Türkische getrocknete Aprikosen ziehen an, da EU-Nachfrage auf feste Ursprungsangebote trifft
Die Preise für türkische getrocknete Aprikosen steigen Anfang August 2026 leicht an, getragen von fester EU-Nachfrage, stabilen FOB-Angeboten in Malatya und einem verhalten bullischen 3‑Tage‑Ausblick.
Prices
Ex‑Warehouse Dordrecht (FCA, Ursprung Türkei) sind die Preise für ganze getrocknete Aprikosen zwischen dem 31. Juli und 7. August 2026 über die meisten kalibrierten Größen um rund 0,05 EUR/kg gestiegen. Größe Nr. 5 wird bei etwa 6,50 EUR/kg indiziert, Größe Nr. 1 bei rund 7,00 EUR/kg und die Premiumgröße Nr. 0 bei etwa 7,05 EUR/kg, jeweils rund 0,7–1,0 % höher im Wochenvergleich.
Industrielle Würfel (8–10 mm) werden bei etwa 3,80 EUR/kg FCA notiert, rund 0,05 EUR/kg höher als Ende Juli. Damit bleibt die Preiskurve nach Größe leicht ansteigend, mit einem Abstand von etwa 0,55–0,60 EUR/kg zwischen den kleinsten und größten ganzen Fruchtgraden.
Supply & Demand
Malatya bleibt der dominierende Ursprung und steht für den Großteil der türkischen Trockenaprikosenproduktion sowie einen großen Anteil des globalen Angebots. Handelsdaten für 2025 zeigen, wie verwundbar die Exporte gegenüber Wetterschocks sind: Nach dem Frost im April 2025 sanken die Ausfuhren im August gegenüber dem Vorjahr um mehr als 60 %, während die durchschnittlichen Exportpreise in USD nahezu 47 % anzogen. Diese knapperen Bestände und höheren Preisniveaus beeinflussen das Verkäuferverhalten auch 2026 weiterhin.
Europa bleibt der zentrale Nachfrageschwerpunkt, wobei EU und Vereinigtes Königreich in den letzten Saisons zusammen nahe 29.000 Tonnen jährlich abnahmen, angeführt von Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden. Diese verankerte EU-Nachfrage, kombiniert mit der Rolle der Türkei als Hauptanbieter weltweit, sorgt für gut ausgelastete Exportkanäle und verschafft Exporteuren Preissetzungsmacht, sofern die Ursprungsbestände nicht übermäßig hoch sind.
Weather & Crop Context (TR)
In den kommenden drei Tagen herrschen im östlichen türkischen Aprikosengürtel rund um Malatya typische heiße, trockene Sommerbedingungen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen. Kurzfristige Wetterprognosen deuten nicht auf nennenswerte Niederschläge oder Extremereignisse hin, die Trocknung oder Logistik Anfang August stören könnten.
Da die kritischen Phasen der Blüte und des Fruchtansatzes längst vorbei sind, beeinflusst das aktuelle Wetter vor allem die Trocknungsqualität und den Energiebedarf und weniger das Volumen. Ohne unmittelbare Wettergefahr ist die kurzfristige Angebotsknappheit eher auf die durch den Frost des Vorjahres beeinträchtigte Lagerkette und das Vermarktungstempo der Exporteure zurückzuführen als auf neue Wetterschocks.
Fundamentals & Trade Flows
Jüngere Analysen zum türkischen Trockenaprikosensektor unterstreichen dessen stark exportorientierte Struktur sowie die Sensibilität gegenüber Produktionsschwankungen und Wechselkursbewegungen. Der deutliche, frostbedingte Volumenverlust 2025 und die höheren durchschnittlichen Exportpreise deuten darauf hin, dass Exporteure derzeit auf Margenaufbau fokussiert sind und aggressiven Preisnachlässen, insbesondere bei höherwertiger und biologischer ungeschwefelter Ware, eher widerstehen dürften.
Zugleich lagen die inländischen türkischen Preise in Malatya 2024–2025 bereits deutlich über vielen Grundnahrungsmitteln, was die Premiumpositionierung von Trockenaprikosen auf dem lokalen Markt und im Export widerspiegelt. Zusammen mit einer robusten EU-Nachfrage und einer weiterhin schwachen türkischen Lira stützt dies feste FOB-Angebote, selbst wenn einige nachgelagerte Bestände in Europa wieder aufgefüllt wurden.
3‑Day Outlook & Trading View
Marktrichtung (nächste 3 Tage): Bei ruhigem Wetter und ohne neuen Angebotsschock dürften die Preise fest bis leicht höher bleiben. Die FCA-Indikationen in Dordrecht werden voraussichtlich in einer engen Spanne gehandelt, mit einem Aufwärtspotenzial von bis zu 0,05 EUR/kg bei knappen Graden, sofern das Kaufinteresse anhält.
- Käufer (Importeure, Abpacker): Erwägen Sie, den kurzfristigen Bedarf jetzt abzudecken, insbesondere bei gefragten mittleren Größen (Nr. 3–5), da in naher Zukunft weitere leichte Preissteigerungen und begrenzte Rabattbereitschaft am Ursprung wahrscheinlich sind.
- Exporteure / Ursprungsverkäufer: Die aktuellen FCA- und FOB-Niveaus rechtfertigen eine stabile Preispolitik. Ziehen Sie nur geringe Zugeständnisse bei Randgrößen oder Industriewürfeln in Betracht, falls die Nachfrage nachlassen sollte; andernfalls halten Sie die Angebote und konzentrieren Sie sich auf Qualitätsdifferenzierung.
- Industrielle Verwender (Bäckerei, Cerealien, Snacks): Sichern Sie, wo möglich, die Volumina für Q4 2026, vermeiden Sie jedoch Überengagement am oberen Ende der Preisspanne; beobachten Sie Anzeichen einer Nachfrageschwäche in Europa, falls die Preise weiter anziehen.
Kurzfristige 3‑Tage‑Preisindikation nach Region (EUR):
- NL, Dordrecht FCA, ganze Größen Nr. 3–5: weitgehend stabil bis +0,5 % (etwa 6,50–6,65 EUR/kg).
- NL, Dordrecht FCA, Premiumgrößen Nr. 1–0: stabil bis fest (rund 7,00–7,10 EUR/kg, begrenztes Abwärtsrisiko).
- TR, Malatya/Ankara FOB, ungeschwefelte mittlere Größen: nominell stabil im hohen 7‑EUR‑ bis niedrigen 8‑EUR/kg‑Bereich, bei geringer Bereitschaft der Verkäufer zu Preiszugeständnissen.