen Betrieb bislang weitgehend aufrechterhalten; in der Landwirtschaft insgesamt wurden nur lokale Störungen gemeldet.
Vietnam (VN)
Im Mekongdelta Vietnams, einem wichtigen Kokosanbaugebiet, fällt der September weiterhin eindeutig in die Regenzeit, mit hoher Luftfeuchtigkeit und häufigen Schauern. Jüngste regionale Einschätzungen für das Erntejahr 2025/26 deuten trotz zeitweiliger lokaler Trockenheit und früher im Jahr aufgetretener Salzwasserintrusionen auf allgemein günstige Bedingungen für Dauerkulturen hin. Dies stützt stabile Zuflüsse von Kokosnüssen zu den Fabriken und erklärt die derzeit beobachtete hohe Auslastung.
Fundamentaldaten & Handelsströme
Branchenanalysen zufolge befindet sich der Markt für Kokosraspeln 2026 nach den starken Preisspitzen von 2024 bis Anfang 2025 in einer Korrekturphase, wobei die Exportpreise in Indonesien, auf den Philippinen und in Vietnam inzwischen weitgehend stabil sind. Globale Handelsdaten zeigen im jüngsten Zwölfmonatszeitraum einen moderaten Rückgang der Versandzahlen, was auf eine etwas schwächere Nachfrage und ein verbessertes Angebot im Vergleich zur Phase höchster Knappheit hindeutet.
Die Preise für rohe Kokosnüsse in den Herkunftsländern sind jedoch aufgrund von Wetterrisiken, der Konkurrenz durch Kokosöl- und Holzkohlemärkte sowie steigender Produktionskosten allmählich gestiegen. Exporteure sind daher zurückhaltend, Kokosraspeln aggressiv zu rabattieren, und ziehen es vor, ihre Margen zu verteidigen, insbesondere bei höherwertigen Flocken und Bio-Produkten.
Auf der Nachfrageseite sind große Importeure wie die EU, Russland und die USA weiterhin stark auf Lieferungen aus Südostasien angewiesen. Der Verbrauch der Lebensmittelhersteller bleibt stabil, und es gibt nur wenige Hinweise auf eine Nachfragezerstörung bei den aktuellen Preisniveaus. Dieses Gleichgewicht zwischen festen Kosten und stabiler Nachfrage hält Kokosraspeln in einer engen Handelsspanne, jedoch mit einer leichten Aufwärtstendenz, sollte sich die Wetterlage deutlicher verschärfen.
Handelsausblick & 3-Tage-Preisperspektive
Handelsausblick (nächste 2–4 Wochen)
- Käufer (EU-Lebensmittelindustrie): Nutzen Sie die aktuellen Seitwärtspreise (etwa 2.03–2.05 EUR für indonesische Kokosraspeln FCA Dordrecht und 2.75–3.20 EUR für philippinische Flocken FCA Dordrecht), um den Kernbedarf für das Q4 zu decken; erwägen Sie angesichts des El-Niño-Risikos, kleine zusätzliche Mengen für Anfang 2027 schrittweise zu sichern.
- Abnehmer in Asien und im Nahen Osten: Angesichts der hohen Fabrikauslastung in Vietnam und der knappen kurzfristigen Kapazitäten sollten Sie nicht auf nennenswerte Rabatte vietnamesischer Flockenlieferanten warten; diversifizieren Sie die Herkunftsabsicherung mit Indonesien und den Philippinen, sofern die Logistik dies zulässt.
- Verkäufer/Verarbeiter: Behalten Sie bei kurzfristigen Positionen eine disziplinierte Angebotspolitik bei, insbesondere bei Premium-Flocken und philippinischen Bio-Produkten, bleiben Sie bei den Terminmonaten jedoch flexibel, um die Absicherungsnachfrage risikoaverser Käufer zu nutzen.
Richtungsweisende regionale Preisindikation für 3 Tage
- Indonesien (ID), Kokosraspeln, FCA EU: In den nächsten 3 Tagen seitwärts bis leicht fester tendierend; Käufer testen den Markt, doch aufgrund der El-Niño-Trockenheit und der festen Rohkokosnusskosten besteht nur wenig Verkaufsdruck.
- Philippinen (PH), Flocken, FCA EU: Seitwärts; aktive Lieferungen und ein ausreichender Fabrikdurchsatz gleichen Wetter- und Logistikrisiken aus und halten die Preise kurzfristig in einer begrenzten Spanne.
- Vietnam (VN), Flocken, FOB Ursprung: Seitwärts bis leicht fester, da volle Auftragsbücher und das wetterbedingt begrenzte Angebot an Kokosnüssen die sofortige Verfügbarkeit einschränken; neue kurzfristige Angebote dürften auf dem aktuellen Niveau oder knapp darüber liegen.