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Roggenpreise in Odessa weich, da neue Ernte eintrifft und Exportunsicherheit anhält

Roggenpreise in Odessa weich, da neue Ernte eintrifft und Exportunsicherheit anhält

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Roggenmarkt-Update: weiche FOB-Preise in Odessa, feste EU-Futterroggenwerte, Ernte- und Wetterausblick für die Ukraine sowie Logistikrisiken im Schwarzmeerraum.

Die Roggenpreise auf dem Markt in Odessa in der Ukraine sind etwas weicher, da die Versorgung mit neuer Ernte zunimmt, während die EU-Futterroggenpreise bei stabiler Nachfrage und festen Protein-Futtermittelmärkten leicht zulegen. Das Wetter rund um Odessa ist überwiegend günstig für die Ernte, aber wiederkehrende Angriffe auf die Infrastruktur der Schwarzmeerhäfen und sich verändernde Handelsrouten begrenzen das Aufwärtspotenzial der Preise und erhöhen das logistische Risiko für Exporteure. Die Roggenmärkte bleiben dünn, werden aber zunehmend von den breiteren Getreidedynamiken im Schwarzmeerraum beeinflusst. In der Ukraine drücken der fortschreitende Ernteverlauf und überwiegend günstiges Wetter auf die lokalen FOB-Notierungen, während Sicherheitsrisiken im Exportkorridor von Odessa und Schäden an nahegelegenen Hafenanlagen die Verhandlungsmacht der Verkäufer begrenzen. In der EU bleibt die Futternachfrage nach Getreide durch das Protein-Defizit des Blocks gestützt, was den Einsatz von Roggen in Futterrationen unterstützt. Kurzfristig dürfte ukrainischer Roggen im Vergleich zu EU-Herkünften weiterhin wettbewerbsfähig bepreist sein, wobei Logistik und Risikoaufschläge statt reiner Fundamentaldaten die meisten kurzfristigen Bewegungen bestimmen.

Preise

Alle untenstehenden Preise sind zur Vergleichbarkeit in EUR umgerechnet (ungefährer FX).

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Ukrainischer Roggen FOB Odessa war in den vergangenen 10 Tagen weitgehend unverändert, was den Druck der neuen Ernte widerspiegelt, der durch ein erhöhtes Haftrisiko ausgeglichen wird. Deutsche Ex-Farm-Preise für Futterroggen tendieren im Juli leicht fester und folgen der allgemein festen EU-Futtermittelgetreidebasis sowie einer robusten Viehnachfrage. Jüngste russische Angriffe auf die ukrainische Getreideinfrastruktur haben die Risikoaufschläge auf Schwarzmeerströme erhöht, aber die geringe Roggenliquidität bedeutet, dass Kassanotierungen sich langsamer bewegen als bei Weizen oder Mais.

Angebot & Nachfrage

Die Ernte der frühen Getreide in der Ukraine ist in vollem Gange, wobei die landesweite Getreideproduktion aus der neuen Ernte bereits mehr als 3 Mio. t übersteigt, was auf eine planmäßige Kampagne für Wintergetreide wie Roggen hindeutet. Zwar macht Roggen nur einen kleinen Anteil der Mischung aus, doch die gestiegene Verfügbarkeit in den westlichen und zentralen Regionen trägt dazu bei, die inländischen Futterkanäle und exportierbare Überschüsse wieder aufzufüllen.

In der EU bleibt Roggen ein sekundäres Futtergetreide, profitiert aber vom strukturellen Protein-Futtermitteldefizit, das zu einem breiteren Einsatz von Getreide in Rationen anregt. Der Roggenfutterverbrauch in der EU wird 2026/27 leicht unter dem Vorjahr, aber weiterhin beträchtlich erwartet, sodass die Nachfrage nach wettbewerbsfähig bepreisten Herkünften wie Deutschland und Polen stabil bleibt. Für ukrainischen Roggen hängt das Exportpotenzial in erster Linie von der Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Schwarzmeer- und Alternativrouten ab und weniger von der Erntegröße allein.

Logistik & Handelsströme

Die ukrainischen Getreideexporte stützen sich zunehmend auf eine Mischung aus dem nationalen Schwarzmeer-Korridor und den EU-„Solidarity Lanes“ über Straße, Schiene und Donauhäfen. Diese Routen bewegten im April 2026 rund 4,6 Mio. t Getreide, Ölsaaten und verwandte Produkte und unterstreichen damit ihre entscheidende Rolle neben den Häfen im Raum Odessa.

Allerdings haben jüngste russische Raketen- und Drohnenangriffe Getreideterminals und Schiffe in ukrainischen Schwarzmeerhäfen, darunter auch in der Region Odessa, beschädigt, den Betrieb gestört und einige Exporteure veranlasst, Lieferungen vorübergehend auszusetzen. Zwar galten die Angriffe in erster Linie Weizen, Mais und Ölsaaten, doch die daraus resultierenden Logistikengpässe und höheren Versicherungskosten betreffen auch Nischenströme wie Roggen und setzen die FOB-Notierungen unter Druck, da Exporteure Verzögerungen und Risiken einpreisen.

Wetter & Bestandsentwicklung (Region: Ukraine)

Der kurzfristige Wetterausblick für Odessa ist im Großen und Ganzen günstig für einen fortgesetzten Erntefortschritt. Prognosen für den 19.–21. Juli deuten auf überwiegend sonnige bis leicht bewölkte Bedingungen mit Tageshöchstwerten um 26 °C und begrenzten Niederschlägen hin, mit lediglich einer Wahrscheinlichkeit vereinzelter Schauer gegen Ende des Zeitraums.

Landesweit brachte der Juli eine Mischung aus Hitze und heftigen lokalen Schauern, wobei einige westliche und nördliche Bezirke über Staunässe und Lagerung in tiefer gelegenen Feldern berichteten, während südliche Steppengebiete vorübergehend unter Bodentrockenheit litten. Für Roggen in der südlichen und zentralen Ukraine sind die aktuellen Bedingungen nahezu ideal für Erntefortschritt und Kornqualität, was auf ein begrenztes Ertragsrisiko durch das Wetter in der unmittelbaren Frist hindeutet.

Markttreiber

  • Druck durch neue Ernte: Eine aktive Ernte und steigende Verfügbarkeit auf Betriebsebene in der Ukraine halten die FOB-Roggenpreise in Odessa trotz geopolitischer Risikoaufschläge in Schach.
  • EU-Futternachfrage: Ein anhaltendes EU-Defizit bei Protein-Futtermitteln und stabile Viehbestände stützen den Einsatz von Futterroggen und helfen, die Märkte für Roggen in Deutschland und der übrigen EU moderat fester zu halten.
  • Sicherheit im Schwarzmeerraum: Eskalierende russische Angriffe auf ukrainische Häfen in Kombination mit ukrainischen Angriffen auf die russische Getreidelogistik im Asowschen Meer und im Kertsch-Korridor sorgen für erhebliche Unsicherheit bei den Schwarzmeer-Getreideflüssen und den Frachtkosten.
  • Alternativrouten: Die EU-Solidarity Lanes bleiben in Betrieb und gewinnen für ukrainische Exporte zunehmend an Bedeutung, aber höhere Landtransportkosten schmälern die Nettorenditen für niedrig bepreiste Getreide wie Roggen.

Handelsausblick (Nächste 1–2 Wochen)

  • Ukrainische Verkäufer: Erwägen Sie, kleinere Volumina zu den aktuellen FOB-Niveaus im Vorgriff zu verkaufen, um Logistikslots zu sichern, während Sie einen Teil der Bestände flexibel halten, falls sich die Sicherheitslage entspannt und die Frachtraumverfügbarkeit verbessert.
  • EU-Käufer (Futtermittelmischer): Beobachten Sie ukrainische Angebote genau; die aktuellen Abschläge gegenüber deutschem EXW-Roggen könnten sich ausweiten, wenn die Schwarzmeerlogistik teilweise funktionsfähig bleibt, aber seien Sie auf kurzfristige Unterbrechungen und Basisvolatilität vorbereitet.
  • Risikomanagement: Angesichts des steigenden geopolitischen Risikos rund um Odessa und das weitere Schwarzmeergebiet sollten flexible Lieferfenster und diversifizierte Herkunftsbücher Vorrang haben, anstatt kleinen Preisarbitragen nachzujagen.

3‑Tage-Preisrichtung (Region: UA und wichtige Referenz)

  • Ukraine – Roggen FOB Odessa: In den nächsten 3 Tagen leicht weich bis seitwärts, da Erntedruck und günstiges Wetter kurzfristige logistische Störungen überwiegen.
  • Deutschland – EXW Futterroggen: Seitwärts bis leicht fester aufgrund stabiler EU-Futternachfrage und begrenzten unmittelbaren Erntedrucks im Vergleich zu Mais und Weizen.
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